acht/zwanzigfünfundzwanzig

Wer wollt’ es dem Geschlagenen verdenken,
dass er dem Sieger lange Zeit noch gram war,
weil der ihm im Verlauf zu faul und zahm war
und oft geneigt, die Führung herzuschenken.

Es kommt hinzu, dass ihn die Fragen kränken,
warum er wohl in jenem Jahr zu lahm war –
er litt doch, neben Qualen unterm Schamhaar,
am Jury-Manko, regeltreu zu lenken.

Vergebens hofft er auf die Ehrenrunde;
vereinzelt müht er sich, ne halbe Stunde,
und steht am Ende da als armer Tropf.

Der Gegner ist von altem Schrot und Korn,
erduldet ungerührt des Zweiten Zorn
und weiß: Der Sieg geht stets auch übern Kopf.

______________

Hintergründe zum Kalender.
Über Kommentare zu den Sportler*innen und ihren Sportarten würde ich mich freuen. Sie bleiben aber zunächst verborgen. Spannung und so.

Wer Probleme hat, überhaupt zu kommentieren (ja, das passiert gelegentlich), ist herzlich eingeladen, mir seinen oder ihren Kommentar per Mail an blog at heinzkamke.de oder auch per Direktnachricht bei BlueSky zu schicken. 

43 Gedanken zu „acht/zwanzigfünfundzwanzig

  1. Herr Kamke,

    ich glaube, ich habe es. Greg LeMond hatte durch einen Jagdunfall Schrot im Körper und hat die Tour de France 1989 gegen Laurent Fignon gewonnen.

    Herzlichst,
    Thies

  2. Ulle war sauber!

    Heute bin ich mir zumindest in einem sicher: Es geht um Radsport.

    Und ich bin am ehesten beim Duell Ullrich gegen Armstrong. Ullrich gewann Einzelzeitfahren, aber nicht die Tour, obwohl er, mittlerweile zugegeben, am Epo-Tropf hing.

    Für mehr ist heute keine Zeit, “Brudi, muss los!”, wie die jungen Leute sag(t)en. Danke, Herr Kamke, einen schönen 8. Dezember.

  3. Heute kurz und schmerzlos: What?!?!
    Wie leider dieses Adventsrätsel fast immer: keine Ahnung. Seitenwagen-WM? Traber des Jahres?

  4. Das ist jetzt blöd: Da habe ich mir gestern Abend vorgenommen, an ungeraden Daten nur noch LeMond vs. Hinault zu antworten, weil ich sowieso falsch liege. Und dann kommt hier Greg LeMond vs. Laurent Fignon an der Tour de France 1989.

  5. Tag 8 und das erste Mal gescheitert. Mit massiver Hilfe vom Herrn Thies hab ich 50 % des Duells ermittelt. Die zweiten 50 % mussten mir wie in der Schule unterm Tisch auf einem Zettel rübergereicht werden. Nix wars. Ich habe Restzweifel. Aber wer bin ich die zu haben nach Hilfe vom Andreas. Hinault/Fignon Zeitfahren 8 Sekunden.

  6. Sie sehen mich ratlos, Herr Kamke. (Nichts Neues, jaja.)

    Irgendwie möchte mir mein Kopf “Boxen” sagen:
    1) Es wird jemand geschlagen.
    2) “Qualen unterm Schamhaar” könnten auf einen Tiefschlag deuten.
    3) Das Jury-Manko, regeltreu zu lenken. Wer kennt die zahllosen Skandalurteile zu Gunsten arrivierterer Boxer nicht?

    Und bei Punkt 3) bin ich auch schon bei dem Kampf, der für mich als ausgewiesenen Laien als Sinnbild dafür steht, dass der eigentlich bessere Boxer verliert, weil der andere den größeren Namen hat: George Foreman – Axel Schulz.

    Vielleicht war es aber auch Butsche Roni.

  7. Ein paar der Hinweise reichten schon, damit ich mir heute sicher bin, diesmal auch wieder was die Namen angeht.
    Laurent Fignon vs Greg LeMond, Tour de France 89
    Etwa eine halbe Stunde dauerte das entscheidende Zeitfahren am letzen Tag, LeMond trug einen stromlinienförmigen Helm “übern Kopf”, Fignon einen Zopf (dieser Reim wurde liegengelassen 😉
    Fignon hatte eine Wunde oder sowas am Po, was sicher auch nicht hilfreich ist…

    Nun die Geschichte nochmal nachgelesen, andere Details waren mir nicht präsent (Schrot und Korn ->Jagdunfall Lemond, Triathlonlenker -> wohl eigentlich verboten, Lemonds Teamchef ließ es sich von der Jury absegnen, Lemond eher Windschattenausnutzer)

    definitiv ein passendes Ereignis für diesen Kalender, und ich möchte es auch so formulieren:
    Fignon, der zweimal die Tour gewann. Nicht der, der die Tour verlor.

  8. Ach Kamke,
    ich weiß es doch auch nicht.
    Bzw wusste es den ganzen Vormittag nicht.
    Nachdem ich kurz über Schneemann Daum und Uli Hoeness seniert hatte,
    kam ich dann in den Schnee. Also den richtigen.
    Und war dann irgendwann beim Skilanglauf. Eine ihrer Lieblingssportarten, wenn ich das richtig sehe.
    Und dann war ich bei
    Petter Northug vs. Martin Johnsrud Sundby

    die interne norwegische Rivalität im Langlauf in den 2010ern, geprägt von
    • Sundbys Leiden und Strafen,
    • Northugs Psychospielen,
    • taktischen Bummeleien Northugs
    • endlosen Sprintentscheidungen
    – und viel, viel gegenseitigem Groll.

    Ich logge das dann mal ein.
    Aber Daum vs Hoeness behalte ich mal im Dock. Mal schauen.
    Danke Kamke

  9. Heute war es ein bisschen haarig!

    Zunächst war der männliche Teil des Rateteams im Schwimmbecken oder auf einer Tartanbahn unterwegs – des Vorlaufs wegen. Erst eine Cola Zero später realisierte er, dass dort, in der dritten Zeile, klar und eindeutig von VErlauf die Rede war. Hmpf. Alles auf Null.

    Die weibliche Hälfte wurde durch “Ehrenrunde und Jury” in Richtung Formel 1 gelenkt, fuhr dort dann aber auch eher im Leerlauf. Hmpf.

    Der Gegner von altem Schrot und Korn brachte dann die (vielleicht!) erlösende Idee: Der Körper Greg Lemonds ist nach einem Jagdunfall von Schrotkugeln durchsät. Und bei Lemond denkt man ja unweigerlich an das Herzschlagfinale der Tour de France 1989(?) mit Widersacher Laurent Fignon.

    Nach und nach setzen sich die Puzzleteile zusammen:

    – Lenkte der Amerikaner sein Rad mit einem Triathlon-Lenker regeltreu oder hatte die Jury hier eine Lücke, ein Manko?
    – Die Ehrenrunde, die “Tour d’Honneur” (Schreibweise gegoogelt, Anm. d. Rat.) auf der letzten Etappe fiel aus, weil die vermaledeite Jury for Fun and Goggles ein Zeitfahren angesetzt hatte. Das Lemond für sich entschied und das Gesamtklassement mit 8 Sekunden Vorsprung abschloss.
    – Wer mit dem Kopf siegt, verlässt sich nicht nur auf seine Beine, sondern nutzt zum Beispiel auch Hightech-Hilfen wie besagten Lenker. Möglicherweise auch einen aerodynamischen Bahnrad-Helm, da waren wir uns nicht ganz sicher.

    Einzig verbliebenes Schamhaar in der Suppe: ja, genau. Aber was ist damit überhaupt gemeint? Die Haut in der Region, in der diese Behaarung normalerweise gedeiht? Oder auch darunter befindliche Organe? Es ist ja gut möglich, dass Fignon durch eine Blasenentzündung oder Harnleitersteine geschwächt war. Die Maus brachte gar eine Schambeinentzündung ins Spiel. Wie dem auch sei – wir wissen es nicht.

    Ich habe immer mal wieder Reporter im Rahmen späterer TdF-Übertragungen über diese legendäre Ausgabe schwärmen gehört, aber ich kann mich einfach nicht erinnern, dass man dabei auf eine gesundheitliche Schwächung des Unterlegenen eingegangen wäre. Ist dieses Detail so wichtig? Müsste man das wissen, wenn man den Rest weiß? Wir wissen es nicht!

    Ähnliches gilt für Renndetails wie hergeschenkte Führungen und Faulheit Lemonds, kränkende Fragen oder Fignons Zorn. Aber wir wollen auch keine Schamhaarspalterei betreiben und loggen dementsprechend Lemond vs Fignon bei Tour de France ein.

  10. Das ungelöste von gestern (Warholm vs. Duplantis) hängt mir noch ein bisschen nach – manchmal bleibt das Ding halt zu.

    Hier fühl ich mich nur so halb sicher, aber mein Bauch sagt: Das müsste das Tour-de-France-Duell Lemond gegen Fignon sein. Spätes altes Jahrtausend, Ende Achtziger irgendwann.

    Der Geknickte im Text dürfte der Franzose sein, dessen Nachnamen ich jedes Mal neu buchstabiere (Fignion? Fignon?). Die lange Nachtragerei passt, genauso wie die „Qualen unterm Schamhaar“ – herrlich kamkeske Umschreibung für das Sattel-/Sitzproblem. Das „Jury-Manko“ klingt nach dem Gefühl, material- oder regelmäßig im Nachteil gewesen zu sein, und die „halbe Stunde“: ein Zeitfahren, in dem er vergeblich gegen die Uhr fährt?

    Lösungs-Haiku:

    Franzose verbrennt
    Uhr schlägt still den Amerikaner
    Acht Sekunden Schmerz

  11. Jemand, der bei einem Radrennen falsch lenkt? Gesucht ist sicher nicht die Tour in Guadeloupe aus dem Sommer. Erinnerlich ist mir nur der Cross-Country-Ausflug von Lance Armstrong bei der Tour, als der Asphalt den Fahrern unter den Reifen dahingeschmolzen ist, aber das passt nicht.

    Ich brauchte heute massive Unterstützung, um die Geschichte von Greg LeMonds Schwager und Laurent Fignons Intimbereich zu finden und sage einmal mehr: Danke, Kamke.

  12. Heute kann ich beim besten Willen Ed Moses und Harald Schhmid nicht unterbringen. Mit der verweigerten Führungsarbeit bin ich beim Radsport, mit den schamhaften Unterleibsproblemen bei Lance Armstrong. Ohne Google weiß ich aber nicht, ob der mal 2. geworden ist und ob ein alter Recke wie Hinault, Pantani o.ä. ihn mal besiegt hat. Vielleicht ein halber Punkt wie gestern?

  13. Schon wieder leere Hände. Keine Lösung in Sicht, trotz intensiver Recherchen der gesamten Bürogemeinschaft. Jetzt muss ich los und steige aus, Dr. Laage zurücklassend in seinem Zorn.
    Learning: Jaques Anquetil zeugte Kinder mit seiner Stieftochter und mit seiner Schwiegertochter.

  14. Kollektive Aufgabe hier,
    und vor allem zu viele echte Aufgaben hier.
    y
    Nachdem ich über Prost/Lauda und Ulle/Lance
    zu Franz Zorn geraten bin hör ich auf.
    Nach der schrägen Lösung gestern bin ich vorsichtig geworden.

  15. Nachdem ich in den letzten Tagen mangels Zeit und Wissen (naja vor allem Wissen) nicht mitgemacht habe, gibt’s heute einen neuen Versuch. Und ich muss lernen, die Anfangseuphorie der ersten Türchen loszulassen und einzusehen, dass ich einfach härter an mir und meinem Sportwissen arbeiten muss, um hier bestehen zu können.

    Auch heute kann ich nicht einmal eine Sportart eingrenzen. Lenken? Hm also Radfahren, würde auch zu den Qualen unterm Schamhaar passen.
    “Vereinzelt müht er sich ne halbe Stunde”, vielleicht durch ein Einzelzeitfahren?

    Aber so richtig überzeugt mich das auch noch nicht. Ich bin sehr auf die Auflösung gespannt.

  16. Bäm, also das Rätsel heute war ein wahres Schwergewicht… Da ich ohne Suchmaschinen-Hilfe niemals auf die Lösung gekommen wäre, fühlt sich der “Sieg” heute auch nicht triumphal an. Ähnlich dürfte sich Max Schmeling nach seinem WM-Titel nach dem Kampf gegen Jack Sharkey gefühlt haben. Tiefschlag eben.

  17. Schmerz im Schritt erwacht,
    Kraft ringt mit dem stillen Leid —
    Mut wächst aus Geduld.

    Stolz fällt leise ab,
    Scham wie Schatten auf dem Herz —
    Kampf bleibt ungebrochen.

    Worte nur fließen,
    Fremd das Leid, das ich nicht seh —
    Stille bleibt mein Rat.

    (Und morgen wird’s sicher leichter.)

  18. Irgendwas mit Bahnradsport, vermutlich Steherrennen (letzte Zeile der dritten Strophe!), eine müht sich beständig, der andere fährt lange hinterher und gewinnt dann am Schluss, irgendsowas.
    Namen? Aus eigener Kraft ist da nicht viel, schon gar nicht was Duelle angeht und auch die Ergebnisse der handelsüblichen Suchmaschinen (die ich selbstredend nicht verwendet habe, üble Unterstellung!) sind vermutlich so unprägnant, dass das auch nicht weiterhelfen würde. Also belassen wir es dabei und freuen uns auf die Lösung.

  19. Guten Abend!
    Mein spontaner Einfall beim ersten Lesen: Harry Kane – und wieder kein Titel, auch nicht den bei der EURO 2021.
    Die Kernaussagen könnte ich erläutern, bis auf eine: „[…] die Führung herzuschenken“. Zweifel machen sich breit.
    Da blieben noch die TdF oder Formel 1. Da müsste ich googeln, aber das ist ja nicht Sinn der Sache.
    Freue mich auf Morgen!
    Danke, Kamke!

  20. Ja nun, so ist das wohl mit dem (hybrischen) Wünschen, man sollte vorsichtig sein WAS man sich wünscht, denn es könnte ja in Erfüllung gehen…
    Nachdem ich gestern und vorgestern jeweils schon im zweiten Qurtett eine ganz klare Ahnung hatte, um wen/was es da geht, war da heute – nichts,
    Keine Sportart, geschweige denn Protgonisten – Danke, mein Wunsch wurde erhört, der Feiertag kommt gelegen, gehen wir mal in die Analyse.
    Gibt es irgendeinen Satz, der mir ins Auge springt, mit dem ich irgendwas eingrenzen, ausschließen, identifizieren kann? Ich hänge am letzten. Der Sieg geht übern Kopf. Das ist sicher nicht im Sonne eines Mentaltrainers gemeint, sondern vermutlich wird dem Sieger was aufgesetzt, umgehängt – gehen wir doch mal Sportarten mit Siegerhüten, Kronen, Kränzen durch. Kurz beim Trithlon gewesen – ein „armer Tropf“, der nach dem Schwimmen aufgeben musste? Passt aber alles nicht.
    Die Hinweise in Richtung Boxen verdichten sich. Ehrenrunden sind zumindest Runden, einen Geschlagenen gibt es da im wahrsten Wortsinn und Felix Sturm hat sogar seine Schambeinentzündung publik gemacht,
    Aber irgendwie – hakt es. Irgendwas stört mich. Lesen wir nochmal,.
    Zahm. Die Führung herschenken. Regeltreu zu lenken. Schrot und Korn. Und was soll überhaupt „vereinzelt mühte er sich, ne halbe Stunde“? Sowas macht Kamke doch nicht zufällig.
    Schauen wir nochmal auf den letzten Satz.
    UND PLÖTZLICH ERGIBT ALLES SINN.
    RIVALEN DER RENNBAHN.
    ENDLICH PFERDE.
    Abgesehen von gelegentlichen Besuchen auf der Krieau habe ich leider recht wenig Berührpunkte mit der Szene, sodass ich jetzt ein bisschen Halbwissen anbringen muss – regeltreu lenken bezieht sich vermutlich auf die Bahnen, die die Pferde nicht verlassen dürfen. Schrot und Korn – dürfte auf dem ein oder anderen hippokulinarischen Speiseplan stehen. Sich „vereinzelt eine halbe Stunde mühen“ bezieht sich wohl auf eine Rennserie, die in Summe dann ca 30 Minuten dauert. Rennserien kenne ich derer zwei, und da ich nicht annehme, dass der große Preis der österreichischen Lotterien (2100 m) gemeint ist, möchte ich lösen: es geht um eine Rivalität bei der Triple Crown.
    Und ab jetzt musste ich Hilfe beanspruchen (leider nicht von der Sportsuchmaschine in Menschengestalt, Herr Lurchmolch muss am Feiertag arbeiten – schönen Gruß!): Affirmed vs. Alydar sind die Gesuchten.

  21. Keine spontane Idee diesmal. Leider bin ich auch offensichtlich zu blind, die versteckten Kamke-Hinweise zu finden. Einiges deutet für mich aufs Radfahren (Qualen unterm Schamhaar, Ehrenrunde) und dabei auf das 8-Sekunden Duell Fignon vs LeMond 1989 hin. Lemond damals als erster mit Triathlon-Lenker (Jury-Manko, regeltreu lenken?) und sein Jagdunfall könnte auch passen (der Gegner ist von altem Schrot und Korn).
    Erscheint mir aber selber sehr konstruiert und hatte Kamke diese Rennen nicht schon mal hinter einem Türchen? Bringt er doch nicht zweimal? Egal, ist eingebucht.

  22. 1: „Weiß Thies viel über Bahnrad? Das ist schon bisschen obskur.“

    das fasst die verzweiflung über das heutige rätsel perfekt zusammen. den ganzen tag ging es von eisschnelllauf über formel eins zu bahnrad und meine einzige hoffnung war „ich sehe den thies später, der muss helfen.“

    thies half und nur deswegen haben wir fignon vs lemond (schrot und korn, junge), tour de france.

    die pferde fallen heute aus, das ist doch alles mist. wer soll denn das wissen.

  23. Ich bin beim Radsport und Tour de France, einzig bei der genauen Rivalität will es nicht wirklich Klick machen. Qualen unterm Schamhaar bei Armstrongs Hodenkrebs? Gegen Jan Ullrich?

  24. Kann mit ein paar Hinweisen recht wenig anfangen, aber: Die halbstündige Ehrenrunde in Zusammenhang mit „Der Sieg geht stets auch übern Kopf“ weckt sofort Erinnerungen an einen Kopfstoß Zidanes an Materazzi, den „Gegner von altem Schrot und Korn“ im WM-Finale 2006. Das Jury-Manko, regeltreu zu lenken, wäre dann der extrem bittere, aber folgerichtige Platzverweis. Ist „zu faul und zahm“ dann eine Anspielung auf Schwalben oder möglicherweise Zeitspiel der Italiener? Mit ein paar Zeilen kann ich, ohne zu googeln, so gar nichts anfangen.

  25. Es gibt ein paar Parameter die mich heute auf Vierbeiner hinweisen: zahm oder lahm. Schrot & Korn.
    Ohne weiter abschweifen zu wollen, auch Sieger im Pferdesport bekommen was über den Kopf.

    Das auch von fahren und lenken sowie Führung herzuschenken zu lesen ist, bringt mich dann ohne jeglichen weiteren Lösungsansatz zum Trabrennsport.

    Denn die einzigen beiden Namen, die mir ohne Suchmaschine einfallen sind Hänschen Frömming & Adi Furler und die möchte selbst ich nicht gemeinsam einloggen.

    Wenig Ahnung und davon viel, ist halt auch keine Ahnung aber vielleicht morgen. Da wir es ja bestimmt…. IS KLAR!

  26. Natürlich kommt mir sofort Gespann Fahren in den Sinn. Speziell im Gelände ist das hoch anspruchsvoll. Da mag es auch Rivalitäten geben, aber ich bin überhaupt nicht in der Materie.

    Oder es geht um Radsport? Da gibt es viele Rivalitäten, aber keine scheint zu passen. Armstrong hatte Hodenkrebs überstanden, aber war er auch mal lahm?

    Vielleicht Motorsport? Aber ist ja eher das Fahrzeug lahm…

  27. Nee, das wird heute nichts.

    Das erste Quartett deutet für mich auf ein Rennen hin, bei dem der spätere Sieger keine Führungsarbeit geleistet hat. Radrennen vielleicht. Eine Ehrenrunde gibt es auch, ggf. endet das Rennen in einem Velodrom, nach einer halben Stunde erfolgloser Einzelfahrt. Und dann der Sieg übern Kopf? Paris-Roubaix? Mit Disqualifikation nach Wahl der falschen Strecke (nicht regeltreu gelenkt)?

    Und was wäre sonst noch möglich? Pferde vielleicht? Zahm und lahm könnte durchaus auf Tiere hindeuten, aber der ganze psychologische Rest (Gram und Zorn) passt nicht. Ein geschlagener Boxer? Ach, ach. Zwei Stunden noch. Vielleicht fällt mir ja noch was ein.

  28. Nachdem ich bei diesem Duell am Freitag noch gescheitert war, versuche ich es heute einfach erneut. Dabei war die richtige Spur heute zunächst überhaupt nicht mein erster Gedanke. Am Freitag hatten mich die verschwommenen Bilder und der hauchdünne Abstand völlig aufs Glatteis geführt – an Triathlon dachte ich da keine Sekunde.

    Heute hingegen war es die „Lenkung“, die mich hoffentlich auf die richtige Lösung gebracht hat. „Der Gegner ist von altem Schrot und Korn“. Die Geschichte des Jagdunfalls, die uns Herbert Watterott unzählige Male während unzähliger Flachetappen so gerne erzählte.

    Kurzum: Heute lande ich bei Greg LeMond und Laurent Fignon.

  29. “Vergebens hofft er auf die Ehrenrunde;
    vereinzelt müht er sich, ne halbe Stunde,
    und steht am Ende da als armer Tropf.

    Der Gegner ist von altem Schrot und Korn,”

    Wenn es nur diese Zeilen wären, dann wäre zunächst von mir und dann von Kamke (im Duell “Acht Zwanzig Fünfundzwanzig”)

    Aber darum geht es wohl nicht…

    Meine Lösungsideen schwanken von

    Weißflog vs. Bredesen (bzw. Ottensen – doch eine Zahn-OP beim Schamhaar?)

    über

    Fourcade gegen einen Norweger (Parole Emil – wegen Schrot, aber wo ist das Korn?)

    zu

    Armstrong vs. Ulle (faul – bei der Tour de France! – war wer?)

    und

    einem kopftrefferlastigen Boxkampf, den ich nicht kenne

    Ich weiß, ich stehe heute auf dem Schlauch und im Regen (ich armer Tropf) verursacht durch lösungsoffene Gedanken: Welche Sportart? Wid lange her? Welche Nationen?

    Dann warte ich mal auf die Auflösung.

  30. Hm. Heute bleibe ich wohl ratlos.

    Ich hatte schon den Gedanken, es ginge heute um Pferde. Meine Google-Versuche in diese Richtungen endeten aber stets in Jura-Klausuren und jura-online.de – das wird der Rätselmeister wohl nicht intendiert haben.

    Ich habe auch heute wieder über Motorsport nachdedacht. Aber das passt nicht so richtig.

    Ich vermutey es geht heute um Bahnradsport, aber ich fürchte, konkreter wird es da von mir heute nicht.

  31. Ja also der zweite hat die Pace gemacht und sich darüber geärgert, dass der spätere Sieger die ganze Zeit in seinem Windschatten rumgehangen hat? Außerdem hatte der Zweite eine Schambeinentzündung und Probleme mit der Jury? Bei welcher Sportart kann das denn sein? Eine halbe Stunde dauert ein 10000m Lauf, aber da fällt mir nix passendes ein. Und Jury Entscheide gibts da auch wenig.
    Eine Idee wäre noch Biathlon. Da gibts Ehrenrunden (naja) und im Massenstart oder der Verfolgung auch die Möglichkeit im Windschatten zu bleiben. Aber Jury? Vielleicht eher Skispringen? Oder NoKo? Aber es klingelt nix. Gar nix. Von mir heute also keine Lösung.

  32. Also erst habe ich an Radsport gedacht. Lance Armstrongs Hodenkrebs, Greg LeMonds Triathlonlenker und weitere Lenkeraufbauten wurden auch verboten. Einzelzeitfahren halbe Stunde, defensives Fahren in den Bergen.
    Bei Tropf und Kopf (meistens steht ja das Wichtigste am Ende) fällt mir Werner Lampe ein.
    Genaueres Lesen ergibt, dass die Jury etwas verkehrt geregelt hat (also nicht: dem Athleten verboten hat, so zu lenken, wie er wollte). Zusammen mit der Ehrenrunde bin ich möglicherweise beim Marathonlauf, wo jemand eine halbe Stunde allein auf falschem Weg unterwegs war?

    Also ehrlich gesagt: hier passt heute bei mir nicht viel zusammen, ich bin gespannt auf die Auflösung.

  33. Ich melde mich mal mit einer Lösung, die nicht so ganz passt.

    Radsport finde ich relativ klar. Aber große Duelle? Da fällt mir vor allem Anquetil- Poulidour ein. Poupou gewann ja nie. Und Anquetil galt immer als der clevere, fuhr nie im Wind.

    Aber so ganz passt das nicht. Die Jury und die Sitzbeschwerden finde ich leider nirgends.

  34. Schrot und Korn: LeMond. Erst habe ich auf den Verrat von Hinault getippt, aber die halbe Stunde ist wohl das Zeitfahren, das Lemond aerodynamisch gewann. Die Wunde am Gesäß stimmt auch. Ob Fignon sauer war, dazu finde ich nichts, Wahrscheinlich schon.

  35. Guten Abend miteinander, das scheint heute eine gewisse Herausforderung gewesen zu sein. An der ich möglicherweise einen Anteil habe. Mir schien (allzu?) klar, dass viele Mitspielende auf dieses Duell warten, das noch dazu in den letzten Tagen bereits in den Kommentaren genannt wurde – in einem Fall so ausführlich und kenntnisreich, dass ich jene Antwort im Einvernehmen mit dem Kommentierenden damals nicht veröffentlicht habe. Wer also jetzt noch einmal die Antworten zum fünften Türchen durchliest, findet dort nun auch jene von @Felix. [Oh. Gerade kommt seine Antwort zum heutigen Rätsel rein. Er hat keine. Da hat der Rätselsteller wohl ein Duell bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Und nebenbei offenbar auch noch @martin von der richtigen Lösung wegge-, hihi, lenkt.]

    Aus den genannten Gründen sind die Hinweise heute womöglich etwas zurückhaltender bzw. tauchen einige Schlagworte, die bei denjenigen, die das Ereignis noch im Kopf haben, unmittelbar zur Lösung geführt hätten, nicht auf.

    Dann wollen wir mal loslegen und nicht den Start verpassen. Denn was man (na ja, ich) ja immer wieder vergisst: Titelverteidiger Pedro Delgado kam gute zweieinhalb Minuten zu spät zum Prolog, hat beim Mannschaftszeitfahren noch einmal über vier Minuten kassiert und wurde am Ende mit dreieinhalb Minuten Rückstand Dritter. Hätte der nicht beim Aufwärmen die Zeit vergessen, redeten wir hier und heute vielleicht über das Duell zwischen Armstrong und Ullrich im Jahr 2003, oder über die großen Altmeister, die einige neulich beim Triathlon bereits streiften.

    So aber, ja, heute gleich zu Beginn, sprechen wir über Greg LeMond und Laurent Fignon bei der Tour de France 1989. Ersterer gewann, letzterer nicht.

    Wer wollt’ es dem Geschlagenen verdenken,
    dass er dem Sieger lange Zeit noch gram war,
    weil der ihm im Verlauf zu faul und zahm war
    und oft geneigt, die Führung herzuschenken.

    Fignon war sauer. Auf LeMond, dessen Fahrweise des Gelben Trikots nicht würdig gewesen sei. Der nicht, wie es sich gehört, das Feld kontrolliert hat oder auch mal selbst interveniert hätte, als er das Trikot trug. Der sehenden Auges die Führung abgegeben hätte (“He was barely willing to defend his jersey”, lässt Fignon Jahre später schreiben), womöglich auch rennentscheidend, der aber wohl auch wusste, dass er sich auf Fignon und dessen im Vergleich zu seinem eigenen starkes Team (mit dem jungen Bjarne Riis, @sternburg) verlassen konnte.

    Es kommt hinzu, dass ihn die Fragen kränken,
    warum er wohl in jenem Jahr zu lahm war –
    er litt doch, neben Qualen unterm Schamhaar,
    am Jury-Manko, regeltreu zu lenken.

    In seiner Autobiographie zitiert Fignon einen Austausch, den er wohl Dutzende Male führte:
    “Ah, mais je vous reconnais : vous êtes celui qui a perdu le Tour de huit secondes !
    – Non monsieur, je suis celui qui en a gagné deux.”

    Ich (er)kenne Sie: Sie sind der, der die Tour um acht Sekunden verloren hat.
    – Nein, Monsieur, ich bin der, der sie zweimal gewonnen hat.

    Das kränkte ihn. Und dann auch noch die Umstände bei dieser letzten Etappe:
    Er hatte eine Nebenhodenentzündung (Sie wissen schon: unterm Schamhaar). Oder, wie man andernorts lesen kann: “But Fignon had his own physical challenges. Famously, he developed epididymitis, which is an inflammation of the tube that connects the testicle to the vas deferens, […] One of his testes was massively swollen. It’s said he didn’t sleep the night before and struggled to sit in the saddle.

    Und er war überzeugt, dass LeMonds Triathlon-Lenker nicht regelkonform sei. In seiner Autobiographie heißt es dazu, hier in der englischen Version:

    ” …he was using a very special bike equipped with handlebar extensions with elbow rests, giving him a far more aerodynamic position, and four support points – pedals, saddle, bars and elbow rests – which was totally revolutionary but also strictly against the rules.

    Until then, the referees had only allowed three support points. For reasons that still elude me, [we] didn’t make a formal complaint and the idle commissaries shut their eyes. The rules were being bent […]”

    Die Jury hat also das Rennen nicht regeltreu gelenkt. Und, natürlich: LeMond hat sein Rad nicht regeltreu gelenkt.

    Vergebens hofft er auf die Ehrenrunde;
    vereinzelt müht er sich, ne halbe Stunde,
    und steht am Ende da als armer Tropf.

    Die Ehrenrunde hätte er sicher als Sieger gern genommen, vor allem aber die letzte Etappe als “Ehrenrunde” (tour d’honneur), wie wir sie bei zahlreichen Austragungen gesehen haben. Hier aber ging es zum Schluss in ein knapp halbstündiges Vereinzelt-Zeitfahren, bei dem LeMond Fignon 50 Sekunden abnahm und so mit 8 Sekunden Vorsprung gewann. Erst 2024, 35 Jahre später, endete die Tour wieder mit einem Zeitfahren, da war aber längst alles entschieden.

    Der Gegner ist von altem Schrot und Korn,
    erduldet ungerührt des Zweiten Zorn
    und weiß: Der Sieg geht stets auch übern Kopf.

    Altes Schrot und Korn, plumpe, etwas althergebrachte Redensart, mit der Besonderheit, dass LeMond seit seinem viel beschriebenen schweren Jagdunfall anscheinend noch heute zahlreiche Schrotkugeln im Körper hat. Fignons Aufforderungen im Lauf der drei Wochen fochten ihn ebenso wenig an wie dessen Klagen nach dem Finale. Er, LeMond, hatte gewonnen und eine unglaubliche Comeback-Story geschrieben (Ja, die hatten wir hier schon mal. Halt ohne Fignon.). Mit einem klar unterlegenen Team. Womöglich wurde die Tour im Kopf entschieden, und ein bisschen wohl auch übern Kopf, wo bei LeMond der sogenannte Tropfenhelm (armer Tropf) saß, während bei Fignon das Zöpfchen flatterte.

    Anscheinend gibt es Untersuchungen, wonach allein schon die Aerodynamik bei der Ausrüstung den damaligen Zeitunterschied im Einzelzeitfahren erklärt.

    Hätte man auch alles bei @ckwon nachlesen können. Oder das Streifengras checken. Tja.

    Oben hatte ich gesagt, dass einige verräterische Schlagworte nicht auftauchen. Da wären wohl an erster Stelle die 8 Sekunden (die standen auch lange noch da, im ersten Terzett, wo jetzt die halbe Stunde erscheint) und die Champs-Elysées zu nennen, dazu der Helm und der Lenker, die beide nur ein bisschen verquer vorkommen. Und natürlich alles, was sonst auf die Tour hinweist: Gelbes Trikot, drei Wochen, Feld, etc.

    “Acht Sekunden Schmerz”, schreibt @IndoOstfriese, und ich befürchte, dass er deutlich länger anhielt. Jahre. Jahrzehnte.

    Vermutlich haben wir die von Frau @Lurchmolch eingeforderte hybrische Schwere noch nicht erreicht, mit dem heutigen Ergebnis aber unter Umständen ein Etappenziel. Wenn Sie immer so schöne Ideen präsentieren, sollten wir die heutige Flughöhe öfter anstreben.

    Ein paar Boxkämpfe wurden genannt, hin und wieder was mit Pferdesport (Affirmed vs. Alydar!), Petter Northug, auch hübsch. Nicht zu vergessen: Kane, Materazzi und Hänschen Frömming

    Beim Radsport waren natürlich einige, aber nicht alle fanden den Weg zum Ziel.

    @herr_stiller: Erster Satz: Ulle war sauber. Alles gesagt.
    Gab noch einige mehr, die auf die beiden anspielten. Erst bei @nember hab ich’s kapiert: die Hoden! (Nein. Hätte ich nicht gemacht.)

    @Streifengras-Check: Schamhaarspalterei. Für sowas sind wir hier.

    @Christian Prechtl: Anquetil, puh. Für sowas sind wir nicht hier.

    @j-mndh: Mein Rad! Stille bleibt mein Rad, Mensch!

    @Felix: Ach, ach, was soll ich sagen?

    @NoBlackHat: Schuldig im Sinne der Anklage: war schon mal. Aber konstruiert? Pfft. 🙂

    @Michael Pfeiffer: Herbert Watterott! Da sind Fignon und LeMond fast schon Zugabe.

    So, meine Damen und Herren, das haben wir doch gemeinsam ganz vorzüglich hinbekommen. Der eine oder die andere mag unzufrieden sein, die einen mit sich, die anderen mit mir, und so soll das dann ja wohl auch sein.

    Wer morgen dennoch wiederkommt, für den oder die wird’s bestimmt einfach.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert