neunzehn/zwanzigeinundzwanzig

Wenn Opa Kamke heut “vom Krieg erzählt”,
dann stimmt das ausnahmsweise, ungefähr.
‘s ist in der Tat schon ziemlich lange her,
da hat der Mann ‘ne Sportart ausgewählt.

Als Catcher hat er sich zuvor gequält,
nun lacht ihm bald ein lohnendes Salär.
Er gilt in jenen Zeiten noch als schwer,
es wird der Körper konsequent gestählt.

Acht lange Jahre kann ihn keiner schlagen,
er tritt zurück und fühlt sich dabei prächtig –
dass das nicht alle schaffen, ahnt man längst.

Trotz tollen Frühlingswetters kann man sagen:
die Niederschläge sind rekordverdächtig.
Und: Herkunft passt, doch ist er gar kein Hengst.

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Hintergründe zum Kalender.
Über Kommentare zu den Sportler*innen und ihren Sportarten würde ich mich freuen. Sie bleiben aber zunächst verborgen. Spannung und so.

Wer Probleme hat, überhaupt zu kommentieren (ja, das passiert gelegentlich), ist herzlich eingeladen, mir seinen oder ihren Kommentar per Mail an blog at heinzkamke.de oder auch per Twitter-DM zu schicken. 

achtzehn/zwanzigeinundzwanzig

Mit neunundzwanzig kann man aufhörn, klar,
doch kam sein Rücktritt quasi aus dem Nichts.
Man wurde seines Fortsetzungsverzichts
im Lauf der bittren Gap-WM gewahr.

Er war und ist im Heimatland ein Star,
nicht nur ob seines sportlichen Gewichts,
nicht nur ob seines Werbespot-Gesichts:
Er zeigte Stunts, sprach manchen Kommentar.

Der Mann hat seinen Ruhm nicht nur verwaltet,
sein Tätigkeitsprofil war vielmehr breit,
hat gar sein Sangespotenzial entfaltet.

Meist tat er Besseres mit seiner Zeit,
hat seinen Sport massiv mit (um-)gestaltet –
die Welt fährt voll drauf ab, ‘chschwör jeden Eid!

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siebzehn/zwanzigeinundzwanzig

Einst konnte er, im Süden des Planeten,
Medaillen in verschiednen Farben holen.
Er zählte zu den heimischen Idolen,
weltweit zu den begnadeten Athleten.

Beim nächsten Mal ist noch einer vertreten,
der glänzt bereits, ach was, trägt Aureolen:
Beherrscht danach den Sport (in Metropolen).
Und unser Mann? Der taugt nicht zum Asketen:

Gewichtszunahme und Verletzungsfrust,
viel Alkohol, Prioritätsverlust.
Ein Sportjournal schreibt ferner von Hormonen.

Nach Jahren stürzt er sich in ein Comeback.
Wird abgeschossen, kommt nicht recht vom Fleck.
Er outet sich, erzählt von Depressionen.

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sechzehn/zwanzigeinundzwanzig

Olympisch schaffte sie dereinst Rang neun,
war dritte derer, die den Brustring tragen.
Ihr Wettkampf durft sich damals sozusagen
prozentual an 40 mehr erfreun.

Von Spezialisten ließ man sie betreun,
die waren medizinisch sehr beschlagen.
Sie sollte bald schon nach Medaillen jagen –
mit Lug und, dings, hier, Hendiadyoin.

Ein Einzelfall, so ist die Hypothese –
jetzt macht darum doch bloß nicht so’n Gewese!
Tatsächlich war dergleichen wohl die Norm.

Der Fingerzeig zu’n andern war bigott,
moralisch war man ebenso bankrott.
Organversagen in multipler Form.

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fünfzehn/zwanzigeinundzwanzig

Mit Bronze bei Europameisterschaften
ward diese Sportsperson zwei Mal bedacht.
Hat zwischendrin olympisch mitgemacht –
Platz sechs bei der Premiere, blieb hier haften.

Danach gab’s leider manches zu verkraften:
Die hohen Resultate sind verflacht,
die Seele hat womöglich fies gelacht,
als Sehnenteile auseinanderklafften.

Das Feeling für den Körper war nicht da;
ist dementsprechend, eh man sich’s versah,
zurückgetreten und sich treu geworden.

Bei Kamke sind die Grenzen dann verschwommen:
Der Sportsmensch sei auf Bali angekommen
und strebt nach Buchverkäufen statt Rekorden.

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