sechs/zwanzigeinundzwanzig

Beim Abschied ist er grad seit ein paar Tagen
zum ersten Mal der Beste auf der Welt.
Dass er den Titel nicht verteidigt, hält
man mancherorts für typisch für sein Zagen.

Zu lahm, nein: langweilig, so hört man’s sagen,
für eine Szene, die sich selbst gefällt,
mit ganz viel Prominenz und noch mehr Geld.
Er lächelt mild. Er hat ihn ja geschlagen.

Die Jahre vorher schaffte er Platz zwei,
war zweifellos mit Silber gut dabei,
obsiegt danach dank [ɡiːɐ̯], vielleicht auch /ɡɪə(ɹ)/?

Wird nach Karriereschluss zum Laureaten –
das Rubrum hätt’ ich eher nicht erraten:
Man würdigt seinen “Breakthrough of the Year”.

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Hintergründe zum Kalender.
Über Kommentare zu den Sportler*innen und ihren Sportarten würde ich mich freuen. Sie bleiben aber zunächst verborgen. Spannung und so.

Wer Probleme hat, überhaupt zu kommentieren (ja, das passiert gelegentlich), ist herzlich eingeladen, mir seinen oder ihren Kommentar per Mail an blog at heinzkamke.de oder auch per Twitter-DM zu schicken. 

fünf/zwanzigeinundzwanzig

Beim Abschied war er grad seit ein paar Tagen
zum ersten Mal der Beste auf der Welt
(nach dieser und nach jener Lesart, gelt?).
Die hundert lagen kurz, würd’ ich mal sagen.

Er war auch außerhalb des Sports beschlagen,
verdiente längst schon parallel sein Geld.
Nun gleitet er, weil es ihm so gefällt,
komplett ins neue Thema (Leib- und Magen-).

Kein Zuckerschlecken ist’s, er nimmt’s in Kauf:
Der Löwenanteil ist ne Menge Arbeit,
doch haut er wieder bis zum Anschlag rein.

Trotz (oder wegen?) Riß im Lebenslauf
hat sich nach seiner Wende schnell bewahrheit’:
Der neue Job scheint ziemlich cool zu sein.

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vier/zwanzigeinundzwanzig

Von Anfang an hat sie den Sport erfrischt,
ein Wirbelwind, ein Flummi, stand geschrieben.
Es ist nicht schwer, die junge Frau zu lieben,
die hüpft und tanzt, die flirtet, perlt und zischt.

Was hat sie diese Sportart aufgemischt,
fast ein Jahrzehnt beherrscht: Von eins bis sieben
ist sie de facto unbesiegt geblieben,
als jählings die Begeisterung erlischt.

Wiewohl sie noch als Favoritin gilt,
tritt sie olympisch – wofür man sie schilt –
nicht an, die nächste Goldne abzuholen.

In andern Disziplinen greift sie an,
die sie auch zweifelsohne ganz gut kann,
doch wähnt man sich daheim des Golds bestohlen.

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drei/zwanzigeinundzwanzig

In meiner langen Fernsehsport-Karriere
war sie jahrzehntelang der Inbegriff
der Sportsperson, die lässig darauf pfiff,
was noch an Titeln drin gewesen wäre.

Drei Jahre lang fuhr sie in eigner Sphäre
(zuvor gebrach es noch am letzten Schliff):
In jeder Disziplin fand sie den Kniff,
die Siegesvielfalt war ne solitäre.

So richtig steil ging sie nach Doppelgold,
ward Covergirl bei Time (dem Magazin).
War ihres Sports bekronte Exponentin.

Doch plötzlich hat sie anderes gewollt:
Matura, Uni, Ausland (auch: Berlin).
Kam spät zurück als Damen-Konsulentin.

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zwei/zwanzigeinundzwanzig

Schon unterklassig ging er ziemlich steil, Mann!
Stieg zügig auf, der Arbeitgeber auch.
Beim Treffen hat er dann, so war es Brauch,
gebührend laut gejubelt. Fühlt sich geil an.

Sein Status bei den Fans ging Richtung Heilan-
d, die Schmetterlinge flatterten im Bauch.
Der Club indes gerierte sich als Lauch,
als plötzlich alles anders – nichts – war, weilan-
d,

als jener junge Mann abrupt verstarb
und sich der Club nicht viel Respekt erwarb –
sein Umgang mit der Witwe: medioker.

Man hätt’ dem Jungen gerne zugeschaut,
wie er sich eine Weltkarriere baut.
Das nicht als Cowboy, Liebesgangster, Joker.

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