»Bastelanleitung« – zum Adventskalender 2014

Ein Adventskalender im Blog, traditionell, quasi. Zum dritten Mal. 2012 mit Fünfzeilern über die einzelnen VfB-Spieler, 2013 wieder mit Fünfzeilern, diesmal über den möglicherweise künftigen WM-Kader, wiewohl nicht von mir, sondern von freundlichen Gästen, die älteren Mitlesenden werden sich vielleicht erinnern, die jüngeren möglicherweise schon einmal in der Sidebar darüber gestolpert sein.

2014 wird alles anders. Es fängt damit an, dass in dem Moment, da ich diese Zeilen schreibe, eine gute Stunde vor dem 1. Dezember, noch kein einziger Text für den Kalender steht. Es geht damit weiter, dass ich nicht nicht einmal so genau weiß, um was für Texte es sich handeln soll, gattungsmäßig, sozusagen.

Immerhin: ich habe eine Grundidee, die ich schon eine Weile mit mir herumtrage, und wenn ich sie von Anfang an, oder wenigstens in den letzten Wochen, meinetwegen auch nur Tagen, halbwegs energisch verfolgt hätte, könnte ich mir vorstellen, heute zumindest abschätzen zu können, ob ich auch nur ansatzweise in der Lage bin, sie umzusetzen.

Zu spät. Ich versuch’s einfach mal: weg von den Fünfzeilern! Ich schnappe mir ein Lyriklexikon, suche ein paar Gedicht- und Strophenformen heraus und experimentiere an ihnen herum.

Sie haben recht: genau jetzt wäre der Augenblick, mir mehr als nur ein kleines bisschen Hybris nachzusagen. Einen Sonettenkranz aus dem Ärmel schütteln, genau. Eine Ode, dass Sie nicht lachen! Oder ein Haiku, allein schon die Sache mit den Silben und den Lauten, Sie wissen schon.

Hybris ist das eine, Frevel das andere. Bleiben wir beim Haiku. Das ja auch thematisch einen gewissen Rahmen setzt, der, seien wir ehrlich, nur in selteneren Fällen mit banalen Fußballinhalten kompatibel sein dürfte. Ach, ich sagte gar nicht, dass es schon wieder um Fußball gehen soll? Ja, soll es. Wiewohl mit einem nicht ganz so engen thematischen Korsett wie in den Vorjahren. Sondern ganz weit gefasst: Fußball.

Immerhin: auch die in den letzten Jahren gewählten Fünfzeiler haben, in der Tradition des Limericks, die eine oder andere Vorgabe, über die ich mich, und über die sich meine Gäste, recht entspannt hinweggesetzt haben, und es hat niemand aus dem Kreis der werten Mitlesenden gemeckert. Das lässt auf anhaltende Nachsicht hoffen.

Oder aber, und das scheint mir nicht ganz abwegig, ich stelle meine Bemühungen am Nikolaustag ein, entweder komplett oder indem ich Kuh das Eis verlasse und mich auf halbwegs festen Boden in Form fünfzeilig verarbeiteter Anapäste und Amphibrachys stelle. Mal sehen.

Wobei sich ja ohnehin noch die Frage stellt, an welchen Formen ich mich versuchen kann, ohne mich komplett zum Affen zu machen. Dass grundsätzlich mehr als deren 24 zur Auswahl stehen, unterstelle ich unbesehen; dass ich mich, um ein Beispiel zu nennen, nicht an einen Sonettenkranz heranwage, auch. Erst mal ein einzelnes Sonett schaffen, das nicht allenthalben sofortige Gernhardt-Verweise nach sich zieht.

Mir scheint, ich verlor mich ein wenig. Was ich sagen wollte: eine schöne Adventszeit wünsche ich Euch und Ihnen, mit Marzipan, Nüssen, Mandarinen; zudem ein bisschen Besinnlichkeit und das eine oder andere Flötenkonzert, und wer möchte, ist herzlich eingeladen, einem unausgegorenen Adventskalender beim Werden zuzusehen – was auch immer letztlich herauskommen mag.

Irgendwann im Lauf des 1. Dezember sollte sich das erste Tüchen öffnen. Hoffe ich.

Was bisher geschah …

Gibt’s ja nun auch schon ein paar Tage, dieses Blog. Mein Blog. In dem ich im Wesentlichen tue und lasse, was ich will.

Wen jetzt die Sorge umtreibt, dass ich – bloß, weil ich ein paar Tage offline war – schon wieder ins Grundsätzliche abdriften will, mit kommentarkulturellen Einlassungen oder dergleichen, den oder die kann ich beruhigen. Ganz davon ab, dass ich nicht davon ausgehe, es ließe sich hier jemand beunruhigen: es geht nur um eine Kleinigkeit. Fünf Zeilen, um genau zu sein.

Oder, allgemeiner, um Reimereien. Gab’s hier in den letzten Jahren so gut wie nie zu lesen. Von zwei (so meine ich, mich zu erinnern) mehr oder weniger begründeten Ausnahmen abgesehen.

Reimen war sonst nicht. Aus guten Gründen. “Sich nicht zum Affen machen” lautete einer, “Erinnerung an Tante Gabis Geburtstagsgedichte” ein weiterer. Vor allem aber gibt es Leute, die das so verdammt gut können. Und dummerweise ungleich mehr Leute, die glauben, das so verdammt gut zu können. Zu ersteren zählen beispielsweise herr zwoelfzeilen (nur echt mit kleinbuchstaben) oder, fußballspezifischer, Herr Hagemann.

Nun könnte man natürlich entgegnen, dass mich dieses Argument in anderer Hinsicht auch nicht davon abhält, Dinge zu tun, die andere besser können. Oder man könnte darauf hinweisen, dass dieses Netz möglicherweise ein bisschen langweilig wäre, wenn jede(r) nur Dinge täte und schrübe, die er oder sie am allerbesten von allen kann. Ganz abgesehen vom Bewertungsvorgang. Ist ja möglicherweise recht kompliziert, so ein Voting, wie die jungen Leute sagen würden – TED scheint ja nicht mehr so en vogue zu sein.

Wie auch immer: irgendwoher kam im November einer dieser Gedanken, von denen man hinterher – unabhängig vom tatsächlichen Entstehungsprozess – gerne mal sagt, sie seien einer bierseligen Runde entsprungen, und von einem Tag auf den anderen fing ich an, in Fünfzeilern zu denken, um einen Adventskalender (hätte Tante Gabi bestimmt auch gemocht, den Gedanken – mal was ganz anderes, so ein Adventskalender) mit mehr oder weniger reinen Limericks zu befüllen. Aber man kommt da ja auch nicht mehr raus, bzw. bekommt die Idee nicht mehr raus, aus dem Kopf.

War ne einmalige Sache, wie ich dem nachfragenden herrn zwoelfzeilen auch sogleich beschied, wenn auch nicht gänzlich ausschließend, dass das Ganze – Spaß war ja vorhanden – in knapp zwoelfmonaten eine Wiederholung oder Adaption finden könnte.

Pustekuchen! Lange nach Abschluss der intensiveren Reimungsphase von #adventinfuenfzeilen denke ich noch immer fünfzeilig. Und so langsam sammelt sich einiges an.

Also lasse ich mein Geschwätz von gestern Geschwätz von gestern sein und werde bis auf Weiteres in noch zu definierender oder auch bewusst offen gelassener Regelmäßigkeit Limerickverschnitte veröffentlichen.

Und nebenbei die Chance verpassen, diesem Blog ein wenig von seinem so nicht angedachten Fußballfokus zu nehmen. Wie gesagt: “… in dem ich im Wesentlichen tue und lasse, was ich will.”

Wer sich also im Dezember ein bisschen übergeben musste ob der ständigen Fünfzeiler, der oder die wird in den nächsten Monaten ein zwar abgemildertes, aber doch fortdauerndes Reizniveau hinnehmen müssen. Oder den Feedreader ausmisten, klar.

Zur Einstimmung mein langjähriger Lieblingsfußballlimerick (die Grundgesamtheit war überschaubar), aus dem Gedächtnis und möglicherweise auch falsch zitiert, Purple Ronnie wird’s verschmerzen:

Football is full of surprises
and all sorts of curious laws,
like holding your bits
when they’re taking free kicks
and snogging each player who scores.

Grenzerfahrung Adventskalender

Seit einigen Tagen stelle ich fest, dass mich der Advent nahe an die Grenzen meiner Belastbarkeit meines Zeitbudgets heranführt. Vielleicht sollte man doch öfter “Nein” sagen und nicht jedem Adventslink folgen, den die -eigentlich sorgfältig(?) ausgewählten- Feeds so anbieten.

Allein das ÖffnenAnschauen und Durchlesen der mir ans Herz gelegten Adventskalender (Vorsicht!) nimmt so viel Zeit in Anspruch, dass ich kaum noch dazu komme, an zahlreichen spannenden Gewinnspielen teilzunehmen (die zum Teil schon vorbei sind) oder andere Adventsaktionen mit angemessener Aufmerksamkeit zu verfolgen. Geschweige denn, irgendwas im Voraus zu öffnen.

Schön, dass die althergebrachten Adventskalender daheim so unkompliziert sind:  vorab Spaß beim Basteln, alle stehen mit einer gewissen Vorfreude auf, kurze Spannung, Öffnen, Lächeln. Danke.
Simple pleasures.

Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen.

Gestern abend musste ich noch kurz etwas besorgen, in einem kleinen Ort am Rande der Metropole Stuttgarts, und da war er: “mein” erster beleuchteter Weihnachtsbaum dieser Saison. Er war recht imposant, stand vor einem kleinen Laden und war sogar liebevoll mit kleinen Geschenken behängt worden. Vergleichsweise schön, wenn man es objektiv betrachtet.

Aber kann das wirklich sein, am 19. November? Gibt’s da keine Gesetze, die sowas verbieten?

Natürlich ist mir klar, dass die Weihnachtszeit von Jahr zu Jahr früher beginnt, dass die Thematik alles andere als neu ist und auch schon tausendfach diskutiert wurde. Ich gebe auch zu, ohne schlechtes Gewissen bereits Anfang November eine Packung Lebkuchen erworben zu haben, und die weihnachtliche Berieselung in den Kaufhäusern kann ich ohnehin seit Jahren mit einem speziellen Filter ausblenden, so dass ich mich darüber nicht mehr aufzuregen brauche.

Doch dieser gestrige Anblick hat mich geschockt. Irgendwie hatte ich auf eine zumindest stillschweigende Übereinkunft gehofft, dass Weihnachtsbäume erst ab dem 1. Advent, bzw. in den Tagen davor, wenn auch die Weihnachtsmärkte aufgebaut werden, im Stadtbild geduldet werden. Da habe ich mich wohl getäuscht.

Wenn ich mir die Sache jedoch nochmals durch den Kopf gehen lasse, muss ich wohl einräumen, dass die Tage vor dem 1. Advent in einer knappen Woche erreicht sind – je nach Definition befinden wir uns vielleicht heute schon in diesem Zeitraum -, so dass meine Verwunderung selbst nach dem von mir genannten zeitlichen Kriterium kaum zu rechtfertigen ist. Tja, Eigentor.

Sei’s drum: ich plädiere für ein striktes Weihnachtsbaumverbot bis zum 1. Advent. Und falls es das schon geben sollte, beantrage ich eine harte, gnadenlose Verfolgung.