Advent 2015. Beschissen und fußballfrei.

Ein Adventskalender im Blog. Traditionell, quasi. So begann der Text im Vorjahr, so beginnt er auch heute. Traditionell, quasi.

Zum vierten Mal findet sich hier also ein Adventskalender. 2012 enthielt er Fünfzeiler über die einzelnen VfB-Spieler, 2013 wieder Fünfzeiler, diesmal über den möglicherweise künftigen WM-Kader, wiewohl nicht von mir, sondern von freundlichen Gästen, 2014 bestand er aus dem mal mehr, mal weniger gelungenen Versuch, mich an verschiedenen Gedichtformen zu versuchen.

Und 2015? Nun, formal wird er wieder eindimensionaler. Und kommt erneut – laufen Sie davon, ehe es zu spät ist, werte Reimallergiker – in Gedichtform daher. In mehr als fünf Zeilen, aber ebenfalls eng und rigide. Und, um mit Robert Gernhardt zu sprechen, beschissen. Sie wissen schon.

Ja, ich habe durchaus ein Faible für das Sonett. Wäre es hingegen eine Stärke, hätte ich vielleicht gewagt, in Anlehnung an Gernhardt sonettartig niederzuschreiben, woher diese Zuneigung kommt, wie sie sich ausdrückt, was weiß ich. Aber die Angst, dass mir in gewagter Selbstüberhöhung allzu schwindlig werden könnte, ließ mich vernünftig bleiben und auf „Sonette find ich echt total hübsch und voll freestyle“ verzichten.

Grade stelle ich indes fest, dass ich Gernhardt auch schon im Vorjahr anführte, als es um die Auswahl der Gedichtformen ging:

„Wobei sich ja ohnehin noch die Frage stellt, an welchen Formen ich mich versuchen kann, ohne mich komplett zum Affen zu machen. Dass grundsätzlich mehr als deren 24 zur Auswahl stehen, unterstelle ich unbesehen; dass ich mich, um ein Beispiel zu nennen, nicht an einen Sonettenkranz heranwage, auch. Erst mal ein einzelnes Sonett schaffen, das nicht allenthalben sofortige Gernhardt-Verweise nach sich zieht.“

Thematisch habe ich mich in diesem Jahr deutlich vom Fußball entfernt. Honi soit qui mal y pense. Allerdings sind bis dato, traditionell, quasi, erst zwei oder drei der 24 Vierzehnzeiler geschrieben, wer weiß, ob ich nicht doch noch reumütig zum Fußball zurückkehre.

Falls Letzteres jedoch nicht der Fall sein sollte, besteht die Aussicht, dass ich mich mit 24 mehr oder minder prominenten Sportlerinnen und Sportlern und ihrer jeweiligen Sportart befassen werde. Wie grobkörnig das der Fall sein wird, d.h. ob zum Beispiel Bahn- und Straßenradsport oder Rugby Union und Rugby League getrennt aufscheinen können, weiß ich auch noch nicht.

Was ich zudem nicht weiß: wie leicht es sein wird, die jeweiligen Personen und Sportarten aus den Texten abzuleiten.

Allerdings habe ich einen Verdacht: 14 Zeilen sind zwar nicht sehr viel; häufig sollte aber doch so viel Information darin enthalten sein, dass interessierte Mitlesende den jeweiligen Namen lässig aus dem Ärmel schütteln können.

Über Auflösungen in den Kommentaren, die ich, dies zur Warnung, vermutlich nicht umgehend veröffentliche, um täglich die Illusion eines noch nicht gelösten Rätsels aufrechtzuerhalten, würde ich mich dennoch sehr freuen, auch wenn es gelegentlich zu banal erscheinen mag. Und wenn nicht, dann halt nicht. Zu gewinnen gibt es nämlich nichts.

Ach, und was ich noch sagen wollte, traditionell, quasi: Eine schöne Adventszeit wünsche ich Euch und Ihnen, mit Marzipan, Nüssen, Mandarinen; zudem ein bisschen Besinnlichkeit und das eine oder andere Flötenkonzert, dazu Fußball, Wintersport und Drei Haselnüsse für Aschenbrödel.

 

 

»Bastelanleitung« – zum Adventskalender 2014

Ein Adventskalender im Blog, traditionell, quasi. Zum dritten Mal. 2012 mit Fünfzeilern über die einzelnen VfB-Spieler, 2013 wieder mit Fünfzeilern, diesmal über den möglicherweise künftigen WM-Kader, wiewohl nicht von mir, sondern von freundlichen Gästen, die älteren Mitlesenden werden sich vielleicht erinnern, die jüngeren möglicherweise schon einmal in der Sidebar darüber gestolpert sein.

2014 wird alles anders. Es fängt damit an, dass in dem Moment, da ich diese Zeilen schreibe, eine gute Stunde vor dem 1. Dezember, noch kein einziger Text für den Kalender steht. Es geht damit weiter, dass ich nicht nicht einmal so genau weiß, um was für Texte es sich handeln soll, gattungsmäßig, sozusagen.

Immerhin: ich habe eine Grundidee, die ich schon eine Weile mit mir herumtrage, und wenn ich sie von Anfang an, oder wenigstens in den letzten Wochen, meinetwegen auch nur Tagen, halbwegs energisch verfolgt hätte, könnte ich mir vorstellen, heute zumindest abschätzen zu können, ob ich auch nur ansatzweise in der Lage bin, sie umzusetzen.

Zu spät. Ich versuch’s einfach mal: weg von den Fünfzeilern! Ich schnappe mir ein Lyriklexikon, suche ein paar Gedicht- und Strophenformen heraus und experimentiere an ihnen herum.

Sie haben recht: genau jetzt wäre der Augenblick, mir mehr als nur ein kleines bisschen Hybris nachzusagen. Einen Sonettenkranz aus dem Ärmel schütteln, genau. Eine Ode, dass Sie nicht lachen! Oder ein Haiku, allein schon die Sache mit den Silben und den Lauten, Sie wissen schon.

Hybris ist das eine, Frevel das andere. Bleiben wir beim Haiku. Das ja auch thematisch einen gewissen Rahmen setzt, der, seien wir ehrlich, nur in selteneren Fällen mit banalen Fußballinhalten kompatibel sein dürfte. Ach, ich sagte gar nicht, dass es schon wieder um Fußball gehen soll? Ja, soll es. Wiewohl mit einem nicht ganz so engen thematischen Korsett wie in den Vorjahren. Sondern ganz weit gefasst: Fußball.

Immerhin: auch die in den letzten Jahren gewählten Fünfzeiler haben, in der Tradition des Limericks, die eine oder andere Vorgabe, über die ich mich, und über die sich meine Gäste, recht entspannt hinweggesetzt haben, und es hat niemand aus dem Kreis der werten Mitlesenden gemeckert. Das lässt auf anhaltende Nachsicht hoffen.

Oder aber, und das scheint mir nicht ganz abwegig, ich stelle meine Bemühungen am Nikolaustag ein, entweder komplett oder indem ich Kuh das Eis verlasse und mich auf halbwegs festen Boden in Form fünfzeilig verarbeiteter Anapäste und Amphibrachys stelle. Mal sehen.

Wobei sich ja ohnehin noch die Frage stellt, an welchen Formen ich mich versuchen kann, ohne mich komplett zum Affen zu machen. Dass grundsätzlich mehr als deren 24 zur Auswahl stehen, unterstelle ich unbesehen; dass ich mich, um ein Beispiel zu nennen, nicht an einen Sonettenkranz heranwage, auch. Erst mal ein einzelnes Sonett schaffen, das nicht allenthalben sofortige Gernhardt-Verweise nach sich zieht.

Mir scheint, ich verlor mich ein wenig. Was ich sagen wollte: eine schöne Adventszeit wünsche ich Euch und Ihnen, mit Marzipan, Nüssen, Mandarinen; zudem ein bisschen Besinnlichkeit und das eine oder andere Flötenkonzert, und wer möchte, ist herzlich eingeladen, einem unausgegorenen Adventskalender beim Werden zuzusehen – was auch immer letztlich herauskommen mag.

Irgendwann im Lauf des 1. Dezember sollte sich das erste Tüchen öffnen. Hoffe ich.

Zum Adventskalender 2013

Fast auf den Tag genau ein Jahr ist es her, dass hier im Blog der erste Fünfzeiler veröffentlicht wurde. Ich traute mich nicht, ihn Limerick zu nennen, zu groß schien mir die Gefahr, dessen Formvorgaben nicht zu erfüllen. Das sehe ich mittlerweile deutlich entspannter; gleichwohl bin ich weitestgehend beim unverfänglichen „Fünfzeiler“ geblieben.

Was damals als Schnapsidee eines fünfzeiligen Adventskalenders begann, entwickelte eine gewisse Eigendynamik, die in der Schnapsidee eines fünfzeiligen Jahresplans kulminierte. Seit Anfang 2013 hat es hier wöchentlich, in aller Regel mittwochs, einen Fünfzeiler unter dem hoch gegriffenen Titel „Fünf Zeilen, die der Fußball schrieb“ zu lesen gegeben. Das mag für den einen oder anderen Leser anstregend, für manchen auch vergnüglich gewesen sein, und gilt für die weiblichen Gäste gleichermaßen.

Aktuell stehen wir, passend zur Kalenderwoche, bei 48. Soll erfüllt. Hätte ich nicht gedacht. Vier wöchentliche Fünfzeiler stehen noch aus, wesentlich mehr Rohentwürfe liegen irgendwo herum, es sollte also ein relativ Leichtes sein, das Projekt für das Jahr 2013 erfolgreich abzuschließen. Die aufmerksame Leserin wird bemerkt haben, dass die Formulierung hinreichend offen ist, um im neuen Jahr entweder weiter zu machen oder eben nicht. Weiß ich noch nicht.

Um genau zu sein, weiß ich noch nicht einmal, ob es die Nummern 49 bis 52 überhaupt noch geben wird. Overkill und so. Denn auch so wird im Dezember eine ganze Reihe dieser Fünfzeiler veröffentlicht werden. Und damit meine ich noch nicht einmal die von Herrn @rebiger, von dessen „Fünf Zeilen wegen Kamke“ ich mich sehr geehrt fühle.

Tatsächlich werden auch bei mir im Blog wieder ein paar adventliche Reime zu lesen sein. Die allerdings weder adventlich im engeren Sinne noch von mir sein werden.

Kürzlich hatte ich hier in ganz anderem Kontext schon einmal „Ich lade gern mir Gäste ein“ angestimmt, und bin nun eben noch ein Schrittchen weiter gegangen: ich habe ein paar liebe Internetmenschen gebeten, mir einen vorweihnachtlichen Fünfzeiler zukommen lassen, noch dazu mit einer klaren Themenvorgabe: ein deutscher WM-Fahrer. Oder -Kandidat. Mehr oder weniger realistisch.

Um ehrlich zu sein, hatte ich mit zahlreichen Absagen gerechnet. Mit „Reime sind doof“, „Adventskalender sind doof“, „Du bist doof“, oder anders mit „Ich kann das nicht“ bzw. „Ich will das nicht“. Was völlig ok gewesen wäre, hatte ich auch so kommuniziert. Entweder kam das nicht bei den Angesprochenen an, bzw. nur bei genau zwei von ihnen, oder meine Twitter-, Blog-, wasauchimmer-Filterblase reimt einfach gern.

Binnen kürzester Zeit trudelten 24 Zusagen ein, und ein bisschen konnte ich von Glück sagen, nicht einfach mal auf Verdacht 40 oder 50 Leute angeschrieben zu haben (die Liste war wesentlich länger), von denen ich dann einem beträchtlichen Teil zerknirscht hätte absagen müssen. Jetzt wird’s arg selbstreferenziell, ne? Ich freu mich halt.

Ok, 24 Türchen, hinter jedem befindet sich ein kleines Gedicht, meist ein fünfzeiliges, gelegentlich länger. Oder auch anders. Manche haben sich sehr exakt an die klassische Limerickform gehalten, andere ein bisschen damit gespielt, wieder andere tendierten in Richtung Free Jazz, sozusagen. Wunderbar, herzlichen Dank! Sehet selbst.

Was bisher geschah …

Gibt’s ja nun auch schon ein paar Tage, dieses Blog. Mein Blog. In dem ich im Wesentlichen tue und lasse, was ich will.

Wen jetzt die Sorge umtreibt, dass ich – bloß, weil ich ein paar Tage offline war – schon wieder ins Grundsätzliche abdriften will, mit kommentarkulturellen Einlassungen oder dergleichen, den oder die kann ich beruhigen. Ganz davon ab, dass ich nicht davon ausgehe, es ließe sich hier jemand beunruhigen: es geht nur um eine Kleinigkeit. Fünf Zeilen, um genau zu sein.

Oder, allgemeiner, um Reimereien. Gab’s hier in den letzten Jahren so gut wie nie zu lesen. Von zwei (so meine ich, mich zu erinnern) mehr oder weniger begründeten Ausnahmen abgesehen.

Reimen war sonst nicht. Aus guten Gründen. „Sich nicht zum Affen machen“ lautete einer, „Erinnerung an Tante Gabis Geburtstagsgedichte“ ein weiterer. Vor allem aber gibt es Leute, die das so verdammt gut können. Und dummerweise ungleich mehr Leute, die glauben, das so verdammt gut zu können. Zu ersteren zählen beispielsweise herr zwoelfzeilen (nur echt mit kleinbuchstaben) oder, fußballspezifischer, Herr Hagemann.

Nun könnte man natürlich entgegnen, dass mich dieses Argument in anderer Hinsicht auch nicht davon abhält, Dinge zu tun, die andere besser können. Oder man könnte darauf hinweisen, dass dieses Netz möglicherweise ein bisschen langweilig wäre, wenn jede(r) nur Dinge täte und schrübe, die er oder sie am allerbesten von allen kann. Ganz abgesehen vom Bewertungsvorgang. Ist ja möglicherweise recht kompliziert, so ein Voting, wie die jungen Leute sagen würden – TED scheint ja nicht mehr so en vogue zu sein.

Wie auch immer: irgendwoher kam im November einer dieser Gedanken, von denen man hinterher – unabhängig vom tatsächlichen Entstehungsprozess – gerne mal sagt, sie seien einer bierseligen Runde entsprungen, und von einem Tag auf den anderen fing ich an, in Fünfzeilern zu denken, um einen Adventskalender (hätte Tante Gabi bestimmt auch gemocht, den Gedanken – mal was ganz anderes, so ein Adventskalender) mit mehr oder weniger reinen Limericks zu befüllen. Aber man kommt da ja auch nicht mehr raus, bzw. bekommt die Idee nicht mehr raus, aus dem Kopf.

War ne einmalige Sache, wie ich dem nachfragenden herrn zwoelfzeilen auch sogleich beschied, wenn auch nicht gänzlich ausschließend, dass das Ganze – Spaß war ja vorhanden – in knapp zwoelfmonaten eine Wiederholung oder Adaption finden könnte.

Pustekuchen! Lange nach Abschluss der intensiveren Reimungsphase von #adventinfuenfzeilen denke ich noch immer fünfzeilig. Und so langsam sammelt sich einiges an.

Also lasse ich mein Geschwätz von gestern Geschwätz von gestern sein und werde bis auf Weiteres in noch zu definierender oder auch bewusst offen gelassener Regelmäßigkeit Limerickverschnitte veröffentlichen.

Und nebenbei die Chance verpassen, diesem Blog ein wenig von seinem so nicht angedachten Fußballfokus zu nehmen. Wie gesagt: „… in dem ich im Wesentlichen tue und lasse, was ich will.“

Wer sich also im Dezember ein bisschen übergeben musste ob der ständigen Fünfzeiler, der oder die wird in den nächsten Monaten ein zwar abgemildertes, aber doch fortdauerndes Reizniveau hinnehmen müssen. Oder den Feedreader ausmisten, klar.

Zur Einstimmung mein langjähriger Lieblingsfußballlimerick (die Grundgesamtheit war überschaubar), aus dem Gedächtnis und möglicherweise auch falsch zitiert, Purple Ronnie wird’s verschmerzen:

Football is full of surprises
and all sorts of curious laws,
like holding your bits
when they’re taking free kicks
and snogging each player who scores.

Grenzerfahrung Adventskalender

Seit einigen Tagen stelle ich fest, dass mich der Advent nahe an die Grenzen meiner Belastbarkeit meines Zeitbudgets heranführt. Vielleicht sollte man doch öfter „Nein“ sagen und nicht jedem Adventslink folgen, den die -eigentlich sorgfältig(?) ausgewählten- Feeds so anbieten.

Allein das ÖffnenAnschauen und Durchlesen der mir ans Herz gelegten Adventskalender (Vorsicht!) nimmt so viel Zeit in Anspruch, dass ich kaum noch dazu komme, an zahlreichen spannenden Gewinnspielen teilzunehmen (die zum Teil schon vorbei sind) oder andere Adventsaktionen mit angemessener Aufmerksamkeit zu verfolgen. Geschweige denn, irgendwas im Voraus zu öffnen.

Schön, dass die althergebrachten Adventskalender daheim so unkompliziert sind:  vorab Spaß beim Basteln, alle stehen mit einer gewissen Vorfreude auf, kurze Spannung, Öffnen, Lächeln. Danke.
Simple pleasures.