Er ist weg. Weg!

Jetzt ist es also soweit: Mario Gomez verlässt den VfB.

Das kommt nicht unerwartet. Jeder VfB-Fan konnte sich spätestens seit dem vergangenen Sommer ausrechnen, dass man ihn wohl kaum über die abgelaufene Saison hinaus würde halten können, und genau so ist es nun eingetreten.

Betrachtet man die aktuellen Umfrageergebnisse der Stuttgarter Zeitung, dann scheint die bis vor wenigen Tagen nahezu absurde Heldenverehrung für Mario Gomez innerhalb weniger Stunden in ihr Gegenteil umgeschlagen zu sein:

gomez_umfrage_20090526

Angesichts des Ziels seines Wechsels kann diese Entwicklung nicht überraschen. Wenn man sich in den letzten Wochen rund ums Stadion umgehört hat, dass war allen klar, dass Gomez spätestens nach der WM 2010 wechseln würde. Ebenso eindeutig war jedoch das Stimmungsbild, was die Destination anbelangt: Barcelona, vielleicht Arsenal, hieß es allenthalben – „Hauptsache, er geht nicht zu den Bayern!“

Möglicherweise war die Konzentration auf die ganz großen Namen auch der Hoffnung geschuldet, dass sich Gomez diesen Schritt vielleicht jetzt noch nicht zutrauen und deshalb ein weiteres Jahr beim VfB bleiben würde. Unter Umständen hätte es sogar so kommen können, wenn die Mannschaft tatsächlich die direkte Qualifikation für die Champions League geschafft hätte. So aber hätte ihm, nicht zuletzt angesichts der modifzierten CL-Qualifikation, womöglich ein weiteres Jahr in der zweiten Liga des europäischen Fußballs gedroht, und ganz ehrlich: da gehört er nicht hin.

Mario Gomez ist ein großartiger Stürmer, der sich ganz oben messen muss, wenn er das werden will, was ich persönlich ihm absolut zutraue: der erste (im Feld spielende) Weltstar des deutschen Fußballs seit – wem denn eigentlich? – zu werden. Manch einer wird sagen seit Ballack, die meisten werden weiter zurück gehen, zu Matthäus, Sammer, vielleicht Klinsmann. Gomez kann meines Erachtens in die Reihe der absoluten Topstürmer aufrücken, aber dafür muss er sich international beweisen. In der Nationalmannschaft, wo er, wem sage ich das, eine Menge Nachholbedarf angehäuft hat. Und in der Champions League, in einer Mannschaft, die gemeinhin nicht das Überstehen der Gruppenphase als Erfolg feiert, sondern die zumindest das Viertelfinale anstrebt.

Wieso geht er dann nicht zu einem der europäischen Topvereine? Vielleicht, weil dort der Bedarf nicht unmittelbar gegeben ist, bei Barca, bei ManUnited, bei Chelsea. Vielleicht, weil die Strukturen zu ungewiss sind, bei Real, auch bei Arsenal, wo Wenger erstmals (zumindest in meiner Wahrnehmung) etwas offener mit einem Wechsel kokettiert hat. Vielleicht, weil diese Vereine ihrerseits erst noch beobachten wollen, wie er sich auf der ganz großen Bühne schlägt. Und vielleicht, weil er angesichts der genannten Punkte, sowie mit Blick auf das extrem Negativbeispiel von Timo Hildebrand, das Risiko in der vorweltmeisterlichen Saison überschaubar halten will.

Für mich klingt es daher plausibel, dass er zu den Bayern geht. Beschissen, aber plausibel. Liegt vielleicht auch daran, dass die Bayern für mich nicht der Beelzebub sind, als der sie häufig gesehen werden. Das heißt nicht, dass ich ihnen mit Gomez, oder Gomez mit ihnen, großen mannschaftlichen Erfolg wünsche, ganz im Gegenteil. Aber ich bin der Meinung, dass sie ihm die Gelegenheit bieten, sich für den ganz großen Schritt vorzubereiten. Für eine großartige Weltmeisterschaft 2010 und den anschließenden Weg zu einem der internationalen Topclubs. Gerne Barcelona.

Verständnis hin, Plausibilität her: es ist sehr bitter, dass Gomez den VfB verlässt. Der Gomez, der in den vergangenen Jahren auf alle erdenklichen Arten getroffen hat – mit links, mit rechts, mit dem Kopf, aus der Distanz, im Strafraum, nach tollen Dribblings, per Elfmeter, mit dem Bimmelchen, etcetera etcetera. Und natürlich der Gomez, der ganz entscheidenden Anteil an der Meisterschaft 2007 hatte. An der Meisterschaft, die wir mit den Fantastischen Vier auf dem Schlossplatz feierten.

Jetzt ist er weg.

Pathos aus.

Aktuelle Tipps

Tipp Nr. 1: zeitnah kommunizieren

Tipp Nr. 2: Europäisches Fußballradar

Ich für meinen Teil habe mich leider nicht an Tipp Nr. 1 gehalten und bin deshalb jetzt der Nachzügler, der mit deutlicher Verspätung auf probeks wunderbare Initiative „Europäisches Fußballradar“ hinweist.

Dem Initiator ist es gelungen, die erste wirklich objektive und für alle Zukunft den Monat März verbindliche europäische Fußballclubrangliste erstellen zu lassen, indem er deutschsprachige Fußballblogger (w/m) um ihr Votum zum aktuellen Leistungsstand der üblichen Verdächtigen (oder jedes anderen Teams) bat. Ein ausgeklügelter Berechnungsmodus lieferte schließlich eine Tabelle, die noch nicht allzu viele Überraschungen mit sich brachte:

ManUnited vor Liverpool, Barca, Chelsea und den Bayern stellen eine Spitzengruppe dar, die man möglicherweise auch Marcel Reif zugetraut hätte. Wenngleich der Kreis der absoluten Spitzenteams vermutlich auch künftig eher wenige Überraschungen mit sich bringen dürfte, kann ich mir doch gut vorstellen, dass sich die beteiligten Blogger nach einer ersten vorsichtigen (will sagen: nahe am Mainstream befindlichen) Bewertung in den kommenden Monaten etwas stärker in die Sache vertiefen und gegebenenfalls auch mal überragende Leistungen in der Ligue 1 oder in der tipp3-Bundesliga powered by T-Mobile Scottish Premier League mit einer hohen Punktzahl belohnen. Ich freu mich auf jeden Fall schon auf probeks nächste Aufforderung zur Stimmabgabe und werde gleich zur Vorbereitung auf die Aprilausgabe die aktuellen Entwicklungen in der Turkcell Süper Lig recherchieren, die in der detaillierten Auflistung der Märzabstimmung ein Schattendasein fristet.

Tipp Nr. 3: Wolfsburg wird Meister

Bevor ich mich mit dem Uefa-Ausland befasse, will ich es jedoch nicht versäumen, Vollzug zu melden: nachdem ich mich neulich bei Catenaccio in den Kommentaren zu einer Tabellenprognose hinreißen ließ, habe ich die restlichen Spieltage nun komplett durchgetippt und bin zum bereits vorhergesagten Ergebnis gelangt, was mich angesichts dessen, dass ich tatsächlich nicht bewusst getrickst habe, doch etwas überrascht: Wolfsburg wird demnach in der Tat Meister, vor den Bayern, die’s am vorletzten Spieltag in Hoffenheim vergurken. Der HSV darf in die CL-Quali, und Hertha sowie -völlig überraschend- der VfB spielen im Uefa-Cup. Etwas unerwartet hat sich indes die Abstiegsfrage entwickelt:

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Tipp Nr. 4: nicht zu weit aus dem Fenster lehnen

Tja, allem Anschein nach habe ich nun auch gegen Tipp Nr. 4 verstoßen und freue mich darauf, diese Prognose am 23. Mai um die Ohren gehauen zu bekommen.

Notizen aus der katalanischen Metropole: Camp Nou

Wer mir auf Twitter folgt, hat im Lauf des vergangenen Wochenendes vielleicht mitbekommen, dass ich meine Schwester in Barcelona besucht habe. Dabei haben wir, wie das halt so ist, nicht allzuviel Produktives getan, sondern in allererster Linie die gemeinsame Zeit genossen. Gleichwohl will ich der geneigten Leserin die eine oder andere Notiz nicht vorenthalten.

Einer der wenigen Der einzige vorab geplante Programmpunkt bestand im Besuch des Fußballspiels zwischen dem FC Barcelona und Sporting Gijón (ja, natürlich dieses Gijón) im Camp Nou, den mir meine Schwester gemeinsam mit ihrem Freund schon vor einiger Zeit geschenkt hatte – allerdings versteht es sich von selbst, dass ich mir die Gelegenheit ohnehin keinesfalls hätte entgehen lassen.

Nachdem mein fortwährendes Werben um eine Stadionführung bzw. den Besuch des vereinseigenen Museums zunächst ignoriert und dann abschlägig beschieden worden war, konnte ich Schwesterherz immerhin davon überzeugen, dass es nicht diskutabel sei, später als 60 Minuten vor dem Anpfiff am Stadion anzukommen (ihre Bedenken, man stehe so früh möglicherweise noch vor verschlossenen Türen, bestätigten sich glücklicherweise nicht…).

Die Einlasskontrollen beschränkten sich erwartungsgemäß auf eine kurze visuelle Überprüfung des Tickets, während unsere Taschen nicht einmal eines Blickes gewürdigt wurden – vermutlich hoffte man darauf, dass wenigstens wir Ausländer das eine oder andere Lärm verursachende Instrument in das Stadion schmuggeln würden.

Dann der Lackmustest: die Stadionwurst. Natürlich nicht bestanden. Obwohl: so viel schlechter als die seit einiger Zeit mitunter kaum über Zimmertemperatur erhitzten Würste im Neckarstadion war der Hot Dog dann auch wieder nicht. Wenn man das Ganze also wohlwollend betrachtet, hätte es auch schlimmer kommen können (es kann ja nicht überall Merguez Frites geben): die Wurst war ok, das Brot erst recht, und die Cola perfekt.

Endlich im Innern des Stadions, war ich in der Tat beeindruckt. Natürlich ist das Camp Nou nicht zu vergleichen mit den modernen deutschen Arenen – weder bei den sanitären Anlagen (alt, aber genügend: keine Wartezeit), noch beim Getränkeerwerb (keine Bezahlkarte, nur Bargeld, keine Wartezeit), noch beim Sitzkissenverleih (äh, keine Vergleichswerte). Sitzkissenverleih? Ja, in der Tat, ich hab’s getan. Wer schon mal zur Winterzeit im Camp Nou war, mag das verstehen, denn es zieht schlicht wie Hechtsuppe.

Hatte ich nicht gesagt, ich sei beeindruckt gewesen? Ja, war ich. Ob der Steilheit und der guten Sicht. Und ob des gemeinsamen Singens der Barca-Hymne – anders als in Stuttgart, wo noch immer „VfB I steh zu Dir“ vom Band läuft, während „VfB ein Leben lang“ von der Roten Tor Fraktion aus politischen Gründen verbannt wurde. Ansonsten tat sich aber in puncto Support nicht allzu viel: einen Capo habe ich nicht ausmachen können, und die Gijón-Fans musste ich mir vom Nebensitzer zeigen lassen – wie konnte ich die eine 1x1m-Fahne übersehen? Während des Spiels herrschte also eher Haupttribünenstimmung, abgesehen von der Szene, als plötzlich ein mittelalter Herr 20 Reihen vor uns aufstand,  sich umdrehte und eine „la Ola“ einzählte, die tatsächlich zwei Runden schaffte.

Wirklich beeindruckt hat mich indes – welche Überraschung – das Spiel der Hausherren. Von der ersten Minute an übten sie eine solche Dominanz aus, dass uns auf der Tribüne nur die Hoffnung blieb, sie würden das Ergebnis in der ersten Halbzeit, die sie in der entfernten Spielfeldhälfte verbrachten, noch nicht zu hoch schrauben, um in Halbzeit zwei noch nachlegen zu können. Zwei Treffer von Eto’o fielen bis zur Pause, im zweiten Abschnitt legte Dani Alves nach, und ein Gegentreffer fiel auch noch. Das 3-1 spiegelt jedoch nicht in Ansätzen das Kräfteverhältnis wider.

Eto’o und Alves wurden dann auch in den Medien gefeiert, wobei das ganze Team einfach unglaublich kompakt ist und sich alle Geduld der Welt erlauben kann, weil man einfach weiß, dass die Tore früher oder später fallen. Für mich persönlich war es eine ganz besondere Freude, Iniesta und Messi zuzusehen. Ersterer wird im Schatten von Xavi mitunter etwas vernachlässigt; dabei gelingt es ihm wie kaum jemandem sonst, den Ball zu jedem Zeitpunkt mit einer faszinierenden Leichtigkeit zu kontrollieren – gerade in vermeintlich schwierigen Situationen ist er dann in der Lage, das Spiel seiner Mannschaft durch scheinbar unspektakuläre Bälle urplötzlich zu beschleunigen und dem Mitspieler zahlreiche Optionen zu eröffnen.

Ich schwärme. Und kann gleich weiter machen: Messi ist unvergleichlich. Der Ball ist, wie sein Nationaltrainer kürzlich sagte, ein Teil seines Körpers. Damit ist eigentlich alles gesagt. Dass ich dennoch weiter schreibe, liegt an einer Beobachtung, die ich gerne noch teilen möchte: manchmal habe ich den Eindruck, er sammelt Fouls. Er lässt sich einmal foulen, zweimal, dreimal, und bleibt ruhig. Dabei führt er eine imaginäre Strichliste, und wenn dann der Schwellenwert erreicht ist, zahlt er zurück. Mit der ersten, zweiten oder spätestens dritten formidablen Aktion bestraft er den Gegner in Form eines Tores, eines Assists oder zumindest einer gefährlichen Situation, die der Abwehr vor Augen führt, dass alles nur eine Frage der Zeit ist.

Ich übertreibe. Vielleicht.

Notizen aus der katalanischen Metropole: Pressefreiheit, Fußball, Immigration

Wer mir auf Twitter folgt, hat im Lauf des (verlängerten) Wochenendes vielleicht mitbekommen, dass ich meine Schwester in Barcelona besucht habe. Dabei haben wir, wie das halt so ist, nicht allzuviel Produktives getan, sondern in allererster Linie die gemeinsame Zeit genossen. Gleichwohl will ich der geneigten Leserin die eine oder andere Notiz nicht vorenthalten.

Eher zufällig sind wir auf zwei sehr unterschiedliche Ausstellungen  im Palau Robert, einem Informationszentrum für und über Katalonien, gestoßen: zum einen „Futbol per la llibertad de premsa“, eine sehr kleine Fotoschau, mit der „Reporter ohne Grenzen“, unterstützt von der Agence France Presse (AFP) und unter Nutzung der Popularität des Fußballs, die Öffentlichkeit für die Bedeutung der Pressefreiheit sensibilisieren will; zum anderen die ungleich größere und ambitioniertere Ausstellung „La immigració, ara i aquí“, die sich mit der Einwanderung nach Katalonien befasst und sowohl die nackten Zahlen in sehr anschaulicher Weise darstellt als auch den Einfluss der Immigration auf die Region herausarbeitet.

La immigració, ara i aquí

Die Ausstellung betrachtet grob die weltweiten Wanderungsbewegungen der letzten Jahrtausende , lenkt den Blick dann aber rasch auf die katalanische Situation, die seit Beginn des letzten Jahrhunderts von Migrationsbewegungen geprägt ist. Im Januar 2008 stellten die Statistiker erstmals eine Bevölkerungszahl von mehr als einer Million Ausländern in Katalonien vor, etwa ein Siebtel der 7,2 Millionen Bewohner – nur 10 Jahre zuvor hatte diese „Gruppe“ lediglich rund 100.000 Menschen umfasst!

Die Veranstalter bringen dem Besucher auf angenehme Weise persönliche Schicksale nahe und versuchen, auf diese Weise neue Perspektiven in die -auch das wird nicht verschwiegen- bisweilen schwierige Diskussion über den Umgang der Region mit der massiven Einwanderung einzubringen. Zu diesem Prozess zählt zweifellos der „Nationale Immigrationspakt“ Kataloniens, der derzeit in einer fortgeschrittenen Phase zwischen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Akteuren diskutiert wird.

Die Ausstellung, die von der Generalitat de Catalunya organisiert wurde, ist noch bis zum 30. Juni geöffnet. Nähere Informationen inklusive eines kleinen Films und didaktischer Materialien, sind verfügbar; wer catalan versteht, ist allerdings im Vorteil, da die Informationen in spanisch, englisch und französisch deutlich weniger umfangreich sind.

Futbol per la llibertad de premsa

35 Fotos wurden „Reporter ohne Grenzen“ von AFP zur Verfügung gestellt, um die immense Kraft des Fußballs (eine „globale Religion“) nicht nur aufzuzeigen, sondern sie auch dazu zu nutzen, den Besucherinnen die Frage der Pressefreiheit näher zu bringen – einer Freiheit, die als ein Grundstein jeder Demokratie zu verstehen sei.

In einem kurzen Flugblatt stellen die Organisatoren dar, dass und wie Journalisten weltweit in zunehmendem Maße Gewalt ausgesetzt sind. Interessanterweise werden dabei die „internetbezogenen“ Fälle separat erfasst: im Jahr 2008 wurde 1 Blogger getötet, 59 wurden verhaftet, 45 Internetnutzer wurden attackiert und 1740 Seiten blockiert oder geschlossen.

Ganz ehrlich: die Ausstellung verfolgt ein wichtiges Anliegen, die Zahlen sind, auch wenn sie meines Erachtens etwas detaillierter (und auch optisch ansprechender) dargestellt werden sollten, sehr aufschlussreich und können unter http://www.rsf.org zum Teil vertieft werden. Die Querverbindung zum Fußball erschließt sich mir aber nicht so recht. Sicher, einige der Fotos sind in politischen Krisenregionen entstanden, wo die Pressefreiheit teilweise stark eingeschränkt und die Reporter großen Gefahren ausgesetzt sein dürften. Einige andere Werke stammen aus den europäischen Ligen und sind vermutlich nicht den dortigen Gefahren für Journalisten geschuldet, sondern ausschließlich der Erzielung von Aufmerksamkeit.

Es ist aus meiner Sicht völlig in Ordnung, mit der Popularität des Fußballs (auf den Werbeflyern ist Barcelonas Superstar Lionel Messi abgebildet) auf eine wichtige Sache aufmerksam zu machen, die Veranstalter machen aus diesem Ansinnen auch gar keinen Hehl. Wenn es allerdings tatsächlich darum geht, über die Breitenwirkung des Fußballs Besucher in die Ausstellung zu locken, dann müsste man zumindest etwas mehr und gezieltere Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Dann aber wäre man auch gezwungen, die Fußballinteressierten tatsächlich „abzuholen“ und in attraktiverer Form für das zu sensibilisieren, was man eigentlich transportieren will.

In der derzeitigen Form bleibt die Ausstellung, die man sich noch bis zum 22. März ansehen kann, irgendwie halbherzig. Sie zeigt tolle Fotos, die den Fußball als verbindendes Element haben und die zweifellos Geschichten, Emotionen und auch Werte transportieren; den Titel „Fußball für die Pressefreiheit“ hat sie indes aus meiner Sicht nur bedingt mit Inhalt gefüllt.

Abschließend verweise ich zum einen gerne nochmals auf die beunruhigenden Informationen, die „Reporter ohne Grenzen“ online zur Verfügung stellt; zum anderen kann ich es mir nicht verkneifen (dem ernsten Thema völlig unangemessen) einen Bildausschnitt* aus der Ausstellung einzubinden, der mit Blick auf den fußballerischen Sachverstand im Mutterland des Fußballs für sich spricht:

futbol_premsa_beckham

* Aktuell steht das Foto nach meinem Kenntnisstand nicht bei RSF zum Download zur Verfügung. Offensichtlich hat es aber bereits im Jahr 2006 eine Buchveröffentlichung mit ähnlichem Titel gegeben, in deren Zusammenhang ein Download angeboten worden sein soll. Ob die ausgestellten Fotos eine Teilmenge der im Buch abgedruckten sind, weiß ich nicht.