Instinktiv nachgefragt

“Traoré hat das Spiel nicht verstanden. Wie soll ich meiner E-Jugend erzählen, dass egal ist, wer das Tor schießt, wenn die dann dem zuschauen?”

Diese SMS erreichte mich irgendwann im Lauf der ersten Halbzeit des VfB-Spiels in Hamburg, Auslöser dürfte Traorés Abschluss aus spitzem Winkel gewesen sein, als in der Mitte zwei Mitspieler auf den Querpass warteten, vielleicht auch noch die oder andere Szene mehr.

Ich war ein wenig hin- und hergerissen. Einerseits hatte der Absender, dessen Fußballsachverstand ich sehr schätze, schlicht und ergreifend recht, was die Bewertung mindestens jener einen Szene anbelangt, vermutlich auch darüber hinaus. Andererseits war Traoré gleichwohl eine positive Erscheinung im VfB-Spiel, ein ständiger Unruheherd, der sich auch vom einen oder anderen Ballverlust nicht beirren ließ und weiterwuselte.

Ehe ich mich’s versah, hatte ich auch schon geantwortet:

“Freundlich ausgedrückt: Instinktfußballer.
Im Guten wie im Schlechten.”

Bleibt die Frage, was ich gemeint hatte. Vermutlich war es der Versuch, die Wendung “hat das Spiel nicht verstanden” durch die Betonung anderer, möglicherweise im Gegensatz dazu stehender Qualitäten gleichzeitig zu bestätigen und zu konterkarieren.

Wobei ich mir gar nicht sicher bin, was “man” gemeinhin mit einem Instinktfußballer verbindet. Ist es grundsätzlich positiv gemeint? Gilt Thomas Müller als Instinktfußballer, weil er sich keinen Kopf macht? Ist Lukas Podolski einer, weil er sich mancher Lesart zufolge gar keinen Kopf machen könnte? Ist ein Instinktfußballer jemand, der nicht dafür geschaffen ist, strategisch zu agieren? Oder handeln vielmehr auch, vielleicht sogar gerade, die großen Strategen des Spiels in hohem Maße instinktiv? Sind Ronaldo oder Rooney typische Instinktfußballer, Pirlo und Micoud indes gerade nicht?

Zu welcher Kategorie zählt, so man diese Kategorisierung für annähernd passend hält, der große Stratege Zidane, der instinktiv so vieles richtig machte? Ist es eine typische arrogant-akademische Herangehensweise, Spieler wie Rooney, Podolski oder Fritz Walter (junior) ohne allzu viel Federlesens in die Instinktschublade zu stecken? Kann es sein, dass William Kvist die Bälle vielleicht doch instinktiv meist nach hinten spielt, völlig unabhängig davon, dass er nicht auf den Kopf gefallen und strategisch begabt scheint?

Trifft es zu, dass “Instinktfußballer”, gemeinsam mit dem “Straßenfußballer” das höchste Lob ist, das wir zu vergeben haben? Oder ist “hat das Spiel verstanden” noch etwas höher anzusiedeln? Hat schon mal jemand “der hat das Spiel instinktiv verstanden” gesagt? Trügt der Instinkt eigentlich eher als strategische Überlegungen?

Das letzte Wort hatte am Sonntag mein SMS-Partner, der nach Traorés Großchance kurz vor Schluss lakonisch feststellte:

“Ein Instinktfußballer macht den cool und abgezockt.”

Vermutlich hatte er recht. Wobei man dann wieder die Frage stellen könnte, ob wir da nicht den Instinkt des gemeinen Instinktfußballers mit dem spezielleren Torinstinkt in einen Topf schmeißen. Und falls dem so ist, ob das beiden Instinkten gerecht wird. Beziehungsweise den beiden Ausprägungen des einen.

Egal. Fürs Erste. Ob Raphael Holzhauser ein Instinktfußballer ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Wie es um das strategische Geschick auf dem Platz bestellt ist, kann ich auch noch nicht seriös sagen, neige aber zu einem “gut”. Ohne erneut die Holzhauser-Cam verwendet zu haben heranzuziehen, möchte ich doch kurz auf einen Punkt eingehen, der mir aufgefallen ist:

Ich hatte den Eindruck, dass er mehr kurze, einfache, unspektakuläre Bälle spielte als in seinen bisherigen Einsätzen. Wie man es von klassischen Ballbesitzmannschaften kennt. Und von Spielern, die sich ihrer Sache sicher sind, die sich nicht unter dem Druck sehen, einen tödlichen Pass nach dem anderen zu spielen, die wissen, dass sie den Ball gleich wieder bekommen, weil die anderen wissen, dass derjenige meist etwas Vernünftiges damit anstellt. Im Idealfall kann der betreffende Spieler sogar bereits erahnen, dass er auch mal den einen oder anderen Fehler machen darf. (Man wäre geneigt, von einem “Privileg der Jugend” zu sprechen, wüsste man nicht, dass es bisher in der Tendenz eher älteren Herren eingeräumt worden war.)

Nun zögere ich sehr, dem Trainer mit Blick auf Holzhauser ein Lob auszusprechen, zumal der Nachweis, dass sich der junge Mann tatsächlich einen gewissen Kredit erarbeitet hat, erst noch zu erbringen ist – wiewohl ich es vorzöge, wenn der Kreditrahmen bis auf Weiteres nicht in Anspruch genommen zu werden bräuchte. Ausdrücklich loben möchte ich indes die Art und Weise, wie der VfB in Hamburg aufgetreten ist. Ich glaube nicht, dass Thorsten Fink und seine Mannen damit gerechnet hatten, von einem derart selbstbewusst auftretenden Gegner in dieser Form attackiert zu werden.

Der werte Herr @nedfuller, mit dem (und nicht nur mit ihm, sondern darüber hinaus mit @direktvrwandelt und @voegi79) ich mich im Sportradio 360 ein bisschen über das vergangene Wochenende unterhalten durfte, zeigte sich ebenfalls überrascht und beinahe beeindruckt – was auch damit zu tun haben mag, dass seine Erwartungen an Bruno Labbadia aus dessen Hamburger Historie heraus überschaubar hoch sind.

Gut gemacht, Herr Labbadia! Und wenn ich schon dabei bin: starkes Spiel, Christian Gentner! Klasse Leistung, William Kvist!

(Es gäbe noch einige andere zu loben, ich will jetzt gar keine weiteren Beispiele nennen – heute sollen mal diejenigen Erwähnung finden, die ich ansonsten meist (Labbadia, Gentner) oder zumindest in jüngerer Zeit (Kvist) instinktiv sehr bewusst eher zurückhaltend bewerte.

Mal sehen, ob sie am Wochenende auch dem Meistertrainer gewachsen sind. Dem instinktsicheren Strategen.

 

Berückende Bundesliga

Betrachtet man die zurückliegende Saison des VfB Stuttgart noch einmal etwas intensiver und beschäftigt sich insbesondere mit der ausnehmend guten Rückrundenbilanz, so kommt man keinesfalls umhin, Gotoku Sakai, Vedad Ibisevic und Georg Niedermeier in absoluter Objektivität als ausschlaggebend zu bezeichnen, bzw. vor allem den Umstand, dass sie Boulahrouz, Maza und Cacau bzw. Pogrebnyak verdrängen konnten. War man in der Hinrunde auf der einschlägigen 11er-Skala meist noch zwischen 4 und 6 gependelt, so erreichte man in der Rückrunde dank der drei genannten Herren regelmäßig Werte von 7 oder 8.

Besonders bemerkenswert, wenn auch nicht im Einklang mit dem Startelfgebot, war die Phase zwischen der 46. und 58. Minute am 30. Spieltag in Augsburg, als der VfB tatsächlich mit den Nummern 1-9 auf dem Platz stand. Bedenkt man zum einen, dass die 10 nicht vergeben und die 11, Audel, das ganze Jahr über verletzt war, und zum anderen, dass von den beiden Ergänzungsspielern der eine, Hajnal, als klassischer Zehner ebendort spielte und der andere, Schieber, als Linksaußen auf der 11 agierte, darf man wohl ohne Übertreibung von den besten gut zwölf Minuten der Saison sprechen.

Beeindruckend auch der 34. und 25. Spieltag, als zunächst sowohl der HSV als auch der VfB mit jeweils 8 aus 11 in die Partie gingen und eine Woche darauf der VfB mit acht der ersten elf begann, während Kaiserslautern gar mit deren neun aufhörte. Aufschlussreich war dabei nicht zuletzt, dass die beiden Mannschaften noch in der Hinrunde mit vier gegen vier ins Spiel gegangen waren.

Der eben schon angesprochene HSV trat bei mindestens 5 Partien mit 9 klassischen Nummern an, am 16. Spieltag fehlte zwischen der 69. und 84. Minute gar nur die 3, Michael Mancienne, um ein rundum stimmiges Bild abzugeben. Im Saisonschnitt standen beim HSV pro Spiel knapp 8 Spieler mit Rückennummern zwischen 1 und 11 beim Anpfiff auf dem Platz, was angesichts der durchwachsenen Hamburger Saison dem Schluss, dass eine Orientierung an traditionellen Werten nicht zwingend zum Erfolg führt, nicht im Wege steht.

Wenn man dann noch bedenkt, dass Absteiger Hertha den zweithöchsten Wert erreicht (ohne Berücksichtigung der Nummerierung in der Relegation, vor Gericht und auf hoher See), lässt das bereits tief blicken. Möglicherweise hat also der VfB seinen Uefa-Cup-Platz letztlich eher trotz als wegen seiner noch immer deutlich über 6 Klassiker in der, man muss es so sagen, Durchschnittself erreicht.

Darüber hinaus lassen auch die Bilanzen von Kaiserslautern, das in der Hinrunde, als man (zugegeben: nur stichprobenartig überprüft) häufiger mit höheren Nummern antrat, immerhin noch den einen oder anderen Zähler holte, und des SC Freiburg, der in der ersten Saisonhälfte mit den Herren Bastians (Nr. 3), Butscher (5), Abdessadki (6), Cissé (9) und Nicu (10) eher überschaubar punktete, in der Rückrunde aber, als aus den ersten elf zum Teil nur noch Baumann und Makiadi aufliefen, eine bemerkenswerte Bilanz erzielte, aufhorchen.

Sicher, all das sind nicht mehr als schwache Indizien, wenn überhaupt, man könnte vielleicht auch von Scharlatanerie sprechen. Und doch möchte man es sich ja nicht nehmen lassen, auch einmal an jenes Ende der Skala zu schauen, wo die Mannschaften erscheinen, die nur wenige Spieler aus den ersten elf zum Einsatz kommen lassen. So wie der FC Bayern im vorletzten Saisonspiel gegen den VfB, als nur einer auflief, noch dazu die 11, die halt grade noch so dazugehört.

Ja, ja, ich weiß, gegen den VfB reichte auch die B-Elf der erfolgsverwöhnten Münchner, war ein nicht repräsentatives Beispielspiel.

Betrachtet man nämlich die gesamte Saison, so stellt sich die Situation völlig anders dar. Also fast. Immerhin 2,8 Bayern standen im Schnitt beim Anpfiff mit einer Standardnummer auf dem Feld, was – ich verkneife mir Sätze, die mit immerhin oder wenigstens beginnen – den ligaweiten Spitzenwert darstellt. Knapp dahinter Schalke, das 2,9 klassische Starter zu verzeichnen hatte. Der einzige weitere Verein, der weniger als 4 Spieler mit einer Traditionsnummer auf das Feld schickte, war mit einem Wert von 3,8 wer? Genau: Borussia Dortmund.

Schlussfolgerungen bezüglich Korrelationen oder gar Kausalitäten zwischen sportlichem Erfolg und dem Einsatz der von mir so geschätzten Spieler zwischen 1 und 11 seien der geneigten Leserin selbst überlassen.

Man könnte sich natürlich überlegen, was das für die Duelle Schmelzer (3) – Boateng (20), Hummels (5) – Mertesacker (17), Klose (11) – Gomez (23) oder gar Neuer (1) – Wiese (12) bedeuten mag.

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Falls sich jemand für die Bilanzen der anderen Bundesligisten interessiert: Ich hatte mir überlegt, sie in Form einer 18-teiligen Klickstrecke, möglicherweise um die eine oder andere Werbeeinblendung ergänzt, zur Verfügung zu stellen. Leider fehlt mir die technische Kompetenz. Ergo.

Fehler sind wahrscheinlich, Hinweise willkommen.

375 – 163g – 91u – 121v

Vor ein paar Tagen sagte ich Herrn nedfuller, dass es mich keineswegs überraschen würde, wenn der VfB “wieder einmal” den Aufbauhelfer gäbe und einem Tabellenletzten den Weg zurück in die Tabelle ebnete. Und es ward.

Wieder einmal. Wieder einmal? Wenn man ehrlich ist, trifft das nur sehr bedingt zu. Seit der Saison 2000/01 traf der VfB 23 mal auf einen Tabellenletzten und ging in 11 Fällen als Sieger vom Platz. Sieben Unentschieden sind kein Ruhmesblatt, fünf Niederlagen ok: im Schnitt holte der VfB 1,74 Punkte pro Spiel, wenn man beim oder gegen das Schlusslicht antrat.  Deutlich besser als die gefühlte Bilanz, oder?

Gefühlt dürfte sie ohnehin bei allen schlecht sein, wie oft hört man jenes “das ist doch mal wieder typisch für [meinen Verein]!”, wenn die Mannschaft des Vertrauens gegen ein Kellerkind Punkte abgegeben hat. Klar, die Negativerlebnisse bleiben stärker im Gedächtnis haften, und doch bin ich wild entschlossen, jedem Schalker, der künftig dergleichen von sich gibt, ein feuriges “Unsinn” entgegen zu schleudern. 15 von 25 Spielen haben sie gewonnen, nur deren fünf verloren, zwei Punkte pro Spiel errungen – ein Wert, der nur von drei Vereinen getoppt wird, deren Resultate von geringem statistischen Wert sind: Mainz hat immerhin sieben Spiele gegen den Letzten absolviert und bemerkenswerte fünf gewonnen, keines verloren, 2,43 Punkte geholt; Aachen und Unterhaching mit jeweils drei Punkten aus nur einem Spiel darf man indes komplett vernachlässigen.

Interessant noch Gladbach, das von seinen 15 Spielen nur vier verlor. Weil man gar nur drei gewann, hat die Borussia als Unentschiedenkönig mit 1,13 Punkten pro Spiel den schlechtesten Wert aller aktuellen Erstligisten. Der Zweitletzte aus Köln liegt mit durchschnittlich 1,33 Punkten aus ebenfalls 15 Spielen bereits deutlich besser, gefolgt von der Hertha, die in 20 Spielen1,50 Punkte pro Spiel erreichte. Letztlich auch nicht gerade brillant, wenn man bedenkt, dass es 20 mal gegen den jeweils schwächstmöglichen Gegner ging und nur acht mal ein Sieg heraussprang. Den absolut niedrigsten Wert erreicht der KSC, dem in drei Spielen gegen das Schlusslicht kein einziges Pünktchen vergönnt war. Die 0,75 Punkte, die Cottbus durchschnittlich in acht Partien erzielte, wirken im Vergleich dazu geradezu großartig.

Dass das alles mit sehr viel Skepsis zu betrachten ist, steht außer Frage. Möglicherweise wäre es aussagekräftiger gewesen, wenn man statt des Tabellenletzten die drei Vereine auf den Abstiegsrängen betrachtet hätte, und vielleicht auch erst ab dem fünften oder gar zehnten Spieltag, weil davor die Aussagekraft der Tabelle zu gering ist, was man auch mittels einer Gewichtung hätte berücksichtigen können, von Heim- bzw. Auswärtsspielen gar nicht zu reden, und so weiter und so fort. Ungeachtet dessen:

Spiele gegen den Tabellenletzten, 08/2001 - 09/2011

Aktuelle Bundesligisten sind gelb hervorgehoben, grün und rot drücken eine mehr oder weniger willkürlich vorgenommene Kategorisierung in besonders gute oder schlechte Werte aus.

Und da die Daten nun schon einmal vorlagen, habe ich mir noch kurz die Ergebnisse der Tabellenletzten angesehen. Der 1. FC Köln, der im betrachteten Zeitraum am häufigsten mit der Laterne in der Hand antreten musste, errang in 48 Spielen im Schnitt genau einen Punkt, die Hertha lag in ihren 31 Partien sogar knapp darunter. Unter der Einpunktgrenze lagen zudem, mit etwas weniger Versuchen, Bochum (23 Spiele / 5 Siege), Sankt Pauli (18/3) der SC Freiburg (14/2) und Aachen (1/0).

Gute Bilanzen haben hier ausschließlich Mannschaften vorzuweisen, die maximal 10 Auftritte als Schlusslicht hatten. Der HSV, Hannover und der VfB gewannen je sechs von zehn Spielen, Werder (2 Spiele), Bielefeld und Dortmund (je 1) tragen eine blütenweiße Weste. Überraschen kann das natürlich nicht: wer nur sehr wenige Spiele als Letzter bestritten hat, muss nun einmal erfolgreich gewesen sein, um die rote Laterne schnell wieder abzugeben.

Spiele als Tabellenletzter, 08/2001 - 09/2011

Kommen wir zum praktischen Nutzen.

Am Sonntag empfängt das Schlusslicht aus Hamburg den FC Schalke 04. Schalke hat nur eine von jeweils fünf Partien gegen einen Tabellenletzten verloren und drei gewonnen, ist also klarer Favorit. Der HSV wiederum hat von den 10 Partien, die er als Laternenträger bestritt, 6 gewonnen, ist also ebenfalls klarer Favorit.

Na dann.

Datenquellen: fussballdaten.de, weltfussball.de
Fehlerquelle: ich 

Wechselwegweiser

Wechselwegweiser sind in aller Regel sinnvoll, um Verkehrsflüsse besser zu steuern und Gefahrensituationen zu minimieren. So kennt der gemeine Stuttgarter Stadiongänger, der gelegentlich über die Gaisburger Brücke zum VfB geht, die dortige Praxis, mindestens einen Fahrstreifen vor bzw. nach dem Spiel mal in die eine, mal in die andere Richtung freizugeben.

Ähnliches geschieht beim ÖPNV. Wer an der Stadionhaltestelle in die U11 steigen will, läuft bereits vor dem Bahnsteig auf vier Zugänge zu, die einzeln geöffnet oder geschlossen werden können, um die Fußgängerströme zu kanalisieren und ggf. eine Überfüllung des Bahnsteigs zu verhindern. Am Freitag sah das nach dem Spiel ungefähr so aus:

Symbolbild
Symbolbild, dilettantisch, möglicherweise dennoch hinreichend.

Klare Sache also. Man sieht von weitem, dass drei Eingänge geöffnet sind, und stellt sich entsprechend an. Während man sich einsortiert, nimmt man mit einem Anflug von Irritation zur Kenntnis, dass sich auch ganz links außen eine Schlange bildet. Ok, denkt man zunächst, da grade ohnehin niemand in die Gegenrichtung unterwegs ist, werden sie wohl ganz unbürokratisch auch den vierten Eingang umfunktioniert haben. Sieht man genauer hin, stellt man fest, dass sich besagte linke Schlange deutlich schneller bewegt. Sieht man noch genauer hin, wird deutlich, dass sie sich als einzige bewegt, weil die anderen drei Türen zu sind. Vermutlich werden also die Zugänge kurz geschlossen gehalten, weil der Bahnsteig gerade etwas voll ist.

Man schüttelt den Kopf ob der ganzen besonders Gescheiten, die sich quer durch die drei Schlangen drängeln, um zum linken Zugang zu gelangen, und wartet auf die Durchsage, dass die Fahrgäste sich doch bitte vernünftig verhalten und vor den drei Zugängen warten mögen. Vergeblich. Statt dessen wird die Bewegung nach links eine zunehmend massive, der man sich weder entziehen kann noch – da einen an diesem Abend nur wenig am Ort des Geschehens hält – will. Man wird nach und nach zum Eingang gedrängt und ist zunehmend erbost, links und rechts hört man schon Kommentare, in denen der Ortsname Duisburg fällt, was glücklicherweise weit übertrieben ist, und doch fragt man sich nicht ohne Sorge, was sich die BVGSSB-Knechte dabei denken mögen, wenn sie diese offensichtliche Fehlentwicklung dulden.

Genau diese Frage stellt man dann, möglicherweise in einem Zustand, der mit Seelenruhe nicht ganz treffend beschrieben wäre, den uniformierten Herren auf dem Bahnsteig, um zu erfahren, dass der Bug ein Feature sei. Nicht vom ersten, natürlich, der schweigt nur, aber der zweite Angesprochene gibt relativ freundlich zu verstehen, dass der Bahnsteig überfüllt sei und man den Zugang deshalb so regle. Allem Anschein nach ist ihm überhaupt nicht bewusst, dass die Fahrgäste draußen in die Irre geleitet werden, genau wie seinen Kollegen, die zu glauben scheinen, wir Wutbürger echauffierten uns lediglich über den langsamen Ablauf.

“Was ist denn hier los?” hören wir in etwas aggressivem Ton von einem hinzu kommenden SSB-Mitarbeiter, und man hat das Gefühl, dass das Ganze ein wenig aus den Fugen geraten könnte. Er bemerkt dann aber doch, dass wir, wiewohl wütend, in erster Linie auf einen bestenfalls kundenunfreundlichen, wohl aber vor allem gefährlichen Missstand hinweisen wollen, sodass er sich doch fürs Zuhören entscheidet. Und uns freundlich darauf hinweist, dass er nicht wisse, wieso die Einsatzleitung das so handhabe. Na dann.

Mittlerweile lässt der Zustrom ein wenig nach, die Gefahr ist wohl gebannt, und anstelle einer Grundsatzdiskussion oder einer Beschwerde an höherer Stelle steigen wir auch in die Bahn. Das heißt, wir täten es, wenn sich nicht je ein SSB-Mitarbeiter vor mehrere geöffnete Türen “unseres” Wagens stellen und dem Ansturm entgegen stemmen würde, um zu gewährleisten, dass der Wagen zunächst von den anderen Türen her befüllt wird. Und plötzlich denkt man, ohne es zu wollen, möglicherweise ist allein dieser Gedanke ziemlich peinlich, aber so ist es halt, an William Thacker, auch wenn man sich seines Namens – im Gegensatz zu dem von Anna Scott – nicht erinnert: surreal, aber unschön.

Fußball war davor. Ich verzichte nicht auf den billigen Hinweis, dass auch Bruno Labbadia mitunter ein Wechelwegweiser gut täte. Der ihm möglicherweise gesagt hätte, dass es gar nicht so sinnvoll ist, den offensichtlich in abgelaufenen Turnschuhen angetretenen Shinji Okazaki auch nach der Pause noch auf dem Platz zu belassen. Oder er wusste bereits, dass Okazaki in Halbzeit zwei nicht noch einmal in die Situation kommen würde, bei einer gefühlten 7-gegen-2-Kontersituation mit dem Ball am Fuß auszurutschen. Im Zuge eines überflüssigen Dribblings. Vielleicht wusste er natürlich auch, dass Timo Gebhart anstelle von Okazaki nicht sonderlich viel reißen würde – abgesehen von einer sehr sehenswerten Ablage auf Kuzmanovic, natürlich, dessen in jenem Fall (was leider nicht immer zutraf) überlegter Schuss abgewehrt wurde.

Doch der Reihe nach. Was wiederum falsche Erwartungen schüren könnte: keineswegs habe ich vor, das Spiel in Gänze zu kommentieren. Aber so ein Grundgefühl, das würde ich schon gern vermitteln. Ein Grundgefühl, das vor dem Spiel ungefähr so lautete, dass der VfB gegen verunsicherte Hamburger versuchen müsste, ein frühes Tor zu erzielen, um dann, so die in der Kurve dem Vernehmen nach weit verbreitete Meinung, zu einem relativ einfachen Sieg zu kommen.

Gesagt, getan. Harnik traf in der 18. Minute, und zu sagen, die Verunsicherung der zunächst noch forsch aufgetretenen Hamburger sei mit den Händen zu greifen gewesen, wäre weit untertrieben. Dumm nur, dass die Stuttgarter Spieler das auch bemerkten. Der Plan ging also offensichtlich auf, und nun müsste man nur noch nachlegen, dann stünde man auf Platz drei oder so, wie erwartet. Nur noch nachlegen. Tat man aber nicht. Naja, nicht schlimm, es würden sich ja noch weitere Chancen ergeben. Kurzzeitig machte es der HSV dem VfB unheimlich leicht, letztlich zu leicht. So leicht nämlich, dass die Stuttgarter Spieler wohl glaubten, die sich bietenden Möglichkeiten nicht mehr durch konsequent vorgetragenem möglicherweise gar in dieser Form geübte Angriffe nutzen zu müssen, sondern stattdessen die einfache Variante durch die Mitte, gerne auch einmal mit dem Ball am Fuß und dem Kopf unten, wählen zu können. Dass der VfB dennoch zu weiteren Gelegenheiten kam, lag am HSV, der aber irgendwann feststellen durfte, dass die Intensität der VfB-Bemühungen und auch der Glaube an das zweite Tor schwanden.

Schon vor der Pause fand der HSV wieder ins Spiel. Nicht zuletzt Töre, der mich bei jedem Schritt glauben ließ, er trage die Schuhe seines etwa zwei Größen älteren Bruders auf, legte eine Aktivität an den Tag, die man dem einen oder anderen VfB-Nachwuchsspieler auch zutrauen würde, wenn er denn dürfte. Nach dem Wechsel konnte dann niemanden mehr überraschen, dass der VfB die paar Prozent an Konzentration, die er vor der Pause allzu siegessicher herausgenommen hatte, nicht mehr aufbringen konnte. Es entwickelte sich eine Konstellation, über die Martin Harnik später, meines Erachtens zurecht, sagen sollte, dass jemand gefehlt habe, der auch einmal das Tempo herausnähme und den Ball hinten herum spiele. Womit ich nicht sagen will, dass das Spiel zu schnell war. Aber es erinnerte phasenweise an einen Amateurkick, bei dem es zwar hin und her geht, bei dem der Grund dafür aber in erster Linie an blindwütigen Versuchen liegt, die im Ballverlust und häufig in direkten und ebenso wenig durchdachten Gegenangriffen resultieren. Und ein wenig dachte man an die Zeiten zurück, als der englische Fußball allein wegen seines Tempos gepriesen wurde – wozu auch die hohen Bälle passten, die der VfB ab Mitte der zweiten Hälften in die Sturmmitte schlug, die Cacau (1,79) gegen Bruma (1,86) und Rajkovic (1,95) überraschenderweise nur selten behauptete berührte.

Ich werde ein wenig unsachlich. Daher der ganz sachliche Hinweis, dass irgendwann das erste Gegentor aus einer Standardsituation kommen musste. Dass es am Freitag passierte und dass es gleich zwei waren, ist nicht schön, könnte aber auch damit zu tun haben, dass die Hamburger so oft üben durften, weil der VfB einfach zu viele Ecken und Freistöße zuließ. Verursachte trifft es vielleicht besser. Und ebenso sachlich stelle ich fest, dass sich der HSV den Sieg in der zweiten Halbzeit redlich verdient hat. Was Sven Ulreich dazu veranlasste, nach dem Abpfiff wie von der Tarantel gestochen zum Schiedsrichter zu sprinten, erschließt sich mir beim besten Willen nicht, aber das nur ganz am Rande.

Vor der Saison sagte ich, ich sei zufrieden, wenn der VfB diese Saison nie ängstlich auf die Abstiegsplätze schauen müsse. Mit Platz 7 und 6 Punkten auf Vorsprung auf Platz 16 liegt man diesbezüglich im Plan. Zufrieden bin ich dennoch nicht. Weil mehr drin gewesen wäre. Und weil ich mir an der einen oder anderen Stelle etwas mehr Mut vom Trainer erhofft hatte. Es ist schön, dass die Verträge zahlreicher Nachwuchsspieler vor der Saison verlängert und umgewandelt wurde. Aber so ganz allmählich sollte man doch auch einmal darüber nachdenken können, jemandem ein wenig Spielzeit zu geben. Aber das ist für heute ein zu weites Feld.

Vereinsblogger unter sich

Da wir uns gerade redlich mühen, drüben bei Trainer Baade eine Front zwischen sogenannten Vereinsbloggern und sogenannten Fußballkulturbloggern aufzubauen, ich aber mit Kultur nichts im Hut habe, ist es mir ein Anliegen, hier und heute ein Zeichen zu setzen und mich klar als Vereinsblogger zu positionieren.

Gewiss ist es eine Eigenheit eben dieser Spezies, neben der Nach- und zum Teil Währendbetrachtung der Spiele des “eigenen”, will sagen: unterstützten Vereins mehr oder weniger regelmäßig auch schon vorab auf das bevorstehende Spiel hinzuweisen und im Sinne einer optimalen Vorbereitung einen echten oder vermeintlichen Kenner bzw. eine echte oder vermeintliche Kennerin des kommenden Gegners zu Wort kommen zu lassen.

Hier im Blog geschieht das eher selten, was ein wenig daran liegen dürfte, dass ich nicht heinreichend strukturiert vorgehe, um schon Tage vorher einen Blogger (w/m) zu kontaktieren, mir aktiv innovative Fragen zu überlegen, und was halt sonst noch so dazugehört. (Ein klein wenig mag es auch damit zu tun haben, dass es erfahrungsgemäß nicht immer und überall gelingt, dabei allzu kreativ zu fragen, vielleicht auch zu antworten.) Wenn indes jemand auf mich zukommt und um die Beantwortung solcher Fragen oder auch um einen Gastbeitrag bittet, fühle ich mich stets sehr geschmeichelt und bin gerne bereit, meine Meinung zum VfB kund zu tun. Und nicht nur das: selbstverständlich lasse ich mich nicht lumpen, sondern frage im Sinne einer ausgewogenen Vorberichterstattung auch das jeweilige Gegenüber ein bisschen über “seinen” Verein aus, auch wenn meine Fragen mangels hinreichender aktueller Beschäftigung gelegentlich nur bedingt auf die gegenwärtige Situation des Vereins eingehen, sondern sich gerne auch mal in historischen Betrachtungen und der einen oder anderen Spitze verlieren, um von der eigenen schlechten Vorbereitung abzulenken. “Stein oder Koitka?”, geht’s noch?

In diesen Tagen hatte ich das Vergnügen, von Herrn @nedfuller angesprochen zu werden, der selbstverständlich alles andere als ein nur vermeintlicher Kenner des HSV ist und uns in NedsBlog bewundernswert regelmäßig vor Augen führt, was einen Vereinsblogger noch so ausmacht. Dort drüben habe ich seine Fragen zum VfB beantwortet, seine bemerkenswert ausführlichen Antworten auf die meinigen folgen hier:

1. War mit Beiersdorfer alles besser?

Klar! Wir sind Pokalsieger geworden. 
Achso, du meinst nicht den Spieler, sondern den Sportchef.

Klar! Alles war früher besser.
Nein im ernst, unter Didi hatten wir eine sehr erfolgreiche, wenn auch titellose Zeit. Es wurden immer wieder kluge Transfers getätigt und das Festhalten an van der Vaart war damals vorbildlich.
Zum Ende schlichen sich dann aber Fehler ein (Neves, Alex Silva, sämtliche Wintertransfers 2008, bis auf Tomas Rincón) und damit machte er sich angreifbar. Ebenso gab es aus der zweiten Mannschaft kein durchkommen nach oben. In der Nachbetrachtung war das meiner Meinung nach sein größter Fehler. Es wurde einiges Geld in die Jugendabteilung investiert, aber der Ertrag stellte sich nicht ein. Dadurch konnte der Vorstandsvorsitzende Fragen stellen, die die Position des Sportchefs untergruben. Die Konsequenz war ein Showdown im Aufsichtsrat, welchen Didi damals verloren hat.

War alles besser? Ja! Wir haben oft in der Liga oben mitgespielt und waren ständig im internationalen Wettbewerb, spielten sogar Champions Leaugue.
War alles besser? Nein! Er hat sich zu wenig um den Nachwuchs gekümmert und damit haben wir heute zu kämpfen.

Also ein klares Jein! als Antwort auf die Frage.

2. Frank Arnesen steht für einen schlecht informierten Außenstehenden wie mich in erster Linie für Neuzugänge aus der Chelsea-Reserve, für wiederkehrende Treueschwüre zu einem Trainer, den er zunächst nicht wollte, und für eine – woher auch immer ich diesen Eindruck nehme – gewisse Geradlinigkeit. Wofür steht er in Hamburger Augen?

Hoffnung. Plan. Konzept. Und natürlich: Erfolg.
In meinen Augen verkörpert Frank Arnesen die Hoffnung auf eine gute Zukunft des HSV. Er hat einen Plan, wie er einen Fußballverein aufstellen muß, um mittelfristig Erfolg zu haben. Das fehlte uns in den letzten 3-4 Jahren. Sein erster Schritt, die Jugendmannschaft mit den Profis trainieren zu lassen, führte dazu, daß Töre nun in der Regel Spielzeit bei den Profis bekommt, obwohl er als Perspektivspieler gekauft wurde und erstmal in der Zweiten spielen sollte.

Wenn man zurück blickt auf alle potentiellen Nachfolger von Dietmar Beiersdorfer (Roman Grill, Oliver Kreutzer, Matthias Sammer) dann sticht nur noch der Name Urs Siegenthaler bei mir heraus. Da ist der Name Frank Arnesen ähnlich klangvoll.

Wieviel zählt denn anderswo ein Treueschwur? Nichts. Warum sollte Frank Arnesen da anders sein. Ich fand seine Erklärung, warum er am Samstag noch zu Oenning hielt sogar gut nachvollziehbar.

Gradlinigkeit? Oha, daß wäre jetzt nicht unbedingt ein erstes Charaktermerkmal gewesen, welches ich bei Frank entdeckt habe. Aber gut, ich nehme das gerne, ich mag gradlinige Menschen.

Zu den Verpflichtungen von Chelsea: Rajkovic hat eingeschlagen, Mancienne spielt, Töre ist auch immer wieder dabei, warum sollte er also diese Spieler nicht holen? Und zu ehemaligen Spielern/Trainern: Ist Dutt ideenlos (Toprak)? Klopp (Zidan)? Oder wie wäre es mit Bayern (Heynckes)? Man kennt sich, man ist überzeugt von der Leistung des Spielers, also warum sollte es falsch sein, auf bewährtes zu setzen? 

3. Man kennt ja verschiedene Modelle bei kurzfristig hochgezogenen Nachwuchstrainern, gerade hier in Stuttgart. Bei Babbel lief’s zunächst gut, wer weiß, was ohne die Trainerausbildung geschehen wäre, bei Jens Keller ging’s nach hinten los. Anderswo darf man bei Thomas Schaaf wohl selbst einem Hamburger gegenüber von einer Erfolgsgeschichte sprechen. Eine solche, ähnlich nachhaltig, ist bei Cardoso allein schon aus formalen Gründen (fehlende Fußballlehrerlizenz, wenn ich mich nicht irre) nicht drin, dennoch: was reißt er in den nächsten Wochen? Oder wird’s gar nur ein Spiel?

Es gab mal eine Anfrage vom Hamburger Abendblatt, in der die Fans ihren historischen Fußballmoment beschreiben sollten. Mir fiel dazu nur das Comebackspiel von Cardoso ein. Er war lange verletzt. Wir lagen zurück. Ein Raunen ging durch die Westkurve, als klar wurde, ER kommt jetzt ins Spiel. Er kam, er schoß zwei Tore, wir gewannen. Ich habe immer noch Gänsehaut, wenn ich an dieses Raunen im Stadion zurück denke… Was war die Frage?

Cardoso will sich ja nun endlich mal zum Lehrgang anmelden. Dann klappt es vielleicht auch in Zukunft mal als Cheftrainer bei uns und nicht nur als Übergang. Ich mag die Vorstellung, daß ein ehemaliger Spieler bei uns im Verein arbeitet, die Jugend betreut, sich bis zur U23 hocharbeitet und dann Cheftrainer wird. Gerade im Zusammenspiel mit Frank Arnesen kann ich mir das sehr gut vorstellen, weil der Sportchef ja ein Konzept bis zu den U-Mannschaften umsetzen will. Und damals, bei Doll, herrje, ich war so glücklich, daß er die Chance bekam. Ein schlechtes Ende muß ja nicht immer die Regel sein.

Ich glaube Cardoso muß gar nicht viel machen. Was passiert denn jetzt in den Köpfen der Spieler? Ich kann nur für mich sprechen, aber ich würde alles dafür tun nun zu zeigen, daß es am Trainer lag und nicht an den Spielern. Damit der neue Trainer, auch wenn er noch nicht da ist, sieht, daß mit mir zu rechnen ist.

Ich möchte auch keine Schnellschußverpflichtung. Deswegen kann Cardoso gerne auch gegen Schalke auf der Bank sitzen (Der Empfang für ihn seitens der Nordkurve wäre ihm zu gönnen!). 

4. Carl-Edgar Jarchow wird nachgesagt, er halte die damalige Entlassung von Kurt Jara noch immer für einen Fehler. Was kann der Verein tun, um eine Rückkehr des meines Wissens auch von Dir über die Maßen geschätzten österreichischen Wundertrainers zu ermöglichen?

Jara raus! (‘tschuldigung, er war der erste und einzige Trainer, bei dem ich in der Kurve den Rauswurf laut schreiend gefordert habe. Das ist ein Pawlowscher Reflex)
Ich glaube der Verein muß einfach Arnesen entlassen und somit die sportlichen Entscheidungen an Jarchow übergeben. Dann bekommen wir Pagelsdorf als Athletiktrainer und die ChosenFew sitzen komplett im Aufsichtsrat.
Was ein Albtraum.

5. Wer wird denn nun neuer Trainer? Muss er zwingend aus dem niederländischen Sprachraum kommen?

Nein, muß er nicht. Neuer Trainer wird *Trommelwirbel* der neue Trainer. Ich weiß es nicht, habe ja noch nicht mal einen Lieblingskandidaten. Was soll ich mir auch einen Trainer wünschen, erstens kann ich es nicht beeinflussen und zweitens haben wir doch in den letzten 10 Jahren gefühlt alle schon gehabt. Wünschen würde ich mir einen Kandidaten, der den Weg von Frank Arnesen mit gehen will. Auch gerne länger, aber ich glaube ja auch an den Weihnachtsmann.

6. Wie geht das Spiel in Stuttgart aus?

Neue Besen… Die Mannschaft ist… Also eigentlich sollte doch…
Ich habe keine Ahnung, was Cardoso in der kurzen Zeit bewegen kann. 
Aber um es mit den Worten von pleitegeiger auszudrücken: Die haun wir wech! (Und das bitte im typisch Hamburger Slang vorstellen, sie ist zwar aus Heidelberg, hat das aber total gut drauf!)

7. Jansen oder Aogo? 😉

Äpfel mit Birnen vergleichen gilt nicht! 
Aogo. Als Kapitän. Hätte ihm vielleicht gut gestanden.
Jansen sollte meiner Meinung nach folgendes tun: einen privaten Trainer engagieren, der ihm Stellungsspiel und Zweikampfverhalten eines Linksverteidigers beibringt und dann ein Jahr lang Sonderschichten schieben. Dann wird’s auch was. Wer kam eigentlich auf die Idee, er ist ein LAV? Klinsmann?

8. Son oder Töre?

Töre. Son ist zu überdreht in meinen Augen und braucht noch länger. Töre ist auch in seinem Defensivverhalten schon weiter.

9. Stein oder Koitka?

Stein. 
Ich war todtraurig, daß er uns ausgerechnet in meinem ersten Jahr als HSV Fan verlassen hat.    Meine Gründe Fußballvereine vor dem HSV gut zu finden, hatte ja mit Torhütern zu tun. (Schumacher, Burdenski, herrje, ich war mal Juvefan, weil ich Zoff so verehrt habe!)

10. AOL oder HSH Nordbank?

Imtech. So meine ich zuletzt gelesen zu haben.
Aber wie auch immer das Stadion heißt, wichtig ist aufm Platz!

11. Lediglich oder Ausschließlich der HSV?

Nur der HSV!

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Herzlichen Dank an Nedfuller,
dem ich ein glückliches Händchen bei der Trainerwahl wünsche.