halb finale. selbst laute regeln. so nett.

Drei Stück, fand Mou, sei’n echt nicht zu verachten.
Genau, sprach Diego, bin da ganz bei Dir!
Bei dreien, meinten sie, beginnt die Kür.
Und grinsten breit, als sie an Wenger dachten.

Wie diese beiden etwas hämisch lachten,
bemerkte Ancelotti leise: Vier.
Pep G. ergänzte nonchalant: Auch hier.
Und Blanc und Moyes (selbst Pellegrini) schmachten.

Ob Fergie, Heynckes, Lippi, auch van Gaal –
zu keinem Zeitpunkt schaffte einer fünfe,
bot Carlo oder Pep auch nur Paroli.

Nur einer, sein Trophäenschrank ist schmal,
hat in der Hand im Namen alle Trümpfe:
Manege frei für Marco Pezzaiuoli!

 

 

Kein Erweckungserlebnis

Dem einen oder anderen Stuttgarter Spieler, vielleicht eher sowohl dem einen als auch allen anderen, hätte man ja am Samstag ein Erweckungserlebnis gewünscht, wie es Bastian Schweinsteiger am Mittwoch zuvor irgendwo zwischen Mittellinie und Elfmeterpunkt widerfahren sein soll. Leider trat es nicht ein, und der VfB konsequenterweise so auf, wie er es eben tut, wenn er gegen den FC Bayern antritt: mutlos.

Ist natürlich, so ehrlich muss man sein, auch kein Wunder. Schließlich ging es gegen den frischgebackenen Champions-League-Finalisten, der Bernabéu gerockt hatte, und vermutlich tauchen sie noch heute in den Alpträumen des José Mourinho auf, die Contentos, Rafinhas, Pranjics und wie sie alle heißen. Da kann einem als Gegner schon mal das Herz in die Hose rutschen. Blöd nur, dass man damit eben jenen Platz blockierte, den man für die Schweinsteiger’schen Fundstücke hätte brauchen können.

Sicher, anfänglich hatte man ein paar Chancen, gute Chancen sogar, und auch wenn Christian Gentner tendenziell kein Kopfballungeheuer mehr wird, lag eine Führung nicht im Bereich des Fantastischen. Wobei man nicht so recht gewusst hätte, wo sie hergekommen wäre, zu träge, zu wenig überzeugt wirkte das alles. Was zugegebenermaßen in ähnlicher Weise auch für mich galt, ertappte ich mich doch dabei, dem Spiel phasenweise ähnlich konzentriert zu folgen, wie die Herren mit dem Brustring spielten. War halt warm. Und was für mich als Ausrede gilt, wird ja wohl auch für die Spieler …

Bevor er zum VfB kam, war Bruno Labbadias Bilanz gegen die Bayern im Grunde gar nicht schlecht und beinhaltete nicht zuletzt ein bemerkenswertes 4:2 mit Bayer Leverkusen im Pokal-Viertelfinale 2009. Beim VfB sieht das anders aus. 35-36-12-12-02-02, um genau zu sein. Und irgendwie kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass diese Bilanz in den Köpfen der Spiel sehr präsent war. Dass man von vornherein in der Gewissheit nach München gefahren war, dort nichts zu ernten.

Nichts war zu spüren von einer breiten Brust, die man sich mit den Ergebnissen der letzten Monate erarbeitet hatte, zum Teil auch mit der Art und Weise, wie sie zustande gekommen waren. Wenig deutete darauf hin, dass hier eine Mannschaft wild entschlossen war, Platz 5 zu sichern und sich die theoretische Chance auf Platz 4 zu erhalten, gegen einen Gegner, von dem man wusste, dass er entweder körperlich angeschlagen oder in ungewohnter Formation auflaufen würde.

Aber das war ja alles gar nicht nötig, wie die Stuttgarter Zeitung treffend anmerkt:

„Nun aber müssen die Stuttgarter schlimmstenfalls als Sechster in der letzten K.-o.-Runde vor den Gruppenspielen der Europa League, den sogenannten Play-off-Partien am 23. und 30. August, ran. „Eine geordnete Vorbereitung ist also in jedem Fall möglich, dass ist beruhigend“, sagte Labbadia […]“

Na dann.

Ach, lassen wir das. Ich hab mich halt geärgert. Maßlos. Ärgere mich noch immer. Aber vielleicht nehme ich das alles einen Tick zu persönlich. Halbherzig ist nicht so meins. Und wenn ich dann noch nebenher davon ausgehen muss, dass man sich von Timo Gebhart trennt, dass es offensichtlich nicht gelungen ist, einen Spieler mit seinen Fähigkeiten so zu fördern, dass er jetzt da stünde, wo er stehen könnte, und mit ihm der Verein, und wenn ich gleichzeitig darauf hoffen muss, dass der selbe Trainer ab der kommenden Saison den Stuttgarter Weg mit anderen, ähnlich talentierten jungen Spielern ganz anders geht, dann wird mir ein wenig bang.

Aber das hat nur am Rande mit dem Spiel in München zu tun.

Und zum Schluss muss ich doch noch kurz fragen, ob da draußen noch einige weitere irritierte Zuschauer herumschwirren, die sich hätten vorstellen können, dass Sven Ulreich vor dem 1:0 seinen Strafraum entschlossen verlassen und das Duell mit Müller in Angriff genommen hätte.

Aber auch das: ganz am Rande. Und nächste Woche freue ich mich dann auch wieder über die gelungene Wendung, die die Saison in den letzten Monaten nahm. Bestimmt.

Und fast hätte ich vergessen, ganz am Ende mit einem raffinierten Kniff noch einmal zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Zu Bastian Schweinsteiger, dessen kurzes Mitwirken am Samstag noch einmal zu einem gänzlich anderen Spiel führte. Plötzlich, so schien es mir, traten die Bayern mit jener Selbstverständlichkeit auf, die dem VfB dann endgültig vor Augen führte, dass das Spiel verloren war. Das Münchner Spiel hatte eine ganz andere Struktur, auch einen Fixpunkt, und jeder Gedanke an ein Unentschieden war mit einem Mal undenkbar.

Vielleicht übertreibe ich. Aber ich muss sagen: Schweinsteigers Präsenz auf dem Platz hat mich in ihren Bann gezogen.

Das neue Schwarz? Wird bald bunt!

Vermutlich bin ich nicht der einzige, dem gelegentlich ein Gedanke, vielleicht auch ein ganzer Blogtext, im Kopf herumschwirrt, den er irgendwie nicht so recht zu fassen bekommt, der sich einfach nur einnistet und darauf wartet, verarbeitet zu werden, ohne dass man selbst zunächst weiß, wohin die Reise geht. Von Zeit zu Zeit komme ich dann zu dem Schluss, dass sich zu viele frei schwebende Texte in meinem Kopf herumtreiben und ich den einen oder anderen loswerden muss – sei es, indem ich versuche, ihn nach und nach zu vergessen, sei es, indem ich ihn frei schwebend in die Tastatur fließen lasse. So wie die nachfolgenden Gedanken über die taktische Fußball-Blogwelt.

Ja, Taktik ist das neue Schwarz. Finde ich gut, grundsätzlich, sowohl im Fernsehen als auch im Print als auch, und darum soll es hier in erster Linie gehen, in Blogs. Wir alle (Wenn sich jemand nicht vereinnahmt sehen möchte, möge er Bescheid geben. Oder sie.) erfreuen uns seit geraumer Zeit an den taktischen Analysen bei Zonal Marking, wir verfolgen die aufwändigen und leider zu seltenen Analysen der Taktiktafel, Kenner wissen schon seit geraumer Zeit die Ausführungen im Werder-Fußball-Blog zu schätzen.

Gerade Zonal Marking dürfte dem einen oder anderen Blogger den Anstoß gegeben haben, sich mit System- und taktischen Fragen nicht nur intensiv zu befassen, sondern seine Eindrücke sowohl verbal als auch grafisch zu Papier zu bringen. Beim Textilvergehen tat man das wörtlich (zu Papier bringen), in verschiedenen anderen Blogs unter technischen und grafischen Gesichtspunkten zunehmend elaboriert, in Nedsblog wurde das Projekt 442 zu einer Art (ernst gemeintem) Running Gag, mit Blick auf die österreichische Nationalmannschaft befasst sich Martin Blumenau stets kritisch und nicht weniger kompetent mit dem, was er nicht als taktisches Konzept anzuerkennen bereit ist, und ebenfalls in Österreich, aber mit internationalem Bezug, hat Ballverliebt.eu in den letzten Monaten den taktischen Fokus enorm verstärkt. Ob das mit dem Erfolg von Zonal Marking zu tun hat, weiß ich nicht. Es ist mir letztlich auch egal. Beim relativ neuen „Taktikguru“ ist das etwas anders. Falsch. Auch dort ist mir die Motivation egal. Anders ist indes der explizite Bezug auf Zonal Marking als Referenzpunkt, womit die Latte gleich auf einer ganz anständigen Höhe liegt. Kann man machen, wenn man das nötige Selbstvertrauen hat.

Wenn ich ehrlich bin, war der Gedanke, den ich eigentlich im Kopf zu haben glaubte, ein ganz anderer. Es ging mir nicht darum, einen Marktüberblick zu geben. Den habe ich selbst nicht. Mich beschäftigt vielmehr der Umstand, dass ich mir nie im Leben zutrauen würde, derartige taktische Analysen zu erstellen. Obwohl ich mich für einen nicht gänzlich unbeleckten Laien halte. Letztlich kenne ich, um ein Beispiel zu nennen, die theoretischen Grundlagen zur Funktionsweise einer Viererkette nicht gut genug, um seriös beurteilen zu können, ob der linke Verteidiger zwei Meter zu weit hinten stand (wenn er nicht gerade dadurch eine Abseitsstellung aufhob).

Nicht nur vor diesem Hintergrund frage ich mich gelegentlich – und das ist überhaupt nicht polemisch gemeint – was wohl ausgewiesene Taktikexperten aus der professionellen Fußballszene zu den Analysen der Blogger sagen würden. Würde Urs Siegenthaler einen Beitrag von Zonal Marking als Kindergeburtstag abtun? Oder Jürgen Klopp? Werner Lorant? Marcel Koller? Holger Osieck? Jürgen Klinsmann? Irgendein Fußballlehrer? A-Lizenz-Inhaber?

Ok, ernsthaft: mir ist klar, dass a) José Mourinho eher selten bei Zonal Marking nachlesen dürfte, auch nicht beim Taktikguru, und b) professionelle Analysen mit deutlich mehr Aufwand und auf einer völlig anderen Datenbasis erstellt werden. Kaum zu vergleichen. Mit den Videoanalysen, die wir meinetwegen im ZDF-Sportstudio oder in der Spieltagsanalyse beim DSF (ja, ja) sehen, schon eher. Und da gehen die Meinungen ja deutlich auseinander. Während Jürgen Klopp dereinst bejubelt wurde, fällt das bei Thomas Strunz oder Oliver Kahn durchaus zurückhaltender aus – obwohl sie sich schon ein paar Jahre mit dem Spiel auseinandersetzen.

Ich habe keine Ahnung, wie intensiv sich die Betreiber von Taktikblogs mit fußballtheoretischen Fragen befassen oder befasst haben. Ob sie Trainerlizenzen haben, seit Jahren als Scouts tätig sind, die einschlägige Literatur aus dem Effeff kennen oder eben „nur“ gebildete Laien sind. Letztlich ist das zwar irrelevant, wenn die Inhalte gut sind (was ich auf Basis der Analysen und deren Vergleich mit meiner eigenen Wahrnehmung – die wiederum die eines Laien ist, klar – beurteile), und doch muss ich zugeben, dass ich zunächst ein wenig irritiert war, als ich vor einigen Wochen las, der Mann hinter Zonal Marking, Michael Cox, sei zwar schon immer an Taktik interessiert gewesen, hätte aber genauso gut und wohl auch gern über etwas anderes schreiben können, wenn er einen Markt dafür gesehen hätte:

On a less romantic note: because to create a successful blog/site, there has to be a niche, a particular area of interest. It seemed like a bit of a gap in the market.  […] I love tactics, but if ZM already existed, I would have done it about something else; another niche area.

Fair enough. Und doch irgendwie seltsam.

Wie auch immer. Wir haben jetzt also einen Markt für taktische Analysen. Wir sind endlich, und zwar nicht erst seit heute, an dem Punkt, wo Taktik auch ein Thema für vertiefte öffentliche Diskussionen über Fußball ist. Diskussionen, die zwar noch immer recht zahlenfixiert sind (4-5-1 vs. 4-2-3-1 vs 4-4-1-1 etc…), die sich aber auch mit Fehlentwicklungen während des Spiels befassen, falsche Laufwege aufzeigen und bei der Entstehung kritischer, vielleicht gar entscheidender Situationen nicht nur die letzten anderthalb, sondern drei, vier oder fünf Züge betrachten. Oder noch besser, die aufzeigen, was drei Züge später geschehen wäre, wenn nicht…

Mag sein, dass diese Diskussionen auch künftig einen etwas nerdigen Anstrich haben werden. Aber sie werden geführt. In dedizierten Taktikblogs, aber auch in ganz normalen Schlurchblogs. Und wir werden sehen, dass es in unserer Blogwelt gute und nicht ganz so gute Taktikblogs gibt, genau so, wie wir schon heute überragende und mittelprächtige Glossen lesen, die Augen öffnende und eher langweilige Hintergrundanalysen, besondere Spielberichte und Schilderungen von der Stange.

Schön, dass sich die Taktikfüchse rasch vermehren. Der Reiz des per se Außergewöhnlichen wird sich bald verlieren, der Reiz des in Sachen Kompetenz und Umsetzung Außergewöhnlichen wird bleiben.

Furchtbar altmodische Gedanken

Manchmal bin ich verdammt altmodisch. Oder auch nur ein Slow Adopter, wenn man so will. Dabei hätte ich es ja kommen sehen müssen. Jean-Marc Bosman hat den Spielern alle Macht gegenüber den Vereinen an die Hand gegeben. Nein, natürlich nicht Bosman selbst, sondern die Richter des EuGH. Die Spieler haben das seither weidlich ausgenutzt verhalten sich rational und tanzen dem Großteil der Clubs auf der Nase herum.

Einige Jahre später haben die Trainer nachgezogen. Nachdem sie im Machtgeflecht der Profiligen jahrzehntelang auf die Rolle  als „schwächstes Glied in der Kette“ reduziert worden waren, traten sie zunehmend selbst- und vor allem machtbewusst auf. So ist zumindest mein Eindruck. Felix Magath war über viele Jahre hinweg ein phasenweise überaus erfolgreicher Trainer, dem letztlich dennoch immer wieder der Stuhl vor die Tür gestellt wurde. Diesem scheinbar unvermeidlichen Los ging er erstmals (?) in Nürnberg aus dem Weg, als er aus einer Position der Stärke heraus kurz vor Saisonbeginn den Verein verließ, weil der Verein seinen Forderungen nicht entsprach. In Stuttgart machte er sich mit seinem Abgang später keine Freunde, in Wolfsburg ging er als Meisterheld und dürfte dennoch nicht nur Freunde hinterlassen haben. Ähnliches gilt für Bruno Labbadia in Leverkusen, bloß ohne Heldenstatus. Dieter Hecking wechselte in der laufenden Bundesligasaison von Aachen nach Hannover, und über Jose Mourinhos medienwirksam inszenierten Abgang aus Mailand ist wohl auch alles gesagt – zumindest kennt er seinen (Markt-)Wert und geht seinen Weg.

Die nächste Runde dürfte den Vorstandsmitgliedern vorbehalten sein. Genau wie bei den Trainern gibt es selbstverständlich auch hier bereits Beispiele aus der nicht mehr ganz so jungen Vergangenheit. Michael Meier ging bereits in den Achtzigern von Köln nach Leverkusen, Peter Kenyon (von dem ich nicht weiß, ob er einen Vorstandsposten inne hatte) ließ sich im September 2003 von Roman Abramowitsch aus Manchester zu Chelsea locken. Klar, so ist der Markt. Andreas Rettig ging damals auch von Freiburg nach Köln, beim Sportclub legte man ihm keine Steine in den Weg, beide Seiten hatten – soweit ich weiß – immer mit offenen Karten gespielt, Rettigs Ambitionen waren bekannt.

Bei Horst Heldt liegt die Sache für mich etwas anders. Das hat natürlich zum einen damit zu tun, dass mir die Situation beim VfB deutlich näher geht als jene damals in Freiburg. Zum anderen empfinde ich den Zeitpunkt als unanständig. Ja, auch ein verdammt altmodisches Wort. Und möglicherweise völlig unangebracht, weil ich mich zu wenig mit den Abläufen in einem Profiverein auskenne. Vielleicht ist die Sommerpause tatsächlich gar nicht so wichtig für die Kaderzusammensetzung in der neuen Saison. Vielleicht hat der VfB längst alle angestrebten Transfers in trockene Tücher gepackt und will sie erst nach der Weltmeisterschaft verkünden. Vielleicht ist die Kaderplanung auch gar nicht Teil der Jobbeschreibung des Vorstands Sport, sondern wird ohnehin von der Herren Gross, Schneider und Staudt erledigt.

In meinem möglicherweise naiven Weltbild indes ist es Horst Heldts Aufgabe, im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten die Vorstellungen umzusetzen, die er gemeinsam mit dem Trainer in Sachen Spielerkader diskutiert und entwickelt hat. Und da ich mir kaum vorstellen kann, dass man mit dem aktuellen Kader in die Saison gehen will, ging ich bisher davon aus, dass der Sportdirektor gerade in diesen Wochen in besonders hohem Maße gefordert ist. Gerne will ich Horst Heldt unterstellen, dass er bereits seit Monaten mit der Anbahnung großartiger Transfers befasst ist. Er hat sicherlich Kontakte geknüpft, Gespräche geführt, über Zahlen verhandelt, Perspektiven aufgezeigt, persönliche Beziehungen zu Spielern und Beratern aufgebaut, den VfB in schillernden Farben dargestellt und keinen Zweifel daran gelassen, dass der jeweilige Spieler und der Verein, vertreten in erster Linie durch ihn selbst, eine grandiose gemeinsame Zukunft vor sich haben.

Jetzt sieht das etwas anders aus. Wenn ich mich recht entsinne, verwies Heldt bereits Mitte Juni darauf, dass sich während der Weltmeisterschaft – kein schlechter Zeitpunkt übrigens, um einen Paukenschlag pianissimo vonstatten gehen zu lassen – am Transfermarkt ohnehin nichts tue und danach alles reibungslos von seinem Nachfolger fortgeführt werden könne. Logisch. Wir brauchen uns also keine Sorgen zu machen. Horst Heldt hinterlässt ein bestelltes Feld, die ausstehenden Transfers sind nur noch Formsache, und Heldt wird im Juni 2011 nicht ohne Stolz betonen, dass die Meisterschaft des VfB, über die er sich sehr freue, in Teilen auch seiner Arbeit im WM-Frühsommer zu verdanken sei.

Im Ernst: ich finde, es gehört sich nicht, sich in dieser Phase der Saison Knall auf Fall zu verabschieden. Nicht nur, weil es um den VfB geht. Aber „gehört sich nicht“ ist wohl keine relevante Kategorie.

Zu Heldts Stuttgarter Bilanz und den Nachfolgekandidaten hat sich @hirngabel drüben im Brustring gewohnt fundiert geäußert. Mir persönlich würde eine Lösung mit Jan Schindelmeiser sehr zusagen; allerdings hat er bei seinem Rückzug in Hoffenheim gesundheitliche Gründe ins Feld geführt, von denen ich nicht weiß, wie gravierend sie sind. Unabhängig davon scheint er bei den Diskussionen in Cannstatt keine Rolle zu spielen. Was glücklicherweise auch für Guido Buchwald und einige andere Altinternationale gilt. Es fällt mir auch schwer, mir Fredi Bobic als Sportdirektor vorzustellen; aber da bin ich für eine positive Überraschung gerne zu haben.

Als Spieler und als Trainer?

Franz Beckenbauer und Mario Zagallo. Wissen wir alle.
Dunga und Maradona versuchen’s im Sommer, Klinsmann hat’s vergeigt, als er im Halbfinale 2006 auf den falschen Torwart setzte seinem Gegenüber nicht gewachsen war.

Magath, Heynckes, Schaaf, Sammer, Beckenbauer, Benthaus können wir im Schlaf herunter beten, seitdem der Trainer kürzlich danach gefragt hat.

Guardiola, Rijkaard, Ancelotti bekommen wir auch alle hin, Cruyff noch dazu, bei Trapattoni wird’s bei einigen eng, bei Muñoz sowieso.

Und was ist mir den anderen, abseits der Champions League? Wer war Europapokalsieger als Spieler und als Trainer?

Deschamps schafft’s wieder nicht, van Gaal und Mourinho sind an der Einstiegshürde gescheitert, aus deutscher Sicht ist Heynckes ein Joker, bei Stevens (ja, er ist kein Deutscher) musste ich schon nachschauen, um meinen Verdacht zu bestätigen, und ob man Beckenbauer den Uefa-Cup 1996 zuerkennen will, ist vermutlich eine Glaubensfrage.

Aber wer noch? Gibt’s dazu eine Übersicht, einen Blogbeitrag? Falls ja, wäre ich für einen Link dankbar, falls nein, würde ich mich über Fakten und Spekulationen in den Kommentaren freuen.

Zur Klarstellung:
Irgendein Europapokal als Spieler, irgendein Europapokal als Trainer. Intertoto- und UI-Cup zählen nicht, über den Messestädte-Pokal diskutieren wir, wenn’s relevant wird.

Ich führe dann mal Buch:

Name

Spieler

Trainer

Beckenbauer CL (74-76),
PS (67), Bayern
Uefa (96), Bayern
Graham Messe (70), Arsenal PS (94), Arsenal
Happel Zentropa (51), Rapid CL (70 Feyenoord, 83 HSV)
Heynckes Uefa (75), Gladbach CL (98), Real
Scala CL (69), PS (68),  Milan PS (93), Uefa (95), Parma
Stevens Uefa (78), PSV Uefa (96), Schalke
Vialli CL (96), Uefa (93), Juventus;
PS (90 Sampdoria, 98 Chelsea)
PS (98), Chelsea
Zoff Uefa (77), Juventus Uefa (90), Juventus