Mal wieder Bloggern zuhören?

Das Fußballradio 90elf lädt dreimal in der Woche zu abendlichen Fußballgesprächen auf den Bolzplatz. Vergangene Woche gab es einen Themenabend zu 18mal 18, in dessen Rahmen das Projekt vorgestellt wurde und einige der beteiligten Blogger zu Wort kamen, auch ich durfte ein paar Sätze zu Sebastian Rudy sagen. Die Mitschnitte unserer Gespräche kann man bei 18mal anhören – und gerne auch gleich dort kommentieren.

Zudem gibt es eine weitere Ausgabe des Ballpod-Podcasts, mittlerweile die achte, und auch diesmal haben wir wieder ein etwas anderes Format: Jürgen Kalwa von American Arena, der nach eigenen Angaben erneut für den verhinderten probek „von der Reservebank eingewechselt“ wurde, dabei aber erwartungsgemäß weit mehr als irgendein Ergänzungsspieler war, unterhielt sich im spannenden Tête-à-tête mit dem Popkulturzitatemonster erz von der Kontextschmiede. Die Themen waren indes kaum popkulturell, sondern lauteten Fußballtaktik, Fußballsprache und Wissensvorsprünge. Anhören kann man das Ganze hier, Kommentare bitte dort.

New York – Münster – Hamburg – Duisburg

Ein weiterer Podcast aus der Reihe „Ballpod“ ist in diesen Tagen produziert worden, und einmal mehr ist er anders als die vorherigen. Diesmal sogar ganz anders: Jürgen Kalwa hat aus New York die Macher von Nedsblog und Catenaccio, Nedfuller und Jens, zu ihren Vereinen sowie zum Projekt 18mal18 befragt, und Trainer Baade hat sich (unter anderem) erstmals ausführlich zu seiner Auseinandersetzung mit der Firma Jako geäußert. Ganz anders, wie gesagt, und erneut ganz hervorragend gelungen. Finde ich.

Wer sich das Ganze anhören will (und wer würde das nicht wollen?), dem lege ich zunächst den von Jürgen produzierten Teaser ans Herz:

[soundcloud url=“http://soundcloud.com/jkalwa/trainer-baade-interview-promo“]

Anschließend wird sie dann sicherlich das ganze Werk hören wollen:

[soundcloud url=“http://soundcloud.com/jkalwa/ballpodder-podcast-7-catenaccio-nedfuller-trainer-baade“]

Kommentare sind selbstverständlich erwünscht; am sinnvollsten erscheinen sie indes bei Podcast-Initiator probek, wo wir das Podcast-Feedback zumeist sammeln.

 

 

Fußballtrainer

Es gibt ja diese Themen, bei denen jede(r) glaubt, mitreden zu können. Bildungsfragen, beispielsweise. Schließlich waren wir alle mal Schüler und wissen folglich von der Lehrerausbildung über die Unterrichtsgestaltung bis hin zur Leistungsbewertung Bescheid. Oder die verkehrlichen und umweltbezogenen Auswirkungen von Tempolimits. Oder, zugegeben (man stelle sich bildlich vor, wie sich der Schreiber an die Nase fasst), beim Thema Doping. Oder… was weiß ich.

Und natürlich beim Fußball. Dass die Deutschen (nicht nur die) ein Volk von Bundestrainern sind, ist altbekannt. In unseren Blogs geizen wir nicht mit Ratschlägen für die Trainer und Funktionäre des jeweils „eigenen“ Vereins, Qualifikation hin, Kompetenz her. Selbstverständlich haben wir Begriffe wie den Target Player, die flache Vier, das vertikale Spiel und die Doppelsechs bereits mit der Muttermilch zu uns genommen (da kann Thomas Schaaf ruhig lachen) und brachten auf dem Platz schon in den späten 80ern Symmetrie ins Spiel.

Für all diejenigen, die in punkto Trainerausbildung dennoch das eine oder andere Defizit aufzuweisen haben, gibt es seit einiger Zeit die Möglichkeit, von einem Profi zu lernen. Von einem echten Fußballprofi. René Renno, der in der Saison 2007/08 vorübergehend die Nummer 1 beim VfL Bochum war und dort nach wie vor, wie sagt man, Vertrag hat, gibt sein Wissen an ambitionierte Nachwuchsfußballlehrer weiter. Das Resultat ist eine wunderbare Win-Win-Win-Situation:

  • Zahlreiche Fußballtrainer und die von ihnen trainierten Mannschaften profitieren unmittelbar, teilweise bereits in Form von Titeln, wie die gesammelten Testimonials belegen. Zurecht verweist Renno also darauf, dass er mit seinem Report „schon sehr, sehr vielen Fussballtrainern und Fussballspielern geholfen“ habe.
  • Webseitenbetreiber, Blogger und Email-Versender können an einem Affiliate-Programm teilnehmen und verdienen damit viel Geld. Mit Hilfe zur Verfügung gestellter Formulierungsvorschläge kann man beispielsweise 500 € erwirtschaften, indem man lediglich 1000 Leute dazu motiviert, den Gratisreport „Die 5 Erfolgsfaktoren, mit denen Sie Ihre Mannschaft und Ihr Training massiv verbessern“ anzufordern. Schafft man es indes, überschaubare 100 Abonnenten für das kostenpflichtige Fußballtraining-Vollpaket zu gewinnen, erzielt man gar einen monatlichen Verdienst von 500 €. Ein kleiner Wermutstropfen besteht jedoch darin, dass der Verdienst nicht unbegrenzt gesteigert werden kann. Im Dokument „Die 5 geheimen Erfolgsfaktoren, mit denen Sie Ihr Training und Ihre Spieler verbessern“ verweist Renno völlig zurecht auf folgenden Umstand: „Damit die Anwendung der geheimen Profitipps auch wirklich effektiv bleibt, möchte ich nicht zu vielen Trainern dieses Insiderwissen preisgeben. Deshalb sind nur 1000 Plätze verfügbar. Wenn jeder diese Profitipps und -tricks anwenden würde, gäbe es zu viel Konkurrenz. Daher habe ich die Zahl der Fußballtraining-Vollpakete auf exakt 1000 begrenzt.“
  • René Renno legt bereits während seiner Zeit als Spieler den Grundstein für seine Fußballschule. Oder für die Trainerkarriere. Oder aber -schließlich liegt ihm offensichtlich die Trainerausbildung am Herzen- er macht sich um ein Anliegen von Oliver Fritsch verdient und eröffnet uns „einen zweiten (privaten?) Weg […], Fußballlehrer zu werden“.

Wahrscheinlich gibt es übrigens noch deutlich mehr Gewinner. Rennos ehemalige Trainer, zum Beispiel, deren „geheimste Insider-Spielbesprechungstipps“ (ja, die bekommt man!) ihre Kompetenz in neuem Glanz erstrahlen lassen, oder Menschen wie ich, die sich an der bloßen Existenz dieses Angebots erfreuen, und möglicherweise auch der Homeshoppingkanal, der vielleicht irgendwann das Vollpaket verkaufen kann, ohne eigene Formulierungen suchen zu müssen.

Der wunderbaren Überleitungen zu einem viel wichtigeren Thema gäbe es nun viele. Beispielsweise die nachgewiesene Kommunikationskompetenz des twitternden und youtubenden Webseitenbetreibers René Renno, die jene des Sportartikelherstellers Jako weit in den Schatten stellen dürfte. Oder die Einsicht, dass, wenn wir alle Trainer sind, auch die Süddeutsche recht hatte, als sie Trainer Baade primär als Trainer sah und nicht so sehr als den „Autor, der die besten Fußball-Glossen in Deutschland schreibt„, wie Jürgen Kalwa so schön formulierte. Oder die Erkenntnis, dass Renno als Fußballprofi nicht allzu sehr darunter leiden dürfte, wenn die Abonnentenzahl seines Vollpaketes mal eine Weile stagniert, während Frank Baade an 5100 € zu knabbern hätte. Schließlich die Frage, ob René Renno mich Schlurchblogger wegen des angedeuteten Vergleichs mit einem Homeshoppingkanal abmahnen würde, wenn er nur die richtigen Anwälte hätte.

Aber wirklich Neues gibt es zu diesem anderen Thema aktuell gar nicht zu sagen. Wie hinreichend bekannt ist, hat Jako vorgestern eine Pressemitteilung veröffentlicht, über die sich viele, mich eingeschlossen, aus mancherlei Gründen sehr geärgert haben, die aber, wenn Jako Wort hält, zumindest darauf hinausläuft, dass dem Trainer aus dieser Auseinandersetzung „keine finanziellen Nachteile erwachsen“. Da er sich jedoch selbst noch nicht öffentlich zu Wort gemeldet hat, zweifle ich noch – man möge mir den Vergleich verzeihen, aber der VfB hat diesen Sommer zu viele Transfers vermeintlich abgeschlossen gehabt, die dann doch nicht realisiert wurden, als dass ich jubeln würde, bevor beide Seiten sich geäußert haben. Ganz zu schweigen von der dritten Seite, der Anwaltskanzlei, deren Rolle in der Auseinandersetzung zwischen Jako und Trainer Baade nach wie vor dringend der Klärung bedarf, wie Jens Weinreich bereits ausgeführt hat.

Zunächst aber gilt es, Jako auf die Finger zu schauen und auf den Trainer zu warten.