Liegengebliebenes und Aufgewärmtes

Die Nachspielzeit lief bereits, als Kai Dittmann berichtete, wie Sven Ulreich vor einem Stuttgarter Eckball Blickkontakt zu seinem Trainer gesucht habe, um von diesem ein Signal zu erhalten, ob er mit nach vorne eilen dürfe, solle, könne, müsse. Schließlich lag man in Augsburg zurück, nachdem man lange einen „Big Point“ vor Augen gehabt und viel für dessen Zustandekommen getan hatte. Sollte das alles vergebens gewesen sein?

Es ist nicht überliefert, ob Stevens Ulreich eine Absage erteilte oder ob der Blickkontakt gar nicht erst zustande kam. Sehr wohl überliefert ist indes die Reaktion des älteren Herrn in meiner Fußballkneipe, der Dittmanns Ausführungen unzweideutig kommentierte: “Was will der denn da vorne? Da fällt er bloß über die eigenen Füße.”  Die ungeteilte Liebe der Fans ist ihm im Lauf der Jahre wohl ein bisschen abhandengekommen.

Mein gequältes Lächeln signalisierte Zustimmung. Wehmütig denke ich regelmäßig an jene Zeit zurück, als jemand, vielleicht war es Eberhard Trautner, Timo Hildebrand Regionalliganiveau als Feldspieler attestierte. Das mag einem gewissen Überschwang geschuldet gewesen sein, zumal die Regional- damals die dritte Liga war, aber es lässt erahnen, worum es geht: Fußball. Und dessen grundlegende Techniken.

Auf Timo Hildebrand folgte mit Raphael Schäfer ein fußballtechnischer Antipode, und dass Schäfer dem jungen Ulreich auf Augenhöhe begegnete, kann man gerne als hübsche Randnotiz mit inhaltlicher Relevanz heranziehen, wenn Sie verstehen, was ich meine. Oder anders: Sven Ulreichs Erfolgsaussichten im gegnerischen Strafraum vermute ich eher im Bereich von Oliver Kahn als von Jens Lehmann.

Aber daran lag es am Samstag nicht. Ulreich hat keine Hohle geschlagen, nicht im Dribbling den Ball verloren oder ihn sich selbst hinter die Linie geworfen. Und vermutlich entspränge es nicht nur einer sehr freien, sondern vielmehr einer boshaften Interpretation, Huub Stevens zu unterstellen, er habe den Blickkontakt mit Ulreich vermieden, weil er ihm nichts ins Gesicht sehen, weil er ihn nicht mehr sehen wollte nach zwei Gegentoren, die ihn zumindest nicht zum strahlenden Helden werden ließen. “Tapsig” wäre eine Beschreibung, die mir beim 1:0 in den Sinn käme, “unentschlossen” beim 2:1.

So läuft’s halt manchmal, und ja, es passt – daraus habe ich hier nie ein Hehl gemacht –  in mein Bild des jungen Mannes, das Bild eines durchschnittlichen Bundesligatorwarts mit großen Stärken, aber auch unübersehbaren und bis dato offenbar nicht auszumerzenden Schwächen. Und gewiss, es ist wohlfeil, jetzt darauf zurückzukommen. Schließlich hätte Ginczek ja auch einfach vor der Pause das 1:2 erzielen können. Hätte der eine oder andere die Chance gehabt, nach der Pause nachzulegen. Hätten vor dem 2:1 nicht alle stehen zu bleiben brauchen, während die Augsburger nachsetzten. Hätte sich Niedermeier einfach mal auf das sportliche Duell mit Bobadilla konzentrieren dürfen. Stimmt alles. Und hilft nichts.

Chance verpasst, hieß es allenthalben. Weil alle für den VfB gespielt hatten, es im Fall des HSV sogar danach noch taten. Aber eben auch: es ist nichts kaputtgegangen. Anders als von Giovane Elber vermutet, hat der VfB es nach wie vor komplett selbst in der Hand, die Klasse zu halten. Wenn er die verbleibenden fünf oder sieben Spiele gewinnt, können sich die anderen auf den Kopf stellen oder meinetwegen auch jeden einzelnen Schiedsrichter kaufen – es reicht nicht. Nun ist mir klar, dass weder der VfB sämtliche Spiele gewinnen noch irgendjemand einen Schiedsrichter schmieren wird, aber mein Gedanke dürfte klar sein: man hat es selbst in der Hand. Das ist weitaus mehr, als ich vor vier oder fünf Wochen erwartete.

Grade mal zwei Wochen ist es her, dass mich ein befreundeter Fan von Hannover 96 frug, ob ich “denn noch Hoffnung auf den Klassenverbleib des VfB” hätte. “Überraschenderweise ist meine Hoffnung deutlich größer als vor ein psar (sic!) Wochen”, antwortete ich. Daran hat sich nichts geändert, und ich weiß bis heute nicht, woran es gelegen hatte. Wir waren uns einig, dass nicht nur ein erneutes Schneckenrennen am Horizont dräue, sondern dass auch die B-Noten der einzelnen Schnecken durch die Bank verheerend seien, und doch war meine Zuversicht zurückgekehrt. „Trotz oder wegen Huub?“ wollte er wissen, und ich konnte oder wollte es nicht beantworten: „Mit Huub.“

Meine Zuversicht ist ungebrochen, was vielleicht auch damit zu tun hat, dass beim VfB zwischenzeitlich Bewegung in die B-Note kam. Blöd nur, dass man sich davon nichts kaufen kann. Also zumindest nicht in Augsburg. In den Heimspielen sah das zuletzt, allen vorangegangenen Eindrücken zum Trotz, anders aus. Man spielte nicht nur anständig, sondern zog die A-Note gleich mit hoch, traf das Tor und punktete. Da konnten nicht mal die Wechselfehler was dagegen ausrichten.

Wechselfehler? Ok, ich sag’s, wie’s ist. Die Wechselfehler sind eigentlich durch. Hab ich schon vor Wochen drüber geschrieben. Zumindest angefangen. Und nie veröffentlicht. Jetzt liegt’s halt noch hier so rum und ist mir im Weg, also raus damit:

Vor zwei fünf Tagen Wochen gegen Frankfurt wollte Huub Stevens zur Pause wechseln. Ich kann das nicht mit Gewissheit sagen, aber alles andere würde mich sehr wundern. Oriol Romeu wärmte sich ernsthaft auf, ohne Eckle, ohne Jonglageübungen mit dem Ball auf der Schulter, sondern so richtig, mit ohne lange Hose und erhöhtem Tempo. Der Grund lag auf der Hand: Geoffroy Serey Dié, von dem die Wikipedien aller Länder, und nicht nur die, behaupten, er schreibe sich ohne Aigu, was ich aber bis zum endgültig erbrachten Beweis nicht mit meinem Sprachgefühl vereinbaren kann, hatte sich vor der Pause mit langem Atem um eine Verwarnung beworben und war in der 42. Minute endlich erfolgreich gewesen, würde also mit einer mehr als verdienten gelben Karte und einem deutlichen Eintrag im Notizblock des Schiedsrichters in die zweite Hälfte gehen, käme Romeu nicht zur Pause.

Ich unterhielt mich mit ein paar Umstehenden über die bevorstehende Auswechslung und war ehrlich gesagt etwas überrascht, dass sie diese eher nicht befürworteten. Zu wichtig schien Diés Aggressivität für das VfB-Spiel, um freiwillig auf ihn zu verzichten. Auch seine ärgerliche Angewohnheit, seine Mitspieler auch in engen Räumen und ohne Not gerne mal auf Knie-, Hüft- oder Schulterhöhe anzuspielen, tat da keinen Abbruch. Hoffnungsträger!

So ähnlich sah das dann wohl auch der Trainer. Er überlegte es sich in der Kabine noch einmal, dürfte seinem Königstransfer ins Gewissen geredet und ihn vor einer weiteren auch nur annähernd gelbwürdigen Aktion gewarnt haben, und ließ ihn auf dem Feld. Fünf Minuten später stellte er sich im Zweikampf ungeschickt an, verzichtete dann auf bissige Rückeroberungsbemühungen und war zum wiederholten Male an einem Gegentor beteiligt.

Stevens reagierte, nahm Dié nun doch vom Feld – und wurde ausgepfiffen. Um mich herum beklagten Zeitgenossinnen und Zeitgenossen, dass er doch nicht seinen auffälligsten, aggressivsten, besten, was auch immer, Mann vom Platz nehmen könne, Sie wissen schon, und ich frug mich, frage mich in der einen oder anderen stillen Minute noch immer, ob ich bis dahin vielleicht einfach ein anderes Spiel gesehen hatte.

In diesem meinem Spiel also schien der Trainer schlichtweg vercoacht zu haben, und wieder einmal sollte sich zeigen, dass ich keine Ahnung habe. Die Mannschaft hatte den Rückstand gebraucht, entwickelte plötzlich Torgefahr, Romeu spielte stark und Daniel Ginczek hob völlig unerwartet doch noch in der laufenden Saison den Fuß von der Bremse. Gewiss, Kopfballduell wird er auch auf absehbare Zeit keines gewinnen, aber er ist ja jung und kann noch wachsen.

Beim nächsten Heimspiel, gegen Bremen, wollte Huub Stevens wiederum wechseln. Ich kann das mit Gewissheit sagen, die medialen Regenbogengeschichten waren voll davon. Martin Harnik sollte nach zwei sehr unglücklichen Situationen vom Feld, vermutlich auch nach gewohnt engagiertem Spiel, aber das kann ich wiederum nicht mit Gewissheit sagen, weil ich das Spiel aus familiären Gründen verpasste. Immerhin war es diesmal eine unserer leichtesten Übungen gewesen, meine Karte an den Mann zu bekommen, schließlich hatte ich oft genug vom verpassten 4:4 gegen Bremen mi drei Bordon-Treffern erzählt. Mein Vertreter dürfte auch bei der diesjährigen Auflage mit dem Gebotenen nicht ganz unzufrieden gewesen sein.

Geboten wurde eben auch, um den Faden wieder aufzunehmen, der neuerliche Verzicht auf eine Auswechslung. Timo Werner stand bereit, dann bereitete Harnik den Führungstreffer vor, Stevens überlegte es sich anders und ließ Harnik auf dem Feld. Bis ihn der Schiedsrichter runterschickte. Und Bremen in Überzahl ausglich. Vercoacht, schon wieder.

Und wieder hatte ich keine Ahnung. Die Mannschaft hatte den Ausgleich gebraucht, entwickelte plötzlich Torgefahr, Daniel Ginczek ließ den Fuß von der Bremse und traf nochmals. Gewiss, Kopfballduell wird er auch auf absehbare Zeit keines gewinnen, aber er ist ja jung und kann noch wachsen.

Gegen Augsburg beging der Trainer leider keinen derartigen Wechselfehler. Aber am Wochenende steht ja wieder ein Heimspiel an. Und ich bin erneut familiär verhindert. Beste Voraussetzungen also.

 

 

Ach so, Wechselfehler ist ja noch so ein Stichwort. Domenico Tedesco geht nach Hoffenheim. Vermutlich ist der Wechsel für ihn kein Fehler. Man scheint ihm dort seine Wertschätzung etwas konkreter zum Ausdruck gebracht zu haben, als sich der VfB dazu in der Lage sah. Von welchen Kategorien wir auch immer reden mögen.

Andreas Hinkel, Tedescos Co-Trainer in der U17, scheint man auch nicht uneingeschränkt wertzuschätzen. Zur neuen Saison sind sie also beide weg, der eine in Hoffenheim, der andere sonst wo, und Rainer Adrion entblödet sich nicht, in einem beispielgebenden Blabla-Interview darauf hinzuweisen, dass die Türen für Hinkel weiterhin offen seien.

Kommunizieren wie Karl-Heinz Rummenigge. Es ist zum Heulen.

Rote? Gelbe? (Grüne? Blaue?)

Die erste Halbzeit war dann doch eher mau. Lag vielleicht am Spiel unter der Woche, das einige noch in den Köpfen hatten. So war man zwar durchaus feldüberlegen, zwingende Torchancen ergaben sich indes nur sehr selten; vielmehr hätte der Gegner mit seinem ersten ernst zu nehmenden Angriff beinahe die Führung erzielt.

Spaß hatte ich trotzdem. Die Sonne schien, das Fahrradwetter hatte ich genutzt, am Schlienz gab’s eine rote Wurst, und letztlich war es doch nur eine Frage der Zeit, bis die U19 des VfB gegen den Nürnberger Nachwuchs zielstrebiger agieren und das eine oder andere Tor erzielen würde. In der Zwischenzeit begnügte ich mich damit,dem Spiel von Joshua Kimmich zuzusehen. Könnte ich immer wieder stundenlang tun. Und mich nebenbei, auch das in schöner Regelmäßigkeit, mit der Frage beschäftigen, ob Robin Yalcin nicht doch der kleine Bruder von Serdar Tasci ist, oder ein Cousin, oder zumindest ein Bruder im Geiste in Bewegung und Eleganz.

In der 48., 49. und 53. Minute fielen die ersten drei Treffer, am Ende stand’s 5:0. Die VfB-Junioren hatten sich in der Kabine wohl des Spielziels erinnert, der Club-Nachwuchs half ihnen ein wenig. Schön.

Also radelte ich guter Dinge weiter zur Fußballkneipe meines Vertrauens, um den Erwachsenen zuzusehen. Und wurde nicht enttäuscht. Starke Defensivleistung, vorne hätte man sich in der einen oder anderen Situation etwas mehr Übersicht gewünscht, aber letztlich war das sehr ordentlich, und wenn man hinterfragt, wieso der Meister wieder nicht gewonnen hat, dann könnte das auch damit zu tun gehabt haben, dass er auf einen Gegner traf, den man nicht mal eben im Vorbeigehen schlägt. Ging an der einen oder anderen Stelle ein wenig unter, fand ich.

Vor dem Spiel hatte ich mich per Twitter kurz mit BVB-Fan @surfin_bird ausgetauscht, der den VfB, rein von der Aufstellung her, zurückhaltender erwartet hatte:

Meine Antwort, der VfB richte sich nicht nach dem Gegner, lag irgendwo zwischen Überschwang und Übermut, und doch finde ich es gut und richtig, bei seinen Leisten zu bleiben. Man hätte natürlich hinten auch mit einer Dreierkette … ach, vielleicht doch nicht.

Was ich mich aber wirklich frage: Besteht ein Widerspruch zwischen dem Streben, das eigene System durchzuziehen und zu -setzen auf der einen und dem aktuell nicht mehr ganz so laut vernehmbaren – das EM-Halbfinale mag eine Teilschuld daran tragen – Ruf nach einem gegnerabhängigen Matchplan, der zum Teil, man denke an Thomas Tuchels erste Mainzer Saison, teilweise stark variierende Aufstellungen hervorbringt, auf der anderen Seite? Ich glaube nicht. Zumindest keiner, der sich nicht auflösen ließe.

Holzhauser. Kann ich nicht unkommentiert lassen, nachdem ich in den letzten Wochen ja fast ausschließlich über ihn geschrieben hatte. Ich hätte gelb gegeben. Und glaube, besten Gewissens sagen zu können, dass ich dies analog auch so sehen würde, hieße der Übeltäter Sebastian Kehl (Gute Besserung!), Neven Subotic oder, was weiß ich, Max Kruse, Marcel Schäfer, Miroslav Klose, Maik Franz.

Weil ich, und es ist einerseits Zufall, überrascht mich andererseits aber auch nicht, dass Jürgen Klopp da eine im Grundsatz ähnliche Meinung vertritt,  kein Verfechter der Linie bin, wonach ein Treffer mit dem Arm im Luftkampf grundsätzlich rot sein muss, sondern vielmehr, analog zu Schiedsrichter Zwayer, einen bewussten Schlag suche. Und bei Holzhauser nicht fand.

Nun bin ich aber kein Schiedsrichter und kenne erst recht nicht deren Anweisungen, die sich noch dazu – so hieß es zumindest im Sportstudio – im Lauf der letzten Jahre verschiedentlich verändert haben sollen (Nachtrag: Das entsprechende Zitat aus dem Sportstudio habe ich bisher nicht mehr gefunden. Entweder bildete ich es mir komplett ein – was mich ein wenig überraschen würde –, oder es entstammt einer anderen Sportsendung. Zudem widerspricht, wie drüben bei Collinas Erben nachzulesen, ein DFB-Schiedsrichter der Darstellung, die Anweisungen hätten sich verändert.), und vielleicht ist meine Einschätzung einfach objektiv falsch, weil ich die Regeln nicht gut genug kenne. Subjektiv ist aus meiner Sicht gelb ok; ich verstehe indes durchaus, dass und weshalb andere darin eine rote Karte erkennen.

Dass diese Leute dann ihre Rotforderung in Scharen auf Lewandowski und dessen Arm in Niedermeiers Gesicht ausdehnten, kann ich vor diesem Hintergrund ebenfalls nachvollziehen; ich selbst wäre dort mit einem bloßen Foulpfiff zufrieden gewesen, möglicherweise ergänzt um eine gelbe Karte. Ibisevic hätte ich im Übrigen vom Platz gestellt, mindestens mit gelb-rot. Sein Schlag gegen Schmelzer war aus meiner Sicht zwar nicht sonderlich hart, aber bewusst gesetzt.

Dass man all das anders sehen kann, versteht sich von selbst, sagte ich ja auch bereits. Ob man es anders sehen muss, kann ich nicht recht einschätzen – und harre gespannt der Einschätzung von Collinas Erben.

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Nachtrag: Mittlerweile hat sich ein – berufener – Erbe Collinas geäußert, und zu meiner angenehmen Überraschung scheint mein Regelverständnis gar nicht so falsch zu sein. Dass wir bei Holzhauser dennoch zu unterschiedlichen Bewertungen gelangen, liegt nach meinem Verständnis letztlich daran, dass er im Gegensatz zu mir einen Schlag erkennt. Fair enough. Bei Ibisevic sind wir uns allem Anschein nach völlig einig, zu Lewandowski sagt er nichts.
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Die Bewertung von Holzhausers sportlicher Leistung hatte sich meines Erachtens nach der besagten Szene erübrigt. Insofern überraschte es mich ein wenig, dass Bruno Labbadia ihn so lange auf dem Feld ließ – nicht aus Sorge, er könne beim nächsten Foul vom Platz fliegen, dafür ist die Zahl seiner Fouls im Normalfall zu gering, bzw. hatte er, in diesem Fall rein quantitativ gesprochen, sein Soll in Dortmund mit dem einen Foul bereits erfüllt, sondern einfach deshalb, weil er meines Erachtens mit dem Foul aus dem Spiel gefallen war, ungeachtet eines schönen und Gefahr bringenden Doppelpasses, den er noch zustande brachte.

Aber vielleicht dachte der Trainer, dieser nachwuchsfördernde Psychologe, ja auch, dass der Junge da einfach mal durch muss. Bemerkenswerte Randnotiz übrigens, mit welcher Selbstverständlichkeit Sky-Reporter Kai Dittmann die Lesart übernahm und verbreitete, wonach Labbadia der einzige gewesen sei, der zu Saisonbeginn noch an Holzhauser geglaubt habe.

Was ich noch fragen wollte: Wieso zupft Mario Götze so häufig sein Trikot zurecht? Ich kenne das so bisher nur von Frauen, die etwas zu kurze Röcke tragen. Oder von mir, wenn ich das Gefühl habe, aus einem Shirt herausgewachsen zu sein. Dabei bin ich doch meist derjenige, der bei Twitter jenen widerspricht, die Götze unterstellen, nicht durchtrainiert zu sein. Etwas verwirrt: ich.

Ach, und natürlich wüsste ich gern, wer Sven Ulreich geraten hat, als Fürsprecher seiner selbst aufzutreten. Brillante Idee, findet der Bundestrainer bestimmt auch.

Fragen, wahllos aneinandergereiht

Worauf gründet Sami Khediras Sichtweise, der VfB sei im Camp Nou weder ängstlich noch mit zu großem Respekt aufgetreten?

Wann konnte bzw. musste ich Matthias Sammer zuletzt so vorbehaltlos zustimmen?

Ist es doch nur ein Mythos, dass in der Bundesliga kleinlicher gepfiffen werde als bei internationalen Spielen?

Und wie ist das in Luxemburg?

Hat es sich nach dem Spiel des VfB in Gelsenkirchen aufgedrängt, das Sechser-Duo Khedira/Kuzmanovic gegen Barcelona einer Belastungsprobe zu unterziehen?

Wieso Celozzi?

Darf man gegen Barcelona nach einem Ballverlust gerne mal vorne stehen bleiben oder gemächlich zurück kommen?

Darf man das gegen irgendwen?

Wird es gelingen, Cristian Molinaro zu halten?

Was hat Horst Heldt gesagt? Kann man Hleb nicht länger finanzieren oder will man nicht?

Kann man es sich als Bundesliga-Manager erlauben, Reportern ehrlich zu antworten?

Wer hat eigentlich Messis Trikot bekommen?

Hat Patrick Wasserziehr (ja, Patrick Wasserziehr) Matthias Sammers schütteres Haar kommentiert?

Ist es möglich, mit insgesamt vier Stürmertoren ein europäisches Viertelfinale zu erreichen?

Wer geht voran?

Nachtrag, ganz vergessen:
Ist ein nur so halb harter Schuss, der aus 18 Metern nur so halb in die Ecke geht, vielleicht so halb haltbar?

Wie lange wäre Christian Träsch neben Messi her gelaufen, ohne ihn zu stellen?

Sind die UEFA-Regularien so streng, dass man als Reporter verpflichtet ist, auch dann spitze Schreie ein begeistertes „Whow!“ auszustoßen, wenn Lionel Messi den Ball mit der Brust für den Gegenspieler stoppt? Herr Dittmann?

Wann wird Sami Khediras Wechsel bekanntgegeben?

Beginnt jetzt die Experimentierphase für die nächste Saison?

Wie konnte Jens Lehmann trotz offensichtlichen Bemühens an der vergleichsweise leichten Aufgabe scheitern, sich mit einem Platzverweis aus der Champions League zu verabschieden?

Ist die Bilanz der Spiele mit Khedira und Kuzmanovic in der Startformation (5 Spiele, 0 Punkte, 3:13 Tore) Zufall?

Was hat Ricardo Osorio verbrochen?

Ist ein Ausscheiden in Barcelona ein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken?

Wer erinnert sich, wann Barcelona zuletzt von einem Geringeren als dem angehenden Sieger aus der CL geworfen wurde?

Kann es der VfB besser?

Gibt es einen Grund, nicht erhobenen Hauptes auf diese Europapokalsaison zurückzublicken?