Umfassender Parkschutz

Vor einigen Tagen nahm die Leiterin eines Stuttgarter Kindergartens einen Teil der ihr anvertrauten Kinder mit auf einen kleinen Ausflug. Man wollte in den Park, um Kastanien zu sammeln.

Die Kinder waren mit Freude bei der Sache. Dem einen oder der anderen waren die am Boden liegenden Kastanien nicht genug, sodass ein paar Kinder an Bäumen rüttelten, möglicherweise auch einzelne Früchte abrissen. Woraufhin sie mehrfach von Menschen aufgefordert wurden, die Bäume nicht anzufassen. Diese würden selbst entscheiden, wann sie die Kastanien hergeben wollten.

Man kann zu den Parkschützern stehen, wie man will, eines ist unstrittig: sie nehmen ihre Aufgabe ernst.

Die Leute in den Zeiten der Pandemie (I)*

„Nein, wir werden Ihren Sohn nicht testen. Sicher, die Symptome weisen darauf hin, bei Ihnen selbst vielleicht auch, aber wir sollten doch eher diejenigen Personen auf Schweinegrippe testen lassen, für die es wirklich wichtig ist. […] Wenn er dann einen Tag fieberfrei ist, können Sie ihn wieder in den Kindergarten schicken. […] Nein, die Information, dass Kinder bis zu 10 Tage lang ansteckend sein können, ist völlig überzogen.“

Natürlich kann es sein, dass er dann doch noch einige andere Kinder ansteckt. Hm, jetzt wo Sie es sagen: Stimmt, es ist gar nicht so selten, dass in Kindergärten auch schwangere Frauen aus- und eingehen, also diejenige Gruppe, der des erhöhten Risikos wegen eine Impfung empfohlen wird, von welcher man allerdings des erhöhten Risikos wegen abrät. Blöde Sache, das. Hätte ich mal selbst dran denken können.

Den ersten Absatz haben Freunde aus dem Mund ihres Kinderarztes gehört, den zweiten haben sie sich nur so vorgestellt.

*Ob es weitere Teile geben wird, steht noch in den Sternen.
Überraschen würde es mich nicht…

Vernissage

Heute morgen war ich auf einer Vernissage. Im Kindergarten.

6 junge  Künstlerinnen im Vorschulalter stellen ihre Werke aus, die sich an berühmten Vorbildern orientieren: unter anderem malten sie Mirós Rucksack, bastelteten Pappmaché-Nanas nach Niki de Saint Phalle, bauten ein wunderbar schräges Hundertwasserhaus mit Zwiebeltürmen und übten auch sonst vielerlei Techniken in Anlehnung an bekannte Kunstwerke.

Das ganze Projekt, das ich in den letzten Wochen nur am Rande anhand einiger Aushänge („Die Projektgruppe benötigt…“, „Die Projektgruppe fährt zum Hundertwasserhaus.“, …) verfolgt hatte, beeindruckt mich sehr. Eine engagierte Erzieherin hat mit den jungen Künstlerinnen (der einzige Junge ist in einer frühen Projektphase ausgestiegen) nicht nur sehr viel Zeit und Herzblut investiert, sondern das Ganze auch schön dokumentiert und vor allem wunderbar präsentiert.

Jedes einzelne Kindergartenkind erhielt kürzlich eine von den Künstlerinnen individuell gestaltete Einladung zur Vernissage, und um eine solche handelte es sich in der Tat. Honoratioren aus dem Umfeld des Kindergartens, eine stolze Leiterin, der die Anspannung bei ihrer Eröffnungsrede tatsächlich ein wenig anzumerken war, kleine Häppchen, herausgeputzte Künstlerinnen und teilweise ebensolche Gäste (ich fühlte mich kurz ein wenig underdressed) bildeten einen passenden Rahmen für die Präsentation der Kunstwerke.

Sehr erfreulich war zudem der Umgang mit den Künstlerinnen. Sie standen in angenehm unprätentiöser Art und Weise Rede und Antwort und erläuterten auch Laien wie mir geduldig ihre Werke, ohne gleich Verkaufsstrategien anzuwenden. Mein persönliches Highlight war dann der ausführliche Austausch mit einer der jungen Damen, die mir sehr verständlich die von ihr erschaffene Nana erklärte und mir schließlich zum Abschluss des Gesprächs ein unveröffentlichtes Werk aus ihrem Fundus schenkte.

Leider ist die Ausstellung nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Ich allerdings werde sie mir in den nächsten Tagen sicherlich noch mehrmals ansehen und freue mich schon heute sehr auf den Tag, an dem mein Sohnemann mal bei so etwas mitmacht.