Wie ich eine Zeit lang vergaß, Schalke…

Wäre ich eine Zeitungsredaktion, dann lägen hier einige Nachrufentwürfe auf Halde, Sie wissen schon, für Prominente, die das Zeitliche segnen. Wäre ich Fernsehen, gäb’s dazu auch noch klare Regelungen zu der Frage, wie mit dem Fall der Fälle umgegangen würde: Meldung in den Nachrichten, mit oder ohne Filmchen, Programmänderung in Form der Wiederholung alter Meisterwerke oder gar eines Brennpunkts, im Extremfall gar Unterbrechung des Programms?

Nun denn, ich bin keine Zeitung, und ich bin nicht Fernsehen. Ich blogge bloß. Und es ist alles andere als seriös, das Ableben von Politikerinnen, Künstlern, wem auch immer, mit dem Ende eines Blogs zu vergleichen.

Und doch: heute würde ich gerne das Programm unterbrechen. Einen Brennpunkt senden. Ohne Lobhudelei, Verklärung und Heldenverehrung, keine Sorge, ich möchte einfach nur… erinnern, schwelgen, lobhudeln, verklären und verehren.

Schalke 04. Der VfB und Schalke, wir hatten keine sonderlich gute Zeit in den letzten zwei Monaten miteinander in den letzten, sagen wir, 10 Jahren. Die haben mit Geld um sich geschmissen, uns Bordon und Kuranyi weggekauft, das eine oder andere Scharmützel mit uns ausgetragen angezettelt, den Manager mit viel Geld erpresst, sie haben böses russisches Geld angenommen, hatten Rafinha und Lincoln in ihren Reihen, kurz: sie waren und sind ein blaues Tuch für mich (auch wenn ich zugeben muss, dass ich im Vorjahr ein wenig mit mir ringen musste, als da Jungs wie Moritz, Schmitz, Matip, Höwedes oder Neuer auf dem Platz standen).

Und dann war da dieses Königsblog. Dieser Torsten Wieland, der zunächst bei „Drei Ecken, ein Elfer“ – das ich erst relativ spät entdeckte -, dann eben im Königsblog seine Sicht der Dinge zum Besten gab. Der sich gleichermaßen liebevoll wie kritisch mit vielen Facetten seines Vereins auseinandersetzte, der sich gerne mal akribisch mit Schiedsrichter- oder auch Foulstatistiken befasste, der ESR nicht nur in den allgemeinen Sprachgebrauch einführte, sondern auch Dutzende Blogger mit dieser genial einfachen Idee neidisch machte – auch wenn nur wenige die Arbeit hätten übernehmen wollen, die vermutlich allein hinter diesem kleinen Spielchen steckte. Der in seinem Blog einen klaren Fokus hatte und dementsprechend auch ziemlich konsequent auf die WM-Berichterstattung verzichtete – zumal der Bundestrainer seinen Verein ein wenig stiefmütterlich behandelt hatte.

Seinen Verein, mit dem ich so gar nichts am Hut habe, ganz im Gegenteil, und den mir das Königsblog doch so nahe gebracht hat, dass ich einmal fast am Einwechselspielerraten teilgenommen hätte – ich hätte nur noch „Kommentar abgeben“ klicken müssen. (Einen Punkt hätte ich sogar bekommen.)

Vielleicht hätte ich mir doch einen professionellen Nachrufschreiber ins Boot holen sollen. Nun denn: Tschüss, Königsblog, war schön mit Dir. Und Du weißt ja, wie das mit Elvis ist, der noch immer lebt. J.R. kam auch zurück. Tony Almeida, klar, und Jack Bauer sowieso. Ich freu mich drauf.

Vielen Dank und bis bald, Herr Wieland.

Mal im echten Leben treffen? Termin blockieren!

Ich würde ja sehr gerne mal einige dieser Menschen treffen, deren Artikel und/oder Kommentare zu Fußballthemen ich ständig lese. Würde mit Herrn Wieland über Kevin Kuranyis WM-Chancen diskutieren wollen, Enno rückblickend nach der Bedeutung von „Welt Hertha Linke“ für den sportlichen Erfolg seines Vereins fragen, würde sehen wollen, wie rund der Trainer wirklich ist, und mir geheime Einblicke in die „Akte Catenaccio“ erhoffen.

Selbstverständlich würde ich auch sehr gerne mit anderen Bloggern, „großen“ und „kleinen“, mit „Nur“-Kommentatoren oder auch „Nur“-Lesern diskutieren; bisher weiß ich jedoch nur von den oben genannten Herren, dass sie dabei sein werden – und zumindest in einem Fall hängt selbst das noch vom Ausgang des DFB-Pokal-Halbfinales ab.

Wenn nämlich Schalke nach Berlin fahren sollte, könnte ich mir vorstellen, dass Herr Wieland dabei ist, anstatt sich mit einigen, gerne auch vielen Menschen, die sich regelmäßig in Fußballblogs herumtreiben, in Köln zu treffen. Am 15. Mai. Nachmittags. In den Abend hinein.

Catenaccio-Jens, Enno vom Hertha-BSC-Blog und Trainer Baade können sich indes genauso wenig für das Pokalfinale qualifizieren wie ich und werden nach Köln fahren. Ohne Programm, ohne Tagesordnung, und maximal mit dem Ziel, einen gemeinsamen Blogbeitrag zum Pokalfinale zu erstellen, zu dem jeder abwechselnd ein Wort beiträgt. Oder so.

Alternativ könnten wir natürlich dem DFB vorschlagen, uns alle für das an diesem Tag in Köln stattfindende DFB-Pokal-Finale der Frauen zu akkreditieren, schließlich hat der Verband eine lange, erfolg- und ereignisreiche Geschichte im Zusammenspiel mit Bloggern vorzuweisen.

Alles ist also im Fluss, irgendwann werden wir wohl auch um Anmeldungen bitten Anmeldungen nehmen die genannten Blogger (mich eingeschlossen) ab sofort gerne entgegen, um grob planen die Teilnehmerzahl abschätzen zu können. Bis dahin gilt: Datum vormerken, Termin verbreiten, und die eine oder andere Rückmeldung, ob ein grundsätzliches Interesse vorhanden ist, wäre auch ganz schön zusagen. Zwar würde ich meine oben genannten Fragen gegebenenfalls auch in kleiner Runde stellen, aber mehr ist in diesem Fall mehr, denke ich.

Falls sich übrigens die Blogbeiträge der genannten Herren in wesentlichen inhaltlichen Punkten unterscheiden sollte, so ist das nicht weiter schlimm hat das Methode und ist Teil eines größeren Plans, den wir alle rechtzeitig durchschauen werden.

Wie auch immer: ich freu mich drauf.

Outcoached

Mit den nordamerikanischen Profiligen in den verschiedensten Ballsportarten hab ich’s nicht so. Das mag zum einen daran liegen, dass meine Affinität zu den USA nicht sonderlich ausgeprägt ist, zum anderen an einer gewissen Abneigung gegen Closed Shops. Aber ich bin Laie und mache mir möglicherweise ein völlig falsches Bild. Dennoch bekomme ich als sportinteressierter Mensch manches mit und beneide die Nordamerikaner gelegentlich um ihre Sportsprache. Der Begriff „outcoached“ zum Beispiel ist so simpel wie aussagekräftig, auch wenn man über seine inhaltliche Berechtigung häufig unterschiedlicher Meinung sein kann.

Mein persönliches Paradebeispiel (wie gesagt: man kann da anderer Meinung sein) für eine Trainerleistung, die den Gegner allem Anschein nach völlig unerwartet getroffen und letztlich ganz offensichtlich überfordert hat, war die von Marcello Lippi im WM-Halbfinale 2006. Die deutschen Verantwortlichen waren schlichtweg nicht darauf vorbereitet, dass Lippi zu Beginn der Verlängerung so offensiv wechseln und 10 Minuten später sogar noch nachlegen würde. Der Ausgang ist bekannt.

Am Freitag habe ich mich ein wenig daran erinnert gefühlt. Selbst Professor Thon gab sich in der Pause des Spiels seines VfB Hüls FC Schalke 04 vollkommen überzeugt, dass Felix Magath die defensive Ausrichtung nicht verändern würde, und vermutlich sah man das auf Stuttgarter Seite ähnlich. Magath jedoch dachte nicht daran, die Erwartungen zu erfüllen und brachte für den defensiven Matip mit Alexander Baumjohann einen offensiven Spieler und ließ den zweiten „10er“, Ivan Rakitic, etwas hinter ihm agieren. Ehe der VfB sich versah (und natürlich unter Zuhilfenahme individueller wie auch kollektiver Aussetzer), hatte Schalke Jens Lehmann zweifach bezwungen, agierte insgesamt offensiver und hielt das Spielgeschehen zusehends aus der eigenen Hälfte heraus. Dem VfB gelang es nicht, nach dem zweiten Rückstand nochmals vernünftig ins Spiel zu finden, sodass man hinterher zwar angesichts der Gelegenheiten aus der ersten Hälfte mit dem Ergebnis hadern, letztlich aber nicht von einer unverdienten Niederlage sprechen kann – eben weil man gegen Ende des Spiels nicht mehr in der Lage war, Druck zu entwickeln.

Zwar stand in den letzten 10 Minuten mit Marica ein zusätzlicher Stürmer auf dem Feld, doch wenn der Preis dafür ist, dass Cacau den Spielmacher geben soll (und noch dazu von den Mitspielern tatsächlich jeden Ball bekommt), halte ich das für keine gute Lösung. Es war offensichtlich, dass Schalke vor dem Duo Hleb-Molinaro einen Heidenrespekt hatte, und selbst wenn die beiden nicht so häufig auf die Grundlinie durchkamen wie in den Spielen zuvor, entwickelten sie doch weitaus mehr Gefahr als die im Offensivspiel kaum vorhandene rechte Seite. Kurz: zum ersten Mal bin ich der Ansicht, dass der Trainer Aliaksandr Hleb nicht hätte vom Platz nehmen sollen.

So bleibt unter dem Strich eine ärgerliche, weil unnötige Niederlage gegen eine taktisch disziplinierte Schalker Mannschaft mit einem  Torwart, den Herr Wieland in seiner treffenden Analyse völlig zurecht über den grünen Klee lobt. Auf Stuttgarter Seite war Zdravko Kuzmanovic sehr auffällig, was allerdings mit einem eher blassen Sami Khedira einher ging. Ich weiß nicht, ob die taktische Vorgabe des Trainers lautete, dass Khedira eher den Träsch geben und Kuzmanovic in stärkerem Maß nach vorne spielen solle; letztlich würde ich mir von den beiden aber ein noch überraschenderes Wechselspiel erhoffen. Wobei die Wahrscheinlichkeit, dass Khedira in der nächsten Saison noch mit von der Partie ist, derzeit von Woche zu Woche sinken dürfte bzw. bereits jetzt ein all-time low erreicht haben könnte.

Interessant finde ich übrigens, dass man es ohne genauere Kenntnis der Abseitsregel zu 23 Profijahren und 61 Länderspielen bringen kann (sinngemäß: „Es wäre nur dann kein Abseits gewesen, wenn Westermann den Ball nach hinten bzw. quer gespielt hätte“), und gar possierlich war Olaf Thons Versuch, in einem Satz gleichzeitig Jens Lehmann für dessen „Spielchen“ in Sachen WM-Torwart zu rügen und seinerseits nicht nur Manuel Neuer zu pushen, sondern auch noch die Kompetenz der Verantwortlichen bei der Nationalmannschaft in Frage zu stellen: „Jeder sieht, dass er der Beste ist.“

PS: Falls jemand fragt, wer den Part von Fabio Grosso als Sympathieträger Nr. 1 übernommen habe: Heiko Westermanns ständiges Gemecker über die Entscheidungen von Lutz Wagner ging mir ziemlich auf den Geist.

In einer Reihe mit den ganz Großen.

Nach Trainer Baade, Jens von Catenaccio und dem Königsblogger Herrn Wieland hatte ich kürzlich die Ehre,  zum Ehrenspielführer ernannt von mylaola.de, der „Community für Fussball-Fans und Profispieler“ in der Reihe „Fussi-Blog des Monats“ zu meinem Bloggerdasein sowie zur aktuellen Situation des VfB Stuttgart befragt zu werden.

Der Titel des Beitrags bei mylaola bezieht sich auf das zweite Thema, und irgendwie gefällt er mir nicht so recht, inhaltlich:

Der VfB Stuttgart steht zu Recht auf Platz 15

Ich will mir nicht Gagelmann wünschen.

Herr Wieland vom Königsblog hat vor ein paar Tagen analysiert, welche Schiedsrichter seinen Schalkern in den vergangenen Jahren die meisten Punkte gebracht haben – eine recht gute Quote hatte dabei Dr. Brych, mit dessen Leistung ich am Samstag beim Spiel des VfB gegen Schalke nicht ganz einverstanden war.

Nun hat er -ich war dem Vernehmen nach nicht ganz unschuldig- nachgelegt und das Ganze auf alle Vereine ausgeweitet, mit fatalen Folgen: demzufolge müsste ich mir künftig für jedes Spiel Peter Gagelmann wünschen, den ich gemeinsam mit Babak Rafati für den schwächsten Bundesligaschiedsrichter halte. Puh, nicht schön.

Immerhin kann ich nun guten Gewissens sagen, dass meine bisherige Schiedsrichterbewertung offensichtlich nicht ergebnisabhängig erfolgte, ganz im Gegenteil: in den letzten drei Jahren hat der VfB jedes von Gagelmann geleitete Spiel gewonnen, Punkteschnitt: 3,0. Mit Dr. Brych liegt er bei 0,8.

Übersicht: Königsblog (Klick auf Tabelle führt dorthin)

Ich hab noch nie gegen den Trainer gespielt.

Nach knapp 20 Minuten musste ich unweigerlich an Günter Perl denken. Und fragte mich, wieso sich Herr Wieland Perl wünscht, wenn er doch Brych haben kann. Schiedsrichter Dr. Felix Brych hatte bis dahin drei durch die VfB-Brille klare gelbe Karten an die Herren Höwedes, Kuranyi und Bordon nicht gegeben (Rafinha will ich, gegen meine innere Überzeugung, beim frühen Zusammenprall mit dem konternden Cacau nichts Böses unterstellen). Dass sich Dr. Brych Minuten später seiner Karten erinnerte und deren zwei an Magnin und Khedira verteilte, verbesserte sein Ansehen in der Cannstatter Kurve nicht.

Aber das nur am Rande – am Schiedsrichter lag es nicht, dass der VfB wieder einmal am mittlerweile bekannten Mix aus zu einfachen Gegentoren und mangelnder Durchschlagskraft vor dem gegnerischen Tor scheiterte. Immerhin: einige klare Torchancen waren diesmal zumindest vorhanden, und wenn der insgesamt vielversprechend auftretende Zdravko Kuzmanovic ein Torjäger wäre, hätte das Spiel früher eine Wende nehmen können. Insgesamt trat der VfB deutlich stärker und leistungsbereiter auf als in den letzten Spielen; eine auch spielerisch inspirierte Vorstellung konnte man wohl nicht erwarten.

So zog man denn auch bei der Presse die Schlussfolgerung, dass die Mannschaft zumindest nicht gegen den Trainer gespielt habe – in meiner Naivität glaube ich ja ohnehin noch immer, dass Fußballspieler eher selten bewusst verlieren wollen, um dem Trainer zu schaden. Ich selbst hab’s zumindest noch nie getan, dabei wäre mein Verlust an Punktprämien *sehr überschaubar* gewesen. Wie gesagt: im vorliegenden Fall haben sich die VfB-Spieler nicht verdächtig gemacht. Ob Markus Babbel die richtigen Maßnahmen ergriffen hat, bleibt indes zu diskutieren:

Aufstellung:
Die Umstellung auf eine Mittelfeldraute war ebenso erwartet worden wie die daraus resultierenden kritischen Punkte. Mit Kuzmanovic und Khedira hatte man auf den Außen- (bzw. Halb-) Positionen im Mittelfeld spielstarke, ballsichere Leute, die allerdings beide gerne und viel nach innen drängen und nicht zu Protagonisten schnellen Flügelspiels taugen; die Außenverteidiger Magnin und Celozzi, die diese Aufgabe übernehmen könnten (besser: sollten), konzentrierten sich auf ihre Defensivarbeit, was angesichts der letzten Spiele nachvollziehbar ist, den eigenen Stürmern aber auch keine Freude bereitet haben dürfte. Christian Träsch spielte im defensiven Mittelfeld das, was man früher einen „Ausputzer“ nannte. Kann man machen, nimmt dann aber bewusst in Kauf, dass der Spielaufbau im Mittelfeld über die beiden Halbspieler erfolgen muss. Aliaksandr Hleb konnte nicht verhindern, dass die Diskussionen aus der Saison 2003/04 (dem „Jahr 1 nach Balakov“) wieder aufgegriffen wurden, die in aller Regel zu dem Schluss kamen, dass er keine „10“ ist. Wenn die Raute wirklich das System der Wahl sein sollte und man einen klassischen Spielmacher einsetzen will, wird man nicht umhin kommen, auf Elson oder Bastürk zurückzugreifen.

Auswechslungen:
Nach 30 Minuten habe ich mich gefragt, wieso Celozzi immer noch auf dem Feld ist. Nach 66 Minuten war ich ganz sicher nicht der einzige, der sich gefragt hat, wieso Babbel Celozzi vom Feld nimmt, nachdem dieser sich nicht nur defensiv gefangen hatte, sondern nach der Pause derjenige war, der endlich für etwas Belebung auf der Außenbahn sorgte, während dem an der Außenlinie bereit stehenden Hilbert genau dies zuletzt eher selten gelungen war. Julian Schieber hat sich einmal mehr bewährt. Natürlich kann man diskutieren, ob man ihn als dritten Stürmer hätte bringen sollen; andererseits wäre wohl alles richtig gewesen, wenn man nach dem von ihm initiiterten Ausgleich die Schalker nicht zur erneuten Führung eingeladen hätte. Eine gute Viertelstunde wäre geblieben, man war am Drücker, hatte die Defensive nicht aufgelöst, kurz: man hatte die besseren Karten. Elson kam hingegen zu spät. Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich ihn nicht für den Spieler halte, der das Offensivspiel des VfB auf Dauer bestimmen kann; Impulse als Einwechselspieler kann er gleichwohl setzen. 12 Minuten erscheinen mir dafür jedoch etwas kurz, gerade wenn man sich etwas mehr Inspiration erhofft und vor allem keinen anderen Spieler auf dem Feld hat, der in der Lage ist, einen Eckball oder Freistoß auch nur annähernd gefährlich vor das Tor zu bringen.

Letztlich bleibt eine bittere Niederlage, die man eigenen Nachlässigkeiten sowie natürlich einem gut organisierten und effektiven Gegner zuzuschreiben hat. Und die Frage, ob Günter Perl den Treffer von Kuzmanovic wenige Minuten vor Schluss auch abgepfiffen hätte.

Die Gnade der späten Heimkunft ?

Da ich den gestrigen Sieg des VfB in Gelsenkirchen nur rudimentär verfolgen konnte, schreibe ich einfach mal ein bisschen ab. Ach Mist, Hirngabel ist ja im Urlaub arbeiten. Dann halt bei Enno:

Das Saisonziel Uefa-Cup ist [wahrscheinlich] erreicht. Platz fünf kann uns [wohl] keiner mehr nehmen. Alles, was jetzt noch folgt, ist eine Zugabe. Entsprechend zufrieden bin ich mit der Saison schon jetzt. Und es sind immer noch sechs Punkte zu vergeben, wobei Hertha der VfB aus eigener Kraft sogar noch die Qualifikationsspiele zur Championsleague erreichen kann. Egal was jetzt noch passiert, Hertha der VfB hat eine riesige Saison Rückrunde gespielt.

Und mal ganz ehrlich: Wer hätte das zu Beginn der Spielzeit Rückrunde gedacht? Dass Hertha der VfB ganz oben mitspielt?  Mindestens Platz fünf  erreicht [sag ich mal] und zwei Spieltage vor Schluss noch Chancen hat, die Meisterschaft zu gewinnen?

Wie gesagt: ich habe nicht allzu viel vom Spiel sehen können; auf Basis der  letzten 30 Minuten bin ich allerdings ganz froh, dass es nicht mehr war – zu anstrengend gestaltete sich die Sache für mein Nervenkostüm. Lehmanns zweiter Flankenfehlgriff innerhalb weniger Tage, Boulahrouz‘ und Träschs Geleitschutz bei Kuranyis anderer Kopfballchance, Schiedsrichter Kempters Sympathie für Rafinhas Fallsucht (ich weiß, die ist Legende – ändert nichts daran, dass sie auch gestern zum Tragen kam), Maricas Fehlschuss aus kürzester Distanz, Gebharts zögerlicher Abschluss (unabhängig davon, ob man Elfmeter hätte pfeifen können) – mir hat eine halbe Stunde gereicht.

Um nicht missverstanden zu werden: ich spreche von der nervlichen Belastung; die Leistung des VfB fand ich in dieser Phase hinsichtlich Kampf und taktischer Disziplin völlig in Ordnung (davor soll es auch auch spielerisch gut gewesen sein), die Konter haben mir teilweise gut gefallen, und Schieber hat mehr als nur aufblitzen lassen, weshalb man so große Stücke auf ihn hält. Khedira war sich für taktische Fouls nicht zu schade, Hitzlsperger beruhigte, und Marica zeigte sich, wie soll ich sagen, taktisch gewieft. Im Königsblog sieht Torsten darin freilich eher Zeitspiel – vermutlich nicht zu unrecht, aber wer will das den Spielern verdenken? Da ist schlichtweg der Schiedsrichter gefordert, der es aber – zu meinem Unverständnis, wenn auch in diesem Fall keineswegs zu meinem Verdruss – bei den üblichen drei Minuten beließ.

Wie auch immer: 2:1 gewonnen, 6 Punkte Vorsprung auf Platz 6, ein Heimspiel vor der Brust. Nachdem ich am Dienstag noch etwas betrübt war ob der Siege von Bayern und Hertha (Wolfsburg hat ja Dortmund geschlagen, das geht in Ordnung), überwiegt nun doch eindeutig die Zufriedenheit mit diesem 32. Spieltag.

Gruß an probek, übrigens.

Nachtrag:
Vom OM-Gastspiel in Nizza hab ich sogar überhaupt nichts gesehen, und auch dort hat man gewonnen, dem Vernehmen nach zudem recht entspannt. Vielleicht sollte ich einfach grundsätzlich nicht mehr zuschauen, wenn das  solche Ergebnisse zur Folge hat.

Bochum ist viel schöner als Berlin… oder so

Für alle Fußball-Blogger (im weiteren Sinne, sag ich mal – also zumindest so weit, dass ich mich auch dazu zählen dürfte, glaube ich) organisieren Enno von Welt Hertha Linke und Torsten vom Königsblog zum Pokalfinale einen Fernseher. Und eine Kneipe. In Bochum. Nähere Informationen gibt es hier und hier.

Mir gefällt die Initiative (vor allem die spontane Entstehung) sehr gut; dennoch werde ich wohl aus familiären Gründen passen müssen und die Chance verpassen, Meisterschaftsendspurt und Pokalfinale mit lauter, äh, Experten zu diskutieren.

Mal schauen, ein kleines Hintertürchen ist da noch.