Verbalbeurteilung

Jens zeigte sich das ganze Jahr über sehr motiviert und engagiert. Seine Leistungen waren, von wenigen Ausnahmen abgesehen, stets gut, teilweise sehr gut. Aufgrund seines ausgeprägten Gerechtigkeitssinns genießt er in der Gemeinschaft hohes Ansehen, schießt aber auch gelegentlich über das Ziel hinaus. Sein Wissen gibt er jederzeit gerne weiter, auch unaufgefordert. Mitunter sollte er mit dem Eigentum anderer (Turnbeutel!) sorgsamer umgehen.

Christian brauchte zunächst ein gewisse Zeit, um sich an das höhere Niveau zu gewöhnen. Dank seines großen Fleißes gelang es ihm insbesondere im zweiten Halbjahr, seine Leistungen zu stabilisieren und sich zudem voll in die Gruppe zu integrieren. Christian ist außergewöhnlich lernwillig, läuft jedoch gegenwärtig Gefahr, aufgrund äußerer Einflüsse den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun.

Ricardo kam erfreulich gut über den Abschied von seinem besten Freund hinweg, der die Gruppe zum Halbjahr verließ. Er zeigte sich deutlich disziplinierter als in den Vorjahren und verdiente sich in verschiedenen Bereichen zumeist gute Noten. Konnte in den letzten Monaten krankheitsbedingt leider nur bedingt teilnehmen.

Khalid konnte in seinem ersten Jahr in Cannstatt seine Fähigkeiten nicht immer unter Beweis stellen. Er war des öfteren unkonzentriert und zeigte sich ob der Konsequenzen zunächst nicht sehr einsichtig. Im Lauf des zweiten Halbjahres integrierte er sich deutlich besser und übernahm gelegentlich Verantwortung in der Gruppe.

Serdar erwies sich zu jedem Zeitpunkt als zuverlässig und leistungswillig. Hinweise und Ratschläge setzte er positiv um, übernahm zunehmend Verantwortung in der Gruppe und erwarb sich ein entsprechendes Ansehen. Sein Auftreten war stets höflich und ordentlich, lediglich im Sport zeigte er sich dynamisch und aggressiv. Die altersbedingte Schwäche für Nebensächlichkeiten (Haarbänder) muss er in den Griff bekommen.

Matthieu war auch im abgelaufenen Jahr ein Fixpunkt in der Gruppe. Nicht zuletzt aufgrund seiner stets guten Leistungen hat sein (leises) Wort Gewicht, seine Freunde können sich an ihm orientieren und bei Bedarf anlehnen. Es wäre ihm zu wünschen, dass er, insbesondere für seine französischen Leistungen, auch außerhalb der Gruppe eine etwas höhere Wertschätzung erführe.

Georg verpasste leider seit dem Winter wegen zweier Krankheitsphasen einige Wochen, holte aber das Verpasste jeweils in kürzester Zeit nach. Dabei deutete er seine Fähigkeiten nicht nur an, sondern erfüllte die Erwartungen auch in schwierigen Situationen über die Maßen. Für seine weitere Entwicklung wäre ein Verbleib über die angedachte zeitliche Begrenzung hinaus wünschenswert.

Ludovic neigte auch im vergangenen Jahr zu Leichtsinn und Sprunghaftigkeit, konnte jedoch gerade im zweiten Halbjahr endlich wieder an seine Leistungen aus dem vorvergangenen Jahr anknüpfen.  Sein Humor und seine positive Grundhaltung förderten die Gemeinschaft. Zwar litt gelegentlich die Konzentration ein wenig; insgesamt bewegte er sich gleichwohl im Rahmen der Erwartungen.

Arthur konnte seine Fähigkeiten in diesem Jahr nur selten unter Beweis stellen. Es liegt nun an ihm, mit überzeugenden Leistungen deutlich zu machen, dass er auch mittelfristig den Anforerungen gewachsen ist. Eine Veränderung bereits zum kommenden Jahr ist nicht zwingend erforderlich, könnte aber in seinem Sinne sein.

Roberto ist jederzeit ein Vorbild an Engagement und Begeisterung, was sich mitunter in einer gewissen Übermotivation niederschlägt. Seine häufigen Unkonzentriertheiten, die er dann mit großem Eifer auszubügeln versucht, beeinflussen nicht nur seine persönliche Beurteilung, sondern schaden auch der Ordnung und Organisation in der Gruppe. Die Identifikation mit der Gemeinschaft ist beispielhaft.

Elson hat seinen Rückstand aus der Vergangenheit mit beispielhaftem Fleiß aufgeholt – teilweise erzielte er gar überdurchschnittliche Resultate – und hat so den zwischenzeitlich drohenden Ausschluss abgewendet. Er sollte weiter hart an sich arbeiten, sein Leistungsniveau stabilisieren und standardmäßig aus punktuellen Erfolgserlebnissen Motivation ziehen.

Timo ist innerhalb weniger Monate ein fester Bestandteil der Gruppe geworden. Wenngleich es ihm gelegentlich an Zielstrebigkeit und Disziplin mangelt, erfüllt er doch zumeist die Anforderungen und zeigt sich dabei häufig sehr kreativ. Nicht immer kommt er seinen Aufgaben für das Funktionieren der Gemeinschaft in ausreichendem Maß nach. Dies sollte sich aber im kommenden Jahr beheben lassen.

Martin gelingt es nicht immer, sein Interesse an den ihm zugewiesenen Aufgaben zu vermitteln, selbst wenn er tatsächlich sehr konzentriert und zielstrebig bei der Sache ist. So zeigt er sich zwar bei der zentralen Kleingruppenarbeit stets zuverlässig und diszipliniert; in Randbereichen wirkt er indes gelegentlich träge. Insgesamt scheint sein Arbeitstempo verbesserungswürdig zu sein.

Thomas hat im vergangenen Jahr eine große Verantwortung für die Gemeinschaft übernommen. Zunächst haben seine Leistungen ein wenig darunter gelitten, ehe er unter neuen Lehrpersonal nochmals einen enormen Sprung nach vorne machte. Bei seinen seltenen Fehlzeiten tritt sein anhaltendes Bemühen um die nötige Ordnung besonders deutlich zutage. Sollte in stärkerem Maße versuchen, “den Ball flach zu halten”.

Sami ist zwar einer der Jüngsten, zählt aber in vielen Situationen zu denjenigen, die die Richtung vorgeben. Er übernimmt Verantwortung, ohne sich in den Mittelpunkt zu stellen, und erfüllte bereits seit Mitte des ersten Halbjahres die gestellten Anforderungen in besonderem Maße. Er ist fleißig, fokussiert, ehrgeizig, hat seine Arbeitsgeschwindigkeit erhöht und lässt sich auch von Haarbändern nicht ablenken.

Yildiray konnte in diesem Jahr, auch aufgrund zahlreicher Fehlzeiten, nicht die geforderten Leistungsnachweise erbringen. Ein Gespräch ist erwünscht.

Pavel konnte das aus den Vorjahren gewohnte Leistungsniveau nicht ganz halten und entschloss sich bereits zum Halbjahr, die Gruppe zu verlassen. Bis dahin, und auch darüber hinaus, genoss er ein in jeder Hinsicht hohes Ansehen.

Jan zeigte sich insgesamt nicht konstant genug. Immer wieder deutete er seine Fähigkeiten an, hatte aber auch einige Besorgnis erregende Ausreißer nach unten. Im kommenden Jahr liegt es an ihm, seine künftigen Perspektiven aufzuzeigen. Ein Gespräch ist erwünscht.

Mario erreichte das ganze Jahr über ein beständig hohes Leistungsniveau und übernahm in zunehmendem Maß Verwantwortung für die Gemeinschaft. Im ersten Halbjahr schien er sich in Gruppenarbeiten nicht auf seine Freunde verlassen zu wollen und wirkte bisweilen übermotiviert. Insgesamt trug er maßgeblich zur Leisterungssteigerung der gesamten Gruppe bei. Sein umzugsbedingter Weggang ist bedauerlich.

Claudemir hat sich nach einem durchwachsenen ersten Halbjahr deutlich gesteigert und in den letzten Monaten hervorragende Leistungen erbracht, die über die Gruppe hinaus Anklang fanden. Besonders hervorzuheben ist sein Engagement in den Fächern Religion und Gemeinschaftskunde. Die gezielte Förderung seines Sozialverhaltens durch das neue Lehrpersonal trug ebenfalls Früchte.

Ciprians Leistungen der letzten Monate waren sehr unbeständig. Häufig widerlegte er daher die aufgrund aktueller Entwicklungen gehegten Erwartungen – im Guten wie im Schlechten. Positiv ist sein im Vergleich zum Vorjahr gestiegenes Engagement zu sehen, wobei auch hier zuletzt wieder ein Rückgang zu verzeichnen war. Seine weitere Entwicklung ist nur bedingt vorhersehbar. Ein Gespräch ist erwünscht. Gesprächssprache: deutsch.

Julian zeigte, aus einer tieferen Klasse kommend, dass er den Anforderungen gewachsen ist und wurde dementsprechend in die Gruppe integriert. Bisweilen noch ein wenig schüchtern, deutete er seine Fähigkeiten an. Wenn er so weiter macht, wird der Abschluss auch in der höheren Klasse kein Problem darstellen.

Markus hat in besonderem Maß vom Wechsel des Lehrpersonals profitiert. Seither übernimmt er Verantwortung, wirkt motivierend und geht stets mit gutem Beispiel voran. Er weiß sein Leistungsvermögen einzuschätzen und gleicht etwaige Defizite mit zusätzlichem Unterricht aus. Übermäßige Belastungen durch den Zusatzunterricht sind zu vermeiden.

Armin konnte seine Fähigkeiten im ersten Halbjahr nicht mehr im gewohnten Maß einbringen. Aufgrund ausbleibender Leistungsnachweise war sein Ausscheiden unvermeidlich.

95 Minuten reichen nicht.

Nun kann man sich also auch nicht mehr darauf verlassen, dass der VfB wenigstens seine Heimspiele gewinnt: die heutige Partie gegen den 1. FC Köln ging mit 1:3 verloren. Zwar waren die Stuttgarter über weite Strecken des Spiels die feldüberlegene Mannschaft; einmal mehr waren sie jedoch in der Offensive nicht zwingend genug und machten hinten entscheidende Fehler, die die Kölner zu einem letzlich redlich erarbeiteten Sieg nutzten.

Im Vorfeld des Spiels war immer wieder von der im bisherigen Saisonverlauf gut organisierten Kölner Defensive die Rede gewesen, die zu überwinden Geduld erfordere. In der Vorwärtsbewegung seien die Gäste indes nach einer Systemumstellung gegenwärtig nicht so stark. Letzteres war nach drei Spielminuten widerlegt. Der VfB zeigte sich jedoch nur kurz beeindruckt und zeigte einige schöne Angriffe, von denen Khedira zumindest einen hätte erfolgreich abschließen müssen.

Mitte der ersten Halbzeit setzte sich auf Stuttgarter Seite wieder der allzu bekannte Trend zum Querpass durch. Die Folge war zum einen leichteres Spiel für die Kölner Abwehr, zum anderen steigender Unmut in der Cannstatter Kurve, aus der zur Pause erneut Pfiffe ertönten. [Auch mancher Blogger (-> Hirngabel) hat “ein wenig die Schnauze voll”]. Nicht sehr schmeichelhaft ist zudem der verschiedentlich gezogene Vergleich mit der Spielweise der Nationalmannschaft um die Jahrtausendwende.

Diese Spielweise änderte sich auch in der zweiten Hälfte kaum; erst nach dem geschenkten 0:2 zeigte der VfB wieder mehr Engagement und kam zum verdienten Anschlusstreffer. Überraschenderweise fiel dieser sogar nach einer Standardsituation – es war die einzige halbwegs gelungene im Spiel, das sich also in dieser Hinsicht nicht von den letzten Partien unterschied. Die weiteren Bemühungen um den Ausgleich waren nicht zwingend genug, während die Kölner ein weiteres Geschenk zum trotz geringerer Spielanteile keineswegs unverdienten 1:3 annahmen.

Der VfB hat sich mit dieser Niederlage bis auf weiteres aus der Verfolgergruppe verabschiedet, in die er mit dem aktuellen Leistungsstand wohl auch nicht gehört – wie Trainer Veh zuletzt mehrfach unterstrich: Die Tabelle lügt nicht. Der Mannschaft mangelt es an Kreativität im Angriff, an Tempo im Spiel nach vorne, manchmal vielleicht am letzten Willen zum Torerfolg, und mitunter offenkundig an der nötigen Konzentration in der Defensive. Im Vergleich zu den Vorjahren fällt zudem auf, dass es “den” Spieler im Mittelfeld, dem man in engen Situationen den Ball geben kann, damit er sicher in den eigenen Reihen bleibt, nicht gibt. Im Meisterjahr hatte diesen Part Pavel Pardo inne, in der vergangenen Saison übernahm die Rolle verstärkt Thomas Hitzlsperger. Dieses Jahr wird am ehesten noch Sami Khedira diesem Anspruch gerecht; den beiden anderen gelingt es nur noch bedingt, bei Hitzlsperger traf heute nahezu das Gegenteil zu: die wenigsten Bälle kamen an, und wenn doch, dann auf Knie- oder Hüfthöhe.

Zahlreiche Fehlpässe unterliefen auch Roberto Hilbert, der zudem nicht sehr glücklich flankte und fahrlässig den dritten Treffer verursachte. Gleichwohl hätte sich auch heute wieder manch einer eine Scheibe von ihm abschneiden können: wie kein anderer strahlt Hilbert 90 95 Minuten lang große Leidenschaft aus, bemüht sich stets um eine Beschleunigung des statischen VfB-Spiels, und zeigt in jeder Phase unbedingten Siegeswillen.

Abschließend noch ein Satz zum Schiedsrichter: Während des Spiels hätte ich mir gewünscht, dass Herr Kinhöfer das teilweise übertriebene Zeitspiel der Kölner stärker in Form von persönlichen Strafen ahnde -wenigstens die wahrlich dreisten Womé und Mondragon sahen doch noch gelb-; im Endeffekt halte ich es aber für richtiger, konsequent nachspielen zu lassen, wie es Kinhöfer, trotz vehementer Kölner Proteste, getan hat. Chapeau.