Somebody called them Sebastian

Erstmals in der laufenden Saison kamen bei der zweiten Mannschaft des VfB im heutigen Spiel gegen die Bremer Reserve fünf Spieler mit Namen Sebastian zum Einsatz. Die Herren Enderle, Hertner, Hofmann, Rudy und Wolf konnten jedoch nichts an der leistungsgerechten 0:1 Niederlage ändern.

Etwas ernsthafter: Manches im Spiel des VfB II erinnerte an die Bundesligamannschaft. Sven Schipplock im Sturm mühte sich redlich, konnte aber so gut wie keine Torgefahr entwickeln. Im Mittelfeld war man mit lauter spielstarken Leuten besetzt, und doch gelang es Rudy, Didavi, Hertner und dem sehr präsenten Funk nur zu Beginn und in den letzten zwanzig Minuten, die Bremer Hintermannschaft mit ihrem Spiel in Verlegenheit zu bringen. In der Abwehr war man zwar weitgehend Herr der Lage; einige Stockfehler in der zweiten Hälfte ließen jedoch erahnen, dass der erste ernsthaft vorgetragene Bremer Angriff der zweiten Hälfte ein Gegentor mit sich bringen würde. Zurecht.

Bremen zeigte sich insgesamt robuster und nahm letztlich verdient 3 Punkte mit – somit entschied auch Pascal Testroet das 18mal18-interne Duell mit Sebastian Rudy für sich, über das es nebenan etwas mehr zu lesen gibt.

Hier hingegen gibt’s nur noch kurz was zu hören:

Enderle!

Heute abend hatte ich erfreulicherweise wieder einmal die Gelegenheit, ein Spiel der VfB-Amateure (jaja, ich weiß: die dritte Liga ist ein Profiliga und es heißt VfB II) zu sehen – tatsächlich war es das erste VfB-Spiel, das ich in der neuen Saison vor Ort verfolgen konnte, nachdem ich die ersten beiden Bundesligaheimspiele und die Partie gegen Timisoara urlaubsbedingt verpasst hatte.

Die Hoffnung, bei der gut in die Saison gestarteten zweiten Mannschaft begeisternden Fußball zu sehen, wurde allerdings nicht erfüllt. Zwar kann ich nicht beurteilen, inwiefern das am Fehlen der bei DFB-Lehrgängen weilenden Patrick Funk und Sebastian Hertner lag; letztlich war das Spiel der Stuttgarter jedoch zu statisch, manchmal behäbig, wenig aggressiv und viel zu selten torgefährlich. Da die Defizite in der Vorwärtsbewegung mit verblüffenden Fehlern in der Defensive einhergingen, die Bayerns Sikorski gleich dreimal ausnutzte, verlor man völlig verdient mit 2-4.

Auch auf den Rängen war der Gastgeber deutlich unterlegen. Seitens des VfB beschränkte sich die Unterstützung der Mannschaft auf ein paar anfängliche Anleihen an die Gesänge der Profimannschaft und die vergleichweise frenetische Anfeuerung von Linksverteidiger Sebastian Enderle, dem eine allmählich wachsende Zahl von Unterstützern bei jedem Ballkontakt und unabhängig von der Spielsituation ein kurzes und zunehmend lauteres „Enderle!“ schenkte, mitunter auch ein passendes „Andale!“. Verständlich, irgendwie, schließlich wünschen wir uns doch alle einen Linksverteidiger, der den Herren Magnin und Boka Beine macht.

Ganz anders die Fans der Bayern-Amateure. Während es den Anhängern der dortigen Bundesligamannschaft bislang nicht gelungen ist, bei mir einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen (nicht in Stuttgart und erst recht nicht in München), empfand ich die Unterstützung der „kleinen Bayern“ als ausdauernd und kreativ und konnte mir das eine oder andere Schmunzeln nicht verkneifen. Und dabei hatten sie noch nicht einmal einen Enderle.