Eulen nach NRW tragen

Kurzzeitig sollte dieser Text mit “ Ode an Fokus Fußball“ überschrieben werden, was ich jedoch ziemlich rasch aus mancherlei Gründen verwerfen musste. So schien fraglich, ob ein so betitelter Beitrag überhaupt irgendeinen Leser (w/m) finden würde (abgesehen von den Fokusfußballern, vielleicht, aus naheliegenden Gründen) – zu eindrucksvoll und unstrittig ist Fokus Fußball, diese eierlegende Wollmilchsau des Fußballblogosquariums, längst in die Ruhmeshalle dieser unserer gar nicht so kleinen Nische eingegangen, als dass man mit einer angekündigten Lobhudelei (zumal es nicht meine erste wäre) noch irgendjemanden hinter dem Ofen hervorlocken könnte.

Nun zählt die Zahl der Leserinnen und Leser keineswegs zu den Dingen, die mich Tag und Nacht umtreiben; gleichwohl wäre es natürlich wünschenswert, dass eine Ode auch außerhalb des Kreises der Beodeten den einen oder die andere erreichte, der oder die mitschwelgt.

Das ist die eine Seite. Gleichzeitig schürte die Ankündigung einer Ode ja auch hohe Erwartungen. Denken wir nicht alle, wenn wir diesem kurzen Wörtchen begegnen, sogleich an Kommissar Keller die Ode To Naked Pop Stars oder andere Werke der Weltliteratur, an denen sich eine kurze textliche Belobigung nicht ohne Not messen lassen sollte – ganz abgesehen davon, dass die Ode per se geeignet scheint, einen latenten Lyrikverdacht zu befüttern, was niemand ernsthaft wollen kann.

Also trage ich ein paar Eulen nach NRW und sage noch einmal in aller Kürze – auch wenn es sich im Grunde nur um die Hinleitung zum eigentlichen, ganz unten folgenden Thema handelt – wie großartig Fokus Fußball ist. (So großartig zum Beispiel, dass ich es nun schon zum mindestens dritten Mal genannt und noch immer nicht verlinkt habe.) Naja, eigentlich steht da wieder nur, „wie großartig“ es ist, nicht aber, wie großartig es ist. Aber wie gesagt: Ruhmeshalle, bekannt. Nischenwissenskanon.

Vielleicht könnte ich gleichwohl noch einmal kurz betonen, dass ein Online-Leben ohne die tägliche Blog- & Presseschau kaum mehr vorstellbar ist. (Die Schreibweise ist doch bestimmt nur der Zeilenumbruchsvermeidung geschuldet, oder? Clever – sehen also nicht nur gut aus, die Fokusfußballer.) Ok, Kanon, Eulen. Aber vielleicht weiß die geneigte Leserin ja noch nicht um die Brillanz, Eleganz und Charmanz des Torspiels? Ah, ok. Weiß auch jeder. Dann brauche ich ja mit Collinas Erben gar nicht erst anzufangen.

Wobei: doch, da muss ich kurz was zu sagen. Podcasts sind nämlich so gar nicht meins. Ich verstehe mich eher als Leser. Sicher, beim Textilvergehen höre ich gelegentlich rein, weil ich die Leute mag und mich dann vom Thema und der Atmosphäre einfangen und fesseln lasse. An anderer Stelle klappt das selten. Klappte, muss ich sagen. Collinas Erben haben mich eingefangen. Des Themas wegen, und der Kompetenz.

Aber nicht nur. Ich höre den beiden Herren einfach gerne zu. Weil sie so gut und schön sprechen. Weil @lizaswelt die Souveränität besitzt, ein gedachtes „ähm“ geräuschlos durch eine Denkpause zu ersetzen, so er sie denn einmal braucht, und die Dinge beneidenswert präzise auf den Punkt bringt, weil Herr Refereese weit mehr ist als nur ein Stichwortgeber für den Fachmann, als der er selbst, wie bisweilen durchklingt, auch durchginge, weil sie beide, wie soll ich sagen, ziemlich gut Deutsch können. Selbstverständlichkeit? Das mag jeder so sehen, wie sie will.

(Nachtrag, aus guten Gründen und ohne konkreten Anlass: Auch beim Textilvergehen wird gutes Deutsch gesprochen.)

Was ich sagen wollte: Fokus Fußball ist gut. So gut, dass die geneigte Leserin ohnehin meist dort ist. Auch wegen der anderen Texte und Kategorien. Und sich nebenbei auch an LeserInnenbefragungen und sonstigem Getue beteiligt. Folglich also bestimmt schon an der Wahl zum Sportblogger-Award des Jahres 2012 teilgenommen hat.

All denjenigen aber, die das noch nicht getan haben, weil sie bisher keine Zeit oder keine Lust hatten, oder weil sie eben doch noch nicht so regelmäßig oder gar gar nicht bei Fokus Fußball vorbeischauen, all denjenigen möchte ich genau das jetzt zurufen: geht wählen!

Und habt Spaß mit den nominierten Beiträgen. Vielleicht kennt Ihr davon ja doch noch nicht alle, und ich habe keine Eulen irgendwohin getragen.

Ach so, fast vergessen: fokus-fussball.de.
Von Jens Peters und Klaas Reese.
(Nicht dieser Text hier ist von ihnen, sondern die Wollmilchsau.)

Wahlaufruf

Ein gutes neues Jahr erstmal.

Irgendwie hatte ich es versäumt, mich hier anständig in die Weihnachtspause zu verabschieden. Falls sich also jemand hierher verirrt haben sollte, beispielsweise nach dem Pokalspaziergang gegen den HSV, kann ich es zwar nicht ändern und werde mich auch gewiss nicht dafür entschuldigen, mich nicht dazu geäußert zu haben. Aber es wäre wohl ein freundlicher Service meinerseits gewesen, hier wenn schon keine Weihnachtsgrüße, so doch einen Hinweis auf die bis über den Dreikönigstag angedachte Offlinephase zu hinterlassen, wie ich es drüben bei Twitter zumindest ansatzweise tat.

Wie auch immer: ich bin wieder hier und war nie wirklich weg und so. Anders als die großartige Frau Jekylla. Die ist zwar ebenfalls wieder hier, aber sie war zwischendurch durchaus wirklich weg. Mo-na-te-lang. Ursprünglich sollte es zwar für immer sein, oder so ähnlich, aber das hatte ja damals schon niemand ernst genommen. Mittlerweile ist sie seit einigen Wochen wieder da, vielleicht sogar daer als zuvor, und hat sich über Weihnachten kurzfristig bereit erklärt, die diesjährige Wahl zum Sportbloggerbeitrag des Jahres zu beherbergen.

Die Wahl war dereinst in Jürgen Kalwas damaliger American Arena, die heute in ganz anderem Licht erstrahlt, ins Leben gerufen worde, darbte dann ein Weilchen und wurde im Vorjahr unter dem Dach des Sportbloggernetzwerks in den Räumen von Trainer Baade wiederbelebt.

Nun finden sich also bei Frau Jekylla erneut 11 zum Teil grandiose Beiträge, die gelesen und in Form einer simplen Abstimmung gegeneinander ausgespielt werden dürfen. Ich würde gerne in eine allgemeine Lobhudelei verfallen, laufe dann aber aufgrund des Umstands, dass auch einer meiner Texte auf die Shortlist gesetzt wurde (im Lauf des Jahres waren im Sportbloggernetzwerks kontinuierlich Beiträge in eine längere Liste aufgenommen worden, die eine kleine und hoch kompetente Jury aus den Reihen des Netzwerks „zwischen den Jahren“ kürzte), Gefahr, des Eigenlobs verdächtig zu werden.

Die Auswahl ist natürlich wie immer eine sehr subjektive, und viele (mich auch) mag es irritieren, dass beispielsweise Fitzelkönig Catenaccio, der Rotebrauseblogger, die Textilvergeherinnen und-vergeher oder zahlreiche andere von der jeweiligen Leserin besonders geschätzte Blogs nicht vertreten sind. Gleichzeitig bin ich gleichermaßen begeistert von den ausgewählten Texten (also von den anderen zehn, klar) wie erfreut ob der Qualität und Vielzahl der im Lauf des Jahres nominierten Kandidaten (und die Liste war gewiss nicht einmal ansatzweise vollständig), dass ich die Auswahl letztlich als eine begreife, bei der es, je nach gewünschter Darstellung, keinen Falschen hätte treffen können oder eben immer die Falschen getroffen hätte.

Versteht keiner? Egal. Hier geht’s lang.

 

Sportblogger-Beitrag des Jahres 2010

Werte Leserinnen und Leser,

es gibt da eine Eule, die ich gerne nach Athen trüge.

Oder wie soll man es sonst bezeichnen, wenn der Herr Kamke meint, auch nur einen seiner Besucher auf eine Aktion hinweisen zu müssen, die bei Trainer Baade läuft?

Aber vielleicht hat ja der eine oder andere doch mal was beim Trainer überlesen, oder sie braucht noch einen weiteren Anstoß, sich in das Thema zu vertiefen. Und wenn ich „das Thema“ sage, meine ich einige der möglicherweise besten Sportblogger-Beiträge des Jahres 2010, die drüben beim Trainer nach und nach vorgestellt werden und deren bester dann auch -nach öffentlicher Abstimmung – gekürt werden soll.

Es handelt sich um eine Aktion des Sportbloggernetzwerks, das eine schon etwas betagte Initiative des leider viel zu selten bloggenden, zumindest aber regelmäßig twitternden (und selbstverständlich anderweitig publizierenden) Jürgen Kalwa aufgegriffen hat und gerne eine Tradition daraus machen würde.

Das Netzwerk hat eine Auswahl gelungener Beiträge zusammengestellt, zur Gestaltung und Umsetzung des Ganzen haben sich der Trainer himself und der großartige Jens Peters von catenaccio.de bereit erklärt. Beste Voraussetzungen also, dass was Vernünftiges draus wird, denke ich.

Hier entlang, bitte.

Update:
Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass auch einer meiner Texte nominiert wurde.  Über ein Tor von Manfred Burgsmüller.

Sebastian Rudy – einer von 18.

Wieso denn einer von 18? Der VfB-Kader hat mehr als 18 Spieler. Der der U21 auch. Den Sprung von der VfB-Jugend in den Profikader haben auch schon mehr als 18 junge Leute geschafft. Was soll das also?

Die Antwort weiß in diesem Fall nicht der Wind. Vielmehr ist sie im neuen Projekt 18mal18 zu suchen und zu finden:

„18mal18 ist ein Experiment. 18 Autoren widmen sich je einem 18-jährigem Nachwuchsspieler aus einem der 18 Bundesligavereine. Die Autoren adoptieren den hoffnungsvollen Jungprofi für ein Jahr und begleiten ihn auf dem Weg vom Talent zum etabliertem Bundesligaprofi oder beim Zerplatzen der großen Träume.“

Zugegeben: Rudy ist 19. Andere Spieler auch, einzelne sind erst 17. Bisher sind nicht alle 18 Vereine vertreten. Und weil sich auch mal mehrere Blogger gemeinsam um einen Spieler kümmern, werden es letztlich mehr als 18 Autoren sein. Von denen ich einer sein darf.

Das Projekt, das für uns alle etwas von einer Wundertüte hat, ist im von probek gegründeten Sportbloggernetzwerk entstanden und hat sich in den vergangenen Wochen zunehmend konkretisiert. Initiiert, vorangetrieben und umgesetzt wurde das Ganze von Robert (parkdrei.de), sodass wir mittlerweile eine schöne Heimstatt, eine ganze Reihe von Autoren (der fußballinteressierte Leser und sein weibliches Pendant werden den einen oder die andere bereits kennen) und vor allem erste Texte haben, die heute und morgen sukzessive veröffentlicht werden.

Selbstverständlich freuen wir uns über Hinweise, Anregungen und Kommentare zum Projekt, über inhaltliche Kommentare sowieso, und wenn sich jemand berufen fühlt, eine der noch bestehenden Lücken zu schließen, möge er sich an Robert oder mich wenden.

Ach ja: hier gibt’s den ersten Rudy-Artikel.