sieben/zwanzigdreizehn

Der Allgäuer ist zäh, erzählt man sich. Vielerorts hat er sich durchgebissen.

Für Badstuber wird Brasilien sehr unwahrscheinlich nach zwei Kreuzbandrissen.

So darf sich nur ein Allgäuer darauf freun.

Ob links, ob rechts oder auch als falsche Neun –

schießt Götze das entscheidende Tor, sagt er sich klammheimlich: „Darauf geschissen.“

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Ob Fußball, ob Gartenschau (Bahn),
ob Tatort, Olympia-Wahn,
Was auch immer es ist –
er ist Großstadt-Chronist.
Diagnose: Neurose, urban.

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Weitere Adventsfünfzeiler gibt’s im Kalender.

Vergnügliche Münchner Neurosen

Mit der Überschrift ist im Grunde alles gesagt: es geht um den Stadtneurotiker. Nein, nicht um Alvy Singer, sondern um den Stadtneurotiker. Der uns mit Ansichten aus dem Millionendorf versorgt. Verwöhnt, möchte ich sagen. Indem er das tut, was ich selbst vor Augen hatte, damals, als ich dieses Blog eröffnete, und woran ich, nun ja, scheiterte: er schreibt über Gott und die Welt, über alles, was ihm grade vor die Flinte in den Sinn kommt. Und damit meine ich nicht, dass er irgendwelche Fundstücke unter die Leute bringt. Vielmehr lässt er uns an seinen Gedanken teilhaben. An seinen Meinungen, mit denen er nicht hinter dem Berg hält und die er auch nicht zu knapp begründet. Er schreibt über Politik, über Ungerechtigkeiten, Unzulänglichkeiten, Berufliches, Privates, über Tatorte und Fernsehen zum Gernsehen, und gar nicht so selten schreibt er über Fußball. Auch wenn der beim FC Bayern in der abgelaufenen Saison nicht immer im Mittelpunkt stand. Aber wem erzähle ich das alles? Ihr kennt ihn doch eh.

Der Stadtneurotiker hatte die schöne Idee – für mich zumindest war sie schön -, uns vor dem letzten Saisonspiel ein wenig über Fußball zu unterhalten. Über die Saison der Bayern und des VfB, in erster Linie, über Enttäuschungen, Überraschungen und skurrile oder anderweitig bemerkenswerte Pressekonferenzen, über Transfer(miss)erfolge und Nachwuchsförderung, und was einem halt sonst noch so in den Sinn kommt. Das Ganze lief ein wenig aus dem Ruder, das Tausendste folgte auf das Hundertste, von Struktur war nur noch bedingt die Rede, die Zeit lief davon, und letztlich beschäftigten wir uns keine Sekunde mit dem Anlass des Austauschs: dem Spiel am Samstag, bei dem die Bayern im besten Fall noch Platz 2 erreichen können, der VfB Platz 7.

Das ganze Opus gibt’s unzensiert drüben beim Stadtneurotiker zu lesen, gerne auch zu kommentieren. Falls ihn aber tatsächlich jemand noch nicht kennen sollte, habe ich hier eine Kurzcharakterisierung in 16 oder 17 Schritten, die Fragen kommen von mir, die Antworten von ihm:

Kraft oder Neuer?
Neuer.

Scholl oder Kögl?
Kögl. Weil er der erste war.

Hoeneß oder Beckenbauer?
Beckenbauer. Der beschimpft die Fans nicht und hat wenigstens schon als Trainer gearbeitet.

Sänger oder Dellwo?
Gehe ich nach dem Aussehen: Sänger.
Gehe ich nach der Musik (Led Zeppelin!): Dellwo.

Breitner oder Effenberg?
Effenberg bewirbt sich nicht um einen Posten beim FC Bayern…

Messi oder Maradona?
Maradona war irgendwie mehr Sex, Drugs & Rock’n’Roll.

Antwerpes oder Fisher?
Fisher. Die hat sich auch wirklich für meine Röcke interessiert.

van Bommel oder Schweinsteiger?
Schweinsteiger. Wobei ihm noch ein halbes Jahr van Bommel ganz gut getan hätte.

Coentrão oder van der Wiel?
Wenn schon, denn schon: Coentrão.

Manchester United oder Barcelona?
Trotz 1999: Manchester United. Wegen Rooney und Fergie.

Boerne oder Lindholm?
Boerne. Ich  kann mit dem Schauspiel von Maria Furtwängler nichts anfangen.

Sammer oder Bierhoff?
Sammer. Der hat wenigstens seine wenigen Haare nich gegelt.

Chefchen oder Pisser?
Chefchen. Ihn sehe ich weitaus lieber, als ich das Blatt lese.

Nivea oder Hattric?
Weleda.
[Wer wirbt eigentlich für die? – Anmerkung der Redaktion]

Schickeria oder Skandal?
Schickeria. Schwabinger Sozialisation. 

Trapper Toni oder Beckhambauer?
*fluchartig ab*
War „fluchartig“ Absicht oder hat es was mit Freud zu tun?
Nein, mit Willy.

Zum Stadtneurotiker.

I schänke Dir mis Härz.

Nachdem mein Feedreader bei der ersten Auflage noch überquoll, sind die Bloggerherzen im von mir beobachteten Ausschnitt gegenwärtig nochüberschaubar. Was mich nicht davon abhält, im Auftrag des stylespions erneut 5 Herzchen zu vergeben:

ein-herz-fuer-blogs_20090421

Neben der eher zufälligen Beschränkung auf 5 Blogs halte ich mich erneut an die ebenfalls selbst gewählte willkürliche Vorgabe, all jene Blogs außen vor zu lassen, die bei mir im Feedreader unter „Sport“ klassifiziert sind (und von denen nicht wenige in meiner leider nicht ganz aktuellen Blogroll auftauchen). Was an der einen oder anderen Stelle nicht stringent ist, weil die Entscheidung, ob ein Feed unter „Sport“ läuft oder nicht, gelegentlich von Einflussgrößen wie Bauchgefühl, Tagesform, Willkür oder Zufall geprägt ist. Egal. Genug der Vorrede.

So will ich gleich mit einem wunderbaren dreifachen Wortwitz beginnen, den es in dieser plumpen Form im ersten angepriesenen Blog glücklicherweise nicht zu lesen gäbe: heimlich(!), still(!) und leise(!) hat sich das spree:geflüster zu einem meiner Lieblingsblogs entwickelt. Peter Dessin und Mathias Bunkus sind die Hauptautoren, gelegentlich schaut auch ein saumseliger Herr namens Sebastian aus seinem Fenster; die Themen sind vielfältig, haben selten nichts mit Berlin zu tun, sind mitunter liebreizend und des öfteren GLitterarisch.

Wenn sich jemand in der Endlosschleife Murmeltiertag über verplemperte Zeit auslässt, entbehrt das nicht einer gewissen Ironie. Ironie find ich gut, und auch, wenn man gelegentlich rasch zur Sache kommt, aber eben nur gelegentlich.

Ihr Blog ist ein Sammelsurium, ihr Leben Zuhause eine Baustelle. Ute ist Piratin aus Überzeugung und schreibt auch darüber – also über Politisches und über weibliche Formen* den korrekten Umgang mit der deutschen Sprache.

Der Stadtneurotiker trägt gern Eurythmieschuhe, ist immer frühzeitig am Tatort und kommunikationstechnisch ganz vorne dabei. Wenn das nicht genügend Gründe für ein Herzchen sind…

Zwar ist die Aktion mit den Bloggerherzen eigentlich für deutschsprachige Blogs gedacht; vielleicht ist der eine oder die andere dennoch interessiert, in homöopathischen und nicht immer ganz leicht zu verdauenden Posen Dosen ein wenig englisch zu lernen: My First Dictionary

Womit ich meine fünf Herzen verschenkt hätte. Wiederum werden Beschimpfungen durch Unberücksichtigte von Akismet der Kommentarfunktion gerne entgegen genommen.

* Das stand da plötzlich, ganz ohne Hintergedanken, ich schwör! Und natürlich genau in dem Absatz, war ja klar.