Balakov

Mehrfach war im Stadion der Name Krassimir Balakov zu hören. Gelesen habe ich ihn auch schon, bei Twitter, in Foren, in Zeitungen. Schließlich hat der ja schon in den 90ern mit Bobic… und in Bulgarien haben sie ja auch zusammen… und noch mal kann man nicht so lange warten wie im letzten Jahr, als Babbel fast die ganze Saison ruiniert hätte. Der Gross bringt’s einfach nicht mehr. Steht während des Spiels stoisch an seinem Platz. Lässt Tasci nicht spielen. Wollte den Degen, der seit Jahren nicht mehr gekickt hat. Man sieht ja, wo’s hinführt. Drüsenfieber, pah. Ein sturer Hund ist er sowieso. Rudy hat er auch keine Chance gegeben. In Tottenham ist er doch auch gescheitert. Der kann auf Dauer nur in seinem Schweizer Biotop arbeiten. Wie alle Schweizer Trainer.

Und jetzt ernsthaft. Zwei Bundesligaspiele sind absolviert und der Erfolgstrainer der Rückrunde steht am Pranger. Das ist ein Stück weit entfernt von meiner Lebenswirklichkeit. Ungeachtet dessen ist die Situation nicht schön:

Der VfB ist Tabellenletzter. Die Spiele waren furchtbar. In den Pokalwettbewerben ist man, wenn auch glanzlos, weiter gekommen. Die Anhänger sind unzufrieden. Ich auch. Vielleicht auch wütend. Frustriert. Enttäuscht. Über die Spieler. Über den Trainer. Vor allem aber über die Vereinsführung, der Pete bei The Offside deutlich die Leviten liest:

“If they truly believe we can skate through the season without adequately replacing world class players then there’s a major problem in the fundamental workings of the club’s transfer policy and of personnel. C’mon. If you want to play with the big boys, you have to act like one. You can’t just be a feeder club for the rest of the world. Retain young talent. Make purchases when reinforcements are needed. Hell, once in a while you may even have to overspend a little if you’re in dire need of reinforcements.”

“Make purchases when reinforcements are needed.” Punkt. Das hat man versäumt. Schließlich war lange klar, dass man auf den offensiven Außenpositionen Nachbesserungsbedarf hat. Sicher, man hat sich schon länger um Zugänge auf diesen Positionen bemüht. Um talentierte Zweitligaspieler wie Traoré, später auch um Jungnationalspieler wie Weiss oder Ayew. Talente, wie gesagt, möglicherweise gar Ausnahmetalente. Aber wir sprechen von einem Jahr, in dem der VfB die Erfahrung aus knapp 200 Länderspielen, um die 900 Bundesliga- und annähernd 500 Premier League Einsätzen verliert. Das erscheint mir ein bisschen gewagt. Und es würde mich sehr wundern, wenn Christian Gross das anders sähe. Er hätte sich vermutlich gewünscht, dass man sich früher und ernsthafter um adäquaten Ersatz bemüht. Möglicherweise teuren Ersatz, aber “Hell, once in a while you may even have to overspend a little if you’re in dire need of reinforcements.”

Jetzt wird also versucht, zu retten, was zu retten ist. Ob Mauro Camoranesi den VfB günstiger kommt als es bei Ayew oder Boussoufa vor ein paar Wochen der Fall gewesen wäre, kann ich nicht beurteilen. Ein Schnäppchen dürfte aber auch er nicht sein. Ob er besser ist? Zumindest gleich gut? Ich weiß es nicht. Ob er noch schnell genug ist? Fit genug? Nicht zu verletzungsanfällig? Wir werden es (vermutlich) sehen, seine regelmäßigen Muskelverletzungen der letzten Jahre stimmen nicht zwingend optimistisch. Ob ihm jemand sagt, er möge zum Friseur gehen? Vermutlich würde es schon viel bringen, wenn er manchem seiner Mitspieler eine Schulter zum Anlehnen böte und ein paar grundlegende Dinge in das Spiel des VfB einbrächte: ein wenig Ballsicherheit, hohe Präsenz und Verlässlichkeit im Spiel, etwas mehr Selbstvertrauen, zudem Entschlossenheit und Zielstrebigkeit. Ob er dazu in der Lage ist? Ich weiß es nicht. Aber wenn er diese Dinge transportieren kann, ist es ein guter Transfer. Einer, der – vielleicht im Verbund mit einer während der Länderspielpause stabilisierten Innenverteidigung – helfen kann, die verunsicherte Mannschaft wieder an ihre Stärken glauben zu lassen, die sie trotz der Abgänge zweifellos hat.

Gerne würde ich Timo Gebhart dann wieder auf der linken Seite sehen, wo er meines Erachtens nicht nur selbst besser zur Geltung kommt, sondern vor allem den Weg für Molinaros Vorstöße frei macht. Daniel Didavi hat in der zweiten Halbzeit für Belebung gesorgt; wie schon gegen Bratislava war indes auch zu erkennen, dass Molinaro und Didavi in der Vorwärtsbewegung zu häufig in die gleichen Räume stoßen wollen und sich mitunter im Weg stehen. Zudem könnte ein stärker nach innen ziehender Gebhart das Offensivspiel in der Platzmitte etwas beleben. Das Loch zwischen den defensiven Mittelfeldspielern und der Stürmern ist häufig zu groß, und Cacaus Reaktion, sich bisweilen als Özil-Verschnitt zurückfallen zu lassen, meines Erachtens kaum tauglich.

Über die Abwehrleistung gegen Dortmund möchte ich keine weiteren Worte verlieren und mir vor allem nicht vorstellen, wie es ohne den durchaus stabilisierenden und kontinuierlich organisierenden Tasci ausgesehen hätte. Gentner und Kuzmanovic vermochten bei ihrem erneuten Zusammenspiel  in der zweiten Hälfte einige Akzente nach vorne zu setzen; defensiv wurden sie von hautpsächlich verwaltenden Dortmundern nicht mehr gefordert, sodass es gewagt wäre, eine verbesserte Abstimmung zwischen den beiden zu vermuten.

Marica war nicht auf dem Platz. Sein Vertreter Harnik schon eher, aber wie schon gegen Bratislava nicht mehr so überzeugend wie in den Spielen zuvor, als ich ihn unbedingt einmal in der Startelf sehen wollte.

Es bleibt die Hoffnung auf die Länderspielpause. Auf Camoranesi und hoffentlich noch einen weiteren Neuzugang, auch wenn das zuletzt nicht mehr so klang. Darauf, dass Christian Gross seine Stammformation findet, ohne sie zur fixen Idee werden zu lassen. Dass vielleicht sogar die Vereinsführung ihre Lehren für die nächste Transferperiode zieht. Dass Gross nicht von selbst sagt, er habe keine Lust mehr, in einem allzu trägen Umfeld an seinen Zielen zu arbeiten.

Ach, und natürlich auf Balakov. Hach. Das waren noch Zeiten. Der erzeugt Aufbruchstimmung, qua Historie. Genau wie damals Sammer…

Vor ein paar Wochen…

Damals, vor ein paar Wochen, waren mir ein paar allgemeine Gedanken durch den Kopf gegangen, zum VfB, zur bevorstehenden Saison. Aus verschiedenen Gründen kam ich nicht dazu, sie zu veröffentlichen, und irgendwann wollte ich dann nicht mehr.

Da sich jedoch beim VfB keine aktuellen Ereignisse aufdrängen (ok: nichts über das ich gerne schreiben möchte), kehre ich noch einmal dorthin zurück.

Vor ein paar Wochen dachte ich,

…dass Christian Gentner eine schwierige Saison bevorstehe. Weil er nicht Gross’ Transfer ist. Weil Träsch in der Zentrale gesetzt schien. Weil Kuzmanovic zum neuen Chef auf dem Platz würde. Weil der Trainer einen Spieler, der das Spiel mitbestimmen soll, nicht die halbe Vorbereitung als Innenverteidiger bestreiten lassen würde (auch wenn die Taktikfüchse ja meinen, dass demnächst die Innenverteidiger die neuen Spielmacher seien).

Mittlerweile weiß ich nicht mehr recht, was ich denken soll. Träsch spielt mal hier, mal dort. Gentner und Kuzmanovic, die sich zuletzt mehrfach gemeinsam versuchen durften, haben sich offensichtlich noch nicht recht arrangiert. In meiner Naivität würde ich mir ja ein Miteinander auf Augenhöhe vorstellen, aber das klappt bekanntlich auch bei ganz anderen Kalibern nicht, da braucht man nur mal bei Fabio Capello nachzufragen. In der Konsequenz stellt sich die Frage, welcher von den beiden Sechsern nun der Chef ist, und allem Anschein nach beschäftigt diese Frage auch die beiden, was dem Spiel nicht so richtig gut tut.

Letztlich gehe ich davon aus, dass Träsch bald wieder neben einem der Beiden in der Mitte spielt und dem anderen eine Saison als zwölfter Mann droht, wie sie Kuzmanovic schon im Vorjahr über weite Strecken erleben durfte. Meine persönliche Tendenz geht nach wie vor zu Kuzmanovic in der Startformation, der auf mich eher den benötigten Strategen darstellt als Gentner.

…dass man sich im Lauf der Saison mehr als einmal fragen werde, ob die Entscheidung für Sven Ulreich richtig war.

Kommt drauf an, wer “man” ist. Ich kenne eine Menge Zuschauer, bei denen “mehr als einmal” bereits erreicht ist. Und ja, ich zähle dazu. Vorhin Gestern gegen Bratislava fragte ich mich irgendwann, wer denn am meisten zittert, wenn ein Schüsschen oder gar ein Rückpass auf Ulreichs Tor kommt: Ich (der ich mich als Esel zuerst nenne), mein Nebenmann, Timo Gebhart, dessen Kopfschütteln ich in zwei Szenen auf Ulreichs hastige Befreiungsschläge zurückführen zu können meinte, oder der Torwart selbst. Viel geschenkt haben sich vermutlich alle nicht.

Ja, er ist ein junger Mann, er wurde von Armin Veh irgendwann verheizt, er ist bestimmt talentiert. Aber er hat mittlerweile auch so viel Spiele bestritten, dass etwas mehr Souveränität drin sein müsste, mehr Selbstverständlichkeit, mehr Selbstbewusstsein. Die Szene gegen Bratislava, bei der er sich – aus Stadionsicht, ohne Zeitlupe – über einen Platzverweis nicht hätte beschweren können (und in der Boulahrouz den Stürmer laufen ließ, keine Frage), wirkte auf mich so, als sei ihm nach kurzem Zögern eingefallen, dass man ihm ja gesagt hatte, er solle mutiger auftreten, was er dann, etwas überziehend, umsetzte. Verwegene Interpretation? Mag sein.

Wie auch immer: ich finde nicht, dass Sven Ulreich ein überdurchschnittlich guter Bundesligatorwart ist, und ich bezweifle, dass er einer wird. Aber ich habe wenig Ahnung vom Torwartspiel.

…dass Delpierre gesetzt sein und Tasci, so er beim Verein bliebe, mit Niedermeier um die zweite Position in der Innenverteidigung kämpfen würde. Niedermeier hat mir in der Vergangenheit stets gut gefallen, meine Vorbehalte gegen Tasci, der zweifellos überragende Anlagen hat, der aber bisweilen allzu Zweikampf vermeidend spielt und mitunter selbstgefällig auftritt, wurden hier oft genug thematisiert. Boulahrouz hatte ich gar nicht auf der Rechnung – obwohl er bei seinen wenigen Auftritten in der Vorsaison zu überzeugen wusste.

Gegenwärtig harre ich Tascis Rückkehr in die Startelf und frage mich, welche Löffel er dem Trainer gestohlen haben mag. Niedermeier und Boulahrouz wirken in erster Linie führungslos, und insbesondere ersterer steht meines Erachtens völlig neben sich. Noch in der Vorsaison stand er in meinen Augen für ruhiges, schnörkelloses, fehlerfreies Spiel. Aktuell spielt er nur noch schnörkellos. Boulahrouz sehe ich – vielleicht auch, weil ich das Spiel gegen Mainz nicht gesehen habe) – im Moment vor ihm. Gerade gegen Bratislava erschien er mir hinten weniger kompromissbereit, was nicht immer schön anzusehen war, und insgesamt engagierter, präsenter als Niedermeier.

Auch wenn mir Tasci und Boulahrouz zusammen nie sonderlich gut gefallen haben, hoffe ich doch, dass Christian Gross in diese Richtung einlenkt, bis Delpierre wieder fit ist. Oder er soll die geklauten Löffel zur Anzeige bringen.

…dass Patrick Funk auf 20+ Einsätze kommen würde, Daniel Didavi eher nicht. Funk hat mich bei den Amateuren (jaja…) mehrfach überzeugt, er wird sich im Training immer wieder aufdrängen und furchtlos auftreten, wenn er seine Chance erhält. Bei Didavi sehe ich nicht, auf welcher Position er spielen soll.

Hier ist meine Ansicht weitgehend unverändert. Sicher, Funk hat seine Chance gegen Molde nicht unbedingt genutzt, wirkte nervös. Aber er wird seine Einsätze bekommen. Im defensiven Mittelfeld oder als Rechtsverteidiger, auch wenn ich bezweifle, dass er ein offensives Pendant zu Molinaro sein kann. Didavi hat gegen Bratislava ein paar schöne Bälle gespielt. Das kann er. Schöne Bälle spielen. Er kann den Ball auch schön annehmen und schön verteilen. Aber ich sehe ihn nicht als ernsthaften Kandidaten für eine offensive Außenposition. Nicht weil die Abstimmung mit dem sichtlich gefrusteten Molinaro vorhin gegen Bratislava hinten und vorne nicht gestimmt hat, Gott bewahre. Sondern weil er das Spiel langsam macht, vielleicht auch selbst nicht das Tempo für Flankenläufe und Dribblings hat. Eine “10” wie Hansi Müller gibt es bei Gross nicht, und auf der “6” muss er sich hinten anstellen – unabhängig von seinem kapitalen Bock vor dem 0:2.

…dass offensiv auf den Außenbahnen “gestandene” Neuzugänge kommen müssten und würden. Geht ja gar nicht anders.

Äh. Vielleicht geht es ja doch anders. Man kann auch einen unbekannten Linksfuß aus der Ligue 1 holen, den man angesichts seines Alters ja vielleicht auch schon als “gestanden” bezeichnen darf, und sich parallel dazu um talentierte Zweitligaspieler bemühen. Ist etwas ungewöhnlich, wenn es sich um eine Position handelt, deren Bedeutung der Trainer immer wieder hervorhebt und für die durchaus höher eingeschätzte Spieler auf dem Markt waren, aber wir wissen ja: die klammen Finanzen. Immerhin: Timo Gebhart zeigt sich gereift (was nach einem Spiel, in dem er mit einer spektakulären Schwalbe einen Platzverweis provoziert hat, etwas deplatziert klingt), übernimmt Verantwortung, geht voran. Das macht Hoffnung.

Dass man Sebastian Rudy gehen ließ, halte ich übrigens für rational nachvollziehbar, auch wenn ich es mir anders gewünscht hätte. Er hat auch in den ersten Spielen der neuen Saison nicht den Eindruck erweckt, sich – im doppelten Sinne – durchsetzen zu können. Es ist ihm zu wünschen, dass er in Hoffenheim in zentralerer Position aufblüht, auch wenn es weh tun wird.

…dass man im Sturm nicht gut genug besetzt sei. Der VfB hat keinen Spieler, dem man sorglos 15 Tore prognostizieren kann.

Dem ist nichts hinzuzufügen. Außer vielleicht, dass Harnik Hoffnung weckt, und dass ich Cacau sorglos 10 Tore prognostiziere (was angesichts der Quoten der Vergangenheit nicht selbstverständlich ist).

…dass Christian Gross ein Glücksfall für den Verein sei, den es zu hegen gelte. Er könnte dem VfB wieder zu etwas mehr Kontinuität im sportlichen Bereich verhelfen. Wenn man ihn nicht in zu vielen Personalfragen vor den Kopf stößt.

Den einen oder anderen Kopfstoß hat er erhalten. Teilweise schon vor einiger Zeit  (Ulreich), teilweise in den letzten Wochen, als man zusehen musste, wie beispielsweise Vladimir Weiss anderswo anheuerte, von größeren Kalibern ganz zu schweigen. Ich habe Sorge, dass Christian Gross, der drüben im Brustring nach dem Bratislava-Spiel zurecht kritisiert wird, keine Lust auf die viel zitierte Übergangssaison hat. Und ganz gewiss nicht auf eine zweite oder gar dritte.

Ich weiß nicht, ob der Markt überhaupt noch die Möglichkeit bietet, ein Zeichen zu setzen, dem Trainer zu signalisieren, dass man seine Wünsche ernst nimmt. Ich weiß auch nicht, ob der VfB dieses Zeichen überhaupt setzen will. Aber eines scheint mir klar: Stefan Aigner wäre kein solches Zeichen.

Audel? Nie gehört.

Bis zum gestrigen Sonntag war mir der Name Johan Audel gänzlich unbekannt. Heute wurde er als Neuzugang des VfB bestätigt. Versucht man, diese Fakten irgendwie in einen Zusammenhang zu bringen, ergeben sich verschiedene Interpretationsmöglichkeiten, von denen ich einige wenige kurz anreißen möchte.

Es spricht nicht für mich

Es ist alles andere als ein Geheimnis, dass der VfB Stuttgart auf den offensiven Außenpositionen Verstärkung(en) braucht und der Trainer sie fordert. Da könnte man doch von einem halbwegs engagierten Blogger erwarten, dass er sich zum einen intensiv mit der Gerüchteküche befasst (schließlich wurde der Name vor einigen Wochen schon einmal kurz genannt) und dass er zum anderen für seinen Verein die relevanten europäischen Ligen scannt, um möglicherweise den einen entscheidenden Hinweis geben zu können.

Statt dessen: Blanke Ahnungslosigkeit. Und das bei jemandem, der für sich in Anspruch nimmt, die Ligue 1, zumindest selektiv, interessiert zu verfolgen.

Es spricht nicht für Johan Audel

Wenn die einschlägigen Quellen einen Namen nach dem anderen präsentieren, der dem VfB auf einer der beiden offensiven Planstellen helfen könne, kommt irgendwann der Punkt, an dem man davon ausgehen muss, dass jeder halbwegs als Verstärkung in Frage kommende Spieler aus den 10 wichtigsten europäischen Ligen genannt, gewogen und ins entsprechende Töpfchen geworfen wurde. Zu Audel gab es lediglich Ende Juni ein paar vorsichtige Spekulationen, dann hatte sich das, soweit ich es verfolgen konnte, erledigt.

Als “heiß” wurde er nicht gehandelt, zahlreiche andere Interessenten scheint es auch nicht gegeben zu haben.

Es spricht nicht für Fredi Bobic (und Jochen Schneider)

André Ayew, Balázs Dzsudzsák, Vladimir Weiss – das sind Namen, die einen gewissen Klang haben, bei denen wenigstens auch ein paar Millionen an Ablösesumme aufgerufen werden. Oder eine große Zukunft prophezeit, wie bei Ibrahima Traoré. Aber Johan Audel? Ein nicht mehr ganz junger Spieler von einem französischen Hinterbänklerverein, dem die eigenen Fans noch nach drei Jahren in erster Linie für sein großartiges Debüt dankbar sind und dem sie neben viel Glück vor allem eines wünschen:

dass er endlich mal von Verletzungen verschont bleiben möge?

Es spricht für Fredi Bobic (und Jochen Schneider)

Man fühlt sich fast an Werder Bremen erinnert, so geräuschlos und schnell ging dieser Transfer über die Bühne. Wenn man die Transferperiode der Vorsaison (Huntelaar!) noch vor Augen hat, fühlt sich das großartig an. Sicher, Audel ist in puncto öffentlichesInteresse mindestens zwei Hausnummern kleiner, und doch hat der vermeintliche Lautsprecher Bobic möglicherweise einen ersten Vorgeschmack seiner Arbeitsweise vermittelt.

Man stelle sich vor, der unbekannte Audel schlägt dann auch noch tatsächlich ein. Schöner Gedanke, in vielerlei Hinsicht.

On verra…

Natürlich würde ich gerne der letztgenannten Interpretation folgen, meinetwegen in Kombination mit der ersten. In der Tat sind die nackten Zahlen ja ziemlich gut, und wenn man sich in einschlägigen Foren umsieht, scheinen die VA-Anhänger ihn sehr wohl zu schätzen.

Wenn nur nicht diese häufig geäußerten Zweifel an seiner körperlichen Robustheit wären – aber ich will den Bastürk Teufel nicht an die Wand malen…

Bienvenue et bonne chance, Johan Audel!