Weihnachtslied

Viele von uns werden heute für die Jahreszeit typische Weisen singen. Die meisten dieser Lieder waren „schon immer“ da, wir haben sie quasi mit der Muttermilch aufgenommen und nur selten Gedanken an die Mühen der Komponisten, Texter und vielleicht auch Interpreten verschwendet.

Dabei ist das ein relevantes Thema. In diesem Interview bringt ein Künstler seine Schwierigkeiten mit der Metrik zum Ausdruck, seine textlichen Probleme werden aus diesen großartigen Aufnahmen (explicit lyrics!) ersichtlich. Letztlich wurde aber doch noch was draus:

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Allen Leserinnen und Leserinnen, wie auch all denjenigen, die sich beim Warten aufs Christkind hierher verirrt haben, wünsche ich frohe, erfüllte, vielleicht auch besinnliche und vor allem friedvolle Weihnachten.

Am besten auch gleich einen guten Start ins Jahr 2010 – vielleicht wäre es ein gute Idee, Familie und Skipiste einerseits und Feedreader und Bloggerei andererseits einfach mal nicht zu vermischen.

Zwischenspiel.

Seit knapp 10 Tagen habe ich mich hier nicht mehr zu Wort gemeldet. Die Gründe dafür waren vielfältig: zunächst das hohe Arbeitsaufkommen vor Weihnachten, dann all das, was man gemeinhin unter „Weihnachtsstress“ subsumiert, weiterhin der Aufenthalt in einer DSL-Mangelregion und schließlich (und nicht zuletzt) die Konzentration auf ausführliche nicht-virtuelle Kommunikation mit lieben Familienmitgliedern und Freunden, die ich zwar regelmäßig, aber viel zu selten sehe.

Langer Rede kurzer Sinn: zahlreiche Texte, die ich in den vergangenen Wochen angedacht (zum Teil auch wieder verworfen) habe, die ich bisher aber noch nicht „zu Papier“  (aus der Reihe „anachronistische Idiome“) bringen konnte, werden dieses Jahr wohl nicht mehr veröffentlicht. Dazu zählt beispielsweise die überfällige ausführlichere Betrachtung des spannenden Projekts MdB 2.0, das ich hier schon kurz vorgestellt und einmal augenzwinkernd kommentiert hatte – eine Diskussion findet dort bedauerlicherweise nach wie vor nicht statt. Weiterhin hatte ich Max von der Taktikbesprechung kürzlich eine Liste meiner favorisierten Fußballblogs zugesagt. Dem will ich natürlich im Grunde nachkommen. Allerdings muss ich dazu erst ein wenig in mich gehen und parallel zudem meine Blogroll und einiges andere überarbeiten. Kann also noch ein wenig dauern, genau wie die anderen unausgegorenen Blogbeiträge –

zunächst steht mir nämlich eine Woche Skifahren bevor.

Der eine oder andere Tweet könnte drin sein, mehr aber nicht.
(Da ist es doch ganz gut, dass hier kaum jemand mitliest und vor allem nicht böse kommentiert – sonst müsste ich mich noch um solche Dinge wie die Kommentarmoderation kümmern…)

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen hervorragenden Start in das Jahr 2009 und freue mich auf unseren künftigen Austausch.

Liebe Stadt Stuttgart, liebe Bahn AG,

manchmal ärgert Ihr mich mit Eurem fehlenden Interesse an Kunden- oder Bürgerwünschen schon ganz gewaltig. Ich gebe zu, ich habe hinsichtlich der Verantwortlichkeiten nicht sehr intensiv recherchiert; vielleicht ist gar die City-Initiative zuständig, oder man hat -analog zu Stuttgart 21- auch das Land Baden-Württemberg mit im Boot. Ihr kennt das ja: der Bürger interessiert sich nicht dafür, ob eine Sache nun Landes-, Bundes-, kommunales oder gar „privatwirtschaftliches“ Thema ist – er beschwert sich schlicht bei dem, der ihm vor die Flinte kommt gerade über den Weg läuft. Nun ist mir zwar keiner von Euch über den Weg gelaufen, und mit hoher Wahrscheinlichkeit lest Ihr meine Beschwerde auch gar nicht. Ich will sie aber trotzdem loswerden – im Sinne von „rauslassen“. Für „Loswerden“ in der Bedeutung „an die Frau oder den Mann bringen“ ist es in diesem Fall wohl zu spät, drum schreibe ich Euch auch keine E-mails.

Wovon ich eigentlich rede?
Davon, dass ich meinen Sohn, und eigentlich auch meine Frau, jeden Abend trösten muss, weil Ihr nicht in der Lage bereit wart, den Bahnhofsturm in der Adventszeit zu beleuchten. Abend für Abend sitzen wir am Tisch und ertappen uns dabei, wie wir uns ein wenig vorbeugen, in der Hoffnung, beim Blick um die Ecke festzustellen, dass doch noch alles gut geworden ist und der Bahnhofsturm wie in all den Jahren zuvor blinkt. Pustekuchen.

Ja, ja, ich weiß, Ihr müsst wichtige Routinearbeiten vornehmen. Und nein, ich habe auch kein Interesse daran, dass mögliche Sicherheitsmängel nicht erkannt werden. Gleichzeitig hoffe ich aber, Eure Sorge möge noch nicht so begründet sein, dass man mit der Überprüfung nicht bis nach Weihnachten warten könnte – ansonsten wärt Ihr doch recht verantwortungslos, finde ich.

Natürlich habt Ihr recht, wenn Ihr mir sagt, dass ich mit meiner Beschwerde reichtlich spät komme. Schließlich stand es schon am 30. Oktober in den Stuttgarter Nachrichten:

Der Bahnhofsturm, um den in diesem Jahr zum 10. Mal in Folge kleine Sterne flirren würden, bleibt dagegen dunkel. „Weil der Turm saniert wird, können wir ihn nicht beleuchten“, sagt Pfeifer [angedacht: der Stuttgarter City-Manager]. Eine Sprecherin der Bahn AG bestätigt: „Im Zusammenhang mit Instandhaltungsarbeiten wird die Bausubstanz des Turms geprüft. Die Beleuchtung würde dabei stören.“

Obwohl: Ihr sagt wahrscheinlich gar nicht, dass ich früher hätte kommen sollen.
Hätte sowieso nichts geändert.

So schnell werde ich mich wohl nicht mehr auf Euch verlassen, wenn ich meinem Sohn etwas verspreche.

Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen.

Gestern abend musste ich noch kurz etwas besorgen, in einem kleinen Ort am Rande der Metropole Stuttgarts, und da war er: „mein“ erster beleuchteter Weihnachtsbaum dieser Saison. Er war recht imposant, stand vor einem kleinen Laden und war sogar liebevoll mit kleinen Geschenken behängt worden. Vergleichsweise schön, wenn man es objektiv betrachtet.

Aber kann das wirklich sein, am 19. November? Gibt’s da keine Gesetze, die sowas verbieten?

Natürlich ist mir klar, dass die Weihnachtszeit von Jahr zu Jahr früher beginnt, dass die Thematik alles andere als neu ist und auch schon tausendfach diskutiert wurde. Ich gebe auch zu, ohne schlechtes Gewissen bereits Anfang November eine Packung Lebkuchen erworben zu haben, und die weihnachtliche Berieselung in den Kaufhäusern kann ich ohnehin seit Jahren mit einem speziellen Filter ausblenden, so dass ich mich darüber nicht mehr aufzuregen brauche.

Doch dieser gestrige Anblick hat mich geschockt. Irgendwie hatte ich auf eine zumindest stillschweigende Übereinkunft gehofft, dass Weihnachtsbäume erst ab dem 1. Advent, bzw. in den Tagen davor, wenn auch die Weihnachtsmärkte aufgebaut werden, im Stadtbild geduldet werden. Da habe ich mich wohl getäuscht.

Wenn ich mir die Sache jedoch nochmals durch den Kopf gehen lasse, muss ich wohl einräumen, dass die Tage vor dem 1. Advent in einer knappen Woche erreicht sind – je nach Definition befinden wir uns vielleicht heute schon in diesem Zeitraum -, so dass meine Verwunderung selbst nach dem von mir genannten zeitlichen Kriterium kaum zu rechtfertigen ist. Tja, Eigentor.

Sei’s drum: ich plädiere für ein striktes Weihnachtsbaumverbot bis zum 1. Advent. Und falls es das schon geben sollte, beantrage ich eine harte, gnadenlose Verfolgung.