Von Star Wars und einem Director's Cut

Star Wars, hier im Blog? Sind wir bei Nerdcore oder was?

Nee, sind wir nicht.
Die meisten dürften aber längst wissen, was ich meine:

Und wieso Director’s Cut?

Auch das ist leicht beantwortet: weil die Redaktion die Blogger-Fragebögen in ihrer grenzenlosen Weisheit auch dieses Jahr kürzen musste. Darüber kann ich in meiner begrenzten Weisheit natürlich nicht glücklich sein, weshalb ich meinen Fragebogen nachfolgend in Gänze darstelle.

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Die neue Saison wird unvergesslich, weil…
es bestimmt gelingt, die WM-Euphorie in den Bundesliga-Alltag hinüber zu retten.

An die alte Saison werde ich mich lange erinnern. Warum? Darum:
Weil wir in der falschen Kurve standen. Weil wir endlich mal wieder eine Drei-Trainer-Saison erlebten. Und weil wir hoffentlich irgendwann auf 2010/2011 als die Saison zurückblicken werden, in der der Demokratisierungsprozess des VfB Stuttgart Fahrt aufnahm.

Drei Wünsche frei:
Neuer Aufsichtsrat. Neue Satzung. Weltfrieden. Und wenn ich noch einen Zusatzwunsch äußern dürfte: ich möchte nicht, dass ein und derselbe Trainer innerhalb von zwei Wochen mit zwei verschiedenen Vereinen in einem Bundesligastadion zu Gast sein darf.

Dein größter Albtraum:
Der nächste Fleckschneisentatort.

Lieblingsspieler im aktuellen Team:
Gebhart, irgendwie. Ein ungeschliffener Kicker, der viel Spaß am Fußball hat und auch Spaß macht. Manchmal. Oft rege ich mich zwar fürchterlich über ihn auf, über seinen leichten Stand, seine unsinnigen Dribblings, seinen Abschluss; aber ich mag ihn. Und hoffe auf ihn.

Dein Lieblingsspieler aller Zeiten:
Soldo. Nach wie vor. Aber die Gomez- und Khedira-Verklärung setzt verstärkt ein.

Lustigster Fanchoral/Spruch der letzten Saison:
Lustig? Letzte Saison? Eigentlich war mir eher zum Weinen zumute. In vielerlei Hinsicht. Nicht zuletzt ob der Zweitligakampagne, inklusive Schals und Gesängen.

Das schau ich mir nicht mehr an! Was müsste passieren, damit Du nicht mehr ins Stadion gehst?
Flächendeckende Dopingenthüllungen in der Bundesliga. Möglichst auch noch vom DFB unter den Teppich gekehrt. (Dann würd‘ ich halt nur noch zum Amateurfußball gehen.)

Auf dieses Auswärtsspiel freue ich mich besonders, weil:
Wehen Wiesbaden. Das nächste Spiel ist immer das schönste.

Unser aktuelles Trikot…
sieht aus wie immer. Gut so.

Als Nachfolger für Udo Lattek schlage ich aus meinem Verein vor:
Kommt auf die Rahmenbedingungen an. Wenn es ein Vollzeitjob mit Exklusivitätsklausel ist: Dieter Hundt.

Im Stadion brauche ich nur Wurst, Bier und…
Fußball. Und jemanden, der das Bier trinkt.

Was unserem Stadion / Klub fehlt ist…
Bargeld. An den Imbissständen (die in Wahrheit vermutlich Verköstigungsoasen heißen).

Meister wird diesmal …
Leverkusen.

Oder vielleicht doch:
Nichts da – wenn schon, denn schon. Bleibe bei Leverkusen. Warum auch immer.

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Falls sich jemand wundern sollte, dass er oder sie das im Heft abgedruckte Zitat „Noch einen Fleckschneisentatort werde ich wahrscheinlich nicht überleben“ hier nicht bzw. nur in schwächerer Form findet: tja. Grenzenlose Weisheit.

Das Heft habe ich noch nicht gelesen, den Großteil des Saisonplaners, in dem eine Vielzahl kompetenter Blogger, Fans und sonstiger Beobachter sowie, seltener, deren weibliche Pendants zu Wort kommen, hingegen schon. Schön zu lesen, finde ich. Wer das auch tun möchte, kann das Paket beim Zeitschriftenhändler seines Vertrauens erwerben oder in einem der beteiligten Blogs (hoffentlich auch seines Vertrauens) gewinnen. So auch hier. Herzlichen Dank dafür an 11Freunde.

Kommentieren allein reicht diesmal allerdings nicht. Man muss auch was wissen. Oder raten. Googeln. Die Facebook-Gesichtserkennung fragen.

Unten folgen ein paar Bilder von Fußballspielern (edit: bzw -trainern). Von früher. Damit sich die später Geborenen nicht beschweren können, habe ich fast nur Leute genommen, die dem Fußball auch nach der aktiven Zeit und in den meisten Fällen bis ins neue Jahrtausend hinein in offizieller Funktion verbunden blieben. Die Spieler Akteure stammen aus verschiedenen Vereinen; für das Gewinnspiel zählen jedoch nur die VfBler. Drei tragen offensichtlich Brustring. Einige weitere taten es zu einem anderen Zeitpunkt. Sie zählen auch.

Ok, Butter bei die Fische: die ersten 3 KommentatorInnen, die einen VfB-Mann erkennen, bekommen ein Heft. Der Versand erfolgt direkt über 11Freunde, die mit den Adressen gewiss auch dieses Jahr verantwortungsvoll umgehen.

Mir ist natürlich klar, dass es recht viele Leute gibt, die innerhalb kürzester Zeit alle 16 Spieler Akteure benennen könnten. Ob die sich zufällig gerade hier tummeln, steht auf einem anderen Blatt. In jedem Fall gilt, bis die 3 Hefte vergeben sind, folgende Regel:

1 Kommentar pro Person, 1 Spielername pro Kommentar.

Edit: Die drei Hefte sind vergeben, jede(r) möge nach Belieben kommentieren, so er oder sie noch will. Sind ja noch ein paar Namen offen.

Volkert  Höher Ohlicher  Toppmöller
Friedrich Schäfer Ribbeck  Zobel
Entenmann Held Lorant  Köstner
Hickersberger  Handschuh  Köppel  Schumacher

(Das mit den Reihen und Spalten habt Ihr ja alle drauf, oder? Und nein, ich war nicht so doof, die Spieler sie zu taggen.)

Ein Bier wie mir

Bier ist ja nicht so meins. Suchtmittelwerbung im Sport auch nicht. Einerseits. Andererseits sind da diese Bilder von 1984. Sie wissen schon. Karlheinz Förster und Walter Kelsch mit der Schale in der Hand – und Dinkelacker auf der Brust. Hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Auch bei Bayern-Fans.

@Jens1893 Ich kenne den #VfB schon, als er noch Dinkel-Acker auf dem Brustring trug.Thu May 05 18:04:41 via Echofon

Dinkelacker. VfB-Kulturgut. Auch wenn sich die Geister und Geschmäcker scheiden mögen. Kulturgut wie Frottesana, Canon, vielleicht auch noch Südmilch.

Aber wenn ich mich entscheiden müsste: Dinkelacker.
VfB-Firmenmitglied seit 1937, 4 Jahre Trikotsponsor, später Pool-Partner und immer irgendwie mit an Bord, wenn es galt, öffentlichkeitswirksame Aktionen umzusetzen.

Im Februar 2011 wurde bekannt, dass der VfB ab der kommenden Saison auf einen anderen Bierpartner setzt. Einen, der nicht aus Baden-Württemberg stammt, der deutschlandweit aktiver ist als das schwäbisch-betuliche Dinkelacker. Und der eine sportliche Herausforderung in einem neuen Land darstellt, mit fremder Sprache, anderer Kultur, der den Horizont erweitert mehr Geld bezahlt. Dem Vernehmen nach doppelt soviel wie Dinkelacker, konkret: etwa eine Million Euro jährlich, 400.000 mehr als der langjährige Partner aus der Region. Man ist geneigt nachzufragen, wie viele Wochen lang man für diesen Betrag dereinst den Hütchenaufsteller Balakov hätte bezahlen können.

Wie auch immer, Dinkelacker ist raus. Dabei wäre der Vertrag noch ein Jahr gelaufen, doch man einigte sich auf ein vorzeitiges Ende. Schweren Herzens, wie Geschäftsführer Bernhard Schwarz im Februar betonte:

„Es ist uns schwer gefallen, einer Aufhebung der bestehenden Sponsoring-Vereinbarung mit dem VfB zuzustimmen, mit dem wir Woche für Woche mitfiebern, feiern und trauern.“

Floskeln? Vielleicht. Aber wenn es nur leeres Gerede sein sollte, dann ist es ihnen gelungen, das bis zum letzten Heimspiel gut zu verbergen. Bei der Bekenner-Aktion war man vorne dabei, schmutzige Wäsche habe ich bisher keine gerochen, und der Abschied in der Stadionzeitung ist, nun ja, sehen Sie selbst:

Anstand. Stil. Vielleicht Klasse. Oder auch nur Professionalität.

Was auch immer zutreffen mag: so wünsche ich mir die Partner „meines“ Vereins. 400.000 Euro hin. Irgendwas her.

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Ganz vergessen: wer als erster ohne Hilfe von Mama Google oder sonstigen einschlägigen Informationsquellen alle abgebildeten Herren (nein, ich meine nicht die im Publikum, wir sind ja nicht bei 9Live) mit Namen versieht, darf sich bei unserem nächsten (ggf. ersten) Treffen ein Getränk aus dem Hause Dinkelacker wünschen. Sollte das Treffen im Neckarstadion stattfinden, kann ich leider nicht liefern.

Kanon

Ulf Kirsten hätte alle seine „Torjägerkanonen weggeworfen, nur um einmal Deutscher Meister zu werden“. So zitierte Zeit online vor einigen Jahren den dreimaligen Torschützenkönig der Bundesliga. Er dürfte nicht der einzige sein, der das so sieht.

Fritz Walter hatte mehr Glück: er gewann 1992 gleich beides, Meisterschaft und Kanone, die ihm zugeschriebene Frage „Wo isch mei Kanon?“ ist legendär. Auch er war nicht der einzige: insgesamt 16 mal in 47 Jahren traf der Torschützenkönig für den künftigen Deutschen Meister. Vier mal galt das für Gerd Müller, zwei mal für Karl-Heinz Rumenigge.

In dieser Saison sieht es wieder einmal nicht danach aus. Dabei war es in den letzten Jahren durchaus gang und gäbe, nachdem zwischen 1992 und 2002 kein einziger Torschützenkönig seinen Verein zum Titel geschossen hatte. Die Ära Kirsten halt. Max und Yeboah nicht zu vergessen. Dieses Jahr liegt der beste Dortmunder Torschütze, Lucas Barrios, 6 Treffer hinter Mario Gomez und Papiss Demba Cissé, die mit je 19 Toren führen, und beim Tabellenzweiten aus Leverkusen hat noch nicht einmal ein Spieler zweistellig getroffen.

Der eine heiße Kandidat um die Torjägerkrone, Cissé, spielt in der Liga beinahe schon um die goldene Ananas, der andere, Gomez, hat noch die Möglichkeit, die Durchschnittsplatzierung der Torschützenkönige zu erreichen: die Vier. Und Theofanis Gekas, dem Dritten im Bunde der Kandidaten, könnte es als erstem Spieler gelingen, als Torschützenkönig abzusteigen.

CRM

Vor ein paar Jahren bestellte ich für einen Freund, einen großen Fan von Mehmet Scholl, im Fanshop des FC Bayern ein Trikot mit der 7. Natürlich wollte man dort einige persönliche Angaben von mir, darunter mein Geburtsdatum. Also gab ich ein Datum an.

Seither erhalte ich jedes Jahr, einige Tage vor dem genannten Datum, Post vom FC Bayern. Werbung für die Merchandising-Artikel, natürlich, aber auch Geburtstagswünsche und jeweils einen 5 Euro(?)-Gutschein für den Shop. Zwar habe ich nie mehr etwas bestellt und kann mir auch kaum vorstellen, dass sich das in den nächsten Jahren ändert (auch wenn man nicht alles im Leben seiner Kinder steuern kann), aber ich war auch zu faul, mich aus dem Verteiler nehmen zu lassen.

So habe ich vor kurzem wieder einmal Post aus München bekommen  (den Teil, wo ich sagen sollte, dass es mir gegenüber Nachbarn und Briefträger peinlich ist,  finde ich nicht so originell und lasse ihn deshalb einfach mal weg) und dachte erneut, was für ein professioneller Verein das doch sei. Um dann festzustellen, dass ich keine Ahnung habe, ob diese Art der Kundenbindung in der Bundesliga beispielgebend ist oder ob sie doch eher die Regel darstellt. VfB-Präsident Erwin Staudt zog vor einigen Jahren durch die Lande und betonte die Bedeutung von Customer Relationship Management für Fußballvereine, vielleicht tut er es auch heute noch – inwieweit man das verinnerlicht hat, kann ich nicht sagen. Ich weiß nicht einmal, ob der VfB mein Geburtsdatum kennt.

Wie ist das denn in anderen Vereinen? Bekommt man da als Fan, oder auch nur als Kunde, Geburtstagspost? Und werden die Geburtstagswünsche dort auch so nett veranschaulicht wie in München?

À propos Professionalität: ich hoffe sehr, dass mich der FC Bayern wegen der Verwendung der Bilder nicht über seine Anwälte kontaktiert.

Freitagstextergewinner

freitagstexter

Faszinierend. Mit 1-2 Tagen zeitlichem Versatz gab’s hier im Blog genau wie im echten Leben kurzzeitig ganz viel Schnee, und das war’s dann auch (zumindest hier, vor *meinem* Fenster).

Ganz viele Menschen (einige, wie man hört, sogar mehrfach) haben sich etwas dazu einfallen und mich immer wieder schmunzeln oder auch laut loslachen lassen. Meine Favoriten:

Platz 3: Ivan hoffte mit seiner gerissenen Kopie der Terracotta-Armee ein Vermögen zu machen. (STP1910)

Platz 2: Schnee von gestern ist auch nicht mehr das, was er mal war. (Pleitegeiger)

Platz 1: brikett fonda -lookalike-contest (MoniqueChantalHuber)

Vielen Dank allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, und selbstverständlich dürft Ihr Euch für Weihnachten ein wenig vom hier noch verbliebenen Schnee mitnehmen.

Wir sehen uns dann am Freitag bei der königlichen Frau Huber.

[Den Wanderpokal reiche ich nach.]

Winterlicher Freitagstexter

Herr Eigenart hielt meine  Überlegungen zu einem maskierten Mann auf einem rosa Plüschfahrrad für prämierungswürdig und schickte die Freitagstexterkarawane hierher.

Nun hoffe ich, dass sich die potenziellen Texterinnen und Texter noch nicht in einer eventuellen vorweihnachtlichen Offlinephase befinden, sondern ihre Kreativität an diesem Werk ausleben mögen:

Foto: ziggy fresh | Bestimmte Rechte vorbehalten

Die Kommentare sind wie immer bis Dienstag offen, am Mittwoch wird der Pokal überreicht.

Hereinspaziert, liebe Freitagstexter!

Frau Antjes aufgedeckter Lebenslüge habe ich es zu verdanken, dass die Dame mit dem wohlklingenden Namen Pleitegeiger mir die Ehre zuteil werden ließ, zum zweiten Mal die Damen und Herren Freitagstexter hier im Blog zu begrüßen.

Hintergrundinformationen zum Freitagstexter haben die Fachleute aus dem Hause Google zuhauf anzubieten. Alternativ kann ich mich selbst zitieren:

…beim Freitagstexter handelt es sich um einen Bildbetextungswanderpokal, der wöchentlich vergeben wird und dessen Siegerliste das Who is Who der bloggenden Bildbetexter versammelt.

So ist es nun an mir, diese illustre Runde, hoffentlich angereichert durch den einen oder die andere angedacht-Leser(in), ein paar Tage lang zu beherbergen und auf zahlreiche gelungene Kommentare, Titel, Bildunterschriften oder Ähnliches zu hoffen. Die Kommentare sind wie immer bis Dienstag offen, am Mittwoch wird der Pokal überreicht.

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Foto: pcgn7 | Bestimmte Rechte vorbehalten