Überraschung auf der Mittagsspitze

(Damüls, 25.12. 2013.) Am ersten Weihnachtsfeiertag wartete Bundestrainer Kamke mit einer Überraschung auf, die das Attribut „faustdick“ wahrlich verdiente. Im Rahmen einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz stellte er auf der Damülser Mittagsspitze, deren symbolische Bedeutung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, ohne dass Kamke näher darauf eingegangen wäre, ungewöhnlich früh seinen Kader für die Weltmeisterschaft in Brasilien vor.

„Der mediale Druck, der mit zunehmender Nähe zum FIFA-Benennungstermin aufgebaut wird, ist schwer zu ertragen und letztlich unmenschlich. Deshalb kam ich gemeinsam mit meinem Kompetenzteam zu dem Schluss, ein selbstbewusstes Zeichen zu setzen und den Kader bereits heute zu nominieren,“ erläuterte Kamke, der mit diesem bemerkenswerten Vorgehen seinerseits einen gewissen Druck auf die anderen 31* Nationaltrainer ausübt, gleichzeitig aber betonte, dass man im Verletzungsfall „natürlich noch was machen“ könne.

Der Bundestrainer informierte zudem über sein innovatives Auswahlsystem, das auf dem gleichermaßen intensiven wie formal strikten Austausch mit etwa 25 Ratgebern beruht, denen Kamke sein vollstes Vertrauen aussprach. Im Ergebnis änderte sich trotz des neuartigen Ausleseprozesses zumindest insofern nichts, als auch für 2014 das eine oder andere Aha-Erlebnis bei der Kaderzusammensetzung herauskam, sowohl bei den Mitfahrern als auch bei den Daheimbleibenden.

Der aus Sicht der Redaktion sehr ausgewogene Kader setzt einige deutliche Fragezeichen. Insbesondere auf der Torhüterposition betreibt man ein gefährliches Spiel, nachdem zunächst Manuel Neuer (wie übrigens weiter vorne auch Mario Gomez) lediglich en passant und keineswegs explizit genannt wurde, ehe Marc-André ter Stegen, der vermeintlich dritte, dann unter Umständen sogar zweite Mann, in letzter Sekunde Zeile herausgestrichen wurde. Hier dürfte Kamke noch nachbessern (müssen), will er sich nicht allein auf den unerfahrenen Weidenfeller verlassen.

Auch in der Abwehr fehlen einige Namen, fehlt insbesondere ein linker Verteidiger. Kamke ließ sich diesbezüglich zu keinen konkretisierenden Äußerungen bewegen, sodass unter Experten drei Theorien kursieren: entweder wolle der Bundestrainer die in Dortmund bereits erfolgreich praktizierte Dreierkette einführen und sich keinen vierten Mann schnitzen, oder er verlasse sich schlichtweg auf den Umstand, dass in einem Kader mit den Herren Lahm und Großkreutz jede Position von vornherein doppelt besetzt sei. Theorie Nummer drei klingt eher abwegig und lässt sich auch nur schwer in Worte fassen, ließe sich aber möglicherweise mit „Westermann“ umschreiben.

Im Mittelfeld tauchen nicht nur die Langzeitverletzten Sami Khedira und Ilkay Gündogan nicht auf, sondern unter anderem auch Draxler und die Benders sowie, für den einen oder die andere vielleicht ein bisschen überraschend, Kroos und Özil. Kamkes Beratungsgremium hatte ihn von einer etwas anderen Schwerpunktsetzung und insbesondere Altersstruktur überzeugt, die gerade bei einer Weltmeisterschaft den Unterschied ausmachen kann. Anstelle der jungen Leute, die die Fußballwelt verzaubern, aber immer noch nichts gewonnen haben, entschied sich der Bundestrainer neben einem kleinen Bayern-Block (nur eben ohne den als Turniernörgler verschrieenen Kroos) für die alten Fahrensmänner Fabian Boll, Torsten Mattuschka und Mehmet Scholl.

Ganz vorne setzt Kamke ein Zeichen. Entgegen dem Trend, die Spitze auszudünnen, nominierte er erstmals sieben Angreifer – ein Wert, den selbst Erich Ribbeck nicht erreichte. Naturgemäß fehlt angesichts dieser Zahl keiner der üblichen Verdächtigen. Klose ist auf der Liste, Gomez (mit Fragezeichen, vgl. Neuer), auch Kruse und natürlich Kießling, der sich aus Sicht des Beratungsgremiums allerdings etwas verkriechen werde. Eher überraschend sind indes die Nominierungen der Nachwuchsstürmer Volland und Werner, denen nicht nur Kamke selbst eine bemerkenswerte Rolle zutraut, während die Entscheidung für Jürgen Klinsmann unter den urbanen Mythos die Rubrik „Schwächung des Gegners“ fallen dürfte.

Der ungewöhnlichste Aspekt, neben dem frühen Zeitpunkt, war sicherlich die Entscheidung, nicht nur den Spielerkader zu benennen, sondern darüber hinaus auch gleich zwei Schiedsrichter an die FIFA zu melden – auch dies ein möglicherweise beispielloses Vorgehen, das „nicht mit dem fußballkulturellen Code in Einklang zu bringen“ sei, so Kamke, der diesen Begriff wohl irgendwo aufgeschnappt, ihn aber außerhalb des passenden Kontextes verwendet haben dürfte. Er meinte wohl eher das FIFA-Regelwerk, und in der Tat bleibt abzuwarten, ob tatsächlich die Herren Dr. Brych und Stark an den Zuckerhut reisen werden.

Abschließend dankte der Bundestrainer seinem Kompetenzeam für die kreativ-disziplinierte Mitwirkung, „die mit dem Begriff ‚Zuarbeit‘ gewiss nicht angemessen gewürdigt wäre. Vielmehr ist durch die Vielfalt der Beiträge ein Gesamtbild entstanden, das meine kühnsten Erwartungen übertroffen hat und das einzig und allein dem Fachwissen und der Originalität meiner Ratgeberinnen und Ratgeber zu verdanken ist. Ich bin ein bisschen gerührt.

Der Kader im Überblick:

Tor:
Weidenfeller, (Neuer),  ter Stegen

Abwehr:
Boateng, Großkreutz, Hummels, Lahm, Mertesacker, Westermann,

Mittelfeld:
Boll, Götze, Mattuschka, Müller, Reus, Scholl, Schweinsteiger,

Sturm:
Kießling, Klinsmann, Klose, Kruse, Volland, Werner, (Gomez)

Schiedsrichter:
Dr. Brych, Stark

* Wir bitten angesichts der sprichwörtlichen heißen Nadel, mit der der obige Text gestrickt wurde, um Nachsicht für den Fehler, der sich eingeschlichen hat, den wir aber der Authentizität halber unverändert belassen wollen. Tatsächlich handelt es sich nicht um 31 andere Bundestrainer, sondern um 31 Millionen.

dreiundzwanzig/zwanzigdreizehn

Ein Netzloch! Was, Tor? Ein Skandal!
Die Fußballnation fand’s fatal:
»Unser Bester, der Brych,
hier irrte er sich
gewaltig. Das ist nicht normal!«

Manch Kritiker ätzte schon: »Der
fliegt nicht zur WM! Niemals mehr!«
Doch hat Brych mehr zu bieten
als solch – seltene! – Nieten,
drum pfeift er am Zuckerhut. Fair!

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Er lotst uns durchs Regelgeflecht.
Auch Deutsch kann er gar nicht so schlecht.
Er hat Charme ohne Ende,
sein Archiv ist Legende.
Ganz zu schweigen von seinem Gemächt.

Er ist schön – nicht in Worte zu fassen.
Sein IQ lässt Mensaner erblassen.
Er hat heilende Hände,
geht behände durch Wände,
hilft den Guten, die Bösen zu fassen.

Niemals muss die Liebste ihn schelten.
Er bringt Frieden für sämtliche Welten.
Seine Seele ist rein,
er pupst nur im Frei’n.
Grad wie ich übertreibt er nur selten.

 

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Weitere Adventsfünfzeiler gibt’s im Kalender.

Gomez trifft, Kießling auch

Der VfB hat in Hamburg gespielt, und Antonio Rüdiger tat das, wovon er noch vor kurzem gesagt hatte, dass es ihm nie wieder passieren würde. Alexandru Maxim tat das, was er schon die ganze Saison tut (deren Anfang ich verdrängt habe), die rechte Abwehrseite tat, was sie gerne mal tut, und Mario Gomez tat, was er immer tut: er traf. Sagte zumindest die Sport1.fm-App:

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0:1, 1:1, ach, das ist doch einerlei bei einem Spiel, von dem jeder weiß, dass es letztlich 3:3 ausgehen wird. Und wenn doch nicht Gomez das Tor getroffen haben sollte, dann nimmt man halt einen anderen:

Screenshot_2013-10-20-16-44-07-1

Fast. Maxim war’s.

Irgendwie ein bisschen unbefriedigend, wenn man aus Gründen, die an dieser Stelle nicht von Belang sind, darauf angewiesen ist, das Spiel im Webradio zu verfolgen, und wenn dann zum einen die Verbindung ständig abbricht, was am Netz gelegen haben mag, und zum anderen die angezeigten Informationen eher so halb richtig sind.

Gut, wenn man in solchen Momenten andere Themen hat, mit denen man sich beschäftigen kann. Ein Phantomtor zum Beispiel, über das fast alles gesagt (und beim geschätzten Herrn @bimbeshausen wunderbar dokumentiert und kommentiert) ist, aber eben noch nicht von jedem, also entblöde auch ich mich nicht, zwei oder drei ungeordnete Gedanken hinauszuposaunen.

Der erste betrifft den aus meiner Sicht überraschend gemäßigten Umgang mit der Situation. Müßig zu erwähnen, dass dies nicht für Rudi Völler und seine lustigen (müßig zu erwähnen) Ideen gilt. Aus dem von Vernunft geprägten, langweiligen Einheitsbrei ragte zudem Markus Merk heraus, der in beispielhafter Neunmalklugheit zu Protokoll gab, dass er wohl, aus heutiger und, auch wenn er selbst das nicht so sagte, völlig von Leistungs- und sonstigem Druck befreiter Sicht, kurzerhand und eigenmächtig den Videobeweis eingeführt hätte. Ich frage mich, was er eigentlich gegen Felix Brych hat.

Viele andere, allen voran die Hoffenheimer Protagonisten, von Gisdol über Beck und Casteels bis hin zu Herrn Bimbeshausen, beeindruckten mit bemerkenswerter Souveränität, von der man meinen könnte, sie sei der möglicherweise trügerischen Gewissheit geschuldet, das Ergebnis werde keinen Bestand haben.

Dummerweise, so eine häufig gehörte Einschätzung der Geschehnisse, waren die Hoffenheimer auch in der Situation selbst sehr souverän und besonnen, anstatt sich lautstark und, so das von mir vermutete Szenario, rudelbildend zu echauffieren. Ob Herr Dr. Brych das besonders goutiert hätte, sei ebenso dahingestellt wie die Frage, ob er dann, wie von ihm selbst in den Raum gestellt, seine Entscheidung kritischer hinterfragt hätte, und wenn ja, wie.

Was mich irritiert, sind all jene Stimmen, die eben das Brych zum Vorwurf machen: dass er aus den überschaubaren Protesten der eventuell benachteiligten Mannschaft Rückschlüsse auf die Berechtigung eben dieser Proteste schloss. Ich halte das für ein völlig normales menschliches Verhalten, das uns gefühlt in jeder zweiten Folge von Collinas Erben begegnet. Dort betont @lizaswelt zwar stets, dass es sich dabei nur um ein Indiz, aber nie um einen Beweis handeln könne; ein schlechtes Indiz sei es aber in aller Regel nicht. Sehe ich auch so.

Eugen Polanski übrigens auch. Im SWR sagte er sinngemäß (den genauen Wortlaut konnte ich nicht eruieren), er sei sich zunächst sicher gewesen, dass der Ball ans Außennetz gegangen sei, und habe auch protestiert. Da jedoch nicht die ganze Mannschaft (quasi niemand außer ihm) protestiert habe, sei er nicht mehr absolut sicher, sondern verunsichert gewesen. Verunsichert war er also. Und fügte sich dann. In einen deutlichen Nachteil, wohlgemerkt.

Ist es so abwegig, dass es einem Spieler der anderen Mannschaft, der etwa anderthalb Meter von Polanski entfernt stand, also einen ähnlich guten Blickwinkel hatte, auch ähnlich ergeht? Dass er dem Hype (also dem seiner Mitspieler) glaubt und seine Zweifel zwar einräumt, sie aber angesichts der Gesamtsituation hinterfragt und sich in den Vorteil fügt?

Nun, es fällt mir nicht ganz schwer, mir so eine Konstellation vorzustellen. Nur mal so als Gedankenexperiment: man stelle sich vor, ein Spieler würde fälschlicherweise sagen, der von ihm geschossene oder geköpfte Ball sei nicht im Tor gewesen und das Tor würde dementsprechend nicht gegeben. Möchte man eher nicht. Möchten die Mitspieler nicht, der Spieler selbst sowieso nicht, der Schiedsrichter nicht und wahrscheinlich nicht einmal der Gegner.

Um nicht falsch verstanden zu werden: der Gedanke, dass Stefan Kießling sehr wohl und ohne Restzweifel wusste, auf welcher Seite der Ball den Pfosten passiert hatte, liegt auf der Hand, auch auf meiner. Und ohne Polanskis Interview wäre ich vermutlich schneller dabei, ihn der bewussten Lüge zu bezichtigen. Davon bin ich ein bisschen abgekommen.

Gleichwohl: möglicherweise hat er eine Chance verpasst. Und zwar allem Anschein nach jene, künftig in einem Atemzug mit Miroslav Klose genannt zu werden. Das mag in vielerlei Hinsicht erstrebenswert sein; in Sachen Fairness verweise ich indes auf das Fragezeichen, das ich bereits vor ziemlich genau einem Jahr zu setzen versuchte. Damals hatte Klose mit seinem Handgeständnis lediglich den Status wiederhergestellt, der vor seinem Betrugsversuch gegolten hatte. Aber das nur am Rande.

Im Übrigen, und damit will ich es dann auch bewenden lassen, bin ich, auch wenn das natürlich keinen Entscheidungsträger interessiert, kein Befürworter eines Wiederholungsspiels. Im Gegenteil: mir graut vor allen Wiederholungsspielen, die uns künftig wegen gegebener Abseitstore oder nicht gegebener Nichtabseitstore, wegen anerkannter oder nicht anerkannter Wembleytore (die Definition eines Wembleytores lässt sich ja in beide Richtungen beugen) oder wegen der Erkenntnis, dass eine vorbereitende Bananenflanke im Aus gewesen sei, ins Haus stünden. Bin ich ein Romantiker? Ja, der Bananenflanke wegen.

Ja, natürlich ist das Leverkusener (Nicht-)Tor ein außergewöhnliches gewesen, selbstredend ist der Fall ein extremer. Ich zweifle nur an einer eindeutigen Grenze zwischen „inakzeptabel, den Sport schädigend“ und „Pech gehabt“. Gäbe es sie doch, so zweifelte ich daran, dass sich die Vereine an diese Grenze halten würden. Und Christoph Schickhardt.

Die Frage, ob die FIFA eine anderslautendes Urteil akzeptieren würde steht noch einmal auf einem ganz anderen Blatt. Mindestens ein Gegenbeispiel kennen wir alle.

Pressemitteilung (Entwurf)

»Frankfurt am Main, 9. Februar 2012.  Der Deutsche Fußball-Bund e. V. (DFB) stellt mit Bedauern fest, dass der Spieler Roman Hubník im gestrigen Spiel des DFB-Pokalwettbewerbs zwischen Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach zu Unrecht des Feldes verwiesen wurde. Folglich wird auch keine Sperre gegen Herrn Hubník ausgesprochen.

Der Möglichkeit einer Intervention des Fußballweltverbandes sind wir uns bewusst und sind darüber hinaus bereit, das zugrunde liegende Unfehlbarkeitsprinzip des Schiedsrichters über den vorliegenden Einzelfall hinaus in Frage zu stellen.

Wir betonen vielmehr, dass Schiedsrichter nicht nur sehr wohl fehlbar sind, sondern auch dazu stehen können und sollen. Dr. Felix Brych ist ein herausragender Vertreter seiner Zunft und wird auch künftig als souveräner Spielleiter auf höchstem Niveau überzeugen. Dass es im gestrigen Spiel einem Akteur gelungen ist, ihn zu hintergehen, ärgert niemanden mehr als Dr. Brych selbst.

Die während und nach dem Spiel zum Teil laut gewordenen Vorwürfe, die Fußballmafia DFB habe Einfluss auf den Ausgang der Viertelfinalspiele genommen, sind infam und – eingedenk des ehrenvollen Ausscheidens der TSG 1899 Hoffenheim – nachgerade ehrabschneidend.

Im Lichte der zurückliegenden Pokalspiele wird der DFB an die Fernsehanstalten appellieren, künftig keine Spiele mehr zu übertragen, bei denen unüberbrückbare Unterschiede von drei (Kiel) oder mehr (Stuttgart) Klassen den Gebührenzahler zu beleidigen drohen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass Igor de Camargo eine erbärmliche Wurst ist.«

Ich hab die Regeln umzusetzen.

Im Grunde halte ich mich für recht objektiv und bis zu einem gewissen Grad auch verständnisvoll, was die Bewertung von Schiedsrichterleistungen anbelangt. Dass die Vereinsbrille dennoch ihre Spuren hinterlässt, dürfte niemanden überraschen, und so muss ich einräumen, dem 23. Mann (w/m) gegenüber nicht immer fair zu sein. Ist er zu mir ja auch nicht immer.

Also lobe ich ihn heute einfach mal, und zwar gleich doppelt. Hat allerdings nur bedingt mit seiner Leistung auf dem Platz zu tun, in einem Fall trifft eher das Gegenteil zu, sondern vielmehr mit dem, was er nach dem Spiel gesagt hat. Wobei „er“ im einen Fall Dr. Felix Brych heißt, im anderen Michael Weiner. Und manch einer wird das ganz anders sehen. Oder meine Positionen für unvereinbar halten.

Dr. Brychs Interview im Sportstudio war mir ein Vergnügen. Er legte dar, weshalb er das Spiel Dortmund-Mainz trotz der Verletzung von Neven Subotic nicht unterbrochen hatte und entgegnete auf die Frage, ob er auf den Gedanken des Fair Play achten müsse, folgendes: „Nein. Ich hab die Regeln umzusetzen.“

Nun kann man auf dem Standpunkt stehen, dass diese Aussage ein Grundübel des Fußballs im Allgemeinen und der Schiedsrichterei im Besonderen widerspiegle: dass sich die Unparteiischen zu sehr an den Buchstaben des Regelwerks festhalten. In aller Regel fällt dann auch ziemlich rasch die berühmte Vokabel „Fingerspitzengefühl“. Im vorliegenden Fall aber bin ich weit davon entfernt, Dr. Brychs Entscheidung zu kritisieren. Er hat sich an den Regeln orientiert, nach meiner laienhaften Einschätzung völlig korrekt.

Vor allem aber hat er dem Zuschauer und seinem Interviewpartner souverän und unaufgeregt Wissen vermittelt: der Schiedsrichter unterbricht, um die Gesundheit des betroffenen Spielers zu schützen. Punkt. Wenn er an der Notwendigkeit zweifelt, unterbricht er nicht. Und kann damit natürlich böse daneben liegen. Aber was wäre die Alternative? Pflichtunterbrechung, wenn ein Spieler am Boden liegt? Schöne Idee.

Das ganze andere Gedöns, Fair Play, Sportsmanship oder wie auch immer man es nennen mag, ist Sache der Spieler. Und sollte es auch bleiben, wenn es nach mir ginge. Ich halte nichts von einer Anweisung, dass ausschließlich der Schiedsrichter unterbrechen dürfe, um einen möglicherweise verletzten Spieler behandeln zu lassen. Mir gefällt die jetzige Aufgabenteilung: der Schiedsrichter unterbricht, um jemanden behandeln zu lassen, der ernsthaft verletzt sein könnte. Die Spieler sind Sportler genug, um die Schwelle niedriger anzusetzen. Und sie sind klug genug, einen notorischen Liegenbleiber irgendwann zu ignorieren. Subotic zählt nicht dazu.

Ja, ich finde, die Mainzer hätten den Ball ins Aus spielen sollen, auch wenn man das anders sehen kann. Die Argumentation, Dortmund habe ihn zunächst selbst nicht ins Aus gespielt, greift in diesem Fall nicht – dafür haben sie ihn zu schnell verloren, vermutlich zu schnell, um überhaupt zu realisieren, dass Subotic zu Boden gegangen war. Dr. Brych lag gleichwohl richtig.

Bei Michael Weiner sieht es etwas anders aus. Er lag mit seinen Entscheidungen bei Nürnberg-Bremen allem Anschein nach eher nicht richtig. In seinem Sportstudio-Interview zeigte er sich auch recht schmallippig und gewiss nicht souverän. Aber in einem Punkt bin ich völlig seiner Meinung: ich möchte nicht, dass der Schiedsrichter in jeder Partie einen, zwei oder drei Spieler fragt, ob es denn wirklich ein Foul oder nicht doch eine Schwalbe gewesen sei, ob der Ball die Linie überschritten habe, ob die Hand zum Ball gegangen sei, was auch immer.

Vielmehr möchte ich, dass er entscheidet, auf Basis der ihm vorliegenden Informationen. Wenn diese Informationen irgendwann Signale eines Chips im Ball oder einen Videobeweis beinhalten, soll er sie bitte einbeziehen. Und dann entscheiden. Ich will nicht einmal ausschließen, es vielleicht sogar begrüßen, dass ein Schiedsrichter in Einzelfällen auch einmal einen Spieler beiseite nimmt und um Aufklärung bittet.  Aber es soll bitte nicht zur Gewohnheit werden, dass die Verantwortung auf den Spieler abgewälzt wird.

Der hat schließlich schon genug mit der Verantwortung zu tun, die ich ihm bei der Frage nach Spielunterbrechungen für verletzte Mit- und Gegenspieler aufgebürdet habe.

Disaster Recovery

Nein, kein wirklicher IT-Notfall, keine Wiederherstellung. Eher ein persönliches Desaster war das am Samstag, von dem ich mich so langsam wieder erhole.

Der eine oder die andere hat vermutlich mitbekommmen, dass ich das Spiel des VfB gegen Schalke für die Sportredaktion von ZEIT ONLINE twitternd begleiten sollte, sozusagen live aus der gefühlten Cannstatter Kurve. Aparter Gedanke, fand ich. Dumm nur, dass die Netzverfügbarkeit dort während eines Spiels nicht immer gewährleistet ist. Dass Bandbreite kein öffentliches Gut ist, liegt offensichtlich nicht nur an der Ausschließbarkeit, sondern auch an der Rivalität. Zu viele Menschen in der Kurve.

Hätte man auch vorher wissen können? Ja, hätte man. Wusste man sogar. Ein Stück weit. Mir war von früheren Spielen klar, dass das Netz mitunter sehr schlecht ist und der eine oder andere Tweet etwas länger braucht. Was ich meist auf meinen Anbieter geschoben hatte, weil ich Menschen mit anderen Geräten erfolgreicher hantieren sah. Also bewegte ich mich mit zwei verschiedenen Mobiltelefonen in zwei verschiedenen Netzen durch das Stadion; mein Stadionnachbar steuerte zur Sicherheit noch ein drittes Netz bei. Als Notfallplan bestand, das redete ich mir zumindest ein, die Option, Tweets per SMS an die Redaktion zu senden, die dann damit machen würde, was sie für richtig hielte.

Was soll ich sagen? Pustekuchen! Bis kurz vor Spielbeginn klappte die Twitterei noch ganz ordentlich, wenn man von der seelischen Belastung absieht, die am Vormittag durch ein zersplittertes Display entstanden war und noch immer anhält. Das änderte sich relativ rasch, nach wenigen Spielminuten funkte ich bereits SMS. Die erste Kurznachricht kam noch durch, danach ging buchstäblich nichts mehr. Keine Timeline. Keine Tweets. Keine SMS. Weder bei Alice. Noch bei Vodafone. Noch beim großen T. Ich war wohl ein wenig verzweifelt. Wenn mir vielleicht jemand bei Gelegenheit erzählen könnte, was sich auf dem Spielfeld ereignete?

Nach der Pause entspannte sich die Situation ein wenig und es gelang mir, einige SMS-Tweets abzusetzen. Ob sie allerdings in der Redaktion angekommen waren und es in die Timeline geschafft hatten, erfuhr ich erst nach dem Spiel, von Interaktion und der Reaktion auf @-Replies will ich gar nicht reden. Den Rest des Tages verbrachte ich mit der Decke über dem Kopf im Bett.

Ach so, ich könnte ja noch einen Satz zum VfB sagen. Oder zu Herrn Dr. Brych, auch wenn dazu längst alles gesagt ist, mit unterschiedlichen Nuancierungen. Die Forderungen nach einem Platzverweis für Pogrebnyak halte ich für hanebüchend (sic!), aber ein Foul war’s auch aus meiner Sicht. Das Handspiel hätte ich wohl nicht gegeben, aber zumindest in einem Punkt bin ich beim Schiedsrichter: wenn er das Handspiel pfeift, muss er nach meinem Regelverständnis auch Rot ziehen, unabhängig davon, wie er (oder auch ich) zu dieser Regel steht.

Wie auch immer: Kuzmanovic traf, das Spiel war entschieden. Was man aber erst hinterher wusste. Als Stuttgarter hätte man sich natürlich gewünscht, nicht bis zum Abpfiff zittern zu müssen. Scheint mir bei 75-minütiger Überzahl nicht gänzlich vermessen, auf etwas überlegtere Angriffe zu hoffen, vielleicht sogar auf ein zweites Tor, das ja in einigen wenigen Situationen tatsächlich in der Luft lag. Immerhin erhielt so die Abwehr die Gelegenheit, ihr ramponiertes Image etwas aufzupolieren. Insbesondere Georg Niedermeier, angesichts dessen Aufstellung reichlich Kopfschütteln herrschte, wünsche ich, dass ihm das Spiel das nötige Selbstvertrauen für die nächsten Spiele gibt. Und dass Sven Ulreich kurz vor Schluss den Sieg festhielt zur Ecke rettete, wird ihm auch nicht schaden. Zumindest hat man mir das so erzählt.

Fast vergessen: die Balakov-Huldigung (beinahe hätte ich Ballack geschrieben, so präsent ist er derzeit in der öffentlichen Diskussion um Kaisers Bart) der Kurve war großer Sport, das „Magath raus“-Plakat im Schalker Block für den neutralen Beobachter zu diesem Zeitpunkt auch, die Stuttgarter Reaktion („Ohne Magath habt Ihr keine Chance“), nun ja, unerwartet. Man konnte zu dem Schluss kommen, Magath habe den VfB, bei dem er sehr erfolgreich gearbeitet hatte, seinerzeit in bestem Einvernehmen verlassen.

Nächstes Wochenende bietet die Partie bei Sankt Pauli die Gelegenheit, erstmals wieder am Ende eines Spieltags die Abstiegsplätze zu verlassen, aus eigener Kraft. Ähnliches werden sich alle anderen Abstiegskämpfer sagen, die in den nächsten Wochen ebenfalls ständig auf direkte Konkurrenten treffen – Kunststück, wenn die halbe Liga taumelt.

Ich glaube nicht, dass die Mannschaft stark und vor allem gefestigt genug ist, eine Serie zu starten, die es ihr erlaubt, in fünf oder sechs Wochen relativ entspannt auf  „die da unten“ zu schauen, glaube vielmehr, dass es noch eine Reihe von Rückschlägen und das damit einher gehende Auf und Ab zu beklagen geben wird. Aber ich glaube wieder fest an die Aufs, was zuletzt nicht immer der Fall war, und bin zuversichtlich, dass es gelingen kann, vor dem letzten Spieltag den Klassenerhalt zu sichern. Würde die Partie in München aus Stuttgarter Sicht deutlich entspannen. Und man könnte gelassen abwarten, ob die Bayern die Qualifikation noch schaffen. Wofür auch immer.

Bis dahin dürfte ich auch das samstägliche Desaster verarbeitet haben.

Es gibt tausend gute Gründe…

Hat mich ja schon ein wenig geärgert, dass ich den Zug verpasste, der mir ermöglicht hätte, das Spiel des VfB beim HSV zu sehen. Wohl oder übel stieg ich in den nächsten Zug, versuchte Fußball Fußball sein zu lassen und sah mir eine weitere Folge von „Die schönsten Bahnstrecken der Welt“ an.

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Und während man so dasitzt, die Landschaft vorüberziehen lässt, schneebedeckte Wiesen, zugefrorene Teiche, matschige Straßen, dann taucht irgendwann weit, weit hinten so ein ganz unschuldiger Gedanke auf, der irgendetwas mit Fußball zu tun hat. Man fragt sich, warum so viel schief läuft in dieser Saison, wieso der VfB so gar nicht voran kommt, hat keine zufrieden stellende Antwort parat und lässt noch einmal, eher kursorisch, das eine oder andere Spiel Revue passieren:

Mainz:
Die Innenverteidigung

Dortmund:
Georg Niedermeier

Freiburg:
Christian Gross

Nürnberg:
Dr. Jochen Drees
Christian Gross

Leverkusen:
Mauro Camoranesi
Christian Gross

Frankfurt:
Dr. Felix Brych
Christian Gross

Schalke:
Florian Meyer
Christian Gross

Wolfsburg:
Verletztenmisere
Christian Gross

Kaiserslautern:
Der Betzenberg
Christian Gross

Köln:
Christian Dingert
Christian Gross

HSV:
Ciprian Marica
Christian Gross

Hoffenheim:
Christian Gross
Der Bossa Nova

Eigentlich ganz ok.
Ich hatte ja lange Zeit befürchtet, es sei was Strukturelles.
Oder habe mit der Vereinsführung zu tun.
Oder gar dem Spielerkader.

Schadensbegrenzung

War wirklich nicht schlecht, die erste Viertelstunde am Sonntag. Allein Celozzi kam gefühlte sechsmal zum Flanken. Die waren zwar selten gut, aber Träsch hatte ihn schön in Szene gesetzt. Vielversprechend. Dass der VfB im Mittelfeld mit dreieinhalb „Sechsern“ antrat, war weniger der Ankündigung des Trainers geschuldet, defensiver agieren zu wollen, sondern ließ sich angesichts der Personalnot auf den Außenpositionen kaum vermeiden. Dass Christian Gentner, der halbe Sechser und weniger als halbe Tempospieler auf der Außenbahn, bis weit in die zweite Halbzeit hinein auf dem Platz blieb, wäre schon eher vermeidbar gewesen, aber lassen wir das.

Der VfB spielte also eine Viertelstunde lang druckvoll, kam zu Torchancen, ließ hoffen, dass man nun so gut spielen würde, wie Thomas Herrmann zu meiner Überraschung bereits das Spiel in Odense gesehen hatte. Dann fiel das 1:0 und man entscheid sich fortan für die einzig sinnvolle Strategie: Schadensbegrenzung.

Zwischen dem 0:1 (18. Minute) und dem 0:2 (68.), eigentlich fast bis zu Delpierres Platzverweis (84.), kann ich mich an keinen ernst zu nehmenden Stuttgarter Angriff erinnern. Vielleicht Träschs Direktabnahme, und mit ganz viel Wohlwollen könnte man den einen oder anderen Freistoß in den Strafraum als Angriff interpretieren. Aber sonst? Hat man bis zur Pause immerhin noch das Spielgeschehen recht weit vom eigenen Tor entfernt gehalten, danach gelang nicht einmal mehr das. Wenn ein Gegner, den ich – nichts für ungut, liebe Frankfurter – nicht zwingend zur Crème de la Crème des europäischen Vereinsfußballs zählen würde, im Neckarstadion phasenweise den Eindruck von Tiqui Taqua erwecken kann, läuft meines bescheidenen Erachtens etwas verkehrt.

Fast hätte ich geschrieben, dass ich nicht damit rechne, den VfB bis zum Ende der Saison im Abstiegskampf erleben zu müssen, und damit genau die Botschaft vermittelt, die ein Großteil der Spieler bei mir hinterließ: „Keine Sorge, das wird schon.“ Es mag durchaus sein, dass das schon wird, aber ein bisschen mehr Engagement wäre dafür schon ganz gut. Selbst beim Klassiker „Fünf gegen Zwei“ – und danach sah es am Sonntag mitunter aus – reicht es manchmal nicht aus, nur darauf zu warten, dass „die da außen“ schon irgendwann einen Fehler machen werden. Insbesondere dann, wenn man nach einem Ballgewinn selten mehr als zwei Kontakte schafft, ehe man selbst wieder in der Mitte dem Ball hinterherhecheln muss.

Ach, ich bin frustriert. Ich möchte eine Mannschaft, die Fußball spielt und sich den Herausforderungen stellt, anstatt einen knappen Rückstand zu verwalten. Ich möchte Spieler und Verantwortliche, die nach so einem Spiel sagen: „Egal, was der Schiri pfeift – wir hatten’s nicht verdient.“ Ich möchte vom Trainer nicht hören, dass in Abwehr und Angriff nur die „letzte Konsequenz“ oder die „letzte Entschlossenheit“ gefehlt habe. Zwischen den letzten 5 oder auch 10 Prozent und dem, was die Mannschaft gezeigt hat, liegt ein gewaltiges Delta. Ich möchte keine Trainerdiskussion. Ich möchte den Namen Daum nicht hören. Ach, was ich alles möchte und nicht möchte.

Das Schiedsen und kein goldener Boden

Markus Merk ist Zahnarzt, bzw. er war es, weil er als Redner besser verdient. Franz-Xaver Wack ist bei den gleichen Leisten geblieben, Jochen Drees ist Allgemeinmediziner, Helmut Fleischer praktiziert bei der Bundeswehr. So weit weiß man vielleicht aus dem Kopf Bescheid, der eine oder andere auch noch darüber hinaus. Wenn man sich dann ein wenig in der Wikipedia vergnügt, erfährt man, dass Felix Brych zur gemeindlichen Förderung des Berufssports promoviert hat und Wolf-Rüdiger Umbach seit 15 Jahren Präsident der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften Braunschweig/Wolfenbüttel ist.

Herbert Fandels flinke Finger sind weithin bekannt, Bernd Heynemann hatte ein Leben vor der Politik, und zwar als Betriebswirt, Hellmut Krug war Gymnasialllehrer, Walter Eschweiler Diplomat im Auswärtigen Amt. Ingenieur Alfons Berg doziert an der FH Trier, Lutz Michael Fröhlich ist diplomierter Kommunikationswirt, Siegfried Kirschen Psychologe. Wolfgang Riedel war Jurist an der Humboldt-Universität, Klaus Scheurell ist Gärungstechnologe, falls man das so sagen kann, und Peter Sippel Betriebswirt.

Wolf-Dieter Ahlenfelder ist, genau wie Dieter Pauly, Industriekaufmann, Gerd Hennig Speditions-, Günter Perl Groß- und Außenhandelskaufmann. Wolfgang Stark, Marco Fritz und Babak Rafati sind Bankkaufleute.

Aber wo sind die Handwerker, die Mechaniker, die Leute, die mit ihren Händen arbeiten? Man wird ja wohl keine akademische Ausbildung brauchen, um das Spiel pfeifen zu können, das wegen seiner einfachen Regeln so beliebt ist? Wer weiß, ob wir ohne Schneidermeister Rudolf Kreitlein überhaupt gelbe und rote Karten hätten? Günther Habermann ist Elektromechaniker, Werner Burgers Schriftsetzer, Manfred Bahrs war Galvaniseurmeister und Albert Dusch Maschinenmeister bei einer Nähmaschinenfirma, Karl-Heinz Gläser lernte Schweißer und Lutz Wagner Maschinenbauer. Man muss ziemlich tief wühlen.

Unter den aktuellen Erst- und Zweitligaschiedsrichtern gibt es mit Robert Kempter einen Werkzeugmechaniker und mit Christian Bandurski einen Chemielaboranten. Ferner pfeifen ein paar Kaufleute und „Angestellte“ sowie 5 Polizist(inn)en, während gut die Hälfte der 40 Auswerwählten einen akademischen Abschluss hat oder anstrebt.

Eine gewisse Ungenauigkeit ergibt sich aus den jeweiligen Berufsangaben, die nicht in jedem Fall ganz eindeutig sind. So im Fall von Thomas Metzen, dessen Berufsbezeichnung als Vorstandsassistent eher im Vagen bleibt, oder bei Deniz Aytekin, weil ich nicht so recht weiß, ob ein VWA-Betriebswirt als Akademiker gilt oder nicht. Unstrittig scheint jedoch, dass er Geschäftsführer eines seriösen Beratungsunternehmens ist.

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Ach, und falls sich jemand dafür interessieren sollte, wie ich das Spiel des VfB in Freiburg gesehen habe: gar nicht, bis auf die drei Tore.

Also schweige ich.

Ich will mir nicht Gagelmann wünschen.

Herr Wieland vom Königsblog hat vor ein paar Tagen analysiert, welche Schiedsrichter seinen Schalkern in den vergangenen Jahren die meisten Punkte gebracht haben – eine recht gute Quote hatte dabei Dr. Brych, mit dessen Leistung ich am Samstag beim Spiel des VfB gegen Schalke nicht ganz einverstanden war.

Nun hat er -ich war dem Vernehmen nach nicht ganz unschuldig- nachgelegt und das Ganze auf alle Vereine ausgeweitet, mit fatalen Folgen: demzufolge müsste ich mir künftig für jedes Spiel Peter Gagelmann wünschen, den ich gemeinsam mit Babak Rafati für den schwächsten Bundesligaschiedsrichter halte. Puh, nicht schön.

Immerhin kann ich nun guten Gewissens sagen, dass meine bisherige Schiedsrichterbewertung offensichtlich nicht ergebnisabhängig erfolgte, ganz im Gegenteil: in den letzten drei Jahren hat der VfB jedes von Gagelmann geleitete Spiel gewonnen, Punkteschnitt: 3,0. Mit Dr. Brych liegt er bei 0,8.

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