Urlaubsfreuden

Ich mag Martin Harnik. Besser: ich schätze ihn. Sportlich. Seine erste Saison für den VfB war großartig, die Scorerbilanz habe ich an anderer Stelle zitiert. Er zeigte sich stets hoch motiviert, brillierte als torgefährlicher Joker und wusste später, nach einem kleinen Zwischentief, auch in der Startelf zu überzeugen.

Neben dem Platz schätze ich ihn mindestens genauso sehr. Seine Interviews enthalten wenig Leerlauf, seine Aussagen haben Substanz. Phrasen sucht man in der Regel vergeblich, sprachlich ist häufig weitaus Schlechteres zu hören. Harnik wirkt freundlich, bescheiden und verbindlich, ohne gleich in der weniger attraktiven Schwiegermutterschwarmecke zu landen. Er vermittelt den Eindruck, seinen Erfolg einordnen zu können, Kritik nimmt er dem Vernehmen nach an, selbstkritisch ist er ohnehin, auch sich selbst gegenüber. Harnik setzt sich realistische Ziele, sein Handeln wirkt strukturiert.

Ein gescheiter junger Mann, möchte man sagen. Einer, dem man abnimmt, dass er gelegentlich ein Buch in die Hand nimmt. Und es liest. In aller Ruhe.

Harnik war neun Tage auf Ibiza. Das Programm: „Ausschlafen, an den Strand legen, ein Buch lesen (Tommy Jauds „Resturlaub“), abends essen gehen.“

9 Tage. 256 Seiten. Zähe Kost.

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  1. Und dann war da noch der ehemalige Mitbewohner, der nach x Runden auf dem Surfbrett und Beachvolleyball abends immer nach 10 Seiten seines Buches einschluf. Ich kann’s verstehen – wenn das sonstige Urlaubsprogramm so attraktiv ist…?

      1. Fiel mir auch gerade auf, zu spät, wie ich merke. Vielleicht hatte das mit dem Ausschlafen aber nicht so geklappt. Naja, egal, will hier keine Pointen und Beiträge zer-kommentieren.

        Möchte nur anfügen: _immerhin_ ein Buch.

  2. @Sebastian Langer:
    Das mag wohl sein. Letztlich ist es schlichtweg so, dass ich über das Zitat gestolpert bin und nicht anders konnte. Beim Trainer würde sowas, etwas verschwurbelter eingeleitet, wohl unter „Billige Lacher“ einsortiert.

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