sechzehn/zwanzigzwanzig

Man sah ihn auf der allergrößten Bühne,
wie er so siegte vor der ganzen Welt,
als Derwisch, Rumpelstilzchen, Springinsfeld.
Und als (Ist das ein Kasusfehler?) Hüne.

Im alten Land tat einer sicher Sühne,
der ihn dereinst mit üblem Spott verprellt.
Der Abschied sei egal, hat der gebellt.
(Wurd *er* Olympiasieger aus Ranküne?)

Man stößt, aus dem Zusammenhang gerissen,
stattdessen auf die Liebe, die ihn trieb.
Ein Jahr zuvor ging’s ihm (geprahlt:) beschissen.

Es war der Sport, der ihm zu der Zeit blieb.
Dann dieses Bild, man wollte es nicht missen.
Das neue Land hat ihn zurückgelieb
t.

______________

Hintergründe zum Kalender.
Über Kommentare zu den Sportler*innen und ihren Sportarten würde ich mich freuen. Sie bleiben aber zunächst verborgen. Spannung und so.

Wer Probleme hat, überhaupt zu kommentieren (ja, das passiert gelegentlich), ist herzlich eingeladen, mir seinen oder ihren Kommentar per Mail an blog at heinzkamke.de oder auch per Twitter-DM zu schicken. 

28 Gedanken zu „sechzehn/zwanzigzwanzig

  1. Klingt vieles nach Matthias Steiner. Gewichtheber.
    Gewechselt von Österreich nach Deutschland und 2008 in Peking Olympiasieger geworden. Er hatte bei der Siegerehrung ein Foto seiner verstorbenen Frau dabei. Und ich jetzt was im Auge.

  2. Das kann ja nur Gewichtheber Matthias Steiner sein – der Liebe wegen aus Österreich nach Thüringen. Seine Freundin/Frau verloren und ihr und sich und ihnen mit und nach dem Gold von Peking bei der Siegerehrung ein Denkmal gesetzt. Hat er übrigens u.a. im Rahmen der Vox-Show „Ewige Helden“ mal ganz eindrücklich geschildert, die ganze Geschichte.

  3. Heute traue ich mich mal wieder. Schon beim Gedanken an die olympische Siegerehrung kriege ich direkt Gänsehaut, denn es dürfte sich um Gewichtheber Matthias Steiner handeln.

  4. Das war zwar nicht sehr schwer – aber dafür sehr schön. „Ranküne“. Gehört das zu Deinem aktiven Wortschatz? Wahnsinn.
    Die Rede ist ganz klar von Matthias Steiner, dem als österreicher geborenen Gewichtheber, der aus Liebe deutscher wurde, worauf sein alter Verbandschef tobte, es sei ihm egal, wenn er fürs Teppichland starte.
    Olympiasieger 2008, Tragik, Emotion, geliebt im der neuen Heimat – wir kennen die Geschichte.

  5. Steiner aus dem Chemnitzer Ortsteil Österreich.

    Das war schon fett.
    Ich weiß noch, wie ich damals in irgendeinen Chat schrieb: „Sportler des Jahres“, ich kleiner Prophet, ich.

  6. Bin mir nicht ganz sicher, aber das schreit doch alles nach Matthias Steiner? Die verstorbene Frau, das Olympiagold, ihr gewidmet, mit ihrem Foto in der Hand? Und der besonders charmante Kommentar irgendeines Gewichtheber-Funktionärs aus Österreich, der mich auch zu einem Nationalitätenwechsel angespornt hätte? Plus der Hinweis mit dem Stoßen – naaaa, das passt schon alles inclusive des Popularitätshinweises in der letzten Zeile. Ich leg mich fest: der Steiner Matthias ist es, leiwand!

  7. Stoßen – reißen – Gewichtheben
    Im Heimatland wars wurscht, dass er geht.
    Ihm gings schlecht, weil seine Frau verunglückte.
    Einer der schöneren deutschen Olympiasiege, obwohl es ein Österreicher war.
    Heute endlich mal wieder ohne Wikipedia & Co (die Überprüfung der „t“-Anzahl ignoriere ich).
    Es ist Matthias Steiner.

  8. Da brauchts kein Google und kein Wiki. Auf ihn habe ich schon die ganze Zeit gewartet. Heute geht es endlich um Matthias Steiner.

  9. Beim Lesen gedacht, es handle sich um den in Kenia geborenen Wilson Kipketer, der Ende der 90er für Dänemark an den Start ging und dem eine Malariaerkrankung vor den Spielen in Sydney aus der Bahn warf. Es passt alles. Fast. Denn eines wurde Kipketer nie: Olympiasieger. Obwohl er viele Jahre alles über die 800m gewann, was man gewinnen konnte. Vllt kam ich direkt darauf, weil ich seit Tagen auf ihn “warte”. Aber egal.
    Also kein Kipketer und weiter überlegen…
    Andererseits kann ich heute eigentlich nicht wirklich. Auch wenn ich befürchte, dass ich bei der Auflösung aufstöhnen und sagen werde “Den hätte ich wissen MüSSEN”. Es ist wie es ist.
    Danke Kamke

  10. Heute fügen sich die Mosaiksteinchen des Rätsels zusammen: Unvergessen, wie der Hüne Matthias Steiner in Peking die Goldmedaille überreicht bekam, mit dem Bild seiner zuvor verstorbenen Ehefrau in der Hand. Ebenso präsent geblieben ist mir sein Jubel, unmittelbar nach dem entscheidenden Versuch. Und „Zurückgeliebt“ wurde er nicht nur von der deutschen Öffentlichkeit. Es ist auch der Titel eines – hmm, sagen wir mal freundlich – Liedchens, dass er irgendwann später trällerte.

  11. Matthias Steiner
    geb. Österreicher (?).
    Mit deutscher Staatsbürgerschaft wurde er Olympiasieger.
    Dieses Bild für die Ewigkeit bei der Siegerehrung mit dem Foto seiner im Jahr zuvor verstorbenen Frau.

  12. Matthias Steiner. Ohne Google. Der entscheidende Hinweis war die Liebe und das Bild. Ein großer Moment.

    Der Rest passt ja dann auch mit Stoßen und Reißen und der ganzen Geschichte um Deutschland, Österreich, Kasachsatan oder Teppichland.

    Aber man erfährt immer etwas Neues. Let’s dance hatte ich noch am Rande mitbekommen, aber dass er noch gesungen hat und eine Single „zurückgeliebt“ aufgenommen hatte, erfuhr ich dann erst durch Wikipedia beim Verifizieren.

    Bleib
    t
    noch die Frage, was es mit dem t am Ende auf sich hat. Der Kamke, wie wir ihn kennen („Ein stich“) macht sowas doch nicht nur wegen eines schnöden Reims. Da steckt doch was noch anderes dahinter – aber ich steh auf dem Schlauch.

  13. Gerissen – Gewichtheben
    Sieg auf allergrößter Bühne – Olympia
    Ein Jahr vorher ging’s ihm schlecht – Unfalltod seiner Frau, wegen der er aus Österreich nach Deutschland wechselte
    Unmut beim Wechsel in Österreich.

    Klingt alles nach Matthias Steiner

  14. Ohne Google auf Matthias Steiner getippt. Derwisch nach dem erfolgreichen Versuch bei Olympia, der Verbandswechsel von Österreich nach Deutschland, der Unfalltod seiner Frau, das Foto bei der Medaillenverleihung. Könnte passen.

  15. Werter Herr Kamke,

    ich gebe mich heute geschlagen. Ich wäre grob beim Kugelstoßen, aber ich bekomme überhaupt keinen Zugriff zu dem Quiz heute. Tut mir leid. 🙁

  16. Ich stand dermaßen auf dem Schlauch. Wenig Zeit kam dazu.
    in meiner Verzweiflung hab ich später dann am Tag „zurückgelieb“ gegoogelt…
    und BINGO, da fiel es mir wie Schuppen aus den……
    MATTHIAS STEINER!

  17. Und wenn ich noch mehr Ruhe gehabt hätte, wäre mir sogar der Name ohne Google eingefallen: Matthias Steiner. Bewegende Geschichte.

  18. Herr Kamke! Sofort beim ersten Lesen, noch vor’m ersten Kaffee hatte ich eine Idee – nein, eine Lösung! Matthias Steiner muss es sein. Stoßen, Reissen und dann das Bild von seiner verstorbenen Partnerin.
    2008 waren tatsächlich ‚meine‘ olympischen Spiele. Da hatte ich gerade mein Abi in der Tasche und jede Menge Zeit, um stundenlang alles zu verfolgen. Diesen Moment der Mediallenzeremonie mit dem Foto in der Hand, habe ich noch gut vor Augen. Dass Herr Steiner nach Ende seiner sportlichen Karriere durch diverse Fernsehshows tourte ist und sogar unter die Musiker gegangen ist (Zurückgeliebt. Soso.), habe ich allerdings nicht mitbekommen bzw. gerade eben erst erfahren.

  19. Heute bin ich spät dran und muss auf einen Zufallstreffer hoffen: Bei Olympiasieger und Hüne fällt mir der Austro-Germane Matthias Steiner (hoffentlich kein Spoiler für weitere Rätsel) ein, zumal dessen Frau 1 Jahr vor dem Olympiasieg gestorben war und er – jedenfalls in meiner Erinnerung – nach seinem Sieg wild umhergesprungen war. Mehr kann ich dem Rätsel leider nicht entnehmen – vor allem der Hinweis auf einen angeblichen Kasusfehler verwirrt mich, und das Prahlen bringt mich eher auf Hans oder Axel…

    Jedenfalls freue ich mich heute umso mehr auf die Auflösung…

  20. Oha.

    Erst lange keine Idee gehabt, weil ich irgendwie erst keinen Ansatz fand.

    Dann das Pferd von hinten aufgezäumt:
    Mmmh, wenn der Kamke mit Hinweisen so geizig ist, vielleicht ist es dann eine bekannte Story…

    Nun, bei Olympiasieger , dem es in Bezug auf Liebe kurz vorher beschissen ging… (und nicht gerade klein ist)
    …hm… da fällt mir ja nur Matthias Steiner ein…

    …aber der hatte doch keinen Landesverbandswec…..
    ….oh…..
    …moment, geboren in Wien sagt wikipedia…
    …hmm, ja den Dialekt hörte man irgendwie noch raus…
    ….tja, äh, das wäre dann wohl die Lösung, denke ich.

  21. Mich bezweifeln Zweifel, ob man mit 1,83 Metern als Hüne gilt. Aber eine Erscheinung war er als Wettkämpfer schon. Vom ÖGV verhöhnt, zog er der Liebe wegen nach Deutschland und nahm auch die Staatsbürgerschaft an. Seine Liebe starb. Ein Jahr später musste der ÖGV erkennen, sich im Umgang mit dem von mir ins Spiel Gebrachten verhoben zu haben. Er triumphierte in Peking mit Gold.
    Später heiratete er eine Frau, von der ich mich schlecht anmoderiert fühlte.

    Ich meine Matthias Steiner. Du hoffentlich auch

  22. Nach Tagen voller Verzweiflung konnte ich heute schon beim Frühstück lösen: Matthias Steiner.
    Die Erinnerung an die Bilder machen jedesmal wieder einen Kloß im Hals!

  23. Seien wir ehrlich: Das ist hier doch alles eine einzige Enttäuschung! Weder die Klammer mit dem Kasus noch das t am Ende haben auch nur die geringste Bedeutung, sind vielmehr einfach nur Mittel zum fragwürdigen Zweck. Wie gestern angekündigt, habe ich das heutige Türchen ziemlich quick und ziemlich dirty zusammengeschrieben, da muss man dann auch mal ästhetische, sprachliche und inhaltliche Kompromisse eingehen. Sorry nicht nur, aber ganz explizit an Herrn @braindrain21.

    Nachdem nun also ich das Büßergewand übergezogen habe, entgegne ich gern mit der Frage, wer außer @Das_Mietmaul, einem bekennenden Bewohner von Andrea-Berg-Country (und Nicht-Googler!) hat auf Anhieb den Songtitel erkannt, in dem das t steckt, hat vielleicht sogar in erster Linie deshalb gelöst? Na? (@Vicky zum Beispiel bestreitet in auffälliger Weise jede Kenntnis.)

    Ok, zum Text. Erste Zeile, zack, erster Hinweis. Zwar würde ich grundsätzlich nicht zögern, bei einer x-beliebigen olympischen Sportart von der größtmöglichen Bühne zu reden; hier aber könnten wir es tatsächlich mit einer Bühne zu tun haben, wie der Leserin sicherlich auf Anhieb bewusst war. Er siegte und sprang danach recht wild auf jener Bühne herum. Und ein Hüne war er auch. Fast vergäße man in der vierten Zeile, dass es sich, auf Zeile 1 zurückgehend, um einen Akkusativ handeln müsste, so zumindest meine Lesart. Also: Kasusfehler. Vermutlich.

    Das alte Land ist natürlich nicht das Alte Land, klar, sondern seine Heimat, wo man dem Vernehmen nach keineswegs alle Hebel in Bewegung gesetzt hatte, ihn zu halten. Der Spruch vom Teppichland geistert durch die Kommentare – selbstredend hatte ich daran gedacht, ihn einzubauen, aber der Begriff ist so verdammt leicht zu googeln, und es war doch so schon alles so einfach. Jener Funktionär also, der Herr Schödl mag Sühne geleistet haben oder auch nicht, und vermutlich hat er auch gar nicht wirklich gebellt, aber die Botschaft kam wohl an. Wenn ich ehrlich bin – wie Sie sehen, ist hier in diesem Lügenrätsel heute alles mögliche erfunden – traue ich auch der Rankünetheorie nicht so recht über den Weg.

    Tja, @Felix, Ranküne gehörte leider nicht zu meinem aktiven Wortschatz, bis ich zufällig vor wenigen Tagen in einem französischen Text darüber stolperte und mich frug, ob es wohl im Deutschen das zugehörige Lehnwort gebe. Duden sagte ja.

    Nächste Zeile, Stoßen und Reißen, Thema durch. Klar, Gewichtheben. Die Liebe habe ihn getrieben, und ja, das klingt pathetisch, aber wenn ich mir die Kommentare so durchlese, dann ist Pathos nicht ganz fehl am Platz. Ein Jahr vor jenem Olympiasieg ging es ihm beschissen, und das wäre noch geprahlt, und ich habe mich mit dieser flapsigen Formulierung nicht wohlgefühlt. Bin ganz froh, dass sie mir niemand hier vorgehalten hat. (Und ganz nebenbei ist es mir unangenehm, in einem sonettartigen Gedicht “beschissen” zu schreiben. Als wollte man sich an Robert Gernhardt ranwanzen.

    Zweites Terzett, das Pathos bleibt, genau wie (behauptet) der Sport, aber es passt natürlich auch zu jener berühmten Geste, als Matthias Steiner das Bild seiner ein Jahr zuvor verstorbenen Frau zur Siegerehrung mitnahm. Uns alle, die wir ein Herz haben, dürfte das nicht ganz kalt gelassen haben. Und so wollte nicht nur er das eine, viel wichtigere, sondern wir auch das andere Bild nicht missen. Die letzte Zeile kommt dann aus einer anderen Zeit, Jahre später, und sie hat nichts mit Low-Carb-Diäten zu tun, die man ja auch hätte ansprechen können, sondern mit seinem Megahit “Zurückgeliebt”. (Wiewohl er natürlich auch von seinem Land geliebt wurde, s.o.)

    Nicht übertrieben viele Hinweise, aber scho au, und wie @socralynnek andeutet: Schon möglich, dass eine negative Korrelation zwischen der Bekanntheit der Person bzw. der Geschichte und der Zahl bzw. Offensichtlichkeit der Hinweise besteht.

    Ein paar kurze Antworten, aber ich sollte dann auch los, Adventskalender füllen, Sie wissen schon.

    @Arnesen: Ach, das mit dem Ortsteil wusste ich nicht. Hübsches Detail. Und “Ewige Helden” habe ich auch nicht gesehen, @lurchmolch. Schlecht vorbereitet, ich sag’s ja.

    @xxlhonk: Den hättest Du wissen müssen. (Verzeihung. Weil die Kommentare ja nicht sichtbar waren, konnte es niemand sonst schreiben. Und jemand musste.)

    @Flopumuc: Doch fast zu leicht, ne? ; )

    @sport_thies: Mn Mnd st vrsglt.

    @Knut Kleinsorge: Man muss sich nur zu helfen wissen. (Ich lachte sehr.)

    @Stadtneurotiker: 63.000 Treffer für Matthias Steiner Hüne können nicht irren!

    Einmal mehr herzlichen Dank fürs Mitmachen, viele freundliche Kommentare, auch drüben bei Twitter, inklusive exzessiver Mund- bzw. Tastaturpropaganda. Ihr bereitet mir täglich Freude. (Nein, damit meine ich nicht die Propaganda.)

  24. Ups, da ist es, dieses eine Rätsel, bei dem ich es schon in der ersten Zeile ahne und in der dritten dann ganz sicher war.
    Doch auch hier, klar kenne ich die Geschichte, natürlich erinnere ich mich an die Bilder, aber wenn ich „Nationenwechsel“ überlege, wäre er mir nicht eingefallen.

    Danke und ich bin beeindruckt, wie du so viele Rätsel zusammen stellen kannst.

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