zwanzig/zwanzigzwanzig

Der Mann kann im Prinzip ja viel berichten:
Sein erstes Land ward schon recht früh zum zweiten.
Olympia konnt er silbern dort bestreiten,
musst auf der letzten Rill’ auf Gold verzichten.

Der Mann schreibt im Prinzip ja viel Geschichten:
Ein weitrer Pass, erst aus denselben Breiten,
dann noch ein Land. Auch wusste man beizeiten:
Die Matte auf dem Kopf zählt zu den dichten.

Der Mann kann im Prinzip ja viel erzählen:
War unter Zugzwang, noch ein Land zu wählen –
wo sie ihn bald schon Weltenmeister nannten.

Der Mann war im Prinzip ja nie passiv:
Die Länderpunkte imponieren tief.
Und ebenso der Haufen Konsonanten.

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Hintergründe zum Kalender.
Über Kommentare zu den Sportler*innen und ihren Sportarten würde ich mich freuen. Sie bleiben aber zunächst verborgen. Spannung und so.

Wer Probleme hat, überhaupt zu kommentieren (ja, das passiert gelegentlich), ist herzlich eingeladen, mir seinen oder ihren Kommentar per Mail an blog at heinzkamke.de oder auch per Twitter-DM zu schicken. 

15 Gedanken zu „zwanzig/zwanzigzwanzig

  1. Mein Ansatz ist immer über die Sportart:
    olympisch, auf der letzten Rille … irgendetwas mit Rad?
    Erst beim zweiten Lesen las ich genau: Welt(en)meister
    Weltergewicht vielleicht: Boxen, Ringen ?
    Die Matte auf dem Kopf … Frisur (hilft nicht weiter), Matte? Ringen
    Also Google – Ringer (mit vielen Konsonanten)
    Ergebnis: Alfred Ter-Mkrtchyan
    Als Armier in der Sowjetunion (1. Land) gestartet, nach dem Zerfall 1992 für die GUS (2. Land) Silber in Barcelona (führte noch 7 Sekunden vor Schluss – letzte Rille)
    Dann die armenische Staatsbürgerschaft (3. Land).
    Übersiedlung in die USA (4. Land) und anschließend die deutsche Stattsbürgerschaft (5. Land) für welches er auch 1994 Weltmeister wurde.

    Mein Tipp daher: Alfred Ter-Mkrtchyan
    Aber: Ohne Google keine Chance

  2. Alfred Ter-Mkrtchyan (armenisch Ալֆրեդ Տեր-Մկրտչյան / Alfred Ter-Mkrttschjan) dürfte es sein.

    Jetzt bin ich gespannt, was er noch alles zu erzählen hat. 😉 Außer Wikipedia fand ich nicht viele Geschichten.

  3. Ich fühle mich hier persönlich herausgefordert.
    Tragen wir mal die wasserdichten Fakten und mir plausibel erscheinenden Vermutungen zusammen.
    Gesucht wird ein Ringer (Matte, passiv, Rill), der mindestens einmal Olympiazweiter und einmal Weltmeister war. Eines der Länder, für das er antrat, war wohl Armenien (im Prinzip ja – Radio Eriwan). Vermutlich hat(te) der gesuchte Sportler dichtes Haar und einen an Konsonanten reichen Nachnamen – beides keine Alleinstellungsmerkmale für Herren aus jenen Regionen.

    Ich hab dann erstmal nach armenischen Ringern gegoogelt und kam zu Mkhitar Manukyan, dessen Eltern in einem Erdbeben umkamen (also hätte er „Geschichten zu erzählen“). Er selbst trat für die Sowjetunion, Armenien und später Bulgarien an. Aber neben dem WM-Titel gab’s „nur“ Olympia-Bronze, kein Silber. Hm.

    Dann hab ich auf gut Glück und wegen seines Namens nach den Erfolgen des eingebürgerten Deutschen Alfred Ter-Mkhrytchian geschaut. Und, siehe da, geboren in Yerevan, gestartet für die UdSSR, das Konstrukt „Unified Team“ (1992) und die Bundesrepublik. Das Olympiafinale ’92 erst in den Schlusssekunden verloren, später Weltmeister für Deutschland.
    Ich gehe also davon aus, dass Alfred heute der Gesuchte ist.

    (Und das ist die Art Rätsel, die Kamke als googlefrei lösbar einschätzt.)

  4. Heute bin ich in Sachen Schach unterwegs. Also hier. Zugzwang und so.
    Erster Gedanke: Bobby Fisher. Aber der verließ die USA spât (ging nach Island). Und er gewann die Schach-Olympiade. Also ist er raus aus dem Rennen.
    Nächster Gedanke:
    Wilhelm Steinitz, geboren in Prag, spielte er erst für Österreich und wurde dann Amerikaner. Er war der erste Schachweltmeister überhaupt. Aber kein Olympia… also auch raus.
    Spieler Nummer 3 wäre dann Viktor Korschnoi. Der Russe spielte diverse Olympiaden und war alles. Nur kein Weltmeister. Auch nicht, nachdem er in die Schweiz emigrierte. Also auch nicht.
    Was mich zu dem Gedanken bringt, dass es kein Schach sein müsste. Hmmm. Mache mal eine Pause. Und melde mich ggf spâter. Nochmals.

  5. Die Matte lässt mich in Richtung Ringen schielen. Zum Glück gibt es in der englischen Wikipedia eine Liste aller Weltmeister. Und derjenige mit den meisten Konsonanten ist dort: Alfred Ter-Mkrtchyan. Der ist auch für sehr viele Staaten angetreten. Also ist er meine Lösung.

  6. Meta-Lösungen, der neue heiße Scheiß.

    Die pure Aufmerksamkeit hat uns diesmal zur Lösung geführt und wir nehmen gerne zumindest einen halben Punkt für diese Transferleistung. Natürlich wären wir sonst nie im Leben darauf gekommen, wir eierten planlos bei allen möglichen Winterspielen („Vermutlich irgendwas Ostblock. Viele Länderwechsel und viele Konsonanten!“) rum.

    Außerdem sehr lehrreich bei der anschließenden wikipedischen Fleißaufgabe: Es gab mal eine Menge mongolischer Ringer mit äußerst hübschen Namen. Die hatten allerdings immer noch ein paar Vokale mehr als der gesuchte Alfred Ter-Mkrtchyan (oder Ter-Mkrttschjan, es wird nicht besser).

  7. Im Prinzip kann das nur Alfred Ter-Mkrtchyan sein – die Hinweise auf Ringen (ohne diese selbst zu erwähnen) sind deutlich genug, dass selbst mir es auffällt. Wir wissen ja alle, wie nah Schach und Ringen beieinander liegen können…

  8. Wieder jemand der offensichtlich viele Länder nicht nur bereist, sondern aus besportet hat.
    Naheliegend, dass ich an ex UdSSR Sportler denke. „Matte“ auf dem Kopf und nie passiv bringen mich zum Ringen. Da kenne ich Wilfried Dietrich, den Kran von Schifferstadt, und natürlich Pasquale „Die Brücke“ Passarelli.

    Eigentlich wollte ich ja Google meiden, aber heute lasse ich mir helfen. Kurz.

    Macharbek Chasbijewitsch Chadarzew. Zitat Wiki:“…ossetischer Ringer, der für die Sowjetunion, die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten, Russland und Usbekistan startet…“
    Olympiazweiter 1996 und Weltmeister war er auch. Ob er der gesuchte ist? Und wenn, ob jemand den Namen halbwegs richtig ohne Hilfe schreiben kann?

  9. Radio Eriwan. (Erst nach dem dritten Lesen bemerkt…)

    Xetaq Qazyumov hat schon mal einen beeindruckenden Konsonantenmix.
    Ich denke mal, trotzdem ist Alfred Ter-Mkrtchyan gemeint. Habe den Namen schon mal gekannt, aber bei den Olympiamedaillengewinnern nachschlagen müssen. Vielleicht kann Herr Zugzwang mit einer Schifferstadter Anekdote dienen?

  10. Matte, passiv: da bin ich beim Ringen. Alfred Ter-Mkrtchyan (ein Name mit vielen Konsonanten) startete ab 1990 für die Sowjetunion und nach dem Zerfall für die GUS. In Barcelona gewann er olympisches Silber, Gold wurde ihm in nahezu letzter Sekunde entrissen.
    Er nahm die armenische Staatsbürgerschaft an, ging in die USA und anschließend wegen der besseren sportlichen Perspektive nach Deutschland => Einbürgerung, 1994 Weltmeister.
    Beim Wort Zugzwang musste ich in Verbindung mit Ringen an das Bild eines Twitterers im Ringeranzug denken 🙂 Aber das war vielleicht nur in meinem Kopf.

  11. Ich nochmals.
    Zugzwang. Matte. Ringen.
    Und da sind natürlich diverse Sportler am Start (gewesen), die ihre Nationalitäten wechselten. So auch David Bichinashvili, gebürtiger Georgier, der dann für die Ukraine an die Matte ging und in Sydney 2000 olympisches Silber gewann.
    2003 der nächste Wechsel der Nationalität. Er wurde Deutscher. So. Das ist mein letzter Versuch für heute. Ich habe zwar leichte Zweifel an der Lösung, aber auch keine Zeit mehr an diesem 4ten Advent.
    Die Nacht war nach einem sehr schönem Kneipenquiz vom Mars und früher Startzeit beim Golf zu kurz. Der verschlafene Nachmittag nur die Konsequenz daraus.
    Aber so oder so (auch in Sachen Kneipenquiz): Danke Kamke!
    Dir und den Deinen und allen die sich meinen Monolog immer noch antuen, wünsche ich einen schönen vierten Advent!

  12. Nachdem ich die letzten Tage entweder grundsätzlich auf dem Schlauch stand oder in Wikepedia schon auf der richtigen Seite (Fußball-WMs und Reiter-Olympiasieger) war, aber trotzdem zu doof war… versuche ich es heute mal obwohl ich mir nicht ganz sicher bin: Alfred Ter-Mkrtchyan. Matte und Passivität wiesen mich zum Ringen, Konsonanten und vier Verbände dann zu Ter-Mkrtchyan. Bei den Judoka habe ich aber nicht gesucht, vielleicht gibt es da ja auch noch einen mit vergleichbaren Lebenslauf.

  13. Ich habe keine Ahnung. Ich zähle so um die fünf Nationen, kenne Silbermedaillengewinner aus Sarajewo und Moskau; sehr viele ukrainisch-sowjetische und armenisch-sowjetische Weltergewichtsboxer; fragte mich, bei welchen Sportarten es überall Matten gibt; wo man auf der letzten Rille fahren kann (oder doch zur letzten Rille tanzen?) und ob es eigentlich Sporler gibt, die nach ihrer aktiven Laufbahn eine Dichter- respektive Schriftstellerkarriere anstrebten..in welchen Sportarten Punkte verteilt werden und so weiter und so fort. Aber: keine zufriedenstellende Lösung.

  14. Guten Abend, ich hätte da ein paar Vorbemerkungen. Die sechste Stunde war lang gestern, der Unterricht nicht gut vorbereitet, da muss man halt auch mal ein bisschen improvisieren. Alles nur so mittelgut recherchiert, kaum mehr als “Quelle: Wikipedia”, Bisher scheine ich Glück gehabt zu haben, dass mich niemand eines Fehlers überführt hat. Sprachlich lässt man sich auf manchen Kompromiss ein, ist halt doch schon mitten inder Nacht, auf “viel Geschichten”, auf “Weltenmeister” – die Interpretation von @Roland ging mir durch den Kopf, ließ sich aber nicht so wirklich vertreten. Und es führt halt auch mal dazu, dass man “auf der letzten Rill’” eher im Sinne von “im letzten Augenblick” statt “völlig erschöpft” o.ä. verwendet. Es war zu spät, um noch von der einen oder anderen fixen Idee, wie eben der Verwendung der Rill’ oder den prinzipiellen Strophenanfängen, wegzukommen.

    Ach, und ja, das vorab: Zu den 20 Namen, von denen ich schrieb, dass sie relativ vielen Mitspielenden ohne Google bekannt sein dürften, würde ich den heutigen eher nicht zählen. Gilt nicht nur für @Markus Rill … Und dann wollte ich zugeben, dass einzelne Hinweise meine erweiterte Twitterblase bevorzugen. Sorry. Hier stand ich und konnte nicht anders.

    Zum Text: Das erste Land wird zum zweiten, wir könnten uns also in Nordmazedonien befinden, in Myanmar, Pakistan, Sri Lanka, Burkina Faso, dem Königreich eSwatini, … meinetwegen auch Ex-Jugoslawien oder der ehemaligen Sowjetunion. Für dieses Land errang er olympisches Silber, fast hätte es gar für Gold gereicht, letzte Rill(e) und so. Was ein paar der genannten Vorschläge ausschließen dürfte.

    Zweites Quartett. Schon wieder ein neuer Pass, räumlich wohl immer noch recht nah am bisherigen Land (selbe Breiten). Dann aber noch ein Land, ob auch ein neuer Pass, weiß man nicht. Zudem ein bisschen Gala-Information: Die Frisur sitzt. und möglicherweise hat es mit der “Matte” ja auch noch etwas auf sich. Bodenturnen. Kampfsport. Skispringen. Was noch?

    Er war unter Zugzwang. Schach? Könnte zumindest ganz gut zur ehemaligen Sowjetunion passen. Genau wie, ältere Semester wussten es längst, die wiederkehrende Formulierung “im Prinzip ja”, die auf die alten Witze um Radio Eriwan hinweisen. Armenien? Passt. Wenn man es weiter- (bzw. zurück) denkt: Armenien, davor vielleicht GUS, davor die Sowjetunion. Und dann wohl ein viertes Land, in dem er sich nun aufhielt. Vielleicht bot es ihm keine gute sportliche Heimat, so genau weiß ich es nicht, auf jeden Fall suchte er eine ebensolche, relativ dringend wohl (Zugzwang). Er fand es, konnte sehr rasch die Staatsbürgerschaft annehmen und wurde für dieses Land bald Weltmeister.

    Er war nie passiv. Und jetzt reicht es aber auch. Passiv, Matte, Armenien, dazu der Name Rill und, auch eine Art Name, Zugzwang. die beiden letztgenannten sind eher in meiner Tweítterblase bekannt, beide mit einer ausgeprägten Affinität zu einer Sportart, die eben auch zu (nicht gegebener) Passivität, zur Matte und zu Armenien passt: Ringen.

    Wir suchen also einen armenischstämmigen Ringer, der für die GUS Olympiasilber holte und für ein anderes Land Weltmeister wurde und der eine Menge Konsonanten im Namen trägt. Ob wir nun von Alfred Ter-Mkrtchyan oder von Alfred Ter-Mkrttschjan reden, es wird in der Tat nicht besser, @schnatsch. (Nicht aber von Igor Aramowitsch Ter-Owanessjan, dem sowjetischen Fußballspieler, an den ich jedes Mal unweigerlich denken muss.)

    Und all das hat insbesondere @Roland perfekt dargestellt. Selbst das Weltergewicht, das ich zwar gewahrte, aber gar nicht als Hinweis verstanden haben wollte, weil unser Mann gewichtsmäßig ein ganzes Stück davon entfernt war.

    @braindrain21: Tja, leider kann ich nicht viel mehr erzählen, siehe Einleitung. Er ist jetzt übrigens Schweizer Nationaltrainer, und kurz hatte ich überlegt, irgendwie Juliette Gréco unterzubringen, von wegen Greco und so.

    @Markus Rill: Ich wollte ja vor allem schauen, ob Du auch verlässlich mitliest. Hat geklappt. : )

    @xxlhonk: Schon interessant, dass wir Herrn @zugzwang74 besonders ausgeprägt mit Sportarten in Verbindung bringen, die in der ehemaligen Sowjetunion betrieben wurden, nicht zuletzt in Armenien. Und vermutlich spielt auch Herr @SD just darauf an, wenn er von der Nähe zwischen Ringen und Schach spricht.
    Ah, da bist Du ja nochmal, @xxlhonk. Georgischer Ringer. Keine schlechte Idee.

    @Mahqz: Schöne Vorstellung, wie Du Konsonantenstrichlisten führst.

    @schnatsch: Wie ehrlich Ihr seid!

    @Doktor_D: Zugegeben, mit den Konsonanten liegst Du nicht schlecht. Aber natürlich geht es um den Nachnamen, ha!

    @martin: Dann ist es ja gut, dass ich es viermal hingeschrieben habe … Und den Kollegen werde ich drüben gleich mal anfragen.

    @Jule2710: Wunderbare Antwort. Inklusive Bekleidungstipp.

    @A.P.Eljot: Zugegeben: Bei den Judoka habe ich auch noch nicht gesucht. Und weiß auch nicht, wie das bei den Herrn Rill und Zugzwang so aussieht.

    @Tovo: Das ist ja auch eine schöne Adventssonntagsbeschäftigung.

    @Vicky: Ah, auch das Weltergewicht. Tut mir leid. Bzgl. Schriftstellern fällt mir auf Anhieb Jorge Valdano ein, aber das ist ja auch alles noch ziemlich fußballnah. Rudi Kargus ist Kunstmaler, aber Dichter und Schriftsteller? Gerne auch -innen? Sagt an, Mitlesende!

    Herzlichen Dank an alle Sonntagsratenden. Genießt noch den Rest Eures vierten Advents, und vielleicht habt Ihr ja die nächsten Tage auch nichts Besseres zu tun – macht Spaß mit Euch!

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