siebzehn/zwanzigachtzehn

Bei seinem einzigen Olympiastart,
da haut er nonstop gute Sprünge raus
und nimmt die Goldmedaille mit nach Haus’.
Es kommt ein kleines bisschen unerwart’.

Im selben Jahr schafft sie, noch ziemlich zart,
Rang zwei. Zu jener Zeit, jahrein, jahraus,
platziert sie sich bewusst als Augenschmaus.
Er hätt sich da schon gern mit ihr gepaart.

Drei Jahre später sind die zwei vermählt.
Zudem ist er’s, der sie im Training quält –
die harte Arbeit soll sich bald schon lohnen:

Die Nagelprobe, wieder unter Ringen,
bringt Leistungen, die unvorstellbar klingen.
Und denen Fragezeichen innewohnen.

______________

Hintergründe zum Kalender.
Über Kommentare zu den Sportler_innen und ihren Sportarten würde ich mich freuen. Sie blieben aber zunächst verborgen. Spannung und so.

Wer Probleme hat, überhaupt zu kommentieren (ja, das passiert leider öfter mal), ist herzlich eingeladen, mir seinen oder ihren Kommentar per Mail an blog at heinzkamke.de oder auch per Twitter-DM zu schicken. 

18 Gedanken zu „siebzehn/zwanzigachtzehn

  1. Nicht lange nachdenken. Alles raushauen.

    Al Joyner und Florence Griffith-Joyner.

    Draufgekommen bin ich durch die Nagelprobe, Florence hatte unglaubliche Fingernägel. Genauso unglaublich waren auch ihre Zeichen.

    Google brauch ich nicht.

  2. Florence Griffith-Joyner und Al Joyner. Sprünge deuteten auf Leichtathletik hin, und dann liegt ihr Name einfach nahe.

  3. Im Zweifel richte Dienen Blick nach Los Angeles,
    Dort wohnen zwischen Engeln und Olympischen Ringen die Antworten auf viele Fargen die ihr Euch im Advent stellt.

    Diesmal waren es die nonstop Sprünge die mich schnell zum Dreisprung führten, etwas Berechnung und Erfahrung gehört natürlich dazu, vielleicht auch eine unterbewußte Ahnung, aber grundsätzlich ist der routinierte Kamkelöser immer gut beraten eine Liste von Olympiasiegern ausgehend von 1984 zu scannen, denn wenn da dann der Name Joyner auftaucht und im Text von unvorstellbaren Leistungen mit Fragezeichen die Rede ist, dann weißt du, dass du richtig liegst.
    Al und Flo-Jo, an die Nagelprobe kann ich mich noch gut erinnern.

    PS: tückischerweise ist der deutsche Wikipedia Eintrag unpräzise und verlegt die Hochzeit über den Satzbau ins Jahr 1984, aber wer braucht schon Wikipdia…

  4. Es ist ja schon interessant, auf welche Begriffe man so reagiert. Bei mir war’s die Nagelprobe, die ziemlich deutlich auf Flo-Jo hinweist. Und da wir uns im Jahre 1984 befinden, kommt Al hinzu.

    (Ganz ohne Gala-Kenntnisse gelöst!)

  5. Gestern keine Zeit, auch heute unter Druck.
    Von hinten feixt der Laago,
    und plötzlich tut’s nen Ruck.
    Al Joyner ist der Eine,
    hat seine Frau gedopt.
    So lange bis das Leben
    bei Florence jäh gestoppt.

  6. Das klingt sehr, insbesondere die „Nagelprobe“, nach Florence Griffith-Joyner. Schneller ist nach ihr keine mehr über 100 und 200 m gelaufen, und dass dem so ist, macht die Leistungen, die aus der Hochzeit des Steroiddopings Mitte der 80er stammen, so schwer nachvollziehbar. Oder eben doch, wie der Text es ja andeutet. Früh gestorben, auch das hat die Debatte durchaus nochmal befeuert. Weil „Flo-Jo“ ob ihres Auftretens (lange wehende Haare, markante Fingernägel, die Gala hätte geschrieben: „Die Diva von der Tartanbahn“) so präsent war, hab ich ihren Mann ehrlich gesagt nicht wirklich registriert und musste seinen Vornamen googlen (Sportart Weit- oder Dreisprung ließ sich noch raten). You can call me Al – Alfredick Joyner war 1984 Dreisprung-Olympiasieger.

  7. Ergänzung: Ich lese gerade im wikipedia-artikel von Frau Flo-Jo nach, ob meine Vermutungen stimmen (tun sie. Gut). Umso erstaunlicher, dass die „Diva von der Tartanbahn“ dort tatsächlich auftaucht. Allerdings zitiert nicht aus der Gala, sondern aus dem Klatsch- und Boulevardmagazin „Der Spiegel“. Sachen gibt’s…

  8. Wenn „er“ (Grüße) doch nur wüsste, dass er mit „Ich habe mein Kamke-Mojo verloren.“ schon ganz knapp am Spitznamen der gesuchten Dame vorbeischrammt. Es bricht mir das Herz.

    Also hoffe ich zumindest.

    Wenn das jetzt hier in die Hose geht, werde ich in diesem Blog die gleiche Anzahl Kommentare hinterlassen haben, wie Al Joyner Olympiastarts. Ich schwöre auf Florence Griffith-Joyners Dopingtests.

  9. Ich musste ein bisschen hin und her überlegen und habe an verschiedene Sprünge gedacht, Hoch (mit und ohne Stab) und Weit ging es, besonders weit aber für den heutigen Protagonisten: der war nämlich Dreispringer und wurde 1984 Olympiasieger: Al Joiner (Der Kamke und LA 1984 – das ist so ein Running Gag…) – dort (ver)guckte er sich in dat Mädel Florence, die auch nach der Medaille outreachte, aber „nur“ 2. wurde.

    Dafür war sie später Als Nr. 1 – und ebenso Nr. 1 in Seoul 1988 (das waren die Spiele mit den gebratenen Täubchen – siehe Kamke Kalender 2017) – als Whitney sang und Florence one Moment in time so interpretierte, dass sie breitlächelnd zwei Fabelweltrekorde aufstellte.

    Zweifel kamen ob ihrer Dominanz auf (Doping), ferner gibt es eine wissenschaftliche Studie, die ihren 100 m Weltrekord, der offiziell bei 0,0 Wind gelaufen wurde, angesichts der Windverhältnisse anzweifelt.

    Wenn das jetzt aber Sergej Bubka und die mir nicht namentlich bekannte Mutter seines Sohnes ist, dann müssen wir uns mal unterhalten, Kamke…

  10. Stundenlang mit dem Brett vor dem Kopf dagehockt, bis die Nagelprobe endlich den Klick im Hirn ausgelöst hat. Fingernägel!!! Florence Griffith-Joyner mit ihren Monster-Fingernägeln gewann 84 in LA Silber und erst 88 in Seoul Gold. Für ihren Ehemann und Trainer brauchts allerdings trotzdem Google. Al Joyner, der 84 im Dreisprung Gold gewonnen hat.

  11. Nagelprobe, nä?

    Müssten Florence Griffith-Joyner und Al Joyner sein.
    Sie hatte 1984 Silber in Los Angeles geholt, er Gold im Dreisprung.

    Mannmannmann.

  12. Eigentlich vor meiner Zeit, aber als ich dann neugierig war, hatte ich schon in die richtige Richtung gedacht. Bevor es die Russen mit den Fragezeichen hatten, waren es in den 80er und 90er Jahren die Amerikaner, die Fragezeichen produzieren. Ich erinnere mich an meine Kindheit sehr gerne und denke dann an Carl Lewis. Der Weg von da zu Florence Griffith-Joyner und ihrem Mann Al war dann nicht mehr so arg weit.

  13. Ich dachte erst an CJ Hunter und Marion Jones, aber da passte vieles nicht. Also ein bisschen durch die Leichtathletik (Sprünge) wikipediert und natürlich ist es ’84: Al Joyner und Florence Griffith-Joyner.

  14. Ja, ja, mehrere brillante Sprünge am Stück zu einem unerwarteten Olympiasieg. Eiskunstlauf, denkt man sich sofort und findet Hayes Alan Jenkins (Gold 1956) und die hübsche Carol Heiss (Silber 1956 im zarten Alter von 16, Gold 1960). Perfekt – allerdings hat er sie nicht trainiert, und geheiratet haben die beiden 1961, 5 Jahre danach (Überlieferungen, ob er damals schon scharf auf sie war, existieren sowieso nicht). Also doch nicht. Ob diese falsche Fährte überhaupt Absicht war? Man darf zweifeln.

    Deshalb: mehrere Sprünge – genauer gesagt, 3 Sprünge. Al Joyner und der Dreisprung 1984. Florence Griffith-Joyner gewann 84 im „zarten“ Alter von 25 (kleiner Scherz des Hausherrn, wie mir scheint) über 200m Silber, 4 Jahre später dann, von ihrem Mann trainiert und unter starkem Dopingverdacht, Gold mit Fabelzeit. Al Joyner hat sie 1984 geheiratet, sie heiratete ihn 1987 (Wunder der Wikipedia…) 1987 passt zum Gedicht, die langen Fingernägel erst recht – damit steht die Lösung.

    Carpe Diem!

  15. Wollte ich auch sagen (der alte Trick aus der Schule, in der Hoffnung, dass der vor mir Kommentierende mehr Ahnung hatte als ich …).

    Ich habe keinen Schimmer.
    Er hat überraschend in einer olympischen Disziplin gewonnen, die etwas mit Sprüngen zu tun hat (Leichtathletik? Wasserspringen? Springreiten? Skispringen? Trickski? Eiskunstlauf?). Zu Eiskunstlauf würde passen, dass man ihn auch als zarte Frau ausüben kann, falls die gesuchte Frau denselben Sport betrieben hat. Außerdem würde das gewünschte „Paaren“ (meine Lieblingsstelle im Gedicht) dann einen weiteren möglichen Sinn bekommen. Aber gab es jemals Einzelläufer, die sich auch im Paarlauf versucht haben??
    Dann wurde er ihr Trainer, worauf sie bei den vermutlich folgenden Olympischen Spielen irgendwas Tolles vollbracht hat.
    Ich vermute, das Wort „Nagelprobe“ ist ein Hinweis, den ich nicht entschlüsseln kann. Und warum werfen ihre Leistungen Fragen auf? Doping?

    Ich warte voller Vorfreude auf die Auflösung. Immerhin hat mich die Suche nach Eiskunstlauf-Goldmedaillengewinnern über Manfred Schnelldorfer stolpern lassen, über den Wikipedia weiß, dass er auch als Schlagersänger und Schauspieler tätig war und mit dem Lied „Traurigsein bringt nichts ein“ am 20. Februar 1965 Platz 31 in der deutschen Hitparade belegt hat. Den werde ich jetzt auf Youtube suchen …

  16. Heute keine Fallen, keine versteckten Fouls, hoffentlich auch keine Fehler. (Und dann schaut man zwischendurch in die Kommentare und stellt fest, dass es doch nicht so offensichtlich war wie zwischendurch gedacht.)

    EIn Mann, nur einmal bei Olympia, überraschendes Gold. Die Sportart: Sprünge. Leichtathletik? Skispringen? Eiskunstlauf? Turnen, Trampolin? Und vielleicht sollte man “nonstop” im Auge behalten.

    Zweites Quartett. Sie “noch ziemlich zart”, da gab’s also offenbar später eine Veränderung. Olympiasilber, zudem legt sie es anscheinend darauf an, die Blicke auf sich zu ziehen. Outfit, vermutlich. Dass er schon da, zurückhaltend ausgedrückt, ein Auge auf sie geworfen hatte, unterstreicht ein etwas rührseliger und den beiden eher wohlgesinnter Text, der unten verlinkt wird.

    Hat ja dann geklappt, die beiden heiraten, seine eigene Karriere ist de facto beendet, er übernimmt ihr Training, ein ziemlich hartes überdies (“If you want to run like a man, you have to train like a man,” soll sie gesagt haben.)

    Dann wieder Olympia, wahrscheinlich vier Jahre später, sie mit unvorstellbaren Ergebnissen, die offensichtlich kritisch beäugt werden. Da gibt’s ja einige. Aber: die Nagelprobe. Genau: Niemand hatte so, äh, hübsche Nägel wie Florence Griffith-Joyner. Und dann ihre One-legger, ne? Ich war versucht, eine Querverbindung zu Dirk Nowitzki herzustellen.

    21,34 in Seoul. 10,49 bei den US Trials, 10,54 in Seoul. Große Fragezeichen. Bis hin zu unvorstellbar.

    Neben dem oben genannten rührseligen Text gibt’s natürlich zahllose kritischere, Hier ein m.E. ziemlich objektiver aus dem Guardian. Auf jeden Fall eine sehr bemerkenswerte und angesichts ihres frühen Todes tragische Lebensgeschichte.

    Ach, und klar, Ehemann Al siegte im Dreisprung, wo man zwischen den Sprüngen kein Päuschen einlegt, sondern nonstop weiter macht. Ort und Zeit sind eh klar.

    @Rl0lago: Der Code ist ja unter Fachleuten schon lange entschlüsselt, aber so deutlich wurde er selten ausformuliert. Meine Geschäftsgrundlage ist dahin. Oh, das irreführende Hochzeitsjahr hatte ich gar nicht gesehen. Und dann haben wir auch noch unterschiedliche Angaben zum Namen: Alfrederick (en.wikipedia), Alfredrick (de.wikipedia), Alfredick (@lurchmolch). Wie bei der kleinen Wanze auf der Mauer. Ich schweife ab.
    @Knut Kleinsorge, SD, Detlef Meier, Marco, sport_thies, bestimmt noch einige mehr: Ja, die Nagelprobe. Was denn sonst? Männer!
    @chrisprech: “Al […] hat seine Frau gedopt.” Im Umgang mit unbewiesenen Behauptungen kenne ich Dich in anderen Kontexten sorgsamer …
    @Lurchmolch: Als ich die Gala-Schlagzeile sah, lachte ich sehr, eben weil ich sie jüngst auch realiter gelesen hatte. Dass es gar im Spiegel stand, hatte ich allerdings vergessen. Umso schöner.
    @runnertobi: Furchtbar, ganz furchtbar! (Ich glaube, Du darfst wiederkommen.)
    @Nutman: Womit alles gesagt wäre. Außer dem gesuchten Namen von Frau Bubka natürlich, klar.
    @AndyRiedl: “Bevor es die Russen mit den Fragezeichen hatten, waren es in den 80er und 90er Jahren die Amerikaner, die Fragezeichen produzieren.” Hübsch.
    @Mahqz: Ja, an die beiden dachte ich auch. Also bis kurz vorher, stieg dann aber um. Wegen 84, eh klar.
    @JP: Mit „zart“ meinte der Hausherr tatsächlich nicht das Alter, sondern die 1984 im Vergleich zum Triumphjahr 1988 noch deutlich geringere Muskelmasse. Und so gern ich das gegenteil behaupten würde: Jenkins und Heiss haben keine, aber auch gar keine Rolle gespielt. Mein Rechercheteam war erneut nachlässig.
    @Faouzi: Glück gehabt – auf JP war Verlass. Aber dass Ihr beide unabhängig voneinander über Hayes Alan Jenkins gestolpert seid, ist schon bemerkenswert! Ha, Trickski, Springreiten! Habe ich oben beides vergessen. Sport ist per se offenbar eine ziemliche Hüpferei. SO, und morgen hoffe ich dann auf den Schnelldorfer-Link.

    Vielen Dank allen Kommentierenden, wie immer, und ich bin einmal mehr fasziniert, wie stark die individuellen Einschätzungen zum Schwierigkeitsgrad differieren. (Vielleicht klappt’s morgen mal wieder ein bisschen früher; heute hielten mich elterliche Schulpflichten von der Auflösung bzw. deren Verpflichtung ab. Andererseits: Dann wären JP, Faouzi unnd martin aus dem Zeitlimit gefallen. Kann ja auch keiner wollen.)

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