neunzehn/zwanzigachtzehn

Als er kurz fehlte, war noch keinem klar:
Fortan würd‘ manche Feinheit abgebügelt –
die Detailliertheit war zu ausgeklügelt.
Doch was für’n großer Zweikampf war’s, fürwahr!

Und sie? War hierzuland’ ein früher Star
in ihrem Sport. Wurd’ später überflügelt,
auch weil das Publikum stets ungezügelt
die Fernsehquoten hochtrieb, Jahr für Jahr.

Sie sprach, entgegen ihres Sports Natur,
nicht südlich und nicht östlich Dialekt,
blieb so auch als Expertin in der Spur.

In jenem Lauf war er supporting Act
im klassisch-schönen Wettstreit mit der Uhr.
Und heut? Frag ich mich oft noch, wo er steckt.

______________

Hintergründe zum Kalender.
Über Kommentare zu den Sportler_innen und ihren Sportarten würde ich mich freuen. Sie blieben aber zunächst verborgen. Spannung und so.

Wer Probleme hat, überhaupt zu kommentieren (ja, das passiert leider öfter mal), ist herzlich eingeladen, mir seinen oder ihren Kommentar per Mail an blog at heinzkamke.de oder auch per Twitter-DM zu schicken. 

40 Gedanken zu „neunzehn/zwanzigachtzehn

  1. Jochen Behle und Petra Behle (geb. Schaaf) sind die gesuchten Personen.
    Ich war erst bei Katja Seizinger, aber die hatte keinen Mann an ihrer Seite, der für dieses Rätsel passen würde. Das ist übrigens auch jemand, bei der ich mich frage, was sie heute so macht.
    Der Groschen fiel bei „wo er steckt“. Bruno Moravetz war damals sicher auch nicht bewusst, welche unverwechselbare Zeile er dort in die Welt hinausschalmeite.

  2. Ein Sport, in dem Jahr für Jahr die Quoten nach oben gingen, wo sogar Frauen zu kleinen Stars wurden, wo man aus dem Süden und dem Osten kommt, das riecht ja schon nach Biathlon.

    Und dann fragst du dich im Ernst, wo er steckt? Come on, Kamke: Das wäre auch schwerer gegangen. Grüße an Bruno Moravetz! Die Behles sind, wer sonst?

  3. Wo ist Behle? Oder besser wo sind die Behles?

    Jochen fehlte dem Reporter im 15 oder 30 Km Lauf bei den Winterspielen 1980. ( Die ich komplett verpasst habe, nichts gesehen, keinerlei Erinnerung )

    Petra Behle war der erste weibliche Biathlon Star in Deutschland. Weltmeisterin dürfte sie gewesen sein. Google weiß da genaueres.
    Vielleicht auch wo Behle ist. Jochen war zwischendurch Bundestrainer der Langläufer und Experte bei Eurosport. Aber jetzt?

  4. Ha! Petra und Jochen Behle.
    (Wintersport war sofort klar, dann kam mir Katja Seizinger in den Sinn. Aber der letzte Reim war zu offensichtlich – wo ist Behle?)

  5. Heute nur kurz und knapp: Wo ist Behle???
    Langläufer Jochen Behle und seine Ex-Frau Biathletin Petra Behle. Zu ihrer Expertenzeit im ZDF waren die Quoten wahrscheinlich noch gar nichts im Vergleich zu heute.
    Er wurde mittlerweile gefunden, am Mikrofon von Eurosport 😉

  6. Wenn Du mich fragst, wo Behle ist,
    dann sage ich zu Dir:
    Der Jochen, na das ist doch klar,
    steheckt hinter dieser Tür.

    Wer sie ist, weiß ich allerdings nicht. Wegen den genannten Dialekten würde ich auf eine Wintersportortlerin tippen.

  7. Nach Tagen ohne Hauch einer Ahnung würde ich heute auf Petra und Jochen Behle tippen. Ich hoffe, es wird kein „Tiger Woodscher“ Reinfall.

  8. Der letzte Satz führt meine Gedanken zu Jochen Behle. Dazu Petra Behle als, naja, Star und TV-Expertin.
    Scheint mir schlüssig, aber „abgebügelt“ und ausgeklügelte Details? Sitze ich da einer falschen Fährte auf wie bei Woods/Vonn?

  9. Wo laufen sie denn? Nicht Loriot, sondern Jochen Behle! Danke Bruno Moravetz!
    Sie, seine Frau, ist Petra Behle, geborene Fau Schaf – eine früher Star der deutschen Biathlonlandschaft.

  10. Auf die Schnelle mal wieder, da heute wirklich wenig Zeit:
    Ich bin mir nicht ganz sicher, aber die ganze Fehlerei in dem Text deutet sehr auf Jochen Behle hin und sein legendäres Nichtauftauchen bei den Spielen … 1980? (Bruno Moravetz: „Wo ist Behle?“) – verheiratet war er mit Petra Schaaf, die Biathletin war, bevor das irgendwen außer Peter Angerer und ein paar Wintersportfreaks interessiert hat. Insofern könnte es passen.

    (Wenn dem so ist, wieder ein Sportlerpaar, das ich auf meiner inneren Liste hatte, abgehakt. Fehlen noch zwei. Bin sehr gespannt)

  11. Entweder will Herr Kamke uns in die falsche Loipe schicken, oder es ist tatsächlich so einfach wie es aussieht. Vielleicht lande ich auch nur einen Glückstreffer. Beim ersten Lesen die Lösung zu kennen, macht aber schon stutzig.
    „Wo ist Behle“ ist und bleibt eine der legendärsten TV Kommentatorensprüche ever.
    Jochen Behle und seine Frau, die Ex Biathletin Petra (geborene Schaaf) sind heute wohl das gesuchte Paar.
    Das ist fein das es so schnell ging, da bleibt mehr Zeit für den Besuch des Picasso-Museums heute.
    6/19 und ich bin schon etwas stolz auf mich.

  12. Wo ist Behle?
    Petra und Jochen Behle

    Überflügelt hat es mir zunächst schwer gemacht am Biathlon zu denken, aber die steigenden Quoten lassen wohl keinen anderen Sport zu… von seinem Rennen weiß ich nix außer besagter Vermisstenanzeige.

  13. Herr Behle startet wahrlich gar nicht schlecht,
    er ist recht lang ganz vorne auf der Uhr.
    Doch zeigen Kameras die Gegner nur.
    Das nervt den Bruno tierisch – aber echt!

    Frau Schaaf hingegen ist im Bild zu seh’n,
    mit klaren Schüssen räumt sie Scheiben ab.
    Das reicht für Gold, und das noch nicht mal knapp –
    Danach heißt es für sie auf Wiederseh’n:

    Im Fernseh’n ist sie wirklich gut dabei,
    ganz ohne Platitüden-Einerlei.
    Der Fan denkt sich: die Frau hat’s richtig drauf.

    Die Ehe hält fünf Jahre ohne Zwang,
    danach geht jeder seinen Weg entlang.
    Wir sagen: wo ist Behle? – endlich frei!

    Das süd/ostdeutsche Idiom deutete früh auf Wintersport, in der Spur bleiben roch quasi nach irgendwas auf Skiern, die Einschaltquote präzisierte Biathlon – da gab’s allerdings sehr viele erfolgreiche Damen. Erst das kurze „wo er steckt“ hat die klare Assoziation „Behle“ ausgelöst, und dann erinnert man sich natürlich gleich daran, daß es bei den Damen diesen Namen auch gab…

    Jochen Behle und Petra Behle, geb. Schaaf, immerhin 5 Jahre verheiratet, fast schon überdurchschnittlich lang für die hier abgefragten Beziehungen. Der Zweikampf im ersten Quartett bezieht sich auf die legendäre Hundertstel-Entscheidung zwischen Juha Mieto und Thomas Wassberg in Lake Placid. Ich habe das Rennen und Wassbergs dramatischen Schlußspurt damals live gesehen, und natürlich auch noch Moravetz berühmtesten Ausspruch im Ohr – witzigerweise ware ich mir vor dem Nachlesen nicht sicher gewesen, daß diese beiden Sportklassiker tatsächlich im selben Rennen stattfanden.

  14. Heute gibt es mal wieder was von mir, nachdem ich in den letzten Tagen entweder keine Zeit hatte oder auf dem Schlauch stand.

    Die letzte Zeile gibt heute Aufschluss über das Paar. Zwar habe ich nicht den legendären Kommentar von Bruno Moravetz gehört, da ich dort noch nicht geboren war. Dennoch ist diese Frage so legendär, dass man es einfach muss. „Wo ist Behle?“ gehört einfach zur deutschen Sportgeschichte.

    Das Paar ist also Jochen und Petra Behle, auch wenn sich schon für der Jahrtausend-Wende wieder getrennt haben.

  15. Ich würde heute mal auf Petra und Jochen Behle tippen. Auf ihn hat mich der Schlusssatz gebracht.
    Und Biathlon erfüllt die „ungezügelt hochgetriebenen Fernsehquoten“… Also war Petra Behle als „Altmeisterin“ aus Westdeutschland naheliegend.

  16. Kaum steht in Hessen die Koalition, schon kommt es bei Kamke zu einem reinen Hessen-Paar.
    Wer erinnert sich nicht lebhaft daran dass der aus dem zu Recht weniger beachteten hessischen Teil des großartigen Sauerlandes stammende Jochen Behle bei Olympia 1980 in Lake Placid während des 15 km Laufs ziwschenzeittechnisch in Führung liegend in den Wäldern Neu Englands verschwand und vom Reporter Bruno Moravetz schmerzlich vermisst wurde.
    Seine vorübergehende Gattin Petra, geboren als Petra Schaaf in Offenbach am Main, war – wieder mal – der deutlich erfolgreichere Teil des Paares. Zahlreiche WM- und Olympiamedalien. Als TV-Expertin war sie noch lange aktiv.

  17. Alleine aufgrund des letzten Satzes tippe ich auf Jochen Behle und demzufolge auf Petra Behle als Pendant. Wenn ich nicht genau hingucke, dann passt das.

  18. Ich versuchs mal wieder. Auch wenn ich glaube, dass es nicht so richtig stimmt. Bei ihr muss ich an Gunda Niemann-Stirnemann denken und ich meine mich zu erinnern, dass ihr erster Mann (also Herr Niemann, Vorname mir unbekannt) Judoka war. Wie das zur letzten Strophe passen soll, ist mir ein Rätsel. Wahrscheinlich, weil es schlicht und ergreifend falsch ist. Aber hey ich habe es mal wieder versucht.

  19. Moment! Zweiter Anlauf. Petra und Jochen Behle. Sie war TV-Expertin im Biathlon und er… Naja „Wo ist Behle?“ halt.

    Wenn das falsch ist, wars das endgültig.

  20. Der Sportart bin ich auf Grund des Dialekt auf die Spur gekommen und habe mich an sie aus dem Fernsehen erinnert. Der Brückenschlag zu ihm war dann nicht allzuweit. Gestatten, Petra und Jochen Behle.

  21. Angesichts der vielen weiblichen Stars, die der Biathlon hierzulande hervorgebracht hat, muss man schon ein kleines bisschen älter sein, um sich Petra Schaaf, später Behle, in Erinnerung zu rufen.
    Ihr Gatte Jochen war zumindest als Trainer der LangläuferInnen präsenter als (bzw. ois wia, um ein wenig Dialekt in dieses Rätsel zu bringen) als Aktiver auf der Loipe. Zumindest für mich.

  22. Oh yes. „Wo ist Behle?“ Na hier, in der Antwort. Mit Petra Schaaf. Also Petra Behle. Und Herr Behle co-kommentiert heute bei Eurosport.

  23. aus dem Stand, zum Glück, Jochen und Petra, Thomas und Juha, als wär’s gestern gewesen. Das Zielfoto und der Bart voller Eiszapfen fast noch präsenter als Bruno Moravetz. Und jetzt frag ich mich, ob es ohne „wo bleibt Behle“ genauso wäre. Tendenz: Ja. Weil Rennen damals gesehen, und auf dem Zielfoto kein Behle weit und breit. Sehr schön, #dankekamke.

  24. Auch heute braucht ich wieder eine Weile,
    bis ich zu einem Lösungsansatz fand.
    Genau genommen bis zur letzten Zeile,
    wo etwas von ner offnen Frage stand.

    Ich kam ins Grübeln, dachte mir: Das Räts-
    el, dass hier offensichtlich einer fehle,
    erinnert mich an Bruno Moravetz
    mit seinem penetranten „Wo ist Behle?“

    Die Frau dazu wär demnach Biathletin
    mit Ski am Fuß, die auch ins Schwarze traf.
    Expertin, Hochdeutsch, Spur – das alles geht in
    Ordnung für Frau Behle, vormals Schaaf.

    Dass ich trotzdem an meiner Lösung zweufel,
    liegt ganz alleine an der ersten Stroph‘.
    Rauf mir die Haare und ruf: „Tausend Teufel!
    Die zu entschlüsseln, bin ich wohl zu doof.“

  25. Mein erster Gedanke zu dem Text war: „Wo ist Behle?“ – der zweite war: „Mist, wie hiess nochmal seine Frau?“…

    Dank Schützenhilfe meiner Gattin – welch Metapher zur gesuchten Sportart – fiel der Name Petra. Behle hiess sie wahrlich später, der Mädchenname waren wir uns nicht sicher, wir tendieren zu Schaaf…

    Danke an Nutwoman für die Hilfe, sollte es richtig sein, gebühren ihr 50% des heutigen Ruhms…

  26. Hui, ein lösbares Kamke-Türchen, dass ich das noch erlebe!
    Petra und Jochen Behle sind die Gesuchten, nehme ich doch stark an.

  27. Petra Behle (geb. Schaaf) und Jochen Behle.

    Ich kam über Frauenbiathlon und die hohen Fernsehquoten auf die Spur. Jochen Behle war dann klar.

    Den Zweikampf musste ich googeln. Wassberg und Mieto. Dann kam auch die Erinnerung wieder (ich war noch sehr jung). Bei Mieto beeindruckte mich damals sein gewaltiger Bart, mit dem er durch den Schnee pflügte. Wahrscheinlich hat der die hundertsel gekostet, Luftwiderstand und so. 😉

  28. Nachdem ich zwei Tage völlig auf der Leitung stand (obwohl es im Nachhinein gar nicht sooo schwer war), war es heute für mich so einfach wie noch nie. Bereits beim ersten Durchlesen war klar: Google ist heute nicht nötig. Petra und Jochen Behle. Entscheidender Hinweis war lustigerweise der auf den quasi fehlenden Dialekt. Trifft übrigens auf beide Hessen zu.
    Ihn umgibt im Rätsel die Geschichte des 15km-Rennens in Lake Placid 1980. „Wo ist Behle?“ war eigentlich nur Nebensache. Wassberg schlug Mieto um eine Hundertstel, welche dann als Konsequenz später abgeschafft wurde. Welch ein dramatisches Rennen, das ich am TV mitverfolgte. Mein ersten bewussten Olympischen Spiele.

  29. Die ersten Kommentare hier wie bei Twitter sagen es unumwunden: zu einfach. Wird wohl an meiner weihnachtlichen Milde liegen. Sogar so leicht, dass von den Kommentierenden kaum etwas zu den zusätzlich enthaltenen Informationen gesagt wird.

    In aller Kürze und ohne persönliche Anrede:

    Erstes Quartett: Er fehlte zwischendurch, das vorweg. Und offenbar ist etwas passiert, das den Sport dahingehend verändern wird, dass man in mindesten einem Punkt weniger fein, detailliert, sophisticated vorgehen wird. Ein Bügeleisen spielt auch eine Rolle. Wenn wir jetzt also so tun, als hätten nicht alle bereits da Bescheid gewusst, könnte man sagen: Skisport, wg Bügeleisen, ein großer Zweikampf und ein besonderes Ereignis, wohl in Verbindung mit dem Zweikampf. Und er war wohl auch irgendwie dabei, aber nicht immer.

    Dann sie, in einem publikums- und vor allem TV-trächtigen Sport. Womit wir hierzulande unmittelbar beim Biathlon sind. Oder Rodeln oder Curling, eh klar … Sie war ein früher Star, und vermutlich geht es nicht um Andrea Schöpp, Namensvetterin von Jie. Überhaupt: Wer wäre da der neue Star? Ähem. Vielleicht doch Biathlon.

    Wofür auch – aber für welchen Wintersport gilt das nicht? – die regionale Verortung gilt: Süden oder Osten. Sie indes sprach hochdeutsch, auch als TV-Expertin. Schließlich noch die Spur, um etwaige Restzweifel zu beseitigen.

    Zum Schluss er als supporting Act. Könnte man im Sinne einer Helfersportart wie Radfahren interpretieren, oder aber als Nebenrolle, die er bei besagtem Wettkampf mit bzw. gegen die Uhr hatte. Außer für Bruno Moravetz, klar, dessen Frage nach seinem Verbleib nach wie vor allgegenwärtig ist, so auch bei mir.

    Jochen und Petra Behle. Querverweise zu Werder Bremen habe ich mir verkniffen.
    Das besagte Ereignis in besagtem Rennen war die (detaillierte, ausgeklügelte) Hundertstelentscheidung zwischen Thomas Wassberg und Juha Mieto, die hernach zum, na ja, Abbügeln (Duden: [umstandslos] ablehnen, zurückweisen) der hundertststelgenauen Zeitmessung im Langlauf führte. Tolle Geschichte, inklusive der Vorschläge von Wassberg, um Mieto gleichberechtigt zu ehren – Quellen gibt es zuhauf in diesem Internet.

    (Im Übrigen geht es mir wie JP, der alles Relevante aufgeschrieben hat: Dass beide Geschichten, Moravetz/Behle und Wassberg/Mieto, aus ein und demselben Rennen stammen, war mir lange nicht klar.)

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