zehn/zwanzigzwanzig

In unserm Lande war sie endlich dran –
ob Ihr wie ich wohl jenes Titels harrtet?
In ihre Laufbahn war sie früh gestartet,
zog uns jahrzehntelang in ihren Bann.

Im Heimatland weiß jeder, was sie kann,
die Zahl der Ehrungen ist ausgeartet.
Die der Medaillen eh. Doch nachgekartet
wurd’ auch – als sich der Dorfprotest entspann.

Sie zog die Konsequenz und sich zurück.
Nicht aus dem Sport, dem Wettkampf, notabene!
(“Ich war erst vierzig, geht’s noch?”, sagt ihr Blick.)

Nein, aus dem Land. Dem Kontinent. Der Szene
blieb sie treu. Olympia sieben. Schick!
Und Nandrolon? Nicht schlucken! Aslo: Vene. 

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Hintergründe zum Kalender.
Über Kommentare zu den Sportler*innen und ihren Sportarten würde ich mich freuen. Sie bleiben aber zunächst verborgen. Spannung und so.

Wer Probleme hat, überhaupt zu kommentieren (ja, das passiert gelegentlich), ist herzlich eingeladen, mir seinen oder ihren Kommentar per Mail an blog at heinzkamke.de oder auch per Twitter-DM zu schicken. 

35 Gedanken zu „zehn/zwanzigzwanzig

  1. Nachdem ich mich vor ein paar Tagen schon mal auf die Laufbahn gestürzt habe, betrifft sie es heute wirklich. Das kann nur Merlene Ottey sein, die von Jamaica nach Slowenien gewechselt ist. Dazu noch der Hinweis passend für die WM 93 in Stuttgart spricht eindeutig für sie.

  2. Werter Herr Kamke,

    das ist ja noch ein größeres Leckerli als der Goldbergerandi! Dieter Adler war vielleicht der größte Merlene-Ottey-Fan, den es in der hiesigen Medienwelt gab. Ich glaube, dass er und Rubenbauer sich immer gestritten haben, wer den 100m-Lauf der Damen kommentieren darf.

    Also: Merlene Ottey.

  3. Stuttgart!!! „Laufbahn“. Endlich Gold für Merlene Ottey. Dann der Kontinentalsprung nach Slowenien.
    Das müsste heute des Rätsels Lösung sein.

  4. Die Jamaikanerin Merlene Ottey, die später für Slowenien gestartet ist.
    Nie Olympiasiegerin, aber bei der WM in Stuttgart endlich mit einem Einzeltitel belohnt. „Leider nur“ über 200m.
    Da war auch mal was mit Doping. (Aber bei wem aus dieser Zeit war nichts mit Doping?!)

  5. Die Durstrecke ist vorbei. Ich habe endlich mal wieder einen Treffer nach Tagen, wo ich nicht mal die Sportart erraten habe.
    Zugegebenermaßen nur dank Wikipedia, aber du meintest ja am Anfang, dass 4/24 möglich sind und nicht 20/24, oder? Da bin ich noch im Rahmen.

    1. Impuls: Läuferin, aber im Sportarten raten habe ich bisher zuverlässig versagt.
    2. Impuls: Googlen nach Nandrolon. Ergebnis: Alles voll mit Herr Baumann. Nicht sehr hilfreich.
    3. Impuls: Wer war denn alles 7 mal bei Olympia und das idealerweise für mehr als eine Nation?
    Ergebnis: Merlene Ottey
    Da stimmt dann auch das Nandrolon und das Laufen.

    Danke für die Motivationsspritze zwischendurch.

  6. Laufbahn!

    Ha. Ganz alleine gelöst. Dank des freundlichen Hinweises am Schluss, denn gegen Schluss ihrer Karriere für Slowenien startete: Merlene Ottey.

  7. 9:05 Uhr Zweimal gelesen. Hmmm

    9:10 Uhr Das scheint mir verdächtig einfach.
    Aber es wird sich um Merlene Ottey handeln. Die hat sieben Olympiateilnahmen (Jamaika und Slowenien) und war dabei schon über 40.
    Kontingentwechsel passt, genau wie die Nandrolon Geschichte.
    Funfact: Natürlich hält sie inzwischen auch den Ü50 Weltrekord über 100m.
    Ja. Merlene ist es. Definitiv

    Danke Kamke

  8. Der „Tippfehler“ im vorletzten Wort verrät es dann natürlich endgültig. Es ist Merlene Ottey. Weltmeisterin 1993 über 200m in Stuttgart (!). Später dann noch bei Europa- und Weltmeisterschaften und sogar bei Olympia für Aslowenien am Start.
    Passenderweise dieses Jahr 60 geworden, allerdings habe ich gar nichts von einem Ü60 WR gelesen.

  9. Auf Deutsch ruft man die Frau vielleicht Marlene,
    kam aus Jamaica, wurde a Slowene?

    Da hat sich aber der Wortwitz Bahn gebrochen. Ich vermutete sehr schnell, dass es um eine Leichtathletin geht, eine Läuferin gar. Wegen der Laufbahn. Dazu eine, die unglaublich erfolgreich war und das lange. Das reduziert den Kreis dann schon sehr schnell, sind doch die meisten erfolgreichen Läuferinnen oft ebenso schnell wieder weg. Sei es wegen Dopings oder einer plötzlichen Idee von Karriereende (meist, um einer Dopingenthüllung zuvorzukommen) oder weil der Kumpel von der Trainingsgruppe nebenan gerade mit dem Motorrad vorbeikommt.
    Ich schweife ab. Mir fiel bei den ganz lange aktiven, in dem Fall, Sprinterinnen nur die Jamaikanerin Merlene Ottey ein. Die war im Wortsinn lange unterwegs. Dass sie den Verband gewechselt hat, für den Nachklang der Karriere, das hatte ich noch irgendwo weit weg gespeichert. Das Land nicht. Aber es könnte … Slowenien gewesen sein?

    Übrigens: das Rätsel gestern fand ich super, mir hat die Zeit gefehlt, mich eingehend damit zu beschäftigen. Beim antiken Diskuswurf war ich schon – hätte das aber vermutlich auch nach Stunden nicht in den Namen aus der Moderne transferiert bekommen. Dennoch schick.

  10. Mein Name ist nicht Hase, aber eben der von Dagmar. Die war, warum auch immer, mein erster Gedanke. Nur fehlt halt im Rätsel der Hinweis auf eine ziemlich bekannte Begebenheit, die sie fast bekannter gemacht hat als ihre sportlichen Erfolge. Rom und Franzi sind die Stichworte.

    Nach Hase kommt Schmidt, bzw. Fischer. Birgit ist gemeint, da paßt vieles, aber bei „Olympia sieben“ bekomme ich Probleme, denn Frau Fischer, so hieß sie wieder nach Scheidung von Herrn Schmidt, nahm an 6 Spielen Teil und gewann 8 Goldmedaillen.

    Noch gebe ich mich nicht geschlagen. Sonja Henie wird jetzt überprüft. Beeindruckende Karriere, aber bei Olympia ist bei ihr auch Schluß. Keine 7.

    7 x Olympia hat Claudia Pechstein hinter sich, vielleicht kommt ja noch die ein oder andere Teilnahme dazu.

    Das Ende?

    Bis jetzt hatte ich die Namen und die Überprüfung per Netz schlug fehl. Also hilft das Netz und sucht jetzt Namen.

    Merlene Ottey, geboren in Jamaika, aber seit 2002 slowenische Staatsbürgerin ist, was mir gänzlich unbekannt war.

    Sie gewann bei der WM in Stuttgart als ewige Zweite endlich Gold ( der Junge Heinzi fand das wohl fabelhaft ) und nahm siebenmal an Olympischen Spielen teil.
    Auch mit Doping hatte sie zu tun. Paßt also alles, sag ich mal.

  11. Na klar: ASLO ist die Association of Stuttgarters Loving Ottey! Ich bin Mitglied.

    (War das schön damals. Diese Stimmung 1993 im Neckarstadion. Auch wenn ich Merlene Otteys Titel nicht im Stadion, sondern am Fernsehen sah.)

  12. Hmm, wenn die gesuchte wirklich aktiv an sieben Olympischen Spielen teilgenommen hat und aus unserem Heimatland stammt kann die Lösung nur Claudia Pechstein sein. Aber schon wieder ein:e DDR/BRD Sportler:in? Bei der Recherche wieder über neue Nationenwechsler:innen gestolpert. Vielleicht sind die Zweifel nicht groß genug um hartnäckiger zu suchen.

  13. Ich kann nicht behaupten, ich hätte es ohne Wikipedia geschafft, aber es handelt sich um die Jamaikanerin Merlene Ottey, die anno 1993 in Stuttgart ihre erste Einzel-Goldmedaille bei einer WM holen konnte und später für – naheliegend – Slowenien antrat.

  14. Ach slo: Merlene Ottey!

    Heute mal wieder ein wenig einfacher – ich hatte schon beim „Dorfprotest“ Jamaika im Hinterkopf (wegen irgendwelcher Cool-Runnings-Szenen), bin aber schon jetzt auf die Auflösung gespannt…

    SLO fiel mir tatsächlich auf, weil Freunde von uns dort Verwandtschaft haben und niemals von Slowenen, sondern immer von der Abkürzung sprechen.

  15. Okay. Ich musste ein bisschen nachhelfen. Während die Herren Thies, Honk und D. für die Lösung nicht mal einen Weltrekordlauf über 100 Meter lang brauchen, ist sie für unsereins ja ein Marathon, der nicht auf den vorderen Plätzen endet.
    Womit wir bereits bei der Sportart sind.

    Leichtathletik war schnell klar. Die WM 1993 in der Heimatstadt des Rätselserstellers auch. Warum auch immer. Eine Zeit, die an schillernden Leichtathletinnen nicht arm war. Irgendwas mit USA war auch klar, was es nicht einfacher machte. Dass Aslo weder ein Verschreiber noch eine norwegische Stadt ist, lag auch nahe. Bei der 7 half ich nach.
    Als ich Merlene Ottey entdeckte, musste ich nicht weiterdenken. Sie ist’s.

  16. Keine Zeit zum Googeln leider. Aber nach drei Stunden sacken lassen immerhin verstanden, warum der vermeintliche Tippfehler nicht korrigiert wird.

  17. Der Fallstrick lauert gleich am Anfang, bei „unserem Lande“ meinte ich zuerst, die Gesuchte wäre in hiesige Gefilde eingewandert. Allerdings ließen mich die Hinweise auf hohes Alter, Leichtathletik („Laufbahn“), späte Titel und besonders Nandrolon recht schnell in eine konkrete Richtung schwenken. Wiki-Verifikation förderte dann ihren 200m-Titel 1993 in Stuttgart zu Tage und damit war die Eingangszeile auch geklärt.
    Merlene Ottey ist heute gesucht!

  18. Merlene Ottey
    Die Hinweise waren so gut, das es dank Google doch für mich lösbar war
    Siebenfache Teilnehmerin an Olympischen Spielen ,da gibt es nur eine, die den Kontinent gewechselt hat (Jamaika nach Slowenien)

  19. Oje, der Name hätte einem durchaus einfallen können. Lange titellos, in unserem Lande (ja sogar Ländle) dann erfolgreich (wobei, Staffelgold, hatte sie schon, oder?), sehr lange aktiv, das Land und den Kontinent gewechselt, Dopingsünderin: Merlene Ottey. Eigentlich zu bekannt, um anhand der 7-maligen Olympiateilnehmerinnen gegooglet werden zu müssen. Schön fand ich das vergebliche googlen nach Ottey und Aslo bzw. Vene. Bis ich mal beide Wörter zusammen betrachtet habe 🙂

  20. Heute habe ich mal wieder Zeit für Sie Herr Kamke. Ich stand erst ein wenig auf dem Schlauch, aber dann ging es doch recht schnell. Gesucht ist Merlene Ottey. Lustigerweise hätte ich das ohne die intensive Recherche zu einem vorherigen Türchen (Welches war es nur?) nicht herausgefunden. Da stolperte ich über ihren Namen und die Geschichte mit dem WM-Titel.

  21. Schon wieder spät – aber während ich gestern wie an anderer Stelle so treffend bemerkt wurde, eine von denen war, die sehr viel über Judo in der DDR erfahren durfte, habe ich heute einen passenderen Lösungsansatz gefunden:

    In unserem Lande könnte auf die Heimat des Herrn Kamke anspielen? In Stuttgart gewann 1993 Merlene Ottey wohl endlich Gold. Die Frage aus Zeile zwei muss ich aber leider mit ’nein‘ beantworten. Abermals bin ich zu spät geboren. Frauen mit sieben Olympiateilnahmen gibt es aber nicht so viele und solche, die für zwei verschiedene Länder, die auf zwei verschiedenen Kontinenten liegen, noch weniger – dann noch Nandrolon und Stuttgart. Ich leg mich fest – die isses.

  22. “… wir können auf jeden Fall verkünden, dass der Kamke heute ZU EINFACH war!”

    So stand es heute in diesem Internet zu lesen, in Großbuchstaben, und natürlich nehme ich es als genau das, was es ist: freundliches, konstruktives Feedback, möglicherweise minimal RÜCKSICHTSLOS gegenüber jenen Zeitgenoss*innen, denen die Lösung für dieses heutige Rätsel nicht bereits beim ersten Lesen zugeflogen ist, und unter Umständen mit einer geringfügigen PROVOKATION gegenüber dem Autorenteam verbunden, das die jeweiligen Texte in einem mehrmonatigen Dialogprozess unter Einbeziehung zahlreicher Testrätsler*innen unterschiedlichster Herkunft und sportlicher Sozialisierung sowie aus verschiedenen Stockwerken der Alterspyramide unter Beachtung zahlreicher individuell gewichteter Kriterien feinfühlig austariert hat und das nun versucht sein könnte, den BESCHWERDEFÜHRERN morgen vielleicht doch einen später für das Saarland angetretenen österreichischen Nazi-Halmaspieler VOR DEN LATZ ZU KNALLEN, in der zweiten Person Singular.

    Gestern Abend habe ich im Übrigen noch kurzfristig die ersten Zeilen geändert, weil es mir doch arg einfach erschien, aber ich weiß nicht recht, ob es viel gebracht hat.

    Wie auch immer, kurz an den Text, dann bin ich leider raus. Der Tag war anstrengend.

    Erstes Quartett. Auf “Ländle” statt “Lande” habe ich verzichtet, aber ja, es war in Stuttgart, so wie endlich ihr lange ersehntes (Einzel-)Gold gewann. Von ihr vermutlich stärker ersehnt als von mir.
    Da war sie 33, die erste Olympiateilnahme lag 13 Jahre zurück, die letzte lediglich 11 Jahre in der Zukunft, weil sie es vier Jahre später nicht ganz geschafft hat. Die letzte Teilnahme an einer Europameisterschaft lag unfassbare 19 Jahre in der Ferne. Irgendwo las ich einen zeitgenössischen Artikel von Mitte der 90er, wo es sinngemäß darum ging, dass sie gerade noch kurz vor Karriereende die Kurve bekommen und Gold geholt habe. Mhm.

    Im Heimatland war sie 13 mal, wenn ich mich recht entsinne, Sportlerin des Jahres (ausgeartet), Medaillen gewann sie deutlich mehr. War aber nicht immer alles eitel Sonnenschein, vor allem bei Olympia 2000, als nicht alle mit der Art und Weise einverstanden waren, wie sie sich teamintern den Startplatz im Einzel sicherte. Der Text in der englischsprachigen Wikipedia ist lang, aber aufschlussreich:
    “In Jamaica, at the National Senior Trials before selection for the Olympics, Ottey placed a disappointing fourth. According to the rules of the Jamaica Amateur Athletics Association (JAAA), only athletes who had finished in the top three at the trials were eligible to run at the Olympics; she was only qualified to run on the 4 x 100 m relay team. Ottey asked that she be substituted for another team member, a courtesy that had been extended to others in the past. The JAAA’s decision to replace Peta-Gaye Dowdie with Ottey caused widespread controversy. Dowdie’s team members and many Jamaicans believed that Ottey had bullied her way onto the team. She was construed as an aging icon trying to retain power by usurping the place of a younger and equally worthy athlete. Jamaican 400 m Olympian and championship medallist Gregory Haughton lead the notorious „Games Village“ protests to oust Ottey, which made international headlines. The protest ended when The International Olympic Committee (IOC) threatened to throw the Jamaicans out of the Games if the team managers were not able to control their charges.”

    Oh, jetzt habe ich den Namen verraten.

    Wie auch immer: Sie wollte hernach nicht mehr für Jamaika an den Start gehen. Klar, man hätte mit 40 auch aufhören können, aber wer will das schon? und da sie ohnehin seit geraumer Zeit in Slowenien lebte und trainierte, drängte es sich auf dort anzuklopfen. Und sich 2004 für ihre siebten Spiele zu qualifizieren.

    Was mit Nandrolon ist? Da war mal was in den späten 90ern, relativ kurz vor Sydney 2000.
    Und ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob sie es intravenös zu sich genommen hat. Reimt sich halt. und dann noch der blöde Tippfehler bei also, ne? Vielen Dank für die Hinweise, die ich dazu bekommen habe. Falls meine Antworten ein wenig kryptisch oder gar unfreundlich waren, bitte ich um Entschuldigung. Ich konnte ja nicht so ganz direkt sagen, dass ich nicht hatte widerstehen können, diesen plumpen Hinweis auf ihr zweites Land zu geben: aSLO VENE. Venin wäre natürlich korrekter und gleichzeitig ein hübscher Ansatz für Gift- Gedankenspiele gewesen, aber der Reim …

    Ich würde gerne noch ein paar Fragen stellen, hübsche Kommentare würdigen, mich für freundliche Worte bedanken, etc. etc., aber sorry, ich bin durch. Bis morgen!

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