dreizehn/zwanzigzwanzig

Er wechselte mit zwölf schon den Verband.
Genau genommen war’s der Herr Papa,
der ihn zuhaus’ nicht gut gefördert sah.
Und der im Herzensgrund auf Kriegsfuß stand.

Er startete von nun an für ein Land,
das topographisch … jener Sport … na ja.
Sie ahnen längst, was fürderhin geschah
und was das Heimatland als Schmach empfand.

Die Medien dort vergossen manche Träne,
sie jubelten und fletschten doch die Zähne,
laudierten erst die Technik, dann den Speed.

Indessen fand ein hoher Funktionär,
dass *er* seit je das größte Arschloch wär‘,
das ‘ne Medaillenhatz für sich entschied.

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Hintergründe zum Kalender.
Über Kommentare zu den Sportler*innen und ihren Sportarten würde ich mich freuen. Sie bleiben aber zunächst verborgen. Spannung und so.

Wer Probleme hat, überhaupt zu kommentieren (ja, das passiert gelegentlich), ist herzlich eingeladen, mir seinen oder ihren Kommentar per Mail an blog at heinzkamke.de oder auch per Twitter-DM zu schicken. 

33 Gedanken zu „dreizehn/zwanzigzwanzig

  1. Regelkonform prüfe ich die Details nicht und werfe Marc Girardelli in den engen luxemburgischen Raum, wissend, dass dort auch schnell mal ein anderer elterngesteuerter Alpiner gemeint sein könnte.

  2. Die Hinweise brachten mich auf einen Alpinen, der von Österreich in ein Flachland gewechselt ist. Dank Google wurde Marc Giradelli zügig gefunden, der als Kind von seinem Vater zum luxemburgischen Skiverband geschickt wurde.

  3. Werter Herr Kamke,

    Marc Girardelli darf in solch einem Adventskalender natürlich nicht fehlen. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie einen schönen 3. Advent!

  4. Wow, der erste Name hält der Überprüfung statt. Das Detail, daß Marc Giradelli schon mit 12 Jahren zum luxemburgischen Verband wechselte war mir nicht bekannt.

    Der entscheidende Hinweis für mich war erst Technik und dann Speed der laudiert wurde.

  5. Nun, in den 1980er Jahren kam quasi keine Reportage aus dem alpinen Skisport mit „der für Luxemburg startende Österreicher Marc Giradelli“ aus. Dunkel erinnere ich mich, dass auch sein Vater Helmut häufig Erwähnung fand. Mit einer Mischung aus Respekt und Verachtung.
    Die „Auszeichnung“ größtes Arschloch hatte ich indes einem hohen ÖSV-Funktionär zugeordnet. Aber beim Nachlesen für diese Antwort war es für mich überraschend der Erfinder des Ski-Weltcups Serge Lang. Aber der hatte wohl die Gene eines ÖSV-Funktionärs.
    In Kitzbühel Abfahrt und Slalom gewonnen zu haben, dürfte auch nicht allzu vielen (gebürtigen) Österreichern gelungen sein, oder?

  6. Es ist so ähnlich wie bei der Legende, wo jemand bei „Wer wird Millionär“ bei der Millionen-Frage angekommen ist, zweifelnd auf die Fragen schaut und um die Nutzung des Telefon-Jokers bittet – um diesem dann freudig mitzuteilen, dass man gerade die Million gewonnen hätte, weil die Antwort sei C.

    Nur umgekehrt, irgendwie… ich habe nämlich auch am 13.Tag wieder gar keine Ahnung und wüsste nicht mal, nach was ich googeln sollte, wenn ich denn dürfte.
    Aber ich wollte zumindest diesen Kommentar hinterlassen, um zu zeigen, dass ich es wenigstens versuche. Auch ohne Telefonjoker und Million.

  7. Nachdem ich gestern sehenden Auges an Josefa Indem verzweifelte, deren Namen ich in den letzten 2 Wochen bei Recherchen öfters las, es aber nicht Klick machte, bin ich nun spontan bei Marc Giradelli, dem besten Luxemburger Skifahrer aller Zeiten.

    Sodele, ich muss zum Bäcker, Frühstück holen, sag Bescheid, wenn ich was mitbringen soll 😉

  8. Kenne praktisch keine der vaterlandslosen GesellInnen nach denen Kollege K hier sucht.
    Der heutige Vortrag ließ mich an Marc Girardelli denken und siehe da, ol‘ Wik bestätigt den Verbandswechsel mit 12 Jahren und Kamkens Hinweis „erst Technik, dann Speed“.
    Dann loggen wir das ein.

  9. Den einzigen Nationenwechsel bei einem Zwölfjährigen, den ich kenne, ist der von Marc Girardelli. Mit den anderen Hints kann ich wenig anfangen und hoffe einfach kühn, dass es stimmt.

  10. Heute wieder ohne Hilfe: der bereits gelegentlich erwähnte Marc Girardelli.
    Ich erinnere mich, dass er vielleicht der erste Skifahrer-Name war, den ich als Kind im Fernsehen aufgeschnappt habe. (Beim Nachschauen stelle ich fest, dass ich verkehrterweise – aufgrund des Namens – dachte, dass er eigentlich Schweizer sei.)

  11. Erst die Technik (hier: Recherche – zu jung blabla), dann der Speed (nicht schon wieder zu spät dran sein): Marc Girardelli?

    Nach der Lektüre des Wikipediaabschnitts über seine jüngsten Aktivitäten erscheint er jetzt tatsächlich nicht direkt als Sympathieträger. Herr Lang hat sich in den 80ern trotzdem für seine Wortwahl entschuldigen müssen…

  12. Gelesen und sofort den Namen gewusst. Sofort. Beim ersten Mal lesen.
    Ist das ein Geschenk zum 3ten Advent? Oder liege ich so daneben?
    Egal, es wird Marc Girardelli sein. Er wechselte im Alter von 12 aus Österreich nach Luxemburg, weil der Vater das wollte. Und gewann dann so ziemlich alles was man als Skifahrer gewinnen kann.
    Danke Kamke

  13. Endlich kann ich es mal sagen: Auf den habe ich schon lange gewartet 😉

    Marc Girardelli, der für Luxemburg ganz viele Medaillen im Ski Alpin holte…
    …ein Held meiner Kindheit

  14. Gestern nur kurz Überfliegen können. Und keinen blassen Schimmer gehabt. Familiäre Verpflichtungen und so.

    Heute braucht’s Google nur zur Prüfung der Buchstabenreihenfolge.

    Marc Girardelli ist der Gesuchte.

  15. 13.12., 09:19 Uhr: „Ich bin Kamke sehr dankbar, heute nicht googeln zu müssen.“

    Zu solchen Sätzen wache ich am liebsten auf.

    Gesucht ist Marc Girardelli, der sympathisch-bescheidene österreichische und luxemburgische Skirennläufer.

    Dann kann ich mich ja noch mal ganz in Ruhe umdrehen, so eine Rategemeinschaft ist wirklich sehr praktisch.

  16. Technik und Speed brachten mich schnell auf Ski alpin, der Rest war erstmal dunkel (v.a. das Arschloch-Zitat), aber weil‘s ja einfach sein soll, tippe ich auf Marc Girardelli. Dazu würde passen, dass es in Luxemburg jetzt nicht unbedingt hügelig aussieht.

  17. Danke, Herr Kamke. Ich bekomme jetzt diesen 80er- oder frühe 90er-Werbeslogan nicht mehr aus dem Kopf: „Oh Gino, oh Gino Ginelli.“ Das war ein Eis und passt damit nicht nur thematisch halbwegs zum heutigen Thema, sondern auch phonetisch. Es könnte sich nämlich um Marc Girardelli handeln. Der ist früh vom österreichischen zum luxemburgischen Verband gewechselt – das Verhältnis zur Heimat war dann wohl recht problematisch, zumal er nicht ganz unerfolgreich war. Darauf zweimal Schoko und zweimal Straciatella!

  18. Auf diesen Herren wartete ich in der Tat schon etwas länger – und musste neulich an mich halten, ihn nicht als falsche Antwort zu spoilern.

    Zur Absicherung dann „Girardelli Arschloch“ gegoogelt. Lieferte diesen wunderbaren Treffer aus dem Jahr 1985 (insbesondere das mit dem Walkie-Talkie gefällt mir gut):
    https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13515690.html

    Hätte dann wahrscheinlich „Oarschloch“ heißen müssen – aber dann wäre es wahrscheinlich noch einfacher geworden…

    Wo es gerade um Luxemburg geht, kann ich noch preisgeben, dass ich dem Bruder der Fürsten-Schwiegertochter 1-2 Jahre Tennistraining gegeben habe. Bei ihr selbst bin ich nicht mehr ganz sicher – lang, lang ist‘s her…

  19. Nachdem Du die Hintergrundinformationen veröffentlicht hattest, habe ich extra nachgeschlagen, wie man Marc Girardellis Nachnamen schreibt. Die Sache mit dem zweite „r“ kann ich mir nie merken. Es hat sich gelohnt.

    (Arschloch hin, Arschloch her: Was für ein toller Skifahrer!)

  20. Heute Morgen noch etwas ratlos durchgelesen … heute nachmittag fiel es dann wie Schuppen von den Augen. Das wäre sonst auch peinlich geworden, da ich eine durchaus besondere Beziehung zu dem „Luschnouer“ hatte. Obwohl – oder gerade weil – er „Lëtzebuerger“ wurde. Jedenfalls habe ich ihn immer mit Sympathie und Wohlwollen begleitet, anders als sein Heimatland. Auch wenn er sich umstritten war und wohl auch ist: Marc Girardelli.

  21. Marc Girardelli. Neu war mir, daß der Verbandswechsel schon im zarten Alter von 12 Jahren eingetütet wurde. An die Tatsache, daß die Österreicher schwer angefressen waren von der Tatsache, daß sie in ihrem nationalen Heiligtum, dem alpinen Skisport, von einem Wahl-Luxemburger düpiert wurden, kann ich mich aber noch gut erinnern.

  22. Marc Girardelli war mein erster Gedanke, Technik / Speed klingt schwer nach Alpin Ski.
    Und schön, dass meine Rückversicherung Internetrecherche mich bestätigt hat.
    Also Marc Girardelli ist die Lösung.

  23. Das klingt für mich nach Marc Giradelli. Technik und Speed passt zu Ski Alpin. Der Verbandswechsel war von Österreich zu Luxemburg.
    Soviel meine Erinnerung.

  24. Werte Mitratende, ich sage es, wie es ist: Den Typen heute, den hatte ich vor einigen Wochen einfach mal zu Papier gebracht, ohne groß darüber nachzudenken, ohne viel nachzulesen, und dementsprechend auch ohne viel Detailinfo (und ohne allzu großes Risiko falscher Fakten). Als Backup, quasi. War ja klar, dass ihn jede(r) kennen und rasch erkennen würde. Doch als ich dann gestern Abend recht wenig Lust und Inspiration verspürte, eines der anderen Halbfertigprodukte zu Ende zu bringen (oder aber die für Montag gedachte Herausforderung zu verwenden …), fand er dann doch etwas unerwartet Eingang in den Kalender, und stieß in der Tat auf wenig Gegenwehr rätselnder Art. Passt schon, am 3. Advent. (Geschenk sagt @xxlhonk, “schon lange gewartet” @socralynnek, „ohne Google“ einige andere. Schön.)

    Mit 12 den Verband gewechselt – ungewöhnlich, aber einprägsam, einige waren offenbar sofort auf der richtigen Spur. Als dann noch der Vater ins Spiel kam, war’s eh klar. Wenn ich an dieser Stelle mal ganz prätentiös ehrlich sei darf: Die vierte Zeile gefällt mir ziemlich gut. Der Vater war wohl wirklich kein einfacher Mensch. Der Sohn auch nicht. Dementsprechend fallen auch spätere Interviews mit dem Letztgenannten aus, der Kontakt scheint weder häufig noch herzlich.

    Der Sohn wechselte wohl in ein topographisch unpassendes Land. Eisschnellläufer in Andorra, zum Beispiel, Snowboarder in den Niederlanden, sowas halt. Und trotzdem, man ahnt es eben schon (zumal wenn man einen Namen im Kopf hat): Er wird trotzdem ziemlich erfolgreich, um es vorsichtig auszudrücken, und im Heimatland war man, hm, unzufrieden.

    Bei den Medien kam das in der von Herrn @Stadtneurotiker genannten Art und Weise bei fast jedem Wettkampf zum Ausdruck, und häufig wussten die Reporter nicht, ob sie jubeln, schimpfen, bedauern, was auch immer sollten. Denn er war, ich hatte es angedeutet, verdammt gut. Vorsichtig ausgedrückt. Zunächst vor allem im technischen Bereich, später auch im Speed. Und ja, natürlich geht es um Ski Alpin. Wir danken an Christa Kinshofer, aber Wechselalter, Speedfähigkeiten und Geschlecht passen nicht so recht, ne?

    Wie vorhin gesagt: Es war nicht nötig, die ganzen Erfolge aufzuzählen, zu groß sein Legendenstatus, auch das Hickhack um olympisches Startrecht. Aber die Geschichte mit Serge Lang, der Marc Girardelli (Genau. Nicht Giradelli, wie verschiedentlich in den Kommentaren festgehalten. Scheint ein Thema zu sein; mir kommt diese Schreibweise heute jedoch das erste Mal unter.) als das größte Arschloch bezeichnete, der je eine Medaille gewonnen habe, die ist schon bemerkens- und festhaltenswert.

    Unabhängig davon war ich stets im Team Girardelli. Pirmin Zurbriggen gut und schön, aber Girardelli war eine andere Nummer. Ja, @das_mietmaul, was für ein toller Skifahrer! Und ja, ich hab das gern gehört im ORF, wenn die Reporter seine Herkunft betonten, zähneknirschend begleitet von der sportlichen Nationalität. Und was macht überhaupt Hubertus von Hohenlohe? Nannte ich ihn neulich schon?

    Etwas enttäuscht bin ich ja, dass niemand Girardellis Karriere als Krimiautor thematisiert hat; aber da ja niemand googelt, überrascht es dann auch wieder nicht … : )

    Ach, und habe ich jemals die Geschichte erzählte, wie ich eines schönen Sommers, es war ein 9. Juli, die Außentemperatur lag über 30 Grad, in Girardellis Skihalle in Bottrop unterwegs war, mir plötzlich jemand um die Ohren fuhr und dieser Jemand sich als der Chef selbst entpuppte? Nein? Gut so.

    @Stadtneurotiker: In der Tat, da fallen mir nicht viel ein, die auf der Streif und am Ganslernhang gewonnen haben. Killy, habe ich nachgelesen, davor dann schon die Generation um Sailer und Molterer.

    @Maik: Ich weiß das sehr zu schätzen. Und verstehe, dass Du auch mal Ablenkung von der erbaulichen Musik in Deinem eigenen Kalender brauchst.

    @Vicky: Sehr hübsch verpackt, die Rüge für den Hausherrn, der gestern zu früh auflöste. : )
    Und ja, seine unternehmerische Tätigkeit ist … kontrovers.

    @schnatsch: Bitte, gern geschehen.

    @Lurchmolch: Herzlichen Dank, ey! Den Gino Ginelli habe ich jetzt auch schon wieder seit ein paar Stunden im System.

    @SD: Ja, guter Text. Den habe ich hier auch noch gebookmarkt, um ihn eventuell zu verlinken. Muss ich also nicht. Aber die Sache mit der Schwiegertochter hat mich gerade überfordert. War minutenlang bei Rainier und Albert bzw. deren Kindern, bis ich erkannte, dass es auch noch andere Fürsten gibt. Puh.

    @runnertobi: Zweifellos.

    @A.P. Eljot: Es versteht sich von selbst, dass uns die besondere Beziehung brennend interessiert …

    Vielen Dank einmal mehr, und einen guten Start in die Woche! Möglicherweise mit etwas mehr Rätselaufwand.

  25. Ach, so spektakulär ist die „besondere Beziehung“ auch wieder nicht. Wir teilen uns einfach den selben Geburtsort. Und der ist auch nicht so groß, dass die Familie Girardelli in der Verwandtschaft völlig unbekannt wäre.

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