sechzehn/zwanzigeinundzwanzig

Olympisch schaffte sie dereinst Rang neun,
war dritte derer, die den Brustring tragen.
Ihr Wettkampf durft sich damals sozusagen
prozentual an 40 mehr erfreun.

Von Spezialisten ließ man sie betreun,
die waren medizinisch sehr beschlagen.
Sie sollte bald schon nach Medaillen jagen –
mit Lug und, dings, hier, Hendiadyoin.

Ein Einzelfall, so ist die Hypothese –
jetzt macht darum doch bloß nicht so’n Gewese!
Tatsächlich war dergleichen wohl die Norm.

Der Fingerzeig zu’n andern war bigott,
moralisch war man ebenso bankrott.
Organversagen in multipler Form.

______________

Hintergründe zum Kalender.
Über Kommentare zu den Sportler*innen und ihren Sportarten würde ich mich freuen. Sie bleiben aber zunächst verborgen. Spannung und so.

Wer Probleme hat, überhaupt zu kommentieren (ja, das passiert gelegentlich), ist herzlich eingeladen, mir seinen oder ihren Kommentar per Mail an blog at heinzkamke.de oder auch per Twitter-DM zu schicken. 

63 Gedanken zu „sechzehn/zwanzigeinundzwanzig

  1. Birgit Dressel

    Die schier unfassbare Anzahl an Medikamenten, die sie sich als Athletin zugeführt hat und der extrem schmerzhafte Tod durch Multiorganversagen, ist mir aus einer Reportage in Erinnerung geblieben.
    Daher war der letzte Satz der Weg zur Lösung.

  2. Moin, auf die Dame habe ich die ganze Zeit gewartet. Man braucht aber wohl ein gewisses Alter, um sich noch an sie zu erinnern.

    Doping? Häh? Was issen das?? Wahrlich kein Glanzstück in der Aufarbeitung.

    Birgit Dressel … RIP

  3. Bali an, wie konnte ich den Hinweis übersehen.

    Heute wird es auch nicht besser als gestern.

    Ich bekomme den Hinweis aus den Brustringtragenden und den prozentual mehr als 40 nicht gelöst. Beim Rest sehe ich nur systematisches Doping, obwohl wohl lange die Mär vom Einzelfall erzählt wurde. Ebenfalls haben wohl mehrere Instanzen versagt.

    Und ein Hendiadyoin, was ein tolles Wort.

    Ich passe für heute.

  4. Natürlich ist es nach der letzten Zeile (zumindest für Fans eines gewissen Alters) klar: der Tod von Birgit Dressel ist der erste Fall in meinem persönlichen Gedächtnis, den ich unmittelbar mit Doping verknüpfe (auch wenn es sicher vorher schon reichlich andere gab).
    Interessanterweise war ich aber schon mit den ersten beiden Zeilen auf dieser Spur – nur drittbeste Deutsche als Olympianeunte? Da war doch was? Als ich bei Wikipedia las, dass dies 1984 der Fall war, war mir natürlich klar warum. Die Spiele von LA habe ich damals quasi „geatmet“; da kuscheln sich dann auch solche Ergebnisse in einem Eckchen des Langzeitgedächtnisses ein.

  5. Den Namen hatte ich nie gehört. Die Gnade der späten Geburt, würde ich sagen. Entsprechend ging es nur mit Google. Sorry.

  6. So. Heute mal wieder mit etwas mehr Hoffnung – die Gedächtnisbibliothek hat geöffnet 🙂
    Aha, eine “Brustringträgerin” – gemeinhin schlägt man da gerne die Brücke zum VfB Stuttgart – aber hier wird Herr Kamke sicher auf die vergangenen Zeiten der (BRD)-Leichtathletik verweisen: weißes Trikot, roter Brustring, schwarzer Bundesadler in goldenem Wappen. Das heisst also vom Zeitgeschehen defintiv 70er/80er Jahre.
    “Organversagen in multipler Form” – natürlich auch eine Metapher für das Wegsehen/Leugnen der (inter)nationalen Verbände bzw. der involvierten Trainer und Mediziner, aber auch tatsächlich die Todesursache bei der Leichtathletin und Siebenkämpferin Birgit Dressel (ich glaube es war ein Kreislaufschock infolge des langjährigen (Anabolika)-Dopings und der verabreichten Spritze(n) nach einem Trainingsunfall). In Erinnerung geblieben ist mir das hartnäckige Leugnen (“Einzelfall”, und “…Doping macht nur die DDR”) und das Schweigen ihres Freundes und Trainers dazu (damit er sich nicht selbst belaste). Und die Uni Freiburg mit Dr. Klümper war dort zum ersten Mal auffällig geworden, meine ich.
    Sehr traurig alles.

  7. Den Namen musste ich googeln, aber der Brustring (kein VfB-Bezug diesmal, hatte sofort die Leichtathletik-Leibchen vor Augen!) und die Organversagen-Story machten es klar: es geht um Birgit Dressel, Siebenkämpferin, eine tragische Geschichte des Dopings in der BRD. Das „multiple Organversagen“ auch außerhalb ihres Körpers trifft es auf den Punkt: mangelnde Aufarbeitung, Schuldzuweisungen und Leugnen, ein wirklich verabscheungswürdiges, bigottes System.

  8. Ich hole, mal wieder, etwas aus: bei uns im Haus – also Elternhaus, nicht das mit Frau Lurchmolch – gab es zu meinen Kinder- und Jugendtagen zwei Abonnements von Printmagazinen. Das des “Spiegel” und das des kurze Zeit großartigen Magazins “Sports”, das es leider schon lange nicht mehr gibt (aus dem 11 Freunde-Umfeld gab es vor ein paar Jahren den Versuch “No Sports”, der musste leider schon am Titel scheitern). Also, ich habe als junger Mensch beide Magazine von vorne bis hinten gelesen. Aus der Sports erinnere ich mich an eine tolle Reportage über die beiden DDR Eishockeyclubs Berlin und Weißwasser. Ich schweife ab. Aus dem Spiegel erinnere ich mich, und jetzt wird es wenig amüsant, an die Titelstory “Der Fall Birgit Dressel” aus dem Jahr 1987. Und nein, das hab ich nicht gegoogelt. Denn mich als damals 12jährigen hat das Schicksal dieser Siebenkämpferin, die irgendwo im Dopingsumpf bundesdeutscher Sporterfolgsbestrebungen (wissentlich gedopt, aber unter Anleitung von Medizin und System. Freiburg ist nicht nur Team Telekom!) untergegangen und letztlich verstorben ist, sehr bewegt. Frau Lurchmolch, die bei uns im Haus ja eigentlich für Leichtathletik zuständig ist, bezeichnet sich selbst als zu jung, um von diesem Fall zu wissen (ja, klar …), hat aber umgehend begonnen, diese Bildungslücke zu schließen und empfiehlt (da wurde gegoogelt) zur Thematik: “Armin Klümper und das bundesdeutsche Dopingproblem – strukturelle Voraussetzungen für illegitime Manipulationen, politische Unterstützung und institutionelles Versagen”, insbes. 8.3.7, S. 281 ff, “Der Todesfall Birgit Dressel 1987 und das sich anschließende multiinstitutionelle Versagen.” Irgendwas sagt mir, dass Herr Kamke das komplette Konvolut gelesen hat.

  9. Hendiadyoin ist ein schönes Wort.

    Zum Rätsel: Ich war schnell bei der Leichtathletik und wusste am Ende – Organversagen – um wen es geht, hatte ihre Geschichte schon ein paar Mal gelesen, zu meinen Mainzer Zeiten war sie auch in den 00er-Jahren immer mal wieder Thema in der Lokalpresse.

    Auf den Namen kam ich, so sehr mein Hirn doch siebte und kämpfte, dennoch nur mit Google. Aber gut, Schuppen-Augen-PLONG: Birgit Dressel, natürlich.

  10. Heute zumindest wieder Hinweise erkannt und eine Idee, um was es geht. Der Name selbst war aber nicht ungestützt parat. Mit Hilfe dieses Internetz dann auf Birgit Dressel gekommen und konnte mich dann erinnern. Ein wahrlich unrühmliches Kapitel der Sportgeschichte.

  11. Jetzt reicht‘s aber langsam mal mit der Leichtathletik, Kamke!

    Heute musste ich wieder Spürhund spielen. Zunächst einmal dachte ich wegen Brustring natürlich an den VfB Stuttgart. Das hat der Hausherr geschickt eingefädelt!
    Hendiadyoin musste ich nachschlagen. Okay, Lug und Trug meint er einfach. Hatte ich mir gedacht. Klang in den Strophen 2-4 alles nach Doping. Und Leichtathletik war direkt wieder präsent im Hirn. Sowjetunion? DDR? Bei der Recherche nach Leichtathletik-Trikots mit Brustring – denn der VfB wird ja wohl nicht 3 Olympia-Athletinnen am Start gehabt haben, die alle unter die besten 9 gekommen sind – fand ich auch die weißen Trikots mit rotem Ring der BRD. Aha, nicht mit dem Finger auf andere zeigen!
    So landete ich über deutsche Dopingfälle bei der Siebenkämpferin Birgit Dressel (nie gehört), die in Los Angeles Neunte wurde und wegen der viele Medikamente mit 26 Jahren an Multiorganversagen starb. Wie traurig.

  12. Kurz und knapp die Lösung: Birgit Dressel

    Hat was gedauert das Multi-Organ-Versagen nicht ausschliesslich auf die Verbandsorgane zu beziehen sondernd auch auf die Todesursache.

  13. Das Multiorganversagen hat mein Interesse geweckt, deshalb habe ich Google bemüht: Von diesem Drama lese ich erstaunlicher Weise heute zum ersten Mal. Wurde von mir damals vielleicht ausgeblendet, weil genau zu dieser Zeit mein erster Sohn zur Welt kam. Hatte besseres zu tun.

    Gesucht wird die ehemalige Siebenkämpferin Birgit Dressel

  14. Also: der Name waberte mir im Kopf, aber leider etwas Hilfe gebraucht.

    Nun zur Herleitung: der Brustring brachte mich erstmal zum Radsport. Sprich: Regenbogentrikot. Gibts bei Olympia und als Weltmeisterin bekommt man eben das Trikot.
    Dazu Doping? Jep…das solls im Radsport auch geben. Und doch: auf eine Sportlerin kam ich nicht.

    Also nochmal überlegt: Doping gibts auch in der Leichtathletik. Und: weißes Trikot, roter Brustring. Das ist nicht nur der VfB Stuttgart, sondern auch das Trikot, das deutsche Leichtathleten oft bei Olympia tragen und trugen.

    Die Sportart musste also her. Ich kam lustigerweise von den Spezialisten (die ja auf die netten Mediziner mit den Mittelchen hindeuten sollen?!) auf eine Sportart, bei der man eben mit Spezialisten trainieren kann, weil man mehrere Sportarten können muss. Und eine Sportart, die sich um 40% erhöht? Dann die Lösung: Vorher Fünfkampf, dann Siebenkampf…5*1,4 ist tatsächlich 7. Also musste es eine Siebenkämpferin sein.

    Und die ist es wohl auch: Birgit Dressel. Viel zu früh verstorben mit nur 26. Und das, weil sie dem Sport”mediziner” Armin Klümper vertraute. Seine Kollegen stellten das als Einzelfall dar, aber nicht erst heute weiß man: es wurde im Kampf der Systeme auf beiden Seiten des eisernen Vorhangs gerne und viel zu oft zu solchen Mitteln gegriffen.

  15. Eine ganz üble Geschichte, für die der Verursacher nie zur Verantwortung gezogen wurde. Ganz im Gegenteil, noch Jahre später hatte er prominente Unterstützer.

    Jedenfalls geht es hier um Birgit Dressel, die 1987 nach jahrelangem Doping an Organversagen starb. Versagt haben aber auch viele andere.

  16. Das war der erste Text, den ich schon beim Lesen ziemlich vollständig verstanden habe, obwohl ich hier wieder die Dresden-Karte ziehen könnte. (Wir hatten von Los Angeles ca. zehnminütige Zusammenfassungen am Tag, wenn ich mich recht erinnere.)

    Birgit Dressel.

  17. Ich hatte sie nicht mehr auf dem Schirm und musste den Namen auch Googlen, aber das erste(?) und bekannteste Opfer des BRD Staatsdopings war mir dann doch ein Begriff. Es handelt sich um Birgit Dressel.

  18. Kurz vor dem Hirnversagen aufgrund vergeblicher Durchforstung aller möglichen westdeutschen Damenstaffeln auf Bahn, Straße und Tartan nochmal das Organversagen angestarrt. Niedergestarrt geradezu. Bis mir Birgit Dressel eingefallen ist. Danke für das Hendiadyoin, das mag ich immer sehr. Den Laago mag ich auch – obwohl er heute wieder sonstwo sich rumtreibt, und die Bürogemeinschaft als Rumpfteam alleine lösen muss.

  19. Heute ist der Groschen mal schnell gefallen. Ich hatte sofort die Spiegel Titelseite vor Augen auf der alle ihre Medikamente aufgestapelt waren.

  20. Birgit Dressel.

    Sie starb 1987 an einem „komplexen toxisch-allergischen Geschehen“.

    Organversagen in multipler Form lag allerdings auch in Verbänden und sogar der Justiz vor. Es wurde gedopt was die Spritze hergab und fast niemand machte sich über die Kosequenzen wohl Gedanken. Man spielte mit der Gesundheit der Athlet:innen, oder sogar mit deren Leben.

    Man möchte kotzen.

  21. Ohne Google: 40 Prozent mehr würde 7 statt 5 bedeuten, und es könnte diese Mainzerin sein, die an Doping gestorben ist.
    Ließ sich mit Google dann doch noch etwas präzisieren.

  22. Endlich mal wieder ein paar Ideen als Ansätze gehabt.

    1. Der Brustring – Leichtathleten, Ruderer, …
    2. Von Spezialisten ließ man sie betreun, – auch wenn hier der Hinweis auf die Mediziner sein sollte, brachte es mich auf den Mehrkampf (weil weiblich, der Siebenkampf)

    Ja da war mal was. Birgit Dressler.

    Mit der Google Überprüfung ergeben sich dann auch alle anderen Hinweise.

  23. Mir fällt nach einigem grübeln ein Name ein und den werde ich hier zum besten geben.

    Schön fand ich das Hendiadyoin: Mit Lug und Betrug. Hat sich ein abgebrochenes Germanistik- und Philo-Studium doch bewährt, Mama! Sie pflegte immer zu sagen, es sei nur Schall und Rauch 😀

    Sie war die erste in Deutschland bekannte Sportlerin die an Doping gestorben ist. Ein Einzelfall… ist doch klipp und klar!

    Ich weiß, dass sie nie bei Olympia kein Edelmetall gewonnen hat. Ob Platz neun war, dass sag ich ganz frank und frei – keine Ahnung. Hätte jetzt nicht mal sagen können, dass sie bei Olympia war.

    Sie war Siebenkämpferin… 40% Prozent mehr…. ich war erst bei Einschaltquoten. Aber nachdem ich jetzt in Richtung der Lösung (ob Richtig oder Falsch) alles auflöse, hoffe ich einfach, dass sie in die Zeit fällt in der aus Fünfkampf der Siebenkampf geworden ist. Dann sind wir ja circa bei 40% mehr Disziplinen. Aber das ist jetzt schon etwas nach Lust und Laune zusammengereimt.

    Der Name: Birgit Dressel

  24. Spätestens bei der letzten Zeile bin ich mir ganz sicher:
    Birgit Dressel
    Diesmal sogar ohne die Hilfe einer Suchmaschine.

  25. Herr Kamke, das mit den 40% habe ich zunächst nicht verstanden. Dann hat mir mein Vater aber erzählt, dass es früher gar keinen Siebenkampf sondern nur Fünfkampf gab für die Frauen. Birgit Dressel müsste heute die Lösung sein.

  26. Der Brustring weist auf die Leichtathletik hin, das wäre aber nicht unbedingt nötig – der Fall ist eindeutig genug: Die Siebenkämpferin Birgit Dressel, die am Dopingsystem der BRD gestorben ist. Das Türchen zu Joachim Deckarm war schon deprimierend, hatte aber zumindest positive Aspekte. Dieses Türchen hier ist nur grau.

  27. Also, eine Athletin, die als drittbeste Deutsche bei Olympia auf dem 9. Platz landete. Allem Anschein nach hat sie gedopt und ist evtl. daran gestorben.
    Soweit ohne Google, mit Google Birgit Dressel rausbekommen.

  28. “Hey, heute ist wieder einer der verdammten Tage…”

    Als Stuttgarter dürften Dir diese Zeilen ja einigermaßen vertraut sein. Heute war bei mir wieder mal einer dieser Tage, an denen ich das Rätsel las, es weglegte, nochmal las, es wieder weglegte, wieder las etc. – stets in der Hoffnung, auch nur ein klitzekleines Stückchen an Information zu bekommen, um welchen Sportler oder welche Sportlerin es sich diesmal handeln könnte.

    Ich habe mich auch mit einem hier nicht weiter zu erwähnenden Mitrater ausgetauscht, der sogar die Lösung wusste. Nach kurzem Schriftverkehr, in dem er ausdrücklich KEINEN TIPP gab, war ich auch nicht wirklich schlauer.

    Und so bleibe ich wie ein schlechter Friseur: Ich finde keinen Ansatz.

    Tja, morgen wieder. Vielleicht. Man munkelt, es würde einfach.

  29. 08:07:
    “Jetzt hat er den Verstand verloren.”
    -”Moment, muss noch Rouladen kaufen, gleich.”

    Schwieriger Tag heute, so allgemein und im Speziellen.

    Brustring, VfB, Leichtathletik, Dinge. Kurz bei Betty Heidler gelandet, aber die hat nicht selbst gedopt, also alles wieder auf Anfang. Organe, irgendwas mit Verbandsorganen?

    Irgendwann gegen 14 Uhr: “Duster, aber: Birgit Dressel?”
    Und ich denke, die isses.

  30. Heute mal weider etwas Trauriges: Birgit Dressel.

    Todesnachricht damals in der Zeitung mit den großen Buchstaben auf der Heimfahrt aus dem Urlaub gesehen – so war das, als es noch kein Twitter gab…

    Der wunderschöne Kunstgriff mit dem Hendiadyoin führte mich zum Be-Trug, der Fingerzeig auf die anderen und das Organversagen unmittelbar zu ihr.

    Mal vorsorglich Platz 9 abgesichert – und 1984 war der Brustring auch in der Tat am schönsten! Heimisches Terrain für die Älteren unter uns.

  31. Wie gut, wenn es noch mit der Prozentrechnung klappt. Fünfkampf plus 40% ergibt Siebenkampf. Und damit sind wir dann bei Birgit Dressel, die viel zu jung an multiplem Organversagen nach einem unglaublichen Medikamentencoctail gestorben ist. Ein dunkles -immer noch- ungeklärtes Kapitel der Deutschen Leichtathletik.

  32. Ohne Googles-Hilfe hatte ich keinen Plan. Irgendwie keinen Zugang.
    So musste also die Suchmaschine her, die relativ schnell (wenn man denn weiß was man suchen muss, ein Selbstläufer) ein Ergebnis ausgespuckt hat. Namen gelesen und schon klingelte es in meinem Kopf.
    Der Name und ihre Geschichte sagt mir was.
    Es ist Birgit Dressel, die leider viel zu früh verstarb. Man sagt an den Folgen des Dopings.
    Danke Kamke

  33. Einmal mehr konnte nur Google helfen. Obwohl mir durch Jens Weinrich der Name und der Fall bekannt waren, habe ich die Verknüpfung zum Gedicht nicht hinbekommen.

    Absoluter Wahnsinn, was Birgit Dressel da angetan wurde (oder sich angetan hat). Die Zusammenfassung der letzten Stunden in der Wikipedia lässt mich erschaudern.

  34. Sollte ich heute schon wieder eine Idee haben? Nicht so sicher wie gestern, aber immerhin besser als die ersten 14 Tage…
    Eine Frau, Olympia-Neunte, Doping (und kein Einzelfall), Organversagen.
    Die 40 Prozent und den Brustring bekomme ich nicht unter (in Stuttgart war sie 4.), aber ich tippe auf Birgit Dressel.

  35. Na toll, kaum hat man die auseinanderklaffenden Sehnenteile erfolgreich verdrängt, landet man bei Anabolika, Schmerzmittelmissbrauch und multiplem Organversagen.
    Wieder eine traurige Geschichte um den frühen Tod von Birgit Dressel. Wenn ich die Zeit zum Reimen hätte, würde wohl irgendwas mit Fernsehsessel dabei rauskommen, verbunden mit großer Empörung über die sensationsgierigen Sportkonsumenten, für die der ganze Zinnober mit all seinen Auswüchsen veranstaltet wird. Also über uns, die wir das alles treu zuschauend mitspielen und auch im nächsten Jahr wieder einschalten, wenn’s in Peking losgeht. Oder in Katar … Schwierig, das Ganze.

  36. Heute ging es sofort nach dem ersten Lesen. Birgit Dressel (hatte ich irgendwann auch schon mal nachgeschaut in den letzten 2 Wochen).

    Seit wann tragen die deutschen Leichtathlet*innen eigentlich keinen Brustring mehr? Ich fand das immer schön, mit großem Wiedererkennungscharakter und besser als die irgendwie mit schwarzgrau-rot-gold hergestylten Trikots, an die man sich schon 3 Monate später nicht mehr erinnert.

    Aber gut, ich mag da auch wegen meiner Vereinspräferenz etwas gebiast sein. Auch diesbezüglich bin ich eher konservativ und finde, der Brustring muss als Signatureelement auf jedes Trikot drauf.

  37. Lieber Kamke,
    das war heute wirklich keine weihnachtliche Adventsgeschichte!
    Gesucht war Birgit Dressel und die Todesumstände wie sie in Wikipedia beschrieben sind machen mich absolut fassungslos.
    Anfangs auf den Spuren von Frau Pechstein geschnüffelt, Retikulozyten und so, dann wurde mir das entscheidende Wörtchen zugeworfen. Ich denke auf Armin Klümper wird der VfB Experte @chrisprech deutlich eingehen.
    Morgen hoffentlich wieder fröhlicher.

  38. Die Einstiegsschwierigkeit bestand heute schon mal, dass Feld mit der 16 im Kalender zu finden. 🙂
    Erstes lesen keinen Plan.
    Scheint wegen “damals” immerhin länger her zu sein. Ich wittere eine Chance.
    “War dritte derer den Brustring tragen”, könnte auf einen dritten Platz oder auf Position drei in einer Staffel hindeuten, was mich fast zwangsläufig erstmal an Leichtathletik denken lässt.

    Viele Dinge kann ich aber nicht wirklich direkt zuordnen, jedoch erscheint mir der medizinische Part hier so dominant, dass ich mit meiner Leichtathletikauffassung im Kopf, spontan an die Siebenkämpferin Birgit Dressel denken muss.
    Sie verstarb unter mysteriösen Umständen und der Vorgang brachte wohl wegen massivem Dopingverdacht auch mehrere Strafanzeigen mit ominösen Verschleierungen mit sich. Bei diesen hatte, sich meiner Erinnerung nach, auch ein gewisser Dr. Klümper von der Uni Freiburg zu verantworten, der jedoch munter weiter als einer der bekanntesten und beliebtesten Sportmediziner in Deutschland praktizierte. Die Dopingvorwürfe und Machenschaften kamen im Zuge des systematischen Dopings im Radsport Jahre später nochmal erneut (ungestraft?) und ohne großen Konsequenzen für ihn auf den Tisch.
    Wohl einer der größten Medizinskandale im bundesdeutschen Spitzensport, dem Birgit Dressel damals zum Opfer fiel.

  39. Sie hatte ich schon während einer anderweitigen Lösungssuche als mögliche Kandidatin ins Auge gefasst. Deshalb nach dem ersten Lesen, v.a. der letzten Zeile, und einem kurzen Faktencheck: Birgit Dressel. Sieben- und vormals Fünfkämpferin. Letztlich am Doping und falscher Medikation gestorben.
    Aber nicht an Hendiadyoin, das ich zunächst als Medikament und/oder Dopingmittel einsortieren. Aber ist nur eine linguistisch-lateinische Besserwisserei, damit der Reim passt ;-).

  40. Spät komme ich zum Lesen und vermute beim ersten Lesen die Sportlerin, mit der ich hier heuer gerechnet habe.
    Das auf Twitter herumgereichte Hendiadyoin brachte mich nicht auf die Lösung, sondern das Organversagen in multipler Form. Sie fiel westdeutschem Doping zum Opfer: Birgit Dressel.
    Fast 35 Jahre her und immer noch unfassbar.

  41. Der Brustring scheint mir ein Hinweis auf die deutschen Leichtathletinnen zu sein.
    In der Karriere wurde offenbar mit unzulässigen Mitteln (Lug und Trug) nachgeholfen. Da kommt mir Katrin Krabbe in den Sinn:

    Olympiateilnahme 1988 für die DDR, ob das Ausscheiden im 200m-Halbfinale als Platz 9 gewertet wurde, weiß ich nicht.

    Später dann die Brustring-Zeit mit großen Erfolgen, überschattet von der Dopinggeschichte.
    “Beschlagene Spezialisten (Tierärzte?) kennen sich gut mit Clenbuterol aus.

    “war die Norm” ist wohl nochmal ein Fingerzeig(en) in Richtung des bösen DDR-Sports, was mich in der Vermutung Krabbe bestärkt, was hiermit meine Lösung ist.

  42. Hendiadyoin klingt schon unabhängig von den anderen deutlichen Hinweisen nach Doping.

    Brustring, da war für mich direkt Leichathletik gesetzt, vllt. so 70-90er. Aber bei welcher Sportart gab es früher, wovon mehr als heute?

    Dann einfach mal willkürlich in den Ergebnissen von München 72 gestöbert. Da fiel mir der Fünfkampf ins Auge. Moment, von 5 auf 7 sind 40% mehr. Also mal gucken, ab wann es Siebenkampf wurde. 1984. Dort die Ergebnisliste liefert auf Platz 9 tatsächlich die drittbeste Deutsche, die mir bis dato vollends unbekannte Birgit Dressel. Der Klick auf die Biografie lässt keinerlei Restzweifel. Das passt klipp und klar.

  43. Über Doping BRD (nach dem die erste Zeile der letzten Strophe als Kontrast zur DDR roch) zum Ergebnis gekommen: Birgit Dressel.

    Nie gehört. War aber auch erst 4. Und das dürfte nicht gerade das sein, was man seitdem oft im Sport erwähnt.

  44. Das war schwierig. Nicht das Lösen, ganz offensichtlich, auch nicht zwingend das Schreiben, na ja, ein bisschen vielleicht, aber schwierig war schlichtweg das Thema, die Geschichte. Wie viele andere hier habe ich noch eine Erinnerung an die Geschehnisse, wie viele andere habe ich im Lauf der Jahre immer mal wieder etwas darüber gelesen oder angesehen, wie einige andere habe ich mich in der jüngeren Vergangenheit noch einmal auf den Stand gebracht, und ja, ich könnte mich schon wieder ganz schön aufregen. Beim Schreiben war ich drauf und dran, die Metrik zu missachten meine Erziehung zu vergessen und einfach eine Vielzahl an Schimpfwörtern in Richtung der Verantwortlichen, und das sind viele, in Großbuchstaben aneinanderzureihen.

    Hab ich dann nicht getan, bin auch nicht besonders spezifisch geworden, (offenbar zu Recht) davon ausgehend, dass die Geschichte entweder ohnehin bekannt und dann auch noch einigermaßen präsent (vergessen wird sie kaum jemand haben) sei oder sich im anderen Fall zwar nicht ohne Vorkenntnis erschließe, wohl aber relativ leicht recherchieren lasse. Wer sich hierzulande mit Geschichte des Dopings beschäftigt, kommt nur schwer an der heutigen Person vorbei.

    Wie @JP sagt: Dieses Türchen hier ist nur grau.

    Erstes Quartett, Olympiateilnehmerin, Platz 9, drittbeste VfB-… Verzeihung, womöglich auch bundesdeutsche Sportlerin, Leichtathletik, Rudern, bestimmt manches mehr. Schöner Gedanke auch das Radtrikot, ander nein, hier eher nicht. Ihr Wettkampf hat um 40 Prozent zugenommen, und zwar nicht in Sachen Teilnehmerinnenzahl, was natürlich denkbar gewesen wäre, sondern vom Umfang her. Gar um 50 Prozent hat die Zahl der Türchen zugenommen, die sich dieses Jahr mit Mehrkämpfer*innen befassen, denn in der Tat sprechen wir nach Carolina Klüft und Ashton Eaton erneut von der leichtathletischen Vielfalt. Und Frank Busemann war noch nicht mal da. Aus dem früheren Fünfkampf (ohne Reiten) bei den Frauen wurde bei Olympia 1984 erstmals ein Siebenkampf, den drei deutsche Teilnehmerinnen unter den ersten neun beendeten: die unvermeidlichen zwei Sabines, Everts (3.) und Braun (6.), dazu auf Rang neun Birgit Dressel, und wie wütend einen (hier: mich) allein die Nennung ihres Namens macht.

    Ganz nebenbei, @Maria: Ich kann mir kein Szenario vorstellen, in dem es mit der Leichtathletik reicht.

    Zweites Quartett, tja, wer ließ sie von Spezialisten betreuen, eigentlich eine Quatsch-Formulierung, war ja schließlich eine Einzelfall. Vielleicht ihr Lebensgefährte, der später Sorge hatte, sich selbst zu belasten, wenn er aussagen würde, und der, das war mir komplett neu, später unter anderen Mona Steigauf und Olympiasiegerin Ghada Shouaa betreute. Und ganz möglicherweise mag ja auch der DLV einen wie auch immer gearteten Anteil gehabt haben. Zu den medizinisch beschlagenen Spezialisten muss wohl an erster Stelle Armin Klümper genannt werden, ein Name, der mich fast schon pawlowsch an das Cabinet des Dr. Caligari denken lässt. Dabei habe ich den Film nicht mal gesehen, sondern einfach nur eine blühende Fantasie. Na ja, blühend. Und viel Fantasie braucht es auch nicht.

    Dass sie in Stuttgart nach Medaillen jagen sollte, gibt noch einmal die Zeitschiene vor, konnte ja nur die EM 86, ggf. die WM 93 sein, [Edit, dank Hinweis von @scherben81: “Bald schon” sollte sie nach Medaillen jagen, und wenn man von Olympia 84 ausgeht, drängt sich die EM in Stuttgart 1986 auf, alternativ Rom 87. Wie so oft können wir vom Naheliegenden ausgehen,] und sie jagte ja auch tatsächlich fast erfolgreich, Platz 4, vermutlich mit guter medizinischer Betreuung und damit, klar, Lug und Trug, dazu ein bisschen linguistisches Posing. (Des Hausherrn, nicht des fleißig-kreativen Herrn @IndoOstfriese.) (Und ha, da kommt @Asgeirsson und nennt es beim Namen: Besserwisserei. Also des Hausherrn.)

    Erstes Terzett, ach, ach, die bequeme Einzelfallthese, die böse Sportlerin, vielleicht noch ihr Umfeld, aber nein, da steckt doch kein System dahinter, haltet mal den Ball flach! Völliger Quatsch, wie wir alle wissen, natürlich wurde, zweites Terzett, auch im Westen systematisch gedopt, bzw. war man diesbezüglich moralisch drüben wie hüben bankrott, keiner konnte guten Gewissens auf den anderen zeigen. Zum Schluss das Multiorganversagen, das zum einen in zahlreichen Texten zu Frau Dressels Tod nachzulesen ist, zum anderen das Gebaren der Akteure, gerade auch der Verbände, ziemlich gut beschreibt – hatten offenbar auch viele so gelesen.

    Widerliche Berichte gibt es zu lesen, unvorstellbare Zahlen zum über die Zeit hinweg verabreichten Medikamentenmix, bedrückende Schilderungen zu ihren letzten Tagen, ein ganz, ganz düsteres Kapitel des deutschen Sports. Das von Herrn und Frau @Lurchmolch genannte Dokument in Gänze zu lesen, dürfte ein größeres Projekt sein, aber in der Tat habe ich mich dort auch ein bisschen herumgetrieben, und ja, in vielerlei Hinsicht schwere Kost.

    Das Entsetzen kommt in vielen Kommentaren zum Ausdruck, vielen Dank, ich halte mich für heute zurück, danke herzlich für die Beteiligung und kündige für morgen ein vermutlich einfaches Rätseltürchen an.

  45. Was hier schon auch mal erwähnt werden darf: Wie würdevoll Du die sehr unfreiwillig abgetretenen Sportler*innen würdigst. Dignitas at her best.
    Vielen Dank!

    (Und morgen verfluche ich Dich wieder…)

  46. Man spürt die Wut. Deshalb ganz zaghaft und sehr freundlich gefragt: Du sprichst von der Zeitschiene und dass sie in Stuttgart nach Medaillen gejagt habe. Wo steht denn das im Rätsel?

    1. Danke Dir, sehr peinlich meiner-, sehr aufmerksam Deinerseits. Die kurze Antwort: Ich habe das falsche Rätsel aufgelöst. Die etwas längere: Ich habe ein Dokument, in das ich das jeweilige Rätsel hineinkopiere und beim Schreiben der Lösung nach und nach herauslösche. Wenn sich dort dummerweise die Version 0.9 des Rätsel steht, beantworte ich eben jene. Was in diesem Fall so war. Eher spät am Vorabend war ich zu dem Schluss gekommen, dass die Stuttgart-Nennung des Guten zu viel sei, und hatte den Text noch ein bisschen angepasst, aber im Gerüst des Lösungsdokuments nicht angepasst.

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