Lazy Sunday Afternoon.

Da hätte ich mir mal eine Scheibe vom VfB abschneiden sollen: während ich mich mit einem offensichtlich gebrauchten Tag herumärgern musste, dessen Tiefpunkt schon recht früh im heftigen Stirn-volle-Pulle-gegen-die-scharfe-Bettkante-Sturz des Sohnemanns bestand, haben sich die Stuttgarter Bundesligakicker den Ratschlag der Small Faces zu Herzen genommen und einen faulen Sonntagnachmittag eingelegt.

Wenn Horst Heldt, der in dieser Saison schon das eine oder andere ganz bittere Spiel verdauen musste, sich mit den Worten “So sauer wie heute war ich noch nie” zitieren lässt, ist im Grunde alles gesagt. Einige wenige Sätze will ich gerne hinzufügen, zu mehr habe ich nicht die geringste Lust.

Es ist weiß Gott nicht so, dass mich die gestrige Niederlage (der Vollständigkeit halber: 4-0 in Bremen) überrascht hätte. Zu positiv, fast schon euphorisch hatte allzu Vieles geklungen, was man in den vergangenen Tagen rund um das Neckarstadion gehört hatte. Schlagdistanz zur Spitze. Lieber Platz 2 als Platz 5. Boka will Meister werden. Und so weiter.

Schön und gut, das alles, und ich bin gewiss einer der Letzten, die sich für ständiges Understatement aussprechen, aber: dann muss man dem halt auch Taten folgen lassen. Den entsprechenden Willen zeigen. Vorwärtsgang einlegen. Und so. Und vielleicht sollte man auch einmal betrachten, was man im Verlauf der Saison gezeigt hat. Ob man wirklich glaubt, über 34 Spieltage mit dem HSV, mit den Bayern, ja, auch mit Hoffenheim und der Hertha, oder gar mit Wolfsburg auf Augenhöhe zu sein. Wenn man die Situation realistisch betrachtet, und in diesem Fall nehme ich für mich in Anspruch, das bereits in den letzten Wochen, ganz euphoriefrei, getan zu haben, sind mindestens diese 5 Mannschaften einfach stärker. Die einen in spielerischer Hinsicht, die anderen kämpferisch, manche beides, und fast alle bei der Einstellung. Von denjenigen, die hinter dem VfB lauern, will ich erst einmal gar nicht reden.

An meiner Einschätzung hat sich für somit durch das gestrige Spiel im Grunde nichts verändert. Aufgrund der Leistungen dieser Saison gehört der VfB nicht in den UEFA-Cup. Mit etwas einer Menge Glück kann er dennoch dort landen – dann freu ich mich wie Bolle, klar. Aber ich weiß nicht, wie das gehen soll. Mit welchen Mitteln will man bereits am Wochenende die disziplinierte Hertha-Verteidigung aushebeln? Ah ja, hoffen auf Gomez, stimmt.  Wie will man gegen die Abstiegskandidaten bestehen, die mit Herzblut in die letzten 10 Spiele gehen? Worauf soll sich die Hoffnung gründen, am letzten Spieltag in München den Platz im internationalen Geschäft zu sichern?

Ich weiß es nicht. Und hoffe, dass alles anders kommt.

0 Gedanken zu „Lazy Sunday Afternoon.

  1. Achja, sehr schöner Song…

    Mal ganz unabhängig vom Spiel würde ich jetzt noch nicht komplett den Stab über der Mannschaft brechen. Klar, 4 Punkte sind schon wieder ein deutlicher Rückstand und eine solch klare und wohl absolut deutlich weil einfach so hingenommene Klatsche spricht nicht für die Mannschaft – aber es hat ja jedes Team der Liga nun schon mindestens eine Klatsche bekommen.

    Und vielleicht reicht ja Platz 6 auch – von daher heisst es wohl momentan erstmal einfach “Nach hinten Absichern” und dann schauen wir mal was noch so passiert.

      1. War also scheinbar für mich auf jeden Fall die bessere Entscheidung, Saufen zu gehen und auf die DSF-Zusammenfassung zu verzichten… =)

  2. Danke für die einschatzung – was mir immer wieder auffällt ist tatsachhlich die fehlende einstellung. Für mich ist Gomez da fast die einzige Ausnahme. Deshalb glaube ich auch, dass er Ende der Saison geht – das sollte er sich auch nicht mehr antun, so leid es mir tut.

    1. Hab ich heute auch schon diskutiert: wäre ich unabhängiger Berater, könnte ich Gomez nicht guten Gewissens zum Bleiben raten. Aber der bin ich ja zum Glück nicht…

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