elf/zwanzigneunzehn

Er spielte Polo, heißt’s in einer Quelle.
Ich weiß nicht recht, er war doch gar nicht posh.
Zwar stimmt es, dass er gerne Bälle drosch,
doch glaub ich nicht an Pferde oder Ställe.

Er siegte dreifach, jeweils auf die Schnelle
– ein Gegner kriegte zweimal auf die Gosch’
(doch andernorts besiegte ihn der Boche) –
beim Hochamt seines Sports. Nun wirklich: Bälle.

Sein Outfit war bisweilen sehr umstritten,
er selbst indes bei Filmstars wohlgelitten
und seinerzeit nur selten ein Verschmähter.

Den kleinen Erstsport gab er bereits dran,
als er mit 19 die WM gewann.
(Nicht Polo, wohlgemerkt, das kam viel später.)

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Hintergründe zum Kalender.
Über Kommentare zu den Sportler_innen und ihren Sportarten würde ich mich freuen. Sie blieben aber zunächst verborgen. Spannung und so.

Wer Probleme hat, überhaupt zu kommentieren (ja, das passiert leider gelegentlich), ist herzlich eingeladen, mir seinen oder ihren Kommentar per Mail an blog at heinzkamke.de oder auch per Twitter-DM zu schicken. 

22 Gedanken zu „elf/zwanzigneunzehn

  1. Ach, Kamke.
    Heute muss ich es wohl wissen. Fred Perry ist Tischtennis-Weltmeister geworden, bevor er 2x Wimbledon gewann, aber einmal gegen den „Boche“ Gottfried von Cramm verlor. Seine Klamotten waren zwischendurch sehr umstritten, er war mal mit Marlene Dietrich zusammen. Hach. Tut gut.

  2. Und wieder jeden Tag das Gleiche, ich denke ich habs, aber dann passt es doch nicht ganz.

    Auf Bälle dreschen ließ mich sofort an Tennis denken, da wäre das Hochamt wohl Wimbledon. Ein Speiler der zweimal gewann, dreimal im Finale stand und bei dem Male, bei dem er nicht gewann, gegen einen Deutschen (Buche) verlor. Wikipedia hilft, es passt auf Stefan Edberg. Da ich zu seinen Wirkzeiten noch Hilfe beim Leben brauchte, kann ich zu den Filmstars wenig sagen, jedoch gibt Wikipedia nichts her zum letzten Teil, dem WM-Sieg mit 19. Und worauf deutet posh hin ? Beckham — Posh Spice ? Ich bin dann doch vewirrt und werde morgen sehen, ob ich eher der Ochs vorm Berge oder doch der Seher war.

  3. Mich hatte „Boche“ auf die falsche Fährte geführt. Der gesuchte Sportler wurde also in einem Endspiel von einem Deutschen besiegt, und wenn hier dann von einem Boche die Rede ist, dann gehe ich mal davon aus, dass ein französischer Sportler gesucht sein würde. Toll insbesondere, dass „Bälle dreschen“ und „Polo“ auf René Lacoste hindeuten, aber nein, das passt ansonsten natürlich gar nicht: Kein Zweitsport, und das Hochamt (i.e. Wimbledon) hat er auch „bloß“ zweimal gewonnen.

    Also bin ich dann fröhlich die Wikipedia-Kategorie zu französischen Davis-Cup-Spielern durchgegangen, habe niemanden in der alten Zeit gefunden, auf den das alles passen könnte, und habe dann frustriert erstmal aufgegeben. Dabei lag die Lösung so nah, wenn man „Boche“ nur richtig versteht: Der Deutsche ist schon Gottfried von Cramm (wer sonst?), aber er hat keinen Franzosen im Endspiel geschlagen, sondern er hat den gesuchten Spieler in Paris geschlagen. Und natürlich passen Tennis und Polo auch gut zu Fred Perry, der zudem der Herkunft nach nicht posh war und sich später durch Hollywood vög … äääh … amüsierte. Das mit dem Tischtennis wusste ich nicht. Man lernt nie aus.

  4. Polo, Outfit, Polo… Okay irgendetwas hat der Gesuchte mit Mode zu tun, vorzugsweise mit Poloshirts und er spielte Tennis, wobei er 3x Wimbledon (Hochamt des Sports) gewonnen hat.
    Den Rest musste leider Google erledigen. Es geht um Fred Perry, der bereits mit 19 Weltmeister im Tischtennis wurde und sich dann auf Tennis konzentrierte.
    Das Wimbledonfinale gewann er im immer in 3 Sätzen, zweimal gegen Gottfried von Cramm (den Boche, der gegen ihn bei den French Open gewann). Später entstanden dann seine Poloshirts.

  5. Das hat ein bisschen gedauert. „Das muss ein Tennisspieler sein“, war so ziemlich mein erster Gedanke. Der zweite, der (im Nachhinein ganz logisch) bei den ganzen Mode-Hinweisen hätte kommen sollen, der wollte sich dann aber länger nicht einstellen. Was klar war: Das Ganze ist schon länger her. Die Liste des „Hochamts seines Sports“, also die Aufstellung sämtlicher Wimbledonsieger, war damit letztlich der Schlüssel zur Lösung. Den „Boche“ (jetzt neu in meinem Wortschatz) konnte man folglich Gottfried von Cramm in die Tennisschuhe schieben und von dem zu Fred Perry war es dann nur noch ein glatter Dreisatzsieg (die „Schnelle“). Von Cramm hat zweimal das Wimbledonfinale gegen ihn verloren. Aber immerhin die French Open auch einmal gegen ihn gewonnen.

    Mit Perry als Lösung wurden dann, sagen wir, noch offene Kragen beantwortet: Das umstrittene Outfit hatte ich auf seinen eigenen Kleidungsstil bezogen und war in Richtung Agassi unterwegs (aber das war der mit der Gräfin, nicht der mit dem Baron). Da ging es also um die Modemarke. Da sind wir wieder beim Polo (!) von Fred Perry, das mit der Vereinnahmung durch die Neonazi-Szene der Firma einen ziemlich schlechten Leumund lieferte.

    Ein vortreffliches Rätsel, Herr Kamke, mit einer überraschenden Wendung am Schluss: Der Mann war tatsächlich Tischtennis-Weltmeister. Lehren Tennistrainer nicht immer, dass man bloß nicht Tischtennis spielen solle, wenn man Tennis erfolgreichen spielen wolle? Wegen des Handgelenks? Oder hab nur ich das nie richtig verstanden und deswegen weder im Tennis noch im Tischtennis reüssiert…?

  6. Kamke das wird dieses Jahr nichts mehr. Ledecká war eine Eintagsfliege. Also nicht sie sondern meine Lösung.

    Mir dünkt es könnte Tennis sein. Wo drischt man schon groß auf Bälle. Becker könnte der Deutsche sein, der ihn besiegte. Listen durchgesehen. Das passt alles nicht. Und Tennisprofis können mit 19 auch keine WM in einer anderen Sportart gewinnen dafür haben die keine Zeit. Der Thiessche Schnellschuss hingegen erhärtet den Tennisverdacht. Hm.

    Was kann es noch sein. Golf vielleicht. Langer oder Kaymer. Wer gewann dreimal Augusta und spielte mit denen zusammen? Nick Faldo und Phil Mickelson. Hm. Passt auch nicht.

    Also völlig verzweifelt gegoogelt wer früher Profisportler war und dann Polo gespielt hat. Siehe da Wilt Chamberlain hat das gemacht. Der wurde zwar mit 19 nicht Weltmeister, hat dafür aber immer später noch gebeacht.

  7. Was fällt einem bei „Bälle dreschen“ ein? Genau, Tennis. Und wo findet das Hochamt des Tennis statt? In Wimbledon. Wer gewann dort dreimal auf die Schnelle, sprich in drei Sätzen? Tatsächlich nur Fred Perry, laut der englischen Wikipedia in den 30ern einer der begehrtesten Junggesellen, mit Beziehungen zu Marlene Dietrich, Mary Lawson und Helen Vinson, alle damals berühmte Schauspielerinnen. Und das, obwohl er der Arbeiterklasse und nicht der britischen Upper Class entstammte. Zwei seiner drei Wimbledon-Siege errang er gegen den Deutschen Gottfried von Cramm, der ihn wiederum bei den French Open besiegen konnte.
    Und tatsächlich war er zunächst im Tischtennis erfolgreich und wurde dort 1929 im Alter von 19 Weltmeister, wonach er zum Tennis wechselte. Später gründete er eine eigene Modemarke, bekannt für ihre Poloshirts, die später von Skinheads und Neonazis in Verruf gebracht wurde. Polo hat er bestimmt auch mal gespielt.

  8. Heute leider nicht komplett alleine gelöst, sondern auch ein wenig dank Kollege Timo, der die Aufmerksamkeit auf Tennis lenkte (auch wenn „IndoOstfriese“ sicher anderes behaupten würde). Der Rest war dann recht schnell gefunden, der Part mit dem Outfit führte unweigerlich nach Wimbledon.
    Fred Perry.
    Dreifacher Wimbledon-Sieger, davon zweimal gegen den Boche Gottfried von Cramm, der ihn allerdings bei den French Open besiegen konnte.
    In der Hollywood-Elite involviert und mit einer -Schönheit liiert, machte er nachher in auch in Polohemden. Mit 19 Tischtennis-Weltmeister, passt.
    Starke Karriere, mal wieder.

  9. Beim Stochern im Nebel auf René Lacoste gestoßen, aber irgendwie passte das nicht.

    Aber das mit dem Modelabel später gefiel mir. Wer ist denn für seine Polohemden bekannt?

    Ralph Lauren? Hm, hatte mit Sport nicht viel am Hut.

    Also doch was ganz anderes?

    Erst spät dann an Fred Perry gedacht. Der dürfte es sein

  10. Bälle dreschen.
    Tennis? Ungewöhnliche Kleidung. Da kommt einem André Agassi in den Sinn. Aber ginge es um ihn, würde seine Frau in irgendeiner Form erwähnt werden. Die Stefanie nämlich. Graf mit Nachnamen.
    Nochmal Tennis. Pat Cash, verlor der nicht gegen Boris Becker ( Boche ) in Wimbledon?

    Vielleicht Golf. Aber da gibt es Etikette was die Kleidung betrift.

    Jetzt meine Lösung nur auf Grund von einem einzigen Hinweis. Posh Spice ist die Ehefrau von David Beckham. Der drischt auch Bälle, oder drosch. Und bestimmt hat David mal im Elfmeterschiessen gegen Deutschland verloren. EM 1996?

  11. Ohne Google tippe ich mal auf Fred Perry. Weltmeister im Tischtennis und einen Career Grand Slam im Tennis. Das „dreifach“ verstehe ich nicht, könnte aber Wimbledon sein.
    Vieles deutet auf Klamotten und Verbindungen zur High Society hin. Würde mich also wundern wenns nicht passt.

  12. Ist das ein Druck, als ich an diesem Morgen
    die Kamke-Seite samt Kalender lade.
    Erneut zu scheitern, ist mein großes Sorgen,
    denn dann wär mir der ganze Tag nur fade.

    Doch bald mach ich die Mexikaner-Welle
    kann jubeln mit Schalmei und Zimbelton:
    Auf Tennis komm ich durch gedroschne Bälle,
    beim Hochamt weiß ich: „Ganz klar, Wimbledon!“

    Der Dreifach-Sieger ist dann schnell gefunden,
    ich tanze rum und mach vor Freud den Larry,
    am Rate-Ego heilen alle Wunden,
    weil ich heut lösen kann: Es ist Fred Perry.

  13. Nachdem ich die letzten Tage (nicht nur, aber auch, wegen Zeitmangel) passen musste, bin ich mir sicher, dass es sich heute um den Tennisspieler und dreimaligen (1934-1936) Wimbledonsieger Fred Perry handelt, der 1929 bereits Weltmeister im Tischtennis wurde.

    Wikipedia berichtet außerdem, dass er neben Tischtennis auch Polo spielte und mit mehreren Schauspielerinnen verheiratet war. Nach seiner sportlichen Karriere begegnet uns Polo erneut in Form von -hemden, die er verteilen ließ und später mit dem Symbol eines Lorbeerkranzes, den Perry beim All England Cup gewonnen hat, ergänzt wurden.

    Mit umstrittenem Outfit ist wohl gemeint, dass die Marke Fred Perry in den 90ern bei Neonazis beliebt war.

  14. Heute keine Zeit, keine Muße, keine Ahnung beim ersten Durchlesen. Also platziere ich mal eine falschen Tipp zum Vergnügen der Erfolgreichen:

    Ballsportler mit umstrittenem Outfit und Hollywood-Bezug: Da fällt mir nur Andre Agassi ein (der hat zwar öfters als 3x gewonnen, aber egal). Hat er Taschenbillard gespielt?

  15. Wusstet ihr, dass der Ex-Handballer Stefan Kretzschmar eine Polo-Shirt-Golf-Kollektion entworfen hat? Nein? Ich auch nicht. Das war im Sommer 2014. Außerdem fungierte er dieses Jahr als Motivation-Bundestrainer der Ü45-Auswahl der Wasserballer.
    Leider alles nicht zielführend. Irgendwie aber doch: Es geht um Polo-Hemden. Das war mir irgendwie schnell klar, auch wenn bei Polo ja auch wieder interessante Pferde-Assoziationen möglich gewesen wären.
    Oder doch Krokodil? Herr Lacoste war Tennisspieler. Andre Agassi trug auch immer interessante Hemden.
    Womit wir bei Tennis wären und bei dem heute gesuchten Doppelsportler, der ebenfalls eine Modemarke schuf und etablierte: Fred Perry, mit 19 Weltmeister im Tischtennis, später dreifacher Wimbledon-Sieger (Hochamt!), mehrfach verheiratet. In Wimbledon steht sogar eine Statue von ihm, wie die Wikipedia verrät. Und umstritten war sein Outfit nicht etwa, weil es besonders ausgefallen war, sondern, weil das nach ihm benannte Label von Skinheads und Neonazis gern getragen wurde. Nun denn. Ich bleibe dabei: Wieder was gelernt. Diesmal unter anderem über Mode. Danke!

  16. beckham. posh.
    agassi. filmstars.
    mcenroe. typ.
    lacoste. polo.
    irgendein bekloppter golfer?

    wenn man lange genug googelt, findet man übrigens basil spalding de garmendia, aber naja.

    es muss irgendeinen fußballer oder tennisspieler geben, der berühmt dafür ist, anderen in die fresse zu schießen. und vielleicht ist er franzose, der von einem deutschen besiegt wurde (boche).
    aber es gibt so wenige erfolgreiche französische golfer. wm-gewinner auch nicht. oder wimbledon. oder championsleague. ODER.
    die dann auch noch eine zweitsportart ausüben.

    wat weiß ich. die rategemeinschaft ist irritiert. wir werden wohl heute abend ein wenig unsere hände vor die stirn klatschen.

    (gewann er die wm mit 19 im erstsport? das ist ja wohl ein bisschen schwammig formuliert.)

  17. Ich habe SOFORT an René Lacoste gedacht (wegen Polohemd und „Boche“). Aber der war dann leider doch ein paar Jährchen vor von Cramm und Henkel. Und nicht TT-Weltmeister.
    Dann habe ich kurz an Boris Becker gedacht (wegen 3 Wimbledons und Günther Bosch).
    Der hat als Zweitsport immerhin Poker zu bieten.
    Und dann habe ich doch nachgeschlagen, wer noch drei Wimbledonsiege hat.
    Fred Perry ist ja quasi der britische René Lacoste. Kann man gelten lassen.

  18. Erster Gedanke: Beckham. Da passte dann aber doch zu viel nicht. Zweiter Gedanke: Henri Lacoste. Einiges klang doch irgendwie nach Tennis („Bälle dreschen“, ein Gegner). Und nach Polo (-Shirts). Aber kein Erstsport weit und breit. Dritter Gedanke: da war doch noch ein anderer Tennisspieler mit Polo-Shirts. Fred Perry. Und siehe da, der war in jungen Jahren mal Tischtennis-Weltmeister.
    Heute tatsächlich ohne Google, nur mit Wikipedia, das auch vom 3-maligen Triumph im Hochamt (=Wimbledon), davon 2-mal gegen von Cramm zu berichten weiß. Ebenso wie von der Niederlage gegen den Boche von Cramm in Paris. Und vom Liebesleben.

  19. Umstrittene Outfits? Drosch auf Bälle? Bei Filmstars begehrt? Erster Gedanke: André Agassi, aber der war nicht mit 19 anderswo Weltmeister…

    Boche ist ein französischer Begriff für einen Deutschen (analog Piefke in Österreich oder Kraut in England), Yannick Noah? Passt aber irgendwie auch nicht…

    Drosch auf Bälle könnte aber auch Baseball oder Kricket oder Squash sein…

    Kamke – ich tappe mal wieder im Dunklen, in meinem Zeugnis wird stehen, dass ich mich wenigstens bemüht habe…

  20. Boxen, Baseball, Cricket, Tennis, Mixed Martial Arts (sic! ojeh), dreifach-Sieger, sogar athlete Hollywood, Agassis Outfits, wegen Schnelle auch Sprints, Abfahrtsrennen, Formel 1 und vieles mehr gesucht.
    Weiß jetzt, dass Savon 3 mal Olympia gewonnen hat und mit 19 Welmeister war, dass Stevenson auch 3 mal Olympia gewonnen hat, aber von einem Deutschen besiegt wurde, Johnny Douglas 3-fach (gegen 3 Gegner) schnell gewonnen hat, olympische Boxweltmeister wurde und später als Englands Kricket-Captain Bälle schlug und manches andere, was ich längst wieder vergessen habe.

    Irgendwie bin ich falsch abgebogen heute und habe nicht zurückgefunden. Und doch habe ich das Gefühl, dass ich irgendwie irgendwann nahe dran vorbei geschossen bin.

  21. Heute ein klassischer Fall eines Sportlers, den fast jede(r) kennt, dessen zweite sportliche Karriere aber vielen nicht bekannt ist. Und jemand, von dem ich glaube, dass man – zumal der Fokus heute, anders als gestern, auf der Hauptsport liegt – ohne Suchmaschine relativ weit kommen kann. Dass man sich dann wegen der zweiten Sportart schlau machen muss oder die Geschichte verifizieren will: geschenkt.

    Wie sich herausstellt, haben auch einzelne Mitspielende genau das getan: googlefreies Lösen. Sehr schön, Chapeau!

    Erstes Quartett. Die gemeinte Quelle heißt Wikipedia, und irgendwo in meinem Kopf sitzt ein Männchen, das mir konsequent einreden will, die Quelle irre sich. Jemand habe den Begriff Polo aufgeschnappt und irgendwie fehlinterpretiert. Nirgends (ok, in keinem von mir konsultierten Dokument) sonst, explizit auch nicht in der englischsprachigen Wikipedia, taucht der Hinweis auf, dass der Gesuchte Polo gespielt habe. Bei de.wikipedia.org hingegen: “In seiner Jugend spielte er zunächst nur Polo und […]”, gleichzeitig aber wird gerne der Satz vom dreckigen Arbeiterkind zitiert, als das er sich selbst bezeichnet hat. Nun weiß ich natürlich nicht, in welchen Schichten man in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts (ja, da bewegen wir uns) Polo gespielt hat, aber es passt einfach nicht recht. Zumal auch sein Vater kein Stallbursche oder dergleichen war. Wie auch immer: er war nicht posh, die Sprache deutet in eine geographische Region (nicht aber, zumindest nicht willentlich, zu einer in den späten 90ern jungen Frau mit sportlichem Ehemann – sorry, @Doktor_D, fast richtig!). Er drosch Bälle, klar, Rückschlagsportart, vielleicht auch Golf.

    Siegte dreimal beim Hochamt seines Sports, jeweils ziemlich schnell. Zweimal war der Gegner ein Boche, der speziell beim zweiten Mal (verletzungsbedingt) ohne jede Chance war und binnen kürzester Zeit (verschiedene Quellen reichen von einer knappen halben Stunde bis 45 Minuten) geschlagen wurde. Beim Tennis. In einem Dreisatzmatch. Im Wimbledon(Hochamt)-Finale. 6:1, 6:1, 6:0. Puh. Und wieso Boche? Wieso nicht Kraut? Nun, ganz ehrlich: Kraut hätte einen schlechten Reim ergeben. Und, auch ehrlich: Der besagte Deutsche, Gottfried von Cramm, besiegte ihn bei den French Open.

    Im ersten Terzett springen wir zeitlich ein bisschen umher. Die Umstrittenheit des Outfits stammt nicht aus seiner aktiven Zeit, sondern eher aus dem letzten Drittel des 20. Jahrhunderts, als das von ihm ins Leben gerufene und weiterhin seinen Namen tragende Modelabel im Zeitablauf von, sagen wir, unterschiedlichen Gruppen für sich in Anspruch genommen wurde und insbesondere eine Zeit lang in der rechten Szene weit verbreitet war. Und natürlich ist es sehr albern,, den Namen jetzt nicht zu nennen, denn es ist, selbstredend, Fred Perry. Die zweite Zeile bezieht sich indes wieder auf die 30er Jahre, als er, wie die englische Wikipedia so schön schreibt, “one of the leading bachelors of the 1930s” war. Und dabei auch mit weiblichen Filmschaffenden engere Bekanntschaft schloss, darunter Marlene Dietrich. Herr @scherben81 hatte auch noch einen Formulierungsvorschlag, glaube ich.
    Der “kleine” Erstsport kann ja im Grunde nur Family Tennis oder Beachball sein, wo mir allerdings keine Weltmeisterschaften geläufig sind. Wenn jemand googeln und das Gegenteil belegen möchte: gern; andernfalls neigte ich zu Tischtennis. Und siehe da: Fred Perry, Weltmeister mit 19. Das später kommende Polo dann noch als kleines Bonbon für die am Outfit Interessierten, die – und ich hatte keine Sekunde daran gedacht – aus gutem Grund natürlich auch noch René Lacoste in die Verlosung geschmissen haben. Dessen Tochter übrigens in den 60ern die US Open im Golf gewann. Mal einen Merkposten anlegen.

    Mitten am Tag, Anzahl der Lösungen ist noch überschaubar. Ich selbst falle gleich einige Stunden lang aus und werde nicht viele Rückmeldungen kommentieren können. Wie immer aber: vielen lieben Dank, ich freue mich über die zahlreichen, vielfach treuen Mitspieler*innen. Wir haben ja gerade in diesen Wochen alle gewisse zeitliche Restriktionen.

    @Andreas Thies: Sorry, drei Wimbledonsiege. Sie sind raus.Und ja, das hättest Du heute wissen sollen.
    @Alex F.: Stefan Edberg, lese ich und denke: Das war doch grade erst gestern, und dann kommt raus, dass dieser Edberg ja ein uralter, lange vergessener Sportler ist und dann weine ich ein kleines bisschen. Ernsthaft: Schöner Gedanke, wäre ich nie drauf gekommen, aber natürlich stimmt das mit dem deutschen Gegner
    @Scherben81: “Also bin ich dann fröhlich die Wikipedia-Kategorie zu französischen Davis-Cup-Spielern durchgegangen, habe niemanden in der alten Zeit gefunden, auf den das alles passen könnte, und habe dann frustriert erstmal aufgegeben.” Natürlich werde ich immer bestreiten, dass das die Abläufe sind, die ich mir in meinen schöneren Träumen ausmale, aber ja, hübsch.
    @Marco: Perfekt zusammengefasst. Ähnlich @Hoesel95, wenn auch mit fragwürdiger Vermutung zu Polo. Etwas ausführlicher und mit lieblichen Schlenkern zudem @lurchmolch, der, ganz meine – Verzeihung – Fragenweite, die Mär von der Handgelenksproblematik auf die Agenda hebt.
    @Fe(l)ix: Mal im Ernst: Wilt Chamberlain ist jetzt auch nicht so viel besser als die Arctic Monkeys! (Schön.)
    @Mahqz: Chapeau, natürlich!
    @LarryFaouzi: Unter dem größten Druck bestehen, das schaffen nur die ganz Großen! Und das auch noch gewohnt elegant.
    @Echho, die Frau: Off Topic: Ich muss ein ums andere Mal lachen, wenn ich diesen Namen lese.
    @SD: Fast. Ist halt nicht so Dein Sport

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