einundzwanzig/zwanzigneunzehn

Ob er als weißer Brasilianer galt?
In einem Sport, den ich erst spät entdeckte,
für den nur er mein Interesse weckte –
kurz nach dem Titel war’s schon wieder kalt.

Besagtes “Titel” ist ein Wort, das hallt:
weil ihm die Süße des Erfolgs so schmeckte,
er Cups und Schalen in die Höhe reckte.
Einst war die Sammlung maximal geballt.

Er ist im gainsbourgeoisen Sinn erotisch,
galt kurz als Ungeheuer (Bilder => Kopf)!
Wie er noch heut im Wasser aussieht: derbe.

Im Heimatland sieht man ihn am Bistrotisch –
TV-Expertenlos. Der arme Tropf.
Sein Alter Ego ist in Vollzeit Erbe.

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Hintergründe zum Kalender.
Über Kommentare zu den Sportler_innen und ihren Sportarten würde ich mich freuen. Sie blieben aber zunächst verborgen. Spannung und so.

Wer Probleme hat, überhaupt zu kommentieren (ja, das passiert leider gelegentlich), ist herzlich eingeladen, mir seinen oder ihren Kommentar per Mail an blog at heinzkamke.de oder auch per Twitter-DM zu schicken. 

10 Gedanken zu „einundzwanzig/zwanzigneunzehn

  1. Weißer Brasilianer. Der ist gut. Anspruch des Gesuchten soll gewesen sein: „Den linken Fuß habe ich nur deswegen, damit ich beim Bier holen nicht umfalle.“

    Seine größte Waffe war überhaupt eher der Kopf. Kopfball Ungeheuer wurde er genannt.
    Aber das Tor aus seiner Karriere das mir für immer im Kopf bleibt, das schoss er mit dem Fuß. In Sevilla 1982. Das für mich immer noch unerreichte Fußballspiel überhaupt.

    Das letzte was ich von ihm sah war eine Doku, wo er in Norwegen auf Lachse angelte. Erfolglos, wie er sagte.

    Übers angeln schrieb er sogar ein Buch, oder waren es mehrere?

    Ach so, einen Namen sollte ich auch noch nennen, oder?

    Horst Hrubesch.

  2. Heute keine Aussprachehinweise, und man schafft es kaum, das Gedicht überhaupt zu lesen – das muss ein Hinweis sein. Bistrótisch. Und Gainsbourg. Klingt französisch.
    TV-Experte am Tisch und Cups und Schalen klingt nach bekanntem Fußballer.
    Und als Zweitsportart dann eine von den wenigen, die im Kalender noch nicht dran waren. Da ist die Liste sehr kurz. Höchstens Surfen oder brasilianisches Jiu-jitsu fällt mir da noch ein, also ist es Bixente Lizarazu.
    Und der feine Hörr Feuerherdt.

  3. Ich vermute, heute weiß man es oder man weiß es nicht. Ich weiß es jedenfalls nicht. Und weiß auch nicht, nach was ich googlen sollte.

  4. Ach, Kamke.
    Der größte Hinweis heute sicher Gainsbourg, aber weder bei Serge noch bei Tochter Charlotte fündig geworden. Beim Ungeheuer einen kurzen Ausflug zum Cast von „Shape of Water“ gemacht und siehe da, Doug Jones, der die Kreatur verkörperte, hatte auch im Gainsbourg-Biopic eine Rolle. Das kann kein Zufall sein, oder? Leider doch.
    Wie Thies sagen würde: Ich finde mal wieder keinen Zugang.

  5. Na, wenn keiner was schreibt.

    Im Gainsbourgschen Sinn erotisch kann eigentlich nur Horst Hrubesch sein, bei dem ich mich immer gefragt habe, ob seine Vorfahren aus Hrubieszów ins Ruhrgebiet gekommen sind.

    Passt eigentlich fast alles. Er war das Kopfballungeheuer, der Hinweis auf Wasser passt, weil sein Zweitsport bekanntlich das Dorschangeln war und Titel und Schalen hat Herr Hrubesch als Spieler und Trainer bekanntlich jede Menge geholt. TV-Experte war er sicherlich auch mal. Dass Herr Kamke sich für Fußball interessiert, dass sein Interesse inzwischen wieder erlosch, war mir neu, ist aber bei einem VfB-Fan schon auch verständlich.

    Es passt also alles. Aber wahrscheinlich verweist mich Herr Kamke von Hrubieszów gleich wieder ins schöne Eupen. Da lag ich ja angeblich auch nicht ganz richtig. 😉

  6. Mir fehlt jeder Ansatzpunkt. Vielleicht ein Franzose (Gainsbourg, Bistro), im ersten Leben Ballsportler (Cup, Schale, geballt), heute Segler (im Wasser)? Andererseits wurde vielleicht nicht nur das Interesse nach dem Titel kalt (ergo der Titel im Herbst?), und die erste und die letzte Zeile kriege ich gar nicht verbaut. Schade.

  7. Ganz offensichtlich habe ich nicht die geringste Ahnung, wie meine geschätzten Gäste so ticken. Wie sonst hätte ich eine solche Fehlentscheidung treffen können, als ich letzte Nacht vor dem Editor saß und die eigentlich geplante Idee einer sehr beeindruckenden, wenn auch nicht sonderlich bekannten Doppelsportlerin verwarf, um stattdessen einen ebenfalls sehr beeindruckenden, zudem sehr bekannten Sportler aus dem Hut zu ziehen, dessen Double Feature allerdings gewisse Defizite in der Wertigkeit der zweiten Sportart aufweist.

    Aber sein Bekanntheitsgrad würde es schon richten, dachte ich. Auch ohne zu viele zu detaillierte Hinweise. Dachte ich. Hat nicht so ganz hingehauen. Gewiss, am Samstag vor Weihnachten ist die freie Zeit, um sich Ratespielchen zu widmen, auch recht begrenzt, und so hatte ich auch nicht mit wahnsinnig vielen Antworten gerechnet. Dass am Ende fast alle, die ihren Versuch dokumentiert haben, die Segel streichen mussten, kam dann doch etwas überraschend. Und spricht nicht unbedingt für den Verfasser.

    Vielen Dank allen, die sich versucht haben.

    Erstes Quartett, weißer Brasilianer, kennt man. Europäische Fußballer, die spielen wie ein Brasilianer. Spricht für Fußballer. Was allerdings nicht so ganz zum Rest passt, da ich, das dürfte nicht überraschen, doch schon ein paar Jahre Fußball verfolge. Aber hellhäutig dürfte er sein (oder doch weiß gekleidet?), und bei welchem Sport Brasilianer noch als Referenzwert gelten, wird sich hoffentlich zeigen. Offenbar errang unser Mann einen Titel, und viel mehr weiß ich nicht über den Sport. Viele andere, so vermute ich, nicht einmal das.

    Im zweiten Quartett wird deutlich, dass er sehr viele Titel feiern durfte, und damit sich da kein Widerspruch zum zuvor Gesagten aufbaut, sollten wir wohl davon ausgehen, dass es jetzt um die andere Sportart geht. Cups und Schalen gibt’s wohl in vielen Sportarten, und doch bin ich gedanklich schon wieder nah am Fußball, was an der Schale des Deutschen Meisters liegen mag. Die er in der Tat in die Höhe stemmte, denn ja, wir sind beim Fußball, und wenn die Titelsammlung maximal ge*ball*t war, dann formuliert Wikipedia das etwas konkreter: Einige Monate lang “war er der erste und bisher einzige Spieler, der gleichzeitig amtierender Welt- und Europameister, Confed-Cup-, Champions-League- und Weltpokalsieger war.”

    Wenn ich, und auch da stehe ich möglicherweise ein bisschen allein da, an Gainsbourg und Erotik denke, lande ich bei “69 année érotique”, und wenn ich mich dann noch an die Zeit erinnere, als unser Mann gegen seine sonstigen Gewohnheiten binnen einer Woche zwei Kopfballtore erzielte und medial zu einem entsprechenden Ungeheuer gemacht wurde, und schließlich die Bilder vor Augen habe, die ihn – nicht in einer offiziell hier gesuchten Sportart – in ziemlich beeindruckender Form auf Surfbrettern oder ähnlichem Gerät zeigen, dann bin ich einer heißen Sache auf der Spur.

    In seiner Heimat ist er augenscheinlich TV-Experte, der, wie das Experten zu tun, an den verschiedensten Stehpulten herumstehen, und ich bin mir sicher, dass auch schon Bistrotische dabei waren, oder Bistrótische, wie @martin zur Sicherheit unterstreicht, und ja, ich wollte den Reim sehr. Schon wieder französisch, übrigens. Zugegeben, ein armer Tropf dürfte das Expertensalär nicht aus ihm machen, aber (gefühlt) rund um die Uhr nur Erbe zu sein, ist ja scho au nicht schlecht. Zum Beispiel als einer von Collinas Erben, wie eben sein Alter Ego @lizaswelt.

    Also: Bixente Lizarazu, im Jahr 2009 Europameister im Brazilian Jiu-Jitsu in der Klasse Blue Belt Senior 1 – Light. Weißer Brasilianer.

    Wie gesagt, letzte Nacht erschien mir das alles ziemlich offenkundig …

    @Detlef Meier, @braindrain21: Hrubesch ist ein fantastischer Gedanke, Dorschangeln als zweiter Sport, Chapeau! Ich war kurz versucht, bei der Auflösung so zu tun, als sei genau das gemeint gewesen. Sorry, @Detlef Meier, dass ich bei Twitter, zu dem Zeitpunkt noch im festen Glauben, es handle sich um einen Brillant vorgetragenen Scherz, Deine Antwort lobte und Dich vermutlich im Glauben bestärkte, korrekt gelöst zu haben. Und nein, @braindrain21, nicht einmal der VfB bringt mich dazu, mich vom Fußball abzuwenden. Aber wem sage ich das?!

    @martin: Manchmal glaube ich, Du hast meine Notizen gehackt, so lapidar, wie aus dem Nichts die richtige Antwort daherkommt.

    @alle anderen: Vielen Dank dafür, dass Ihr ein kurzes, zum Teil längeres Signal gebt, inklusive Gedankengängen und mehr oder weniger realistischen Ideen (Brinkmann, Nowitzki, Jones – wer?). Ich weiß das weiterhin sehr zu schätzen.

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