FDP: Not just a pretty face?

Sicherlich war abzusehen, dass die deutsche Politik ihre Lehren aus dem US-Wahlkampf ziehen und sich stärker an Web 2.0-Ansätzen orientieren würde. Dass es jedoch so schnell und so explizit geschehen würde, überrascht mich ein wenig:

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Ob ich wirklich überzeugt bin von der Innovationskraft? Naja, zumindest bringt die Formulierung „Web 2.0-Gesicht“ bei Google inhaltlich nur einen einzigen Treffer (nicht die FDP), Summize ebenfalls (eben obigen Tweet) – wenn das kein Indiz für Innovation ist…

Ernsthaft: ich hab mir die beworbene neue Seite noch nicht näher angesehen (könnte sie ohnehin mangels Kenntnis nicht mir der alten vergleichen), aber den Zeitpunkt finde ich schon sehr interessant. Natürlich ist mir klar, dass die Neugestaltung schon seit einiger Zeit in der Pipeline gewesen sein muss; dass man indes den Auftritt angesichts der allenthalben gezogenen Vergleiche des Wahlkampfes, der politischen Kultur und der digitalen Aufgeschlossenheit in den USA und hierzulande gerade jetzt live schaltet, ist vermutlich nicht die dümmste Idee, um sich als zweinullige politische Kraft darzustellen.

Abzuwarten bleibt jedoch, ob das „Web 2.0-Gesicht“ dem Anspruch „not just a pretty face“ gerecht wird, oder ob wir doch von Web 1.0 mit ein paar zeitgenössischen Gimmicks sprechen. Falls letzteres der Fall sein sollte, wäre der vermeintlich geschickte Zeitpunkt dann doch eher ein Eigentor gewesen.

PS: wenige Minuten zuvor hatte bereits ein Tweet der FDP-Fraktion die neue Webseite von Jan Mücke MdB beworben (ohne komplettes Web2.0-Gesicht, aber mit Tagwolke und Youtube-Verlinkung). Hat das System? Werden wir nun nach und nach von 61 Web 2.0-Gesichtern erfahren?

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